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日志


ArtWork-Edition

 
 

„NATIONAL  PERSONALITIES“

 

Glauben Sie wirklich, das politische, wirtschaftliche und kulturelle Verhalten und Handeln der einzelnen Länder dieser Erde, ihr historischer Charakter und ihre zeitgenössische Charakteristik wären beliebig zu gestalten, hingen einzig und allein von den jeweils regierenden Macht-, Amts- und Medienbedeutungsinhabern, von politischen Parteien und frei definierbaren öffentlichen Einstellungen  ab und wäre von vernunftgeprägten geistigen Diskursen und Entwicklungen definiert ?  Und sind Ihnen in diesem Glauben diesseitsblinder großer, blauer Augen angesichts der weltgeschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen, über Jahrtausende chronistisch festgehalten und zeitgenössisch in vielfältigen Medien im Übermaß, wenn auch ähnlich unverständig und blind vermittelt und illustriert, noch niemals ernsthafte Zweifel an dieser zwar löblich bemühten, aber doch allzu engen und unbedarften „nüchternen Betrachtungs-Vernunft“ gekommen ?

Französische Schulkinder lernen im Erkundeunterricht als erstes, Frankreich schlicht als „l’hexagone“ zu apostrophieren, weil die Landeskarte, mit sechs schnellen Strichen vereinfacht, ein nahezu perfektes Hexagon darstellt.  Und im Sprachgebrauch ist „L’hexagone“ schlicht das allgegenwärtige Synonym für Frankreich. Ist Frankreich deshalb das Land, in dem Gott leben würde, wenn er irdisch dazusein beabsichtigte ? Das Hexagon ist schließlich das Symbol der Ausgeglichenheit von Geist und Materie in stabilem Gleichgewicht, esoterisch-symbolisch betrachtet   im Unterschied zum Hexagramm  (dem Davidsstern), in dem die beiden Kräfte im antagonistischen Dauerkonflikt repräsentiert sind.

Daß Italien als „Stiefel“  erscheint, fällt bereits auf, noch bevor man als Kind gelernt hat, wie die einzelnen Länder auf der Karte heißen.  Das Land der ewigen körperlich-materiellen, überbaufreien bis hin zu faschistischen Lebensein-  und  –vorstellungen, dem als einzige Aus- und Zuflucht aus der allzu beschränkt-körperlichen Daseinsdefinition nur das kirchliche Ventil nach oben bleibt ?

Und auch Skandinavien gleicht eher einem Eisbären, der zum Sprung in den wärmeren Süden ansetzt, als einem beliebig geformten paninsularen Subkontinent  -  Naturverbundenheit ohne Selbstzweifel als kulturelle wie individuelle Lebensverständnis-Prämisse ?

Aber ist Ihnen, über diese augenfällig-unübersehbaren Formen hinaus,  schon einmal aufgefallen, wie sehr die geodätische Zeichnung der Länder, von  bedeutungslosen Linealgrenzen durch Wüsten wie die Sahara einmal abgesehen, eine geradezu mystische „persönliche“ Charakteristik wiederspiegelt, eine Art „nationalgeografisches Psycho-/Mentogramm“   das obendrein noch der Analyse des Landescharakters, seiner historischen Mentalität und kulturellen Psyche bei näherer Betrachtung verblüffend entspricht, also keineswegs „zufällig“ , „beliebig“ oder gar „willkürlich“ zu sein scheint ?

So stellt die spanische Halbinsel, mit Portugal als „Gesicht“, das nach Westen gerichtet, den behelmten Kopf eines in die Ferne blickenden, der Welt irgendwie den Rücken zugewandt habenden Visionssuchers und Abenteurers dar.  Und auch die Ähnlichkeit  des afrikanischen Kontinents mit einem klassischen, in Museen zu besichtigenden Faustkeil korrespondiert mit seinem zeitlos-archaischen, evolutionär anachronistischen Urzeit-Charakter, der nach wie vor  prägend und allgegenwärtig ist.

Meine Grafik „Der neue deutsche Michel“ (siehe „Fotoalben“) wurde noch als bitterböse Satire gesehen    daneben aber habe ich eine ganze Reihe von  Länder-Persönlichkeiten als visionäre Spiegel-Bilder ihrer Landesformen entworfen, die Sie (ebenfalls unter „Fotoalben“ und am Fuß des Blogs) besichtigen können, und die alles andere als satirisch gemeint sind.  Eher schon als zeitlose Raster ihrer geografisch definierten nationalen Charakteristik  -  wenn auch, natürlicher- wie notwendigerweise, in schablonisierter Form.  Darüber hinaus aber erhellen sie auf verblüffende Weise so manche nationalcharakterische Entwicklung und Erscheinung dieser Länder im weltpolitischen Kontext.  

Ich hoffe, die Grafiken machen Ihnen nicht nur Freude, sondern regen vor allem zum Nach- und Weiterenken an.  Ein wenig Meditation, mit dem von Zeit zu Zeit nur allzu empfehlenswerten Abstand zu Lärm und Hautnähe des Welt- und Alltagsgeschehens, kann dabei von unschätzbarem Nutzen sein.

Und wenn Sie daran interessiert sind, die eine oder andere dieser Grafiken an Ihre Wand zu hängen:  Ich editiere zur Zeit eine Kunstmappe mit den zehn gezeigten Ländergrafiken, als Inkjet-Drucke auf Karton, jedes einzelne nummeriert und handsigniert, die Sie jetzt zum Subskriptionspreis von € 280,-- (inkl. Versand, später € 380,--) bei mir erwerben können.  Titel: „WORLDSCAPES  -  LANDSHAPES“.  Wertsteigerungssichere  Auflage:  70 (& VII E.A.) Exemplare, also echte Raritäten schon heute und erst recht von morgen!  (Und auch an stilsichere und niveauvolle Weihnachtsgeschenke kann man nicht früh genug denken.)

Ihr  Interesse teilen Sie mir bitte baldmöglichst per Email mit (eichler@online.ms), damit ich Sie vormerken kann.  Reservierung und Auslieferung ohne Ansehen der Person, in Reihenfolge des Bestelleingangs.

Und nun viel Freude und Inspiration bei der Betrachtung der  „National Personalities“:  Erfunden, made  and © by N.A. EICHLER!

 

*

 

P.S.:  Die ersten zwanzig Besteller erhalten als zusätzliche Bonus -Grafik den „neuen deutschen Michel“, ebenfalls nummeriert und handsigniert: Aus purem Spaß an der Freud‘!

 

 

 

 

Besuchen Sie auch den EICHLERBLOG unter

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Und wenn Sie mal wieder Lust auf meinen visionär-literarischen Space-Trip über unseren zeitgenössischen Planeten haben:

http://eichlerblog.wordpress.com/neues-vom-raumschiff-erde

 

Und meinen neuen Klassiker, die Essay-Edition „PostScript 1-10“, finden Sie über

 

LA RENTRÈE

 
 

 

Back From Oz

 

LA RENTRÉE I.:   Die politische Erde hat inzwischen eine neue Runde gedreht – und die „gewandelten“ Weltmachtbetonköpfe ihre alte, ungewandelt beschränkte Machtbetonkopfcharakteristik, nun im Manager- statt Uniform-Dress, offenbart – diesmal war, wen wundert’s, Rußland dran, das feudalstalinistische Gegenstück zum chinesischen Mandarinkommunismus.  Die archaisch-materialistische, ewig-vorgestrig-nationalistische, territorialprovinzielle Weltverständnis- und -regierungsmentalität von unbelehrbar beschränkten Istzustands-Kadernormkarrieristen jedweder Provenienz, Couleur und belangloser Generationsfolge ist nun einmal nicht aus sich selbst heraus erneuerungsfähig.  Eine martialisch ideologisierte Idiotenraupe wird nie, und schon garnicht freiwillig, zum Schmetterling  -  dafür müßte sie ja die Innentapete des gewohnten, egonationalistisch-ignoranten Blümchenmusters vor der so beschränkt wahrgenommenen und verstandenen Realität abhängen und beseitigen.  Und da alle Machthalter und -verwalter des siechen Planeten nach wie vor so falsch und krank gepolt sind, will und wird sich kein einzelner besinnen oder gar der Metamorphose zur überfälligen Neuorientierung unterziehen, wird sich, mit wechselseitigem Hinweis auf die jeweiligen „anderen“, auf die „realo-politischen Gegebenheiten und Notwendigkeiten“ berufen und als Falscher, embedded im Falschen, weiterhin alles „so vernünftig wie möglich“ falsch machen  -  bis es in der großen Katastrophe für jede Erneuerung zu spät sein wird… -

Aber so politkriminell-imperialistisch die Ausgabe von russischen Pässen an die Bürger eines Nachbarstaats auch sein mag, wie sie zur strategischen Vorbereitung der Annexion von Südossetien und Abchasien von Russland praktiziert wurde und jetzt in der östlichen Ukraine wiederholt wird, so wirklich doppelmoralisch-irrational ist die Haltung des Westens, Ossetien und Abchasien nicht dasselbe Recht zuzubilligen wie dem Kosovo – in diesem Punkt ist die russische Argumentation stichhaltig und richtig. Und wir werden dem Eiertanz der verlogen-staubhustenden Politspießerwürstchen, -despoten und -ganoven auf allen Seiten der neuen alten Fronten imperial-weltherrschaftsdementer Quadratmetersicherung ganz sicher noch eine Weile gepeinigt zusehen, zuhören und beiwohnen müssen.  So oder so.

 

*

 

LA RENTRÉE II.:   Pünktlich zum Ferienende  -  und zur Wiedereinschulung der Weltbewohner in die einzelnen Klassen des Daseinsbetrachtungs-Unterrichts durch schicksalhafte Ereignisse, und zur Erinnerung an die wesentlichen Aspekte der Planeten- und Weltverständnisgrundlagen, die den Wirtschafts-, Politik- und Kulturlenkern immer noch als „Begleiterscheinungen“ ihrer abwegigen Profit-Konsum-Macht-Realitätsverwaltungsidiotismen erscheinen und so behandelt werden  -   baut sich Hurrikan Gustav in der Karibik auf, um seine dort übliche Schneise zu ziehen.  Angesichts von Voodoo als Staatsreligion, wie in Haiti, und anderen Varianten primitiv-dämonischer Urzeit-Demenzkulten schwarzmagischer Degenerationsdynamik, von Kuba bis New Orleans im Rahmen des globalen Orientierungsverlusts verläßlicher kultureller und geistiger Grundlagen unserer Zivilisationen  immer ungehemmter grassierend und sich verbreitend, die immer noch nicht verstandene Antwort der kosmischen Natur auf die menschengemachten Realitäten und kein wirkliches Wunder.  Und die ökologische Fehlentwicklung des menschlichen Präsenzverständnisses auf diesem Planeten erstellt klimatisch-komplementär dazu die physisch-materielle Basis.

 „Prinzip der künftigen Forschung muß es mehr und mehr werden, nach der Erde hinzuweisen, um die Geheimnisse des Himmels zu finden  -   und nach dem Himmel hinzuweisen, um die Geheimnisse der Erde zu entdecken.“, schrieb Rudolf Steiner schon Anfang des 20. Jahrhunderts.  Den Wirtschafts-, Politik- und Kulturlenkern des Planeten, deren Weltverständnis noch im 18./19. Jahrhundert orientiert ist und die sicher als Letzte zu solch einfachen wie überfälligen Erkenntnishorizonten der Weltbetrachtung finden werden, empfehle ich daher, eben mangels eines solchen,  zurechnungsfähigen Verständnis- und Handlungshorizonts im von ihnen (mit-)verursachten Weltgeschehen der täglich gravierenderen Klimakatastrophalien, als „Erste Hilfe-Tool“ mein „OZONE GAP DARNING KIT“ zur schleunigsten Anwendung (siehe Bilderalbum: „Object-Paintings II.“ am Fuß des Blogs und unter Fotoalben)!  Vielleicht hilft ihnen ja das  -  wenn sie sich schon weigern, das einzig richtige Problemverständnis in metanationalem, metakulturellem und metapolitischem Weltmaßstab zu entwickeln und danach zu handeln.  Irgendwie.

 

*

 

LA RENTRÉE III.:   Vielen Dank an alle, die meinem Aufruf gefolgt sind, für Ihre Unterstützung:  Herr Peperoni hat sich bei mir gemeldet – und daß er die Seite „n.a.eichler.mobilehomepages.de  blockiert“ habe (was immer das heißen soll).  Wie sich jeder überzeugen kann, ist das leider nach wie vor nicht der Fall, sie steht weiterhin im Netz.  Aber ich bleibe dran.

Um das Problem zu relativieren habe ich erst einmal mit „eichler.mobilehomepages.de“ eine eigene, echte Seite eröffnet und ins (Handy-)Netz gestellt.  Und werde mich weiterhin bemühen, die andere entweder zu löschen – oder selbst zu übernehmen.  Obwohl mir der Wert und Nutzen einer „mobilen Handy-Homepage“ nach wie vor und in jedem Wortverständnis eher äußerst beschränkt erscheinen…  -

 

*

 

LA RENTRÉE ULTIME:  Der Eichler, und mit ihm der EICHLER-BLOG, sind,  wie Sie sehen, wieder da und Online, der Alltag wird wieder hell und weniger uneventig.  Einen schönen Tag noch, und eine spannende Erden-Woche  -  mit/ohne und/oder trotz Angie, Gustav und George, Anal-Steinmichel und Medvedputjin!  Und Konsorten.

Ihr/euer

N.A. EICHLER

 

 

 

Zur Erinnerung: Den EICHLERBLOG finden Sie weiterhin unter

http://eichlerblog.wordpress.com

Die Essay-Sammlung „PostScript 1 – 10“ über

http://tinyurl.com/5t6raj

Und wer garnicht genug kriegen kann von meinem literarischen Space-Shuttle-Trip über den zeitgenössischen Planeten, hier gibt es die Gratis-Rundflüge:

http://eichlerblog.wordpress.com/neues-vom-raumschiff-erde

(Die Bilder dazu finden Sie unter „Fotos“ in der Kopfzeile dieses Blogs. Und der Soundtrack folgt demnächst…)

 

 

URLAUBSGRÜSZE AUS OZ

 
 

Offline-Grüße aus Oz

 

Natürlich freut es mich, wieviel Zuspruch und Begeisterung mein Blog und die ausgestellten Kunstwerke online genießen  -  aber ich bin  w i r k l i c h  in Urlaub, und bleibe es auch noch ein paar Tage.

Um aber die Wartezeit auf die Fortsetzung des Blogs ein wenig zu verkürzen, habe ich einige meiner Gemälde aus  der TREESCAPES-Werkreihe für Sie zusammengstellt  -  Sie finden das Bilderalbum wie immer am Fuß des Blogs und unter „Fotoalben“.

Weniger erfreulich ist allerdings der übliche Idioten-Terror der Frontfassaden-Infantil-Debilmarionetten (die sehen immer nur sich gegenseitig und selbst und begreifen nichts) der hinter den Kulissen kaschierten  Okkultmonster der ganz und garnicht kindischen, wenn auch nicht weniger unbedarften Folterterror-Spießer-Mafia der „artigen Welt-Gesichter“:

Wer bei Google meinen Namen eingibt, wird eine ganze Reihe von Hinweisen zu meinen Online-Publikationen finden – auch eine, die ich nie publiziert habe.  Da hat irgendein Hirnriß-Arsch mit meiner spezifischen Identität und meinem Namen bei der Möchtegern-Geschäftemacher-Service-Seite des Herrn Peperoni, der offenbar keinerlei Kontrollen seiner An- und Einträge vornimmt, einen Mobilservice mit der Bezeichnung „n.a.eichler.mobilehomepages.de“ gebucht und eröffnet, der jedem Handy- und Internet-Nutzer offen steht  – wie man am endlos langen Rattenschwanz zweifelhafter „Fans“ dieser „mobilehomepage“ erkennen kann.

Ich bin gerade dabei, Herrn Peperoni (moderation@peperoni.de) unter Androhung juristischer Konsequenzen dazu zu bewegen, den gefälschten Eintrag aus seinem uncoolen, knallroten Online-Dienst ebenso wie bei Google zu löschen  -  bisher ohne Erfolg.  Und wenn Sie mein Bemühen unterstützen wollen, schreiben doch auch Sie mal an den kleinen, roten, unscharfen Herrn    und mailen Sie seinen eher geschäftstüchtigen als verantwortungsvollen Online-Dienst (https://mein-t-mobile.de) so ordentlich mit Protesten und Beschwerden zu, daß seine schwerhörige Schwarte kracht!

Im voraus dankbar für jede Unterstützung grüße ich alle wahren Freunde (nicht die geheuchelt-verlogenen Charaktersäue mit Artig-Menschheitsdiener-Gesichtern zur Tarnung ihrer Okkult-Debil-Schmarotzer-Nihilismus-Fressen "innen" und dahinter) einstweilen weiter aus meinem Urlaubsrefugium Oz und verspreche, daß ich bald wieder zurück und voll und ganz  „online“ bin.

Ihr, euer, aber längst nicht jedermanns

N.A. EICHLER




URLAUBSGRÜSSE

 
 
HEISSBEGEHRT UND
KOSTBAR:
DIE BÜCHER VON
N.A.EICHLER
 
 
 
Immer wieder werde ich gefragt, wo noch einzelne Exemplare meiner Bücher, insbesondere des "Buch der Wirklichkeit" und "Sonnenstadt im Nebel" zu haben seien. Bester Tipp:
 
 
Bei diesem Internet-Buchversender sind viele moderne Antiquariate mit ihren Angeboten gelistet - und was man hier nicht findet, findet man wohl kaum noch.
 
Aber Vorsicht: Meine Bücher sind heißbegehrt und kostbare Raritäten, was sich direkt im Preisniveau niederschlägt. Dafür zwei Beispiele.
 
Geben Sie bei der Suche folgende Angaben ein:
 
Autor: Norbert A. Eichler
Titel: Das Buch der Wirklichkeit
Stichwort: I Ging
 
Allein die Rowohlt-Taschenbuch-Ausgabe, einmal für DM 14,90 im Handel, rangiert dort für € 25,-- und 30,-- !
 
Und wer einen besonders heißen Tipp vom Autor haben möchte (aber Beeilung, wer zuerst kommt, strahlt zuerst):
 
Titel: Sonnenstadt im Nebel
Stichwort: Findhorn
 
Die Originalausgabe (bei Iris/Irisiana) wird da völlig verkannt zu spottbilligen € 7,90 bzw. 10,-- verschleudert!  Dabei ist sie das wirklich bibliophile Juwel (Sie werden begeistert sein)  -  im Unterschied zur regulären 4. Auflage im Hermes Verlag, die mit stolzen € 26,60 angeboten wird (einst DM 19,80)!
 
Die Preise zeigen mehr als deutlich, wie kriminell und debil der von der "kosmischen" Spießer-Okkultmafia gesteuerte Verlagsboykott meiner Bücher ist (zuletzt durch die innenweltverblendeten Projektionsdeppen-Marionetten des S.Fischer-/O.W.Barth-Verlags),  die noch nach so vielen Jahren ungebrochen stark nachgefragt werden! 
 
Ich wünsche viel Erfolg bei der Bücher-Jagd  -  und angenehm-erfrischende und für's ganze Leben bereichernde Urlaubslektüre!
 
 
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14. Juli 2008

 
 
 

ALLONZENFANTS!

 

Sind auch Sie die Anzüglichkeits-Rülpser, -Hampler und -Dresser der deutschen innenweltverblödeten Telemedienmacher, insbesondere die der ZDF-Banaligkeit leid ? Können auch Sie die flachhirnigen, senderkantinendunstkokonvernebelten Einfalts- und Allerweltsmattscheiben auf den Bildschirmen nur noch in homöopathischen Dosen ertragen ? Dann machen Sie's doch so wie ich  -  und verabschieden Sie sich mit mir in die Sommerpause ("Urlaub" vom geistlosen Sendeschwafel-Horizont), und kehren Sie erst zurück, wenn nach Abschluß der, angesichts der Realo-Fakten des "Gastgeber"-Landes und seiner willigen Medienberichts-Hofnarren aus aller Herren und Diener Länder, unsäglich-unerträglich verlogenen Olympiade die mediale Schmerzgrenze so langsam wieder auf das ohnehin nicht amüsante Alltagsniveau verflachen wird.

Denn nicht nur in diesem "so anderen" Land, daß man glatt und typisch dummdeutsch das bißchen Denken vergißt, wenn man sich ihm nähert, ist es um Pressefreiheit, und damit die Freiheit des Denkens und Atmens seiner Bewohner, mehr als schlecht bestellt. Auch in unserem eigenen - man denke nur an die peinlichen Klimmzüge des ZDF, nach einigen floskelhaften Erwähnungen von "Menschenrechten", zu deren Alibi-Pflichtableistung man extra die harmlose Mariella Schlomka nach China essen geschickt hat, um danach und für den Rest des Jahres an allen katastrophalen Tatsachen und grausamen Lebensbedingungen des dortigen Alltags, und nicht allein für Millionen Tibeter in ihrem okkupierten Land, vorbei unbe- und -gerührt über die Olympiade minus ausgeblendetes Umfeld fröhlich-heiter-eventgeil "berichten" zu können, ohne ein Wässerchen im ohnehin blinden, trüben Auge befürchten zu müssen.

Oder können Sie sich noch von der mit ihrem Kuli daueronanierenden Hohlweck die Tagesmeldungen vorprompten lassen ? Oder die vom Viertelnachsieben-Bumskopp Kleper wichtigtuerisch vorgetragenen Einfaltspinseleien unberührt an sich vorbeiziehen lassen ? Über den aseptisch kognitionslosen, stumpfsinnigen Almausdruck im Gesicht der herben Sportadabeisitzerin Jana noch hinwegsehen, während Sie auf das Wetterorakel für den nächsten Tag warten ? Dem "Eine-für-Alle"-Kleiderfundus-Junkie Gärster noch weiter bei seiner 365-Tage-Wechsel-Outfit-Parade beiwohnen ? Oder auch nur einen Tag länger noch der mikroskopischen Winzlingswitzfigur Seifert dabei zuschauen, wie sie sich mit gebläht gebreiteten Schultern und, an die Orang-Posen im zoologischen Garten erinnernd, oval nach beiden Seiten gedehnten Armen zum Medien-Marshmellow-Man aufzuschäumen versucht ?

Ich nicht. Und umso weniger, als sie sich offenbar immer weniger daran zu erinnern vermögen (falls sie es je richtig begriffen, also gelernt haben, was zu bezweifeln ist), wozu sie eigentlich da sein sollten, was ihr eigentlicher Tschob und Medienauftrag zu sein hätte. Und nicht nur (wenn auch gerade) in solch kritischen Bedingungen und dramatischen Zeiten wie dieser unsäglichen "Weltereignis"-Olympiade im despotischen Terrorland China.

Umso erstaunlicher ist da als Kontrast und positive Gegendemonstration die gerade gezeigte Haltung von Sarkozy (von dem man so etwas eigentlich am wenigsten erwartet hätte) zu melden: Als einziger europäischer Politiker von größerem Gewicht hat er den Mut, die Freiheit, das Rückgrat, noch zu seinen eigenen Werten und dem Geist seiner Verfassung zu stehen und den Dalai Lama zu empfangen, als demokratischer Präsident in einem freien Land, ohne sich von der neuchinesischen Großmaul-Diplomatie menschenverachtender Diktatoren (die nicht ohne eigene Gründe die Verurteilung der Vorgänge in Zimbabwe als „innenpolitische Angelegenheit" fehlqualifizieren und mit einem Veto verhindern) und ihren politischen Maximen erpressen, einschüchtern und fernsteuern zu lassen, wie wir das in beschämender Weise schon viel zu lange und immer wieder in unserem steinmeiersch-vermerkelten, analfixierten Deppenland ertragen müssen! Carla beflügelt den aus dem ungarischen Exil heimgekehrten kleinen Gallier offenbar, und es wäre mehr als wünschenswert, wenn sich dieser französische Geist der Freiheit und Aufklärung, "la Lumière", noch einmal und erneut in der ganzen westlich-"freien" Welt verbreiten würde, und nicht mehr nur als Papier in den Bücherregalen der Politiker, unter „V" wie "Verfassung", verstaubt, ohne daß man sich als Politlakaien der Wirtschaft, des Kapitals und seiner Zwänge noch, und wenn, dann nur sehr ungern und floskelhaft, an deren Inhalt und Bedeutung erinnern mag. Denn im sklavisch-unterwürfigen Dienst dieser Kapitalinteressen und -mächte tauchen unsere Politiker immer häufiger und schamloser ab, wenn es darum geht, den Geist ihrer Verfassungen in ihren eigenen Ländern noch zu erinnern, zu praktizieren und zu leben. Das betrifft vor allem das Verhältnis zu China, aber auch zu Rußland - die beiden unbelehrbaren, nicht zu lüftenden Betonkopfstaaten autokratisch-despotischer, Menschenrecht- und Demokratie-verachtender vorgestriger Staatswahn-Gebilde in wechselnd modischen Gewändern. 

Darüber wollen wir auch in unseren Medien Klartext hören und bewegend-bewegte Bilder sehen. Und nicht über das, was die netten, unterwürfigen, dauerspuckenden Chinesen "außer Tischen" noch alles so gern essen. Wie es der neuen kapitalistischen Mittelschicht, der Minderheit im Osten, doch immer besser geht, sofern sie nur den eigenen Tisch und den Bauchnabelhorizont ihrer despotischen Machthaber als geistigen Horizont respektieren. Woher denn eigentlich diese tollen Glückskekse stammen, und wie toll ("Toll!") man auch als Einäugiger - denn "mit dem Zweiten sieht man" ja, zur Kompensation sonstiger Defizite, angeblich "besser" - die schönen Massenräusche winkender, wedelnder, trötender und trompetender Eventsüchtiger erleben, mitfeiern und darüber berichten kann, die (hoffentlich, sagen sich das ZDF und Mister Hu) wieder aus aller Welt (ersatzweise aus chinesischen Kaderkasernen) zusammenströmen werden, um Party zu machen  -  während in ihrem Rücken, außerhalb des Vogelnestkokons der Ausblendungsberichterstatter, Millionen obdachlos, hungernd und/oder im Getto ideologischer Entmündigung unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen das zu tun und vorzugaukeln haben, was man leben nennt, und insgeheim das ferne, politische Peking verfluchen.  Das brauchen wir in unserem Land nicht als Medien"realitäts"vermittlung - dazu genügt eine Eindeutschung des chinesischen Staatsfernsehens. Wir brauchen kein "Zweides doidsches Felnsehen" !

So bleibt dem bewußten Zeitgenossen, um sich allzu vermeidbare Welt- und Kulturkopfschmerzen zu ersparen, nur, in den Wochen vor bis zu den Wochen nach der Olympiade selbst zum Flüchtling zu werden - zum Medienflüchtling, der insbesondere einen weiten Daumenbogen um den Fernbedienungsknopf macht, der mit "ZDF" belegt ist. Denn auf dem Lärchesberg ist der ignorante Nestkokonbetriebskantinendunst der nicht mehr freien Hirne und Sichtweisen auf die Welt, außerhalb der Senderfamilien-Innentapete eigener Heilewelt-Verblendung, -Projektion und -Machart, besonders trübe und undurchdringlich.

Und sollte das eine oder andere Programmloch entstehen, das die ZDF-Lücke hinterläßt, so kann man sich mit Jacques Dutroncs Lied "Entrez, m'sieur, dans l'humanité" (auf seiner CD "Brèves rencontres") nicht nur trösten, sondern (s)einen gesunden Geist und die frische Denkluft erhalten und stärken, die auch hierzulande nie besonders frei strömten und insbesondere in den letzten zehn, fünfzehn Jahren immer dünner wurden, bis sie irgendwann ganz entwichen sind. Ein Geist und eine Luft, die in Frankreich so kulturgenetisch verankert und festgeschrieben sind, daß sie (hoffentlich) nie zu besiegen sein werden, selbst wenn die Macht des zynisch-nihilistischen Kapitals inzwischen (und nicht zuletzt durch Sarkozy selbst) auch in unserem gesegneten Nachbarland wütet und Schneisen schlägt wie überall in dieser prekären Zeit. Aber, wie auch er gerade bewies, nie ganz zu besiegen oder gar auszulöschen sein wird.

Darum, und wenn auch Sie hin und wieder mal Lust auf eine "Party" haben, die es wert ist, gefeiert zu werden, singen Sie doch heute, am 219. Jahrestag der französischen Revolution, mit mir und allen Franzosen ein fröhlich-freies "Allonzenfants" auf die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit des Menschen, und sein Geburtsrecht darauf. Sie müssen dazu ja nicht, wie ich es 1989 zur 200-Jahr-Feier tat, nach Paris fahren (wo ich meine Karte für die Ehrentribüne, schräg gegenüber der des Präsidenten, ausgiebig genießen durfte und auch genoß).

Ein Geburtsrecht auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ohne Abstriche und Relativismen - und nicht nur in Frankreich, sondern überall auf dieser Erde, auf die ein Mensch durch Geburt seine Füße setzt, und nicht nur an solchen Tagen wie heute. Und nehmen Sie, als Erinnerung an den geistlosen Schatten dieser Freiheit, der die Köpfe von innen trübt und entmündigt, ein paar Bilder mit in Ihre Medienabstinenz, um sie sich mehr als nur zu erleichtern: Meine Fotoserie "DAS ZDF HEUTE" am Fuß des Blogs (und unter "Fotoalben").

Deshalb umso mehr: Bonne Fête, Sarko! Für hier und heute - und ganz sicher, irgendwann, überall auf diesem Planeten, und für alle Zukunft.

Auf einer neuen Erde allerdings. Mit einer anderen Menschheit  -  und unter einem neuen Himmel.

Bis dann also, irgendwann nach der Nest-Olympia der problemflüchtigen Ausblendungs-Euphoriker! Auch ich bin (mit herzlichen Gruß an HaPe) jetzt erstmal weg!

 

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7.7.2008

 
 
BIRTHDAY-SPECIAL
 
 
Zu meinem heutigen 58. Geburtstag (an dem auch dieser EICHLER-BLOG genau 9 Monate alt ist) widme ich allen Lesern und Freunden meines Blogs eine Ausgabe meiner Kunstmappen-Editionen "LES BUCHES D'OR" und zwar die Ausgabe V. mit dem Titel "TREESCAPES CALENDAR - ONE YEAR CYCLE" (siehe Bilderalben / Fuß des Blogs).
 
In einer Zeit, in der Menschen nur noch an den Medien-Halluzinationen orientiert sind und in ihnen als die "Welt" und "Wirklichkeit" leben, die sie (die Medien) sich (ihnen) selbst erst erschaffen haben  -  in der also das "Second Life" längst als "First" und "Real Life" in den Köpfen und in der Welt als "Wirklichkeit" stattfindet und als Kollektivwahn/-rausch gelebt wird, ist es umso nötiger, hin und wieder dem Halluzinationsstrom der Bilder und Fiktionen ein wenig ruhige, besinnliche Erinnerung an die "eigentliche" Welt und Wirklichkeit entgegenzusetzen, zur Ernüchterung und zum Erwachen in der tausendfach wichtigeren, befriedigenderen, aber viel weniger "berauschenden", dafür substantiellen Realität, die unser Leben eigentlich zu orientieren und bestimmen hätte, und in der es als einziges sinnvoll und erfüllend zu gestalten und zu leben wäre. Betrachten Sie meinen "TREESCAPES CALENDAR" als kleinen Beitrag dazu.
 
Aber die Erinnerung daran bleibt wohl einer anderen Zeit, und einer Menschheit nach dieser vorbehalten  -  und damit auch ein sinnvolles, erfülltes Leben, in einer neuen Welt, unter einem neuen Himmel.
 
Mir und allen Freunden einen wunderschönen Tag wünscht
eingeweidlichst (herzlichst)
N.A. EICHLER
 
 
 
 
* * *
 

 

"Die allgegenwärtigen technischen Bilder um uns herum sind daran, unsere "Wirklichkeit" magisch umzustrukturieren und in ein globales Bildszenarium umzukehren. Es geht hier im Wesentlichen um ein "Vergessen". Der Mensch vergißt, daß er es war, der die Bilder erzeugte, um sich an ihnen in der Welt zu orientieren. Er kann sie nicht mehr entziffern und lebt von nun an in Funktion seiner eigenen Bilder: Imagination ist in Halluzination umgeschlagen."

 

(Villem Flusser)

 

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KO(S)MISCHE ZEITEN 9

 
 

BANKERS MONROE

 

Daß die gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturen, insbesondere die wirtschaftlichen und in ihrem Gefolge die sozialen, hinnehmbar, geschweige denn vertretbar und intakt seien, würden nur die gehässigsten Betonköpfe des neoliberalen Selbstbereicherungs-Neandertals behaupten, in das wir weltweit zurückgefallen sind und immer weiter abrutschen. Aber daß sich die öffentliche Empörung und Kritik, sofern sie überhaupt mal zu vernehmen ist, an völlig abwegigen, irrelevanten Beispielen festmacht, sich nicht um die wirklichen gesellschaftlichen Ursachen und Grundlagen und deren ideologisch-geistigen Überbau herum entfaltet, sondern immer sofort und intentionell zur „Neiddebatte" deformiert und verfälscht, soziales Bewußtsein und Gerechtigkeitsempfinden als psychologisches Defizit der Beschwerdeführer verleumdet, diffamiert und damit irrelevant gemacht werden soll (von wem eigentlich – hat man das schon näher betrachtet?), das ist nicht nur haarsträubend dämlich, sondern weckt im analysierenden Betrachter schnell den Verdacht, daß diese Diskussionen gerade von denen an solchen Beispielen entzündet werden, die allen öffentlichen Widerstand, jede wirkliche Auseinandersetzung und Bewußtseinsbildung über die Mißverhältnisse und gesellschaftlichen Auflösungsprozesse verhindern wollen, weil sie selbst zu deren zynischsten Urhebern und Nutznießern gehören - um so alle Diskussionen, einmal mehr, an wirklichen Sachanalysen und daraus resultierendem, sinnvollem Veränderungsbewußtsein und -willen vorbei ins Leere laufen zu lassen, so oft und lange, bis auch die letzten Kritiker resigniert und hoffnungslos verstummt sind, die Bahn allen Sozialverbrechern und Machern des Falschen endgültig ungehindert und störungsungefährdet frei gemacht haben werden.

Dieser Verdacht drängte sich in den letzten Wochen beim Lärm der „Nebengeräusch-Kulisse" auf, die eines Bankers Weltecke Bestreben verursachte, seinen ihm zustehenden und von einem lokalen Verwaltungsgericht verweigerten Rentenanspruch durchzusetzen. Zur Klärung vorweg: Das Oberlandesgericht hat zuletzt und zweifelsfrei richtig entschieden, Herrn Weltecke die ihm nach gegebener Gesetzes- und Sozialordnung einwandfrei zustehenden Teilrentenzahlungen zuzubilligen, die Teilrente für seine Tätigkeit als Bundesbankpräsident, und die ihm aus seiner vorherigen Tätigkeit zustehende. Die eine kann die andere nicht „ablösen" oder „ersetzen", denn eine Lebensleistung summiert sich - ein etwa abwegiger „Doppelrenten-Anspruch" war daher auch von ihm nie erhoben worden. Punkt. Wer hirnlos genug war/ist, sich darüber zu echauffieren, sollte die Politik kritisieren und verändern, die die zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten und gesellschaftlichen Strukturen zur legitimen Realität und Normalität macht.

Was die Sache aber über den Fall hinaus interessant und entlarvend macht, ist nicht nur der anfangs dargestellten „Bedingungsrahmen" dieser Diskussion. Sondern vielmehr die Selbstdarstellung des Betroffenen selbst. Denn der arme Tropf Weltecke führte sozusagen exemplarisch vor, mit welchen „Eliten" sich die Welt inzwischen „angefreundet" und damit abgefunden hat, sie als solche, als Orientierung und „Repräsentanten" dieser falschen Welt, zu betrachten - sie mit einem Nimbus „höherer Weihen" zu umschleiern, der einzig und allein aus ihrer Einkommenshöhe berechnet wird. Und da wird es mehr als hanebüchen lächerlich, geradezu grotesk. Vor allem aber wird Weltecke selbst damit unfreiwillig symptomatisch, ja ikonografisch repräsentativ!

Denn was schaumhülste er so selbstentblößend debil zur öffentlichen Kritik an seinen nach gegebenen Bedingungen schlicht berechtigten Rentenansprüchen ? „Ich lasse mich nicht zum Passepartout der öffentlichen Neiddebatte machen." Diese Aussage muß man einfach mal ganz langsam wiederholen, über Sinn und Semantik, und damit die unterliegende Denkausstattung und Kognitionskompetenz des Aussagenden nachdenken, um sich über das Hilfsschüler-Geistesniveau eines Menschen klar zu werden, der sich mit solch sinnleerem Verbalzabbaione „überlegen" und „souverän" exponieren möchte. Weltecke mag ja vielleicht gut rechnen können - aber darüber hinaus, in Bezug auf sonstige Aussagen und Ansichten zu welchem Thema in welchen Zusammenhängen von Welt und Leben auch immer, bleibt so ein kleines Häufchen zerebralen Zellularschaums mit dem Adjektiv „schlicht" noch weit überschätzt und überbewertet, und offenkundig schon auf dem Weg von „eins" zu „noch eins" hoffnungslos auf der Strecke.

Nun muß man wissen, daß Banker schlechthin zu den geistig minderbemitteltsten Zeitgenossen gehören, deren zwei, drei Zellen verfügbares Spatzenhirn völlig vom Buchhalter-Weltbetrachtungshorizont, ihrem einzigen verfügbaren und gegebenen, aufgebraucht und mitunter überbeschäftigt sind - die einen (siehe Weltecke), da sie nie über mehr Ausstattung verfügten, die anderen, weil sie gezwungen waren, sich auf dem Weg nach oben zerebral zu kastrieren, jedes gesunde, panoramische Denken und komplexere Weltverständnis chirurgisch aus sich zu entfernen. Ihr Referenzpotential über Themen und Sachverhalte, die über die Aussagekompetenz einer chinesischen Rechenmaschine hinausgehen, ist gleich Null, und damit auch jede Referenz- und Aussagefähigkeit über geistige und gesellschaftliche oder gar philosophische Aspekte und Dimensionen des Daseins, zu Welt, Mensch und Gesellschaft schlechthin. Umso mehr - und gerade deswegen - wird jede freie Minute, jede übrige Energie (und ab einer gewissen Erfolgsstufe in der Banker-Hierarchie jede Minute und jede Energie) in die Selbstumschäumung ihrer Nichtexistenz mit allem investiert, was als „Kultur", „Leben", „Gesellschaft" von allgemeiner Anerkennung und Bedeutung ist. „Wenn Banker zusammenkommen, reden sie über Kunst, wenn Künstler zusammenkommen, über Geld.", spottete einst Oscar Wilde über die entlarvende Symptomatik seiner Zeitgenossen, sich immer mit dem zu befassen, wovon sie am wenigsten verstehen bzw. was ihnen am meisten fehlt, und an der sich bis heute prinzipiell nichts geändert hat. Das zerebral schlichte Buchhaltergemüt des Bankers versucht, als vollwertiger Mensch und Mit-Weltbewohner und -betrachter zu erscheinen, der auch mitten im Leben aller stehe, obwohl - und gerade weil - er dazu jeden Ansatz in sich zu eliminieren und hinter sich zu lassen hatte, um den geraden Weg seiner wahren kognitiven Definition und Identität, der chinesischen Rechenmaschine, nach oben, auf die höheren Etagen des Rechnerzentrums zu ermöglichen. Die stringente Selbstkasteiung und –deformation zum Banker, also Gangsterzombie, hat das schlichte Hirn und Gemüt der chinesischen Rechenmaschine durch die möglichst perfektionierte, öffentlichkeitspräsentable Formulardarstellung eines kultivierten Edelmann, dessen „identisch" erscheinende virtuelle Hülsen-Selbstdarstellung zu verschleiern - nur dann ist Karriere möglich (auch wenn in letzter Zeit der etwas locker-verwegener erscheinende Stil des Las Vegas-Zockers die Image-Panzerung des Bankers etwas verwässert und „bunter" gemacht hat - zugleich aber auch durchschaubarer werden ließ).

Schon vor nicht allzu langer Zeit hat ein rheinischer Kollege Welteckes die Entscheidung seiner Bank, sämtliche Rentenansprüche der Angestellten ersatzlos zu streichen, zugleich aber die eigenen Vorstandsrenten- und Abfindungsansprüche zu verdreifachen, auf Journalistenbefragung hin lapidar und intentionell bewußtseinsverhindernd mit der Schaumflocke „State oft he art" abgetan - und damit jede relevante und klare Betrachtung dieser gesellschaftlich legitimierten Gangsterpraxis, ihre öffentlichen Diskussion und Angreifbarkeit, schlicht verweigert, ins Nirvana illusionärer Begriffsgespinste entzogen. Die Praxis ist weder zufällig noch ungewollt, sondern hat Methode und gehört zur rhethorischen Nebelhülsenschulung dieser Tätigung, um in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit als seriöser Geschäftsmann und Kulturträger verkannt zu bleiben, „im allgemeinen Interesse" akzeptiert und geduldet, ja sogar noch „geachtet" und „wertgeschätzt" zu werden.

Und so nimmt der grotesk dämliche Fehlgebrauch des Begriffs „Passepartout" durch Weltecke auch niemanden wunder, der diese Grundlagen und Basisdefinitionen von „Banker" auch nur ansatzweise begriffen hat. „Passepartout", ebenso wie „State of the art", sind Begriffe aus der Galerie- und Kunstwelt, die mit ihrem Kulturnimbus und -glamour als das wahre Interessensgebiet und Metier und damit als das wirkliche Niveau des Bankers erscheinen, sein Wesen illusionär definieren und sein Gangster-Tagesgeschäft in den Rang des gewünschten öffentlich verdaulichen Scheins von Kulturschaffung, von „Kunst" eben, erheben soll - auch wenn (und gerade weil) sein wirkliches Sein und Wesen und Lebens-/Selbstverständnis allein und ausschließlich und ganz profan und primitiv darin besteht und definiert ist, das Geld anderer Leute in möglichst kurzer Zeit auf möglichst vielfältige und vollständige Weise so umfassend und erschöpfend wie möglich und in größtmöglichem Umfang aus ihrem Portemonnaie in die eigene Kasse zu überführen und umzuleiten, ihr Eigentum zu seinem zu machen, ohne dafür strafrechtlich belangt werden zu können, unter Einbeziehung der möglichst vollständigen Nutzung aller strafrechtlich relevanten, aber der Nachweisbarkeit entzogenen Optionen. Jedes andere Erscheinen und Verhalten eines zeitgenössischen Bankers ist Mimesis, Täuschung, Verschleierung der Intentionen und Fakten - Illusion.

Wessen Hirn so monofunktional reduziert und monointentionell gepolt ist, der hat keine einzige Hirnzelle mehr (und schon garnicht frei), die noch zu einer objektiv relevanten Kongnitionsleistung jedweder anderen Art fähig oder gar gebildet wäre. Und sondert, vor allem in der Öffentlichkeit, zur Tarnung und Verschleierung dieses Sachverhalts, den ganzen Tag nichts als debiles Gestammel und dementen, für eloquent gehaltenen Verbalkunst-Hirnmüll à la „Ich eigne mich nicht als Passepartout für die öffentliche Neiddiskussion" ab.

Ein Passepartout, dies zur linguistischen Klärung, ist das Allgemeine, der neutrale, undefinierte Rahmen des Besonderen – also etwa einer einzelnen, individuellen Grafik, des jeweiligen Bild-Objekts eben. Dieses einfache Grundverständnis - und damit auch den sinnrichtigen Gebrauch des von ihm gewählten Kulturschaum-Hülsenbegriffs - nicht auf der Reihe zu haben und einsetzen zu können, ist referentiell für den Hilfschülerstatus des Gehirns, das sich so „outet", also über die mindesten Grundqualitäten eines auf einfachster Ebene kognitiv funktionssicheren Gehirns, die sich immer und am direktesten sprachlich artikulieren und "kommunizieren", nicht verfügt.

Wenn überhaupt, wäre Weltecke „das individuelle Fallportrait im Passepartout der Neiddiskussion", und nicht umgekehrt. Das repräsentative „Besondere" im Kontext des „Allgemeinen" eben - pars pro toto. Aber genau dafür, nicht einmal dafür reicht es kognitiv und linguistisch bei ihm als Beispiel der neuen „Elite" der „Leistungsträger" des neoliberalen Deutschlands, das wir bewohnen und unter dessen Bedingungen wir immer noch versuchen, einen Rest von einer für alle Menschen würdigen Gesellschaft zu bewahren, die ihren Namen noch verdient. Er ist gerade damit ein gelungenes Bespiel für diese neue und in den Medien blind und hirnlos glamourisierte, völlig abwegig und immer unreflektierter noch so mißverstandene und fehletikettierte „Elite" in Wirtschaft und Politik, unter deren Entscheidungen und Beschlüssen ihre Opfer, also der Rest der Gesellschaft (oder auch: die Gesellschaft selbst; denn sie selbst betrachten sich garnicht mehr wirklich als „zugehörig", sondern mehr und mehr als deren außenstehende , übergeordnete Nutznießer, lat. „para sitos"), möglichst kritik- und widerstandslos unterwürfig zu leben haben - ein pars pro toto-Protagonist, repräsentativ für unsere gesamte heutige „Führungs-Elite" aller gesellschaftlichen Bereiche und Felder.

Die individuelle Ikone im Passepartout des spätkapitalistischen „Elite"-Personalspektrums sozusagen: dem Kaleidoskop der uns regierenden und unser Leben formenden Daseins- und Schicksalslenker.

So etwas wie Warhols Marilyn im Passepartout der Pop-Art. Oder wie Frank Zappa auf dem Cover seiner LP „We’re Only In It For The Money". Oder so.

 

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E-CLIP 22

 
 

EICHLER-BLOG IM

MEDIEN-PRIMATENLAND

   

Nach Jahren und Jahrzehnten des eher halbherzigen und gänzlich überbaufreien Alibi-Reportage-Alltags zu den relevanten Themen in allen deutschen Medien und Formaten hat der penetrante EICHLER-BLOG nun offenbar eine Publikationsflut produziert - und alle deutschen Fernsehprogramme überschlagen und überbieten sich in faktenreichen, harten Reportagen über die kriminellen Machenschaften der Bio-Konzerne, die Ursachen der Klima- und Öko-Katastrophen, die skrupel- und gewissenlosen Wirtschaftspraktiken der Erste-Welt-Länder als unmittelbare Grundlage und Verursacher der weltweiten Ernährungs- und Agrarkrisen, die Millionen verhungern lassen und Natur- und Klimakatastrophen quasi programmatisch herbeikultivieren, deren Fruchtbarkeit sich vor allem in der dramatisch steigenden Zahl ihrer menschlichen Opfer manifestiert. Der geradezu inflationäre und in jedem einzelnen Fall völlig danebene, unbelesen-stanzhülsenverblödete Fehlgebrauch der Vokabeln „Apokalypse" und „apokalyptisch" wird da mehr denn je zum sinnleeren Begriffsdropping-Standard für alle, die zum Thema selbst weniger als garnichts zu sagen haben - alles nichts als Neuspießer-„Apokalüze"-Geschwätz, wie Helge Schneider so schön pointiert („Apokalübze" wäre noch schöner gewesen).

Die Primatenwahrnehmungs-Publizistik der bloßen, hirnfreien Phänomenspiegelung ohne Überbau und Kognitionsverarbeitung des Beobachteten kumulierte in den letzten Wochen geradezu in einer Kaskade pseudo-alarmierter Themenbeiträge auf allen deutschen Fernsehkanälen. Spiegel-TV-Magazin (am 8.6.), „Earth Report 2007 – Planet Erde in Gefahr", arte (am 10.6.), „Monitor spezial" (am 12.6.), ARD-Spezial „Wer rettet die Welt ?" (am 17.6.08) sind da nur vier von vielen horizontlosen EICHLER- („NEUES VOM RAUMSCHIFF ERDE") Plagiate und Trittbrettkopien der nach wie vor überbau-, also bewußtseinsfreien Gut-daß-wir-nochmal-drüber -berichtet-haben-Filmclip-Patchworks der letzten Wochen, die sich hastig und übereifrig darum bemüht gaben, Eichlers Themenprominenz zu imitieren und seine nachhaltig-nachdrücklichen, jahrzehntelangen Forderungen (in Bildern und Schriften, in Email- und Mailing-Kunst-Kampagnen und seit einiger Zeit auch in der breiteren Öffentlichkeit seiner Blogs) nach zentraler, dringlicher Behandlung des Themas zum Schein zu erfüllen – ihn selbst aber zugleich weiterhin mundtot, ausgeblendet und unterdrückt zu halten, weiterhin zu verhindern und zu unterschlagen, was er  –  und offenbar nur er, im Unterschied zu den willkommen aussage-, belang- und perspektivenlosen Alibi-Thematisierungen und Feigenblatt-Problemrepetitionen à la Alt, Gore, Weizsäcker und Konsorten  –  an wirklich Substanziellem und Essentiellen zu diesem global-existentiellen Krisendrama unserer Zeit zu sagen hat und hätte.

 

Warum allen das Hirn, der Überbau und geistige Horizont fehlt, der eine wirkliche Veränderung von Bewußtsein erstellen und damit die Veränderung des resultierenden Seins und seiner Konditionen bewirken könnte (neben der pandemischen Tatsache, daß die hirn- und visionslos blinden Spießerdeppen der Politiker- und Profiteurs-„Eliten" von den hirn- und visionlos okkultblinden, großmaul"kosmischen" Spießer- und Ganovenmafiadeppen der „inneren Ebene" kontrolliert und „geführt" werden - einem enthemmten, skrupellos egomanischen Charakterabschaum im Business-Look, ohne objektive Substanz und Relevanz), das deutete Spiegel-TV-Magazin, lapidar und desinteressiert, zumindest mal in einem kleinen Sätzchen an, dem einzig relevanten des ganzen Beitrags, der sich damit auch darin erschöpfte: „Das hat was mit Moral zu tun." Und die, also der ethische Überbau, der aus einem geistigen Bewußtseinshorizont der konkreten Welt und Wirklichkeit erwächst und sich zwangsläufig aus ihm konstituiert, fehlt nun mittlerweile tatsächlich auch allen Phänomenpatchwork-Primaten solcher Beiträge so gründlich, ist allen so vollständig abhanden gekommen, daß sich kaum noch einer der zerebral kastrierten „Publizisten" überhaupt noch daran zu erinnern scheint, was das wohl sein könnte und wieso der, als wertende und korrelierende Instanz, in garnicht so lange vergangenen früheren Jahren unserer westlichen Gesellschaften und Kulturen Grundlage und Voraussetzung der eigenen Berufsqualifikation und –ausübung schlechthin war und zu sein hatte, über die bloße Beobachtungs- und Phänomenanhäufung als „Realitäts"-Reportagehaushalt des vermeintlichen „Journalismus" hinaus. Dabei hat nicht nur ihnen vor nunmehr rund achtzig Jahren schon ein Rudolf Steiner ins Merkheft geschrieben, daß auch „Gedanken und Gefühle" so real „wie Tisch und Stühle" seien - die heute offenbar nur noch von biologischen Gesäßen besessen und unverstanden-phänomenalen Bildersammlungen beansprucht werden.

Dabei – und eben gerade deshalb - geht am stumpfsinnig-apathischen, bilder- und ereignisfragmentgefluteten Medienpublikum sowieso alles so wunschgemäß spurlos vorüber, daß alles so weitergehen kann wie bisher – also die immer hemmungsloser immer weiter beschleunigte Planeten(aus)schlachtung und sein „Kapitalisierungs"-Verzehr bis zum bereits terminierbaren Kollaps. Keine Reaktion, kein Erwachen, kein Bewußt-Werden mit nachfolgend spür-/sichtbarer Haltungs- und damit Wirklichkeitsbezugsänderung. Nichts. Hirnlose EM- und Olympiade- (ersatzweise Kylie-Minogue- oder Expo-2008-) Eventräusche as usual, Alltagstrott und Bauchnabelperspektiven als Lebens- und Geisteshaltung und –gestaltung, halt irgendwie „weiter so" - wie „so" auch immer sein mag; irgendwie „so".

Denn der Chor der beispielhaft erwähntenVerantwortungs- und Mahnungsschwätzer mit und ohne Nobelpreisdekorationen hat tatsächlich, bei genauer Betrachtung, absolut nichts zu sagen, nichts als das Bekannte und Banale noch einmal in epischer Breite auszuwälzen – um dann, zusammen mit seinem ebenso ratlos gebliebenen Publikum, zur weiterhin falschen Lebensbetrachtung, -haltung und –gestaltung, zum „business/life as usual" (siehe mein Bilderalbum „MILENNIUM-TREESCAPES" am Fuß des Blogs) zurückzukehren. Kein einziger hat auch nur den Ansatz einer Lösung, eine Umkehrforderung, einen „Point-Zero"-Geistesblitz und -Bewegungsvorgang auf höherer Einsichts- und Bewußtseinsebene zu melden. Die Katastrophe ist angesagt, wir haben uns ein gutes Gewissen erschwätzt – und nun, stumpfsinnig-passiv und deppert wie immer, lassen wir sie kommen. Zurück zur Werbung!

Alle anderen, die Produzenten und Betreiber des Falschen mit ihren Opferherden der Abhängigen, wen wundert das, wollen, ohne alternative Perspektiven einer greif- und begreifbaren Gestalt, ohnehin nur so weiterleben und -machen wie bisher - also über die eigenen und die planetarischen Verhältnisse leben, die Rohstoffquellen schröpfen, den Planeten in immer kürzeren, hektischeren Profit"schöpfungs"zyklen in der Nutzpresse des Waren-Produktions-Umschlags möglichst schnell in einen unbrauchbaren Abfall- und Müllball umwandeln, unbegriffen auf Kosten ihrer selbst und der von immer mehr Armut und Elend immer größer werdender Teile der „übrigen" Menschheit möglichst noch die eigenen Taschen mit immer mehr illusionär-illusorischen Kontostandszahlen füllen, ihr immer weniger relevantes Leben durch immer sinnloser gesteigerten Luxus- und Konsum-Fraß-Irrsinn "erfüllen", Aktienbilanzen in immer höhere Schröpfzonen schrauben, unter Verdrängung und Opferung alles dessen, was einmal gut und besser gedacht und gemeint „volkswirtschaftlich" genannt wurde und längst bedeutungslos geworden ist - und dabei, ganz nebenbei und daneben, ohne jede Verpflichtung und Teilhabe, nur zur Aufhübschung ihrer Spatzenhirndemenzpraxis mit Weltsichtanspruch, „bis Zweitausendfünfzig den CO2-Ausstoß um einige Deziprozent verringern". Damit der Klimakatastrophenkollaps nicht mitten im Vollzug des planetarischen Ablebens noch ins Hüsteln oder gar in Atemnot gerät ?

Kurz: Alle wollen sich nur im Untergang, hirnlos wie das Herbeiführen und –produzieren desselben, das eigene für gut gehaltene Leben so lange wie möglich erhalten, dabei ein gutes Gewissen herbeihülsen, um nicht - für den Fall, der Zusammenbruch komme schon vor dem eigenen Ableben - in Verantwortung genommen zu werden. Die Sache selbst zu betrachten, analysieren und bewerten zu wollen, etwa eine Lösung suchen und finden oder gar in Angriff nehmen zu wollen, käme keinem, schon aufgrund des anatomisch fehlenden Instrumentariums unter’m Pony, jemals wirklich in den Sinn.

Und dabei reißt die Kette der katastrophalen Entwicklungskausalitäten kaum mehr wirklich ab, kommt in den Medien nach wie vor nur als einzelne „Ereignismeldung" vor, die zwar den „Vorfall selbst" registriert, nicht aber, daß nun auch dieser Landesteil, diese Bevölkerung, dieser Erd-Teil auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinaus keine Heimat mehr bietet kann, unbewohnbar wurde, im harmlosesten Fall „neu erschaffen und erbaut" werden muß. Weiter anhaltende und steigende Überflutungen in den USA, Erdbeben in Japan, Nachbeben und erneute Fluten in China („1,6 Millionen Chinesen flüchten erneut obdachlos vor Ihren überfluteten Häusern."/17.6.2008 - aber das bleibt ja sicher unsichtbar im Rücken der Olympiafähnchenschwenker im Stadion-Nest, "draußen" irgendwo) sind da nur die Beispiele der letzten Tage - Ereignisse, von denen jedes einzelne noch vor zwanzig Jahren gute Chancen gehabt hätte, eine Medienkarriere als „Jahrhundertereignis" zu machen. Nach Schätzungen der Klimaforscher werden weltweit 1 Milliarde Menschen vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein – und zwar nicht nur in anderen Erdteilen, sondern überall, wo es Küsten gibt, vom Nordseestrand bis zum Ballermann, und nicht erst in hundert Jahren, sondern "übermorgen". Wie gut, daß wir da einen Vorzeigepreisträger Gore hatten, der schon seit Jahren, ohne den leisesten Schimmer von einer Lösung oder eines relevanten Urteilshorizonts zu haben, auf die Klimakatastrophe hinweist - nach und neben vielen anderen, dem Club of Rome und Greenpeace, die seit Jahrzehnten nicht müde werden bei ihren Versuchen, wirkliches Bewußtsein zu wecken und zu schaffen für das, was dieser katastrophalen Krisenrealität wirklich zugrunde liegt, wohin die Reise des taumelnden Sonnentrabanten Erde in eine, die einzige Zukunft eigentlich zu gehen hätte.

Und so geht das hirnlos „umweltbewußte" Geschwätz kleingeistiger, ratlos-dementer Weiter-so-Profiteure und Sonnenbank-gebräunter Runzellochgesichter in Politik und Wirtschaft, ihr nutzloses Alibi-Patchwork belangloser Retouchen zum "Klima-„ und „Arten-„ (vor allem aber zum eigenen Profitgier- und Blindheitswahn-) "Schutz" an der klimavernichtenden Realität aller Wirtschafts- und Lebensverhältnisse auf dieser Erde, zu aller Beruhigung und sedierten Untätigkeit, was wirkliches (Um-)Denken und (Um-)Steuern anginge, munter weiter - und die Welt, unsere einzige weit und breit im Universum, driftet ungebremst immer weiter und schneller in den planetarischen Kollaps.

Die Menschheit am Anfang des dritten Jahrtausends, am Ende ihrer bisherigen Geschichte, der noch keine Nachfolge erwachsen ist, lebt noch in der geistigen Enge und Irrelevanz des letzten, vergangenen. Ein Erwachen zu einem neuen Geistes- und Betrachtungshorizont bleibt weiterhin einem „Millennium" vorbehalten, das in ihren umnebelt gestrigen Hirnen noch längst nicht in Sicht, bereits wahrnehmbar wäre, geschweige denn, schon begonnen hätte - und wohl einer, der Zeit nach dem, ihrem, bitteren Ende vorbehalten. Und damit auch einer neuen Menschheit. 

Also in einer durchaus absehbar nahen Zukunft.

 

 * * *

„Doppeldenken, Doppelrollenspiel, Doppelbeschlüsse; man täuscht den Eindruck vor, die Situation bis in die letzten Details durchdacht zu haben, und votiert sodann mit dem ganzen Pathos scheinbarer Verantwortlichkeit für das angeblich ‚geringere Übel'."

(Peter Sloterdijk, Kritik der zynischen Vernunft, Bd. II)

 

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MAINHATTAN 3

 
 

NEW

MAINHATTAN

GARDENS

 

 

 

 

"Frankfurt hat einen neuen Stadtteil" befeuchten sich lokale Zeitungen anläßlich der neu eröffneten Anbindung der Airport-Kunststadt an das öffentliche Verkehrsnetz  -  und vergessen hinzuzufügen: "Gegen den massiven Protest und Willen vieler Frankfurter, und auf Kosten von weiteren Millionen abgeholzter Bäume des Umlands."  "Gateway Gardens" soll der neue, 35 ha große "Stadtteil" blümchenumflort heißen  -  und ist doch nichts als ein weiterer Cluster von Stahl-Glas-Beton-Klötzen inmitten eines ehemaligen Naturgebietes, um den künftigen, erweiterten Flughafen von Frankfurt mit Service, Logistik und Verwaltung zu "versorgen". Konsequenterweise ist daher auch das Cateringwerk der Lufthansa Service Gesellschaft einer der ersten "Einwohner" des neuen "Stadtteils".  Für die "Lady-vom-Eisernen-Steg" Petra Roth setzt "Gateway Gardens" deshalb auch "in Zeichen in die Zukunft  -  als markantes Beispiel für moderne Frankfurter Stadtentwicklung:  Weltoffen, urban und attraktiv, ein Tor nach Frankfurt für Menschen aus aller Welt."

 

Es sind nicht nur die "großen" Regenwälder, deren Abholzung der Welt die Atem- und Klimaluft raubt, sondern eben die vielen kleinen bis größeren Verbrechen an der natürlichen Lebens-Grundlagenwelt aller Menschen in allen Ländern und Regionen des Planeten, die ihn, allen Sonntagsreden und Absichtserklärungen der Politiker zum Trotz, buchstäblich Stück für Stück täglich der künstlichen „Welt" einer falsch betriebenen Zivilisation opfern  -  bis zu seinem irreversiblen, bereits in vollem Galopp befindlichen, für alle Erden-Bewohner/-Gäste fatalen Kollaps.

 

Und besonders Frankfurt hat da, allen umsichtigen, visionären Stadtplanern und Waldbestandspflegern und -wahrern wie Lotz von Holzhausen, Johannes Vogel und dessen Sohn Johannes Friedrich Vogel bis hin zu Tom Königs zum Trotz, eine besonders unrühmliche Geschichte: Die begann unter Hitler mit dem Abholzen eines großen Teils des Frankfurter Stadtwaldes zugunsten eines illusionär-überflüssigen Zeppelin-Großraum-Start- und Landeplatzes  -  und setzt sich über die Radikelentforstung Anfang der achtziger Jahre bis heute, zum gloriosen Triumph eines Beton-"Gateway Gardens" über die Natur, nahtlos fort.

 

Die Entwicklung und nachfolgende "Abwicklung" des Frankfurter Stadtwaldes habe ich in meiner Kunstmappe "LES BUCHES D'OR II.:  FRANKFURT TREESCAPES - THE GREEN MANIFESTO" von 1995 künstlerisch dokumentiert (siehe Bilderalbum am Fuß des Blogs), als Mahnmal und zur Erinnerung für die Nachgeborenen.

 

Denn bei den Zeitgenossen kommt, wie schon so oft in der Geschichte des Menschen, jede Mahnung, Einsicht, jede Hoffnung auf Vernunft und größeren Geisteshorizont, längst zu spät.

 

Mit allen Folgen für uns alle, schon und erst recht in dieser Zeit.

 

 

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KO(S)MISCHE ZEITEN 7

 
 

 

SECOND LIFE VIEWING

(BROT UND SPIELE 2008)

 

 

Wenn Polen gegen Deutschland gewinnt, und Kroatien gegen Österreich, nachdem am Tag zuvor Portugal die Türkei geschlagen hat, und die tschechische Republik die Schweiz, dann könnten bei einem Sieg von Frankreich gegen Rumänien, einem Unentschieden zwischen Italien und den Niederlanden, einem Sieg von Spanien gegen Rußland und von Schweden gegen Griechenland Tschechien und Portugal in der Gruppe A, Polen und Kroatien in der Gruppe B, Frankreich und die Niederlande in der Gruppe C sowie Spanien und Schweden in der Gruppe D ins Viertelfinale kommen.

Bei einem Sieg von Tschechien gegen Portugal allerdings, einem von Kroatien gegen Polen, einem von Italien gegen die Niederlande und von Rußland gegen Schweden könnten allerdings auch die Tschechien und Portugal in der Gruppe A ins Viertelfinale kommen, Kroatien und Österreich in der Gruppe B, Frankreich und Italien in der Gruppe C, und Spanien und Rußland in der Gruppe D.

Im Viertelfinale wäre bei einem Sieg von Portugal gegen Tschechien, einem von Kroatien gegen Polen, von Frankreich gegen die Niederlande und von Spanien gegen Schweden ein Halbfinale von Portugal gegen Kroatien und von Frankreich gegen Spanien möglich.

Im anderen Fall, bei einem Sieg von Tschechien gegen Portugal, von Kroatien gegen Österreich, von Italien gegen Frankreich und Spanien gegen Rußland, wäre auch ein Halbfinale zwischen Tschechien und Kroatien möglich, und von Italien gegen Spanien.

Bei einem Sieg von Kroatien gegen Portugal und von Frankreich gegen Spanien hieße dann das Endspiel am 29.6. in Wien Kroatien gegen Frankreich. Bei einem Sieg von Portugal gegen Kroatien Portugal gegen Frankreich, und bei einem Sieg von Spanien gegen Frankreich Portugal gegen Spanien. Denkbar wäre allerdings auch Kroatien gegen Spanien.

Im anderen Fall hieße das Endspiel bei einem Sieg von Kroatien gegen Tschechien und von Italien gegen Spanien dann Kroatien gegen Italien, bei einem Sieg von Tschechien auch Tschechien gegen Italien, und bei einem Sieg von Spanien dann Tschechien gegen Spanien. Denkbar wäre natürlich auch Kroatien gegen Spanien.

Bei einem kroatischen Gewinn des Endspiels Kroatien gegen Frankreich wäre Kroatien Europameister 2008, bei einem französischen Frankreich.

Bei einem portugiesischen Gewinn des Endspiels Portugal gegen Frankreich wäre Portugal Meister, bei einem französischen wieder Frankreich.

Bei einem portugiesischen Gewinn gegen Spanien wieder Portugal, anderenfalls Spanien.

Bei einem kroatischen Gewinn des Endspiels gegen Italien wäre wieder Kroatien Europameister, anderenfalls Italien.

Bei einem tschechischen Gewinn gegen Italien Tschechien, anderenfalls Italien.

Und bei einem tschechischen Gewinn gegen Spanien wieder Tschechien, anderenfalls Spanien.

Denkbar wäre auch ein kroatischer Sieg gegen Spanien, dann wäre Kroatien Europameister 2008, anderenfalls Spanien.

Das wäre, wie gesagt, am 29.6.2008 in Wien.

Während der ganzen drei Wochen hat jeder (nicht nur in Deutschland) ausgiebig Gelegenheit, beim „Public Viewing“ in den Straßen, auf öffentlichen Plätzen, in den Stadien und nicht zuletzt auch in den Medien, als Personal an den Mikrofonen und vor den Kameras, die zeitgenössische Menschheit bei ihrer Event-Flucht vor der Lebensrealität in ein „Second Life“ zu beobachten, zu belauschen und zu besichtigen.

Doch in jedem Fall geht danach das „First Life“-Leben wieder weiter. Mit oder ohne „eigenen Meistertitel“ der Realitätsflüchtigen.

 

 

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E-NET 3

 
 

 

Rat Race Report

 

Je weniger unsere desaströs geistlose, materialistisch-konsumptorische Welt funktioniert, je deutlicher sie den vermeintlichen „Haves“, den  Bürgern der Wohlstandswelten, das erbärmliche bißchen Wohlstand schmälern oder gar entziehen muß, um mit den „Have-nots“, den armen Bürgern der Entwicklungs- und Schwellenländer dasselbe Ausbeutungsentwicklungs-, also Wohlstandsbeteiligungs-Almosenspiel zu beginnen, das dann im erneuten Elend eines fortgeschrittenen Stadiums für viele seinen zynischen Ernst und seine ethikfremde Brutalität offenbart, umso weniger drängt offenbar der Hauptwiderspruch dieses ideologisierten Wahns von Profit- und Konsumstreben noch auch nur an die Peripherie unseres bewußten Interesses: Daß dieser idiotisch disfunktionale Kapitalismus, also Urzeit-Darwinismus mit monetären und aministrativen Mitteln und Waffen, „widernatürlich“ ist, und zwar in doppelter Hinsicht und Bedeutung.  Daß er den Grundbedürfnissen des Menschen nach sinnvoller Lebensgestaltung nur den Zwang zur entfremdeten Selbstdeformation überstülpt; und daß er von der ruinösen Totalvernichtung der zur bloßen „Um-Welt“ degradierten Welt (im Unterschied zur künstlich-vergänglichen Menschennester-„Welt“ in ihr) ausgehen muß und einen kurzen geschichtlichen Augenblick lang zehrt, an dessen Ende der Mensch sich buchstäblich den Boden unter seinen Füßen, die eigentliche Welt, von der, mit der, auf der er in Einklang und Einheit zu leben hätte, entzogen und vernichtet haben wird.

Der ökologische Denker, Theologe und Soziologe Wolfgang Sachs, heute 62 Jahre alt, arbeitet seit langem nicht nur gegen die selbstmörderische Vernichtung der „Welt“ durch ihren Bewohner „Mensch“, sondern, und das macht sein Denken relevant, gegen deren geistig-kulturellen Ursachen.  Ich sprach vor drei Jahren mit ihm über die Essentials, denen die belanglose, System-„embeddede“ Spießer-Idioten-Alibi-„Ökologie“ gern ausweicht, um ihrer irrelevanten Blümchentapeten-Natur als Vorstellung und Gegenpol zur Gesellschaftlichkeit, zu Zivilisation und „Urbanität“ zu huldigen und sie, ebenso belang- wie wirkungslos, bis in den weiter betriebenen Untergang hinein, „idealisiert oder sentimentalisch anschwärmen“ (Gernot Böhme) zu können.  Und während vorgestrig-nationalstaatliche Blindgänger ihr mittelalterliches Eroberer- und Sieger-Interesse kleingeistig in einer vielleicht letzten Schlacht um die allerletzten der täglich weiterhin sinnlos verheizten („kapitalisierten“) Ressourcen am aufgrund eben dieses Irrsinns schmelzenden Polareis austoben, „zum Vorteil, Wohl und Reichtum ihres eigenen Volkes/Landes“, das in ihren trüben Augen wohl beim Untergang des Planeten möglichst erst ein wenig später untergehen soll als die anderen, sind nach wie vor Hunderttausende täglich dem Hungertod näher als gestern, täglich mehr Millionen obdachlos und/oder auf der Flucht vor den täglich-alltäglich banalen Katastrophenwirkungen genau dieser Geisteshaltung und Handlungsprämissen, die den Planeten längst „global“ im Würgegriff der Irrsinns-Logik ihrer Geschäfts-Welt-Vorstellungen und –Realitäten hält und ihnen nicht einmal ein Über-, geschweige denn ein Leben auf der Erde ermöglicht, auf der sie geboren wurden und zuhause waren.

Hier unser Gespräch in Auszügen.

E:  Die „herkömmlich“ beschränkte Ökologie ist doch nur eine Spielwiese für Romantiker, für Gutmensch-Arschlöcher, die im „Kinderland“ der Weltvernichtungs-Ökonomie deren Feigenblatt produzieren  -  und damit ein wirkliches Umdenken und Umsteuern eher vereiteln und verhindern, indem sie Ursachen und Verursacher konsequent ausblenden.

WS:  Die Ökologiekrise ist doch gar nicht in erster Linie eine Naturkrise, sondern eine Kulturkrise.  Die Natur, genau genommen, leidet nicht so darunter, daß wir auf ihr herumtrampeln.  Die wird sich selbst wieder richten.  Die Frage ist, inwieweit sie sich so richtet, daß sie uns weiterhin eine Heimat bietet.

E:  Während die globale Klimakatastrophe bereits in vollem Gange ist, werden weiterhin täglich die letzten klimarelevanten Wälder abgeholzt  -  weil ja die gerodeten Flächen niemand vor Augen hat, dem „Grün“-Romantiker in seinem Wohlbefinden kein Störfaktor sind.  Der „Natur“ selbst fehlen diese Bäume ja auch nicht.  Zugleich erweist sich aber das Stahl-Glas-Paradies unserer vermeintlich so komfortablen und „sicheren“ Zivilisation als potemkinsche Illusion, die keinem Sturm, keiner Flut, keinem Erdbeben standzuhalten vermag.

WS:  Deswegen muß man nicht um der Natur, sondern um des Menschen willen Ökologe sein.  Die entscheidende Frage ist, was treibt uns dazu, systematisch mehr von der Natur herauszuholen, als sie ertragen kann.  Und das ist eine Frage, die mehr mit der Weise zu tun hat, wie wir leben und wie wir produzieren, für welche Dinge wir hoffen und Leidenschaften haben.  Das ist nicht allein eine Frage effizienten Ressourcenmanagements, sondern eine politisch-kulturelle Frage.

E:  Der sich für einen „umweltbewußten Bürger“ haltende Mülltrenner ist doch in Wirklichkeit nichts als ein Selbstentlastungs-süchtiger, hirnloser Konsumidiot, ein angepaßter Zombie, der einer heuchlerischen „Ethik“ als Alibi frönt, indem er seiner stumpfsinnigen Hingabe an den praktizierten Haben-und-Fressen-Kult ein lächerlich-ignorantes „Verantwortungsbewußtsein“ als Alibimäntelchen appliziert.

WS:  Wie nie zuvor leben wir in einer Welt der Bilder.  Das Auge ist das prominenteste Organ.  Die verschiedensten Bildschirme und Projektionsleinwände, die uns umgeben, lassen einen unendlichen Strom von Bildern in uns einsickern.  Und nicht der einzelne Spot, sondern die Bildersprache der Werbung als ganzes fesselt die Imagination an die unendliche Vielzahl von Waren und ihren Zyklus von Obsolenz, oder besser: Verschleiß und Innovation.  Deshalb steht eine Frage ähnlich des Bilderstreits heute wieder an.  Distanz zu den herrschenden Bildern könnte uns ein kleines Stück souveräner von der Großmaschinerie der Gesellschaft machen.

E:  Nimmt der lahmfromme Konsumuntertan die planetarische Existenzgrundlagen-Vernichtung nicht, mit  viel Mühe täglich angestrengt daran vorbeischauend, deshalb schizophren hin und in Kauf, weil sie ihm zugleich das zu verheißen scheint, was ihm seine Kapitalfürsten als „Lebensqualität“ darstellen, auf die er „lieber doch nicht“ verzichten möchte ?

WS:  Das Schlagwort Lebensqualität aus den siebziger Jahren hatte etwas damit zu tun, wie wir als Bürger unseren Alltag, unsere Umwelt, unsere Lebensumstände einrichten wollen.  In den achtziger Jahren gibt es einen Wahrnehmensbruch.  So hat etwa die Losung „Überleben des Planeten“ einen steilen Anstieg hinter sich.  Lebensqualität und Überleben sind aber zwei ganz verschiedene Dinge…

E:  …wie uns gerade bei der Weihnachtsflut von Südasien deutlich vor Augen geschwemmt wurde. Trotzdem scheint die überbauberaubte Konsumzombiekultur nur schnell wieder die „heile“ Illusionswelt herstellen zu wollen  -  anstatt den Ereignisschock als Anlass zur Besinnung auf unsere Existenzgrundlagen auf dieser Erde zu nutzen.  Solche Naturkatastrophen sind zwar nicht menschengemacht, könnten uns aber sehr wohl zur Besinnung bringen auf das, was wir selbst mit diesem Planeten unter unseren Füßen machen, bzw. nach wie vor begünstigen und zulassen, daß es gemacht wird.  Und viele der zunehmend häufigen „Alltagskatastrophen“ der Natur sind schließlich doch längst menschengemacht.  Katastrophen wie Tsunamis, Erdbeben und ihre Folgen müßten doch in einer noch nicht völlig somnambulisierten Menschheit den Wunsch erwecken nach einem sinnvolleren, weniger gefährdeten Leben im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten und Bedingungen des Planeten.  Denn die Zusammenhänge zwischen der urasenden Kapitalidiotie, also von keinerlei Vernunft und Sinn gesteuerte und modulierte Expansion einer anarchischen Konsumindustrie, und der deutlichen Naturgrundlagen-Vernichtung sind bis zum Erbrechen banal, erklärt, bekannt.  So bleibt nur die Frage: Wo bleibt der Widerstand auf breiter Basis ?  Warum erhebt sich niemand ?  Nicht „der Mensch“ ist schuld an seinem eigenen Untergang, sondern zwei-, dreihundert namentlich bekannte Menschen in den Schaltzentralen dieses maroden Welt-als-Wirtschaftsbetriebs, von denen man sich ohne Bedenken schleunigst verabschieden, ihnen die Macht entziehen und das hirnlose Handwerk legen könnte, um zu dem zu kommen, endlich wieder zu dem zurückzufinden, was „der Mensch“ wirklich braucht, sich insgeheim wirklich wünscht und ersehnt, was sein Leben eigentlich aus- und sinnvoll machen könnte.

WS:  Da gibt es viele Möglichkeiten, sich klarzumachen, wie stark das, was wir wünschen, von anderen Herren beeinflußt wird…

E:  …die aber nicht genutzt bzw. repressiv-manipulativ unterdrückt werden.  Der Rat Race-abhängige und –eingebettete Konsumzombie unserer Tage hat ja im Leistungs- und Beschleunigungs-Laufrad kaum noch die Muße, geschweige denn einen Rest von entwickeltem, kritischem Verstand, sich ein klares Bild von sich selbst zu machen, von den intentionell verschleierten Strukturen seiner „Einbettung“.  Sie haben das ja selbst einmal „Diktatur“ genannt…

WS:  Mit Diktatur der Beschleunigung meine ich, daß wir seit hundert, hundertfünfzig Jahren zunehmend und immer dichter mit immer zeitsparenderen Maschinen umgeben werden, die jeweils als einzelne großartige Zeitersparnisse ermöglichen, die aber letztlich immer den Einzelnen dazu zwingen, sich diesem Rhythmus anzupassen.  Da die Zukunft alle Versprechungen birgt…

E:  …die nie eingelöst werden, wie im vergangenen Kaderkommunismus, so auch im Rat Race-Kapitalismus, nur daß der die Illusionen reklamig bebildert, in der berechnet hämischen Intention, daß der Konsument „an der Lektüre der Menükarte sein Genügen finde“, wie Adorno sagte  -  also die Illusion nie eingelöster und einzulösender Verheißungen auch nie durchschaut.

WS:  Da die Zukunft alle Verheißungen birgt, wird es zum Sakrileg, Zeit zu verlieren.  Wir beschleunigen uns immer mehr, um immer schneller dorthin zu gelangen, wo wir uns immer kürzer aufhalten.  Wir ziehen uns immer schneller Dinge herein, auf die wir immer weniger Aufmerksamkeit verwenden können.  Irgendwann beißt sich die Katze in den Schwanz.

E:  Wollen Sie etwa „den Lauf der Welt anhalten“ ?  „Das Rad zurückdrehen“ ?  Den Rat Race zum „Spaziergang von Ökomäusen“ verlangsamen ?

WS:  Es geht um die Absenkung der gesellschaftlich verordneten Geschwindigkeit.  Es gibt einen Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeit, Genauigkeit, Intensität, Erleben und Genuß auf der einen Seite und Verzögerung, Abbremsen, Langsamkeit auf der anderen.  Denn im Kern besteht die Ökologiekrise doch darin, daß die historischen Tätigkeiten des Menschen, daß das Tempo der Industriegesellschaften sehr viel schneller ist als das Tempo der Regenerationsfähigkeit der Natur.  Erdgeschichtlich wie individualgeschichtlich laufen diese beiden Rhythmen von Eigenrhythmus und Fremdrhythmus auseinander…

E:  …bis in naher Zukunft der Planet sein absehbar disfunktionales Ableben, oder auch nur, wie schon alltägliche Realität, seine katastrophalen Fehlfunktionen als Alarmsymptome an eine ignorante Fremdbewohnerschaft sendet, die diese  -  im Namen von Profit und Konsum  -  geflissentlich ignoriert.  Die bunte Jingle-„Welt“ der Konsumverblödung ist fatalerweise attraktiver und mächtiger als die Alarmsirenen der natürlichen „Um-Welt“.

WS:  Eine Überzahl an Dingen verstopft den Alltag, zerfasert die Aufmerksamkeit und schwächt die Kraft, eine klare Linie zu finden…

E:  …gefördert durch die Desinformations- und Desorientierungs“künste“ eines öde-einfältigen Istzustands-schmarotzenden Innere-Ebene-Okkultismus kleiner Schreberkosmos-Spatzenhirne auf Möchtegern-Großmanns-Herrscher-Illusionsfüßen so garnicht neuer, sondern mittelalterlicher Qualität und Prägung, nur inzwischen Businessman-gedresst und in pandemischem Ausmaß verbreitet.

WS:  Da gibt es nur eine alte künstlerische Antwort:  Nämlich die Kraft, die Ironie und den Spott wachzuhalten.

E:  Und das Bewußtsein der nur allzu schnellen Vergänglichkeit alles Unbrauchbaren und Falschen.  Aber was heißt schon „schnell“ im Bewußtsein eines Menschen, der seine siebzig Lebensjahre für „lang“, wenn nicht seine einzigen hält.

 

 

 

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KO(S)MISCHE ZEITEN 8

 
 
 

 

Bamboozled For China

 

Während die chinesischen Bürger eifersüchtig darüber wachen , wer von ihnen wieviel gespendet hat, und alle ihre Spenden peinlich genau veröffentlichen, um zu zeigen, daß auch ein Chinese sich und seinen Eigeninteressenshorizont übersteigen und an andere denken kann, streiten sich unsere Abgeordneten gelbgierig darüber, daß ihre sichere Diätenerhöhung nun doch nur in Teilen, und nicht um die vollen 15%, vollstreckt werden soll.  Schließlich sei es „zur Zeit“ nicht vermittelbar, warum sich ihre Politiker aus den Taschen der sie finanzierenden Bürger ihr Einkommen um den vollen Inflationsausgleich plus drei bis fünf Prozent aufstocken lassen wollen, während ihnen selbst, wo nicht gar Einkommenskürzungen, so doch nur der „gefühlte“ Inflationsausgleich von drei, vier, fünf Prozent zugemutet werden kann, und das auch nur bei kleineren Bevölkerungsanteilen  -  denjenigen nämlich, bei denen gewerkschaftlich organisiert Löhne und Gehälter verhandelt werden können.  Und wenn sich schon die deutschen Provinzverwalter Steinmeier und Konsorten ihren fernöstlichen Politik- und Wirtschaftsbossen („Who is Hu?“) beugen und aus Angst, sich die nächste Belobigung und Gehaltserhöhung aus China zu verderben, lieber nicht in freier Eigenstaatlichkeit einen freien Dalai Lama in einer freien Republik empfangen, dann könnte die fortgeschrittene politisch-penunziäre Verflechtungsabhängigkeit von Deutschland und China gleich ganz offiziell auf die nächsthöhere Ausprägungsstufe gehoben, in einen deutsch-chinesischen Kapitalkulturaustausch der fortgeschrittenen Art überführt werden:

Allen chinesischen Arbeitern und Angestellten wird eine Lohnerhöhung in Höhe der bisherigen Diätenerhöhung deutscher Abgeordneter, also um ca. 9% gewährt, und zwar rückwirkend zum Maimonatsanfang, die sie dann, das eigene Ansehen fördernd, ihren obdach- und einkommenslos gewordenen Mitbürgern in den betroffenen Provinzen ab sofort und laufend monatlich zur Verfügung stellen, um deren Überleben zu sichern. Im Gegenzug dazu wird den deutschen Abgeordneten die volle Diätenerhöhung von 15% nur mit der Auflage gewährt, daß sie die Differenz von 6% an ihnen persönlich bekannte Empfänger von Hartz-IV/ALG-II weiterreichen (Projektbezeichnung: „Bedarfspatenschaft“), denen seit Jahren nur die chronische Erhöhung aller Lebensmittelpreise, nicht aber auch nur die marginalste Anpassung ihrer Sozialhilfe an die Einkaufsrealitäten vermeldet wird  -  ersatzweise an Rentner, denen mit ein bis einkommafünf Prozent Erhöhung auch nur die Preissteigerungsrate von 1976 ausgeglichen wurde, während es auf Tiernahrungskonserven, der bevorzugten Sonntagsdelikatesse von Verarmrenteten, nach wie vor keine 20%-Rabattaktionen in Baumärkten gibt.

Dem zur Zeit noch verbliebenen, immer kleiner werdenden besserverdienenden Mittelstand hierzulande könnte mit einer „Ein-Kasten-Bier-für-einen-Quadratmeter-Wohnfläche“-Werbeaktion von größeren Brauereien eine kleiner Spendenzuschuß für die Mietkosten von ALG-II-Beziehern schmackhaft gemacht werden, sodaß pro Empfänger ein paar Euro für Anschaffungen wie Schuhe, Kleider, Zahnbürsten und Rasierklingen liquide gemacht werden könnten, die bisher mietgebunden waren  -  oder als Ansparrate für die  nächste Praxisgebühr im Fall einer Erkrankung.  Parallel dazu leiten die chinesischen Politiker die Sponsorengelder von deutschen Automobilfirmen, die der chinesischen Bauwirtschaft für die Monumentalarchitektur der Olympiastadien und –einrichtungen zugeflossen sind, für den Bau neuer Behausungen und Unterkünfte der Millionen Obdachlosen in den Katastrophengebieten weiter, mit der Auflage eines unmittelbaren Baubeginns, was regional wieder Tausende von befristeten Arbeitsplätzen und Einkommen hervorbringen könnte.

Doch die Zeit bis zur Eröffnung der Spiele beträgt nur noch wenige Wochen, und vom Verkauf der Eintrittskarten für das poetische Stadionnest an katatrophenverdrängungsroutinierte, unerschütterliche Jetzt-erst-Recht-auf-heile-Welt-machen-Olympiarauschtouristen nicht nur der deutschen, sondern der ganzen internationalen Reihenhaushintergartenrasengeisteshorizontklasse ist sicher kein Nutzen für die betroffenen Teile der chinesischen Menschheit jenseits des Stadions zu erhoffen.  Um also auch der perspektivenlosen Bevölkerung in den betroffenen Provinzen, die nicht einmal ein Kofferradio besitzt, die Wettkämpfe und ihren zu erwartenden Zuschauerjubel wenigstens akustisch verfolgen zu können, geschweige denn einen Bambushocker, auf dem sie dabei sitzen könnte, die Möglichkeit zu sichern, wenigstens als Radiohörer an den glanzvollen und für China ruhmreichen Sportwettkämpfen teilzuhaben, die das Land und die ganze Welt dann so erschüttern und mit olympischem Glanz überstrahlen werden, rufe ich deshalb die Spendenaktion „Ein-Transistor-für-einen-Chinesen“ aus und ins Leben (Email: MadeForChina@online.cn), die ab sofort Sach- und Geldspenden jedweder Art entgegennimmt, um vom Erlös möglichst viele kleine Transistorradios zu kaufen und an die notleidende chinesische Bevölkerung zu verteilen. (Daß selbst der Ankauf der Geräte, die dann nach China geschickt werden, der chinesischen Volkswirtschaft zugute kommen wird, versteht sich bei den nur allzu bekannten globalisierten Produktionsverhältnissen problemlos von selbst.)

Ich selbst, in Ermangelung eigener finanzieller Portfolien jedweder Art, spende den Erlös aus der hiermit eröffneten Benefiz-Versteigerung 1.) meines Original-TREESCAPE-Gemäldes von 1993 mit dem Titel „Chinese Treescapes“, sowie 2.) eines Original Vogelnestes (Amsel) mit Eischalenresten der geschlüpften Jungvögel, und 3.) einer Skulptur mit dem Titel „Cuckoo’s Nest“,  die Sie am Fuß dieses Blogs besichtigen können. Gebote werden ab sofort von mir entgegengenommen (Email an: BamboozledByLove@online.cn).  Deadline für die Gebotsabgaben ist der 8. August 2008, also der Tag der glamourösen Eröffnung der Spiele im (bis dahin hoffentlich noch stehenden) Stadion von Peking.  Das Bild mißt 80,0 mal 108,0 Zentimeter, ist Dispersion auf Leinwand (Keilrahmen), leistengerahmt und paßt bestimmt vorzüglich zu stilsicher-fernöstlichen Sitzgarnituren in vielen deutschen Reihenhaus- und Vorstadtvillenwintergärten.  Die Skulptur besteht ausschließlich aus natürlichen Materialien, inklusive eines echten Amselnests mit Eischalenresten, ist optisch aufgewertet mit einem vermutlich grippevirusfreien Hühnerei europäischer Freilandproduktion und montiert auf massivem Holzsockel.  Höhe: Ca. 80,0 Zentimeter, mit bester Aus-(und Ein-)sicht ins Innere des „Vogelnestes“ und traumhaften Wertsteigerungsperspektiven auf dem internationalen Kunstmarkt.

Wetten, daß ?

 

 

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E-CLIP 21

 

 

 

Auf Ihr Wohl!

 

Das demente Halluzinosum der zeitgenössischen Ideologie, der Planet sei als ein betriebswirtschaftliches Unternehmen ohne Über- und Unterbau zu verstehen, das auf jede Ethik, jede ontologische Vernunft, jeden außerbetriebswirtschaftlichen und vor allem humanphilosophischen Kontext verzichten kann, und der daher ohne Rücksicht auf Ressourcen und Regeneration, also Erhaltungsverständnis und -pflege, hemmungslos zugunsten von synthetischen Werten wie „Profit“ und „Geldvermehrung“, sprich: „Macht“ und „Wohlstand“ ausgeplündert und mißhandelt werden kann, rächt sich am Leben und an den Lebensperspektiven aller Menschen, und das nicht erst seit gestern.  Doch eine uneinsichtig-verblödete Menschheit spaltet in kollektiv-ideologisierter Psychopathie alle Widersprüche immer intensiver und verantwortungsloser ab, läßt sich (zum Wohl!)  mit Bierkonsumräuschen als abwegig-belangloser Regenwald-Alibi-Gewissenssedierung zujauchen   -  und weigert sich hartnäckig, endlich eine praktizierte Umkehr zu vernünftigen Prämissen und Paradigmen des Lebensverständnisses und der Weltgestaltung durchzusetzen, ja nur zu fordern, ja überhaupt in ihrer Dringlichkeit und Notwendigkeit zu begreifen.

Wenn diese Krankheit des menschlichen Hirns nicht längst schon, interkulturell-global und über alle historischen, nationalen, kulturellen und ethnischen Besonderheiten hinweg, das ganze verquere Selbstverständnis der Menschen, ihr Leben und Weltgeschehen definieren und beherrschen würde, müßte man die (Un-)Verantwortlichen des Kontext-entfesselten und planetarisch losgelösten Kapitalismus schleunigst, zum Schutz und Wohl der gesamten bedrohten Menschheit, in geschlossene psychiatrische Anstalten einbringen.  Längst aber ist der Planet selbst zur großen, kugelförmigen, multinationalen Klapse geworden, und den wenigen noch Vernunftbegabten und Verstandesbesitzern bleibt nur der insulare Rückzug vor einer Welt, die, da ohne Einsicht in die Krankheit und ihr Verständnis, ohne Aussicht auf Therapie und Heilung ihren täglich praktizierten Untergang zum Untersprint beschleunigt. 

Als ich 1995 meine „TREESCAPES“-Mappe „PANDORAS LETZTE GABE“ herstellte, wurde mir, wie schon ganz am Anfang meiner künstlerischen Arbeit, wieder einmal bewußt, wie sehr es Perspektiven und Geisteshorizonte gibt, die verbal allein nicht zu übermitteln sind, also wirklich „kommunikativ“  und übertragend wirksam sein können  -  daß es tatsächlich, wie Kant formulierte, „eine anschauliche Erkenntnis“ gibt, „die nicht auf den Begriff zu bringen ist“.  Und die sich nur durch Anschauung, aber eben nicht als bloße Reproduktion des Wahrnehmbaren, wie es die hirnlosen Massenmedien überbaufrei-beliebig praktizieren, sondern sinngesteuerte und sinngebend gestaltete, erkenntnis- und zielgerichtete Anschauung,  also „Kunst“ im weitesten Sinn, vermittelt.  Falls, wenn überhaupt.

An „Anschauung“ allein mangelt es der debil-untätig-komösen, omphaloskopisch besessen das vermeinlich eigene materielle „Wohl“ verfolgenden und dabei destruierenden zeitgenössischen Menschheit seit langem wahrhaftig nicht.  Das zeigen auch und vor allem wieder die gerade aktuellen Katastrophen in China und Myanmar „mit ihren beinahe apokalyptischen Bildern“ (Radio FFH, 14.5.2008), die sich ja nur einreihen in die längst schon pausenlose und immer drastischere Ereignisfolge des Widerstands unseres einzigen, natürlichen Planeten gegen seine betriebswirtschaftlich praktizierte Vernichtung als Konsequenz der entfremdet-rudimentären, primitiv-barbarischen Profitideologie perspektivisch verengter Idiotenhirne, die man gemeinhin und  euphemisierend „Kapitalismus“ nennt und den Planeten buchstäblich „global“ im kausalen Griff ihrer immanenten Zwangslogik erwürgt  -  und damit zugleich schon im Ansatz jedes Denken, jede Vernunft, jede Chance auf perspektivische Umorientierung und Umsteuerung.

Der enthemmt und sinnleer als materielle Produktions- und Konsumanstalt gedachte Planet, die inzwischen jeder Humanethik und kategorischen Vernunft entzogene ökonomische „Weltbetrachtungs“-Demenz als pandemisch verbreitete Wirtschaftsideologie,  bewirkt und bedeutet nichts als die konsequent betriebene Selbstvernichtung des Menschen -  eines Menschen, der inzwischen, als Opfer und permissiver Mittäter zugleich, geflissentlich und nur zu gern denen „da oben“ (und ihren steuernden Komplementen „da innen“) die Verantwortung überläßt, um sie, bei zunehmender Offenkundigkeit der selbstverursachten Katastrophen, selbst, wie immer, möglichst los zu sein. Und auch das natürlich, wie alles und immer wieder, nur „zu seinem eigenen Wohl“.

Daran können, möglicherweise, auch meine „TREESCAPES“ nicht viel ändern.

Oder doch ? Fest steht, daß auch diese künstlerische Arbeit, wie alle meiner Arbeiten seit Jahrzehnten, vom Innenwelt-verblödeten, somnambul-opportunistischen, okkultfaschisierten Kulturspießerbetrieb, insbesondere den Medien, mit sehr viel Mühe und Aufwand vieler Beteiligter, konsequent verhindert, unterdrückt, unterschlagen und totgeschwiegen wird.  Und das kann nur, das muß, soviel ist sicher und mehr als nachdenkenswert, (s)einen (un)guten Grund haben.  Niemand wird unter solch immensem Aufwand, mit so vielen Anstrengungen so vieler Beteiligter über so viele Jahrzehnte mundtot gemacht und gehalten, der nichts zu sagen hat  -  es sei denn etwas insbesondere für das Verbrechensestablishment (die Verhinderer) Gefährliches!

Zunächst aber hier und zum Thema, für Interessierte, deren Wohlbefinden im Kopf und Bewußtsein beginnt und sich nur in die Materie fortsetzt, aber nicht von ihr ausgeht und bestimmt wird, der Einführungstext meiner „PANDORA“-Kunstmappe (32 handgefertigten Originalbildern, handkolorierte Drucke und Öl-Monotypien auf Papier in einer kleinen Auflage).  Die Mappe selbst finden Sie am Fuß des Blogs und unter „Fotoalben“, als kleinen Beitrag zu Ihrer kognitiven Genesung und perspektivischen Erneuerung  -  und zur Immunisierung gegen die einäugigen Verzerrungen der medialen Weltvermittlung in dieser Zeit.

Denn, wie gesagt, es gibt eine Anschauung, die nicht auf den Begriff zu bringen ist. Aber sie kann uns begreifbar machen, wie Dinge zu sehen sind.

Wohl bekomm’s!

 

 

PANDORAS LETZTE GABE

 

Wenn Pandora das Synonym, die Metapher für die „Veräußerlichung“ des Menschen, die entseelte Natur, das Fazinosum der Physis, des Vergänglichen, das Blendwerk des Scheins sein soll, und ihre „Büchse“ (oder „Faß“) die „Strafe“, die üblen  und notwendigen Begleiterscheinungen der Verblendung, des falschen Verständnisses und Verhaltens des Menschen gegenüber der Welt der Phänomene, dann ist in diesem Mythos nichts anderes ausgedrückt als in der buddhistischen und, in letzter Konsequenz, in jeder spirituellen Lehre aller Kulturen des Planeten:  Daß der Materie, der Physis zu leben und sie als die einzige oder zumindest wichtigste Realität anzusehen im Gefolge alle Übel wie Leiden, Krankheit, Tod, Unwissenheit mit sich bringt.  Daß der vergebliche Versuch, die äußere Natur mit ihren eigenen Mitteln, nämlich denen der Physis und der Materie, zu beherrschen und von ihren Gesetzen (des Werdens und Vergehens) unabhängig zu werden, lediglich das Bemühen eines Sisyphos darstellt. Daß die wirkliche Befreiung, Schönheit, Unsterblichkeit, oberhalb der Natur, im Geiste liegt, von wo aus allein sich die „niedere“, die äußere (physische) Natur verstehen und steuern läßt, ohne daß der Geist des Menschen (und damit er selbst) zum Objekt ihrer Gesetze und Eigenschaften, ihrem blinden Diktat und damit ihren Konditionen unterworfen wird, mit allen bekannten und gefürchteten Konsequenzen.  Daß es also den Geist der Natur zu verstehen gilt  -  und nicht ihre willkürlich scheinende Phänomenologie zu steuern oder gar „beherrschen“ zu  wollen.  Denn dies führt zu nichts anderem als der zweiten Öffnung von Pandoras Büchse und dem Empfang ihrer letzten Gabe:  Der (Selbst-) Vernichtung von dem, was wir unter Natur verstehen, schlechthin.

(1995)

 

* * *

 

"Unser Gefühl für Natur gleicht der Empfindung des Kranken für die Gesundheit."

(Friedrich Schiller)

 

 

 

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E-CLIP 20



Der Chinese in uns



Nun beteiligt sich sogar der Himmel am Olympia-Boykott, um Tibet wieder in tibetische Eigenverwaltung zu bringen, ihm die geistige und kulturelle Freiheit zurückzugeben:  Ein Virus, gegen den es keinen Impfstoff gibt, verbreitet sich gerade in China, als ginge es darum, das Land bis zum 8. August unbereisbar und für Airlines zum kostspieligen Leerflugziel zu machen; bringt Hunderte in Krankenhäuser, manche ins Grab, und ein Ende ist nicht abzusehen  -  wir stehen vielleicht erst am Anfang der Epidemie.  Gezielte PR des Kosmos, ein Boykott-Aufruf der transzendenten Art  -  in diesem Fall an das internationale Publikum, dem propagandistischen Spektakel fernzubleiben, sich nicht als Jubelgardenkulisse in seinen Dienst zu stellen ?  Oder können Sie sich ein ganzes Stadion voll mit euphorisiert Mundschutzbinden-verhüllten “internationalen” Zuschauergesichtern, es sei denn mandeläugige Reihen staatlich abkommandierter einheimischer Jubelkompanien,  als begeistert-begeisterndes Sportpublikum vorstellen ?  Ist Gott parteiisch  -  oder lediglich ein strategisch cleverer, konsequenter Didakt und Moralist ?

Dabei hat das IOC doch gerade erst bekannt gegeben, wie es sich den Ablauf der Spiele, zumindest aus Veranstaltersicht, vorzustellen vermag:  Keine Demonstrationen und Meinungsäußerungen wie Armbändchen-Tragen im Stadion, dafür außerhalb, in Interviews und auch sonst, wo in China möglich, Meinungs- und Haltungsfreiheit. Ob auch nichtchinesische Sportler, wie einige tibetische Mönche und Bürger, mit Gefängnisstrafen von 3 ½ und mehr Jahren wegen “Aufrufs zur Untergrabung der Staatgewalt” zu rechnen haben, wenn sie von dieser Meinungsfreiheit vor den Kameras und Mikrophonen der Welt Gebrauch machen, steht noch dahin. Der IOC hat jedenfalls diese Redefreiheit ausdrücklich erteilt.

Die modern-prosaische Version der westlichen Asien-Idylle, “Madame Butterfly” Frau Shenzhen jedenfalls hat erste Gespräche mit “Gesandten des Dalai Lama” verkündet, als Signal des Friedens und der Verständigung der Völker nach zeitgenössisch-chinesischem Muster, was heißt: Es bleibt alles so, wie es ist, bis der Gegner die Lust und Kraft zum Widerstand verloren hat.  Das kann Jahrzehnte dauern, Jahrhunderte, Jahrtausende… -  falls weiterhin soviel Zeit bleibt, wie es in der bisherigen Geschichte Chinas hinter seiner großen Mauer ja durchaus der Fall war.

Seit der letzten Bücherverbrennung in China im dritten vorchristlichen Jahrhundert, der nahezu die gesamte bis dahin existierende chinesische Literatur (mit Ausnahme des I Ging) zum Opfer fiel, hat die perennal-konfuzianische chinesische Staatsphilosophie der wechselnden Gewänder über dem immergleichen Körper eines zumindest dazugelernt: Daß es viel “ziviler” und “friedlicher”, für Beobachter also eleganter und “vertretbarer” erscheint, Bücher und Schriften, die Denken, Geist und den daraus resultierenden Willen zur Freiheit des Lebens und Handelns reflektieren und bewirken, gar nicht erst entstehen zu lassen, statt sie,  unschön und barbarisch, wie dies unverständigen Langnasen erscheinen mag, immer wieder verbrennen zu müssen.

Der Chinese an sich ist ein einfacher, guter Mensch, friedliebend und traditionell, wenn nicht von Natur aus, untertan.  Freundlich, fleißig und bescheiden.  “Haben Sie gut gegessen ?” ist die täglich millionenfach geäußerte und gehörte Floskel im chinesischen Alltag.  Was woanders auf der Welt irgendwie soviel heißt wie “How are you?”, also “Wie geht’s?”  Und damit das Wohlbefinden des Chinesen als Conditio des Ernährungs- und nicht des Bewußtseinsstandes definiert.

Für Denken und Bewußtsein im politisch-philosophischen Sinn waren und sind in China schon immer “die da oben”, also die im fernen Peking zuständig und verantwortlich gewesen, und sollen es wohl bleiben  -  aller westlichen Aufklärung zum Trotz, die China ja, von einem leidig mißverstandenen Marxismus mal abgesehen, auch bis heute nicht erreicht hat.  Alles, was bisher aus dem Westen in China angekommen ist, sind Transrapids, Pilatus-Flugzeuge für die Armee und Aufträge für billige, hier teure und obendrein chemiefarbverseuchte Baumwollhemden.  Und damit rücken die Vorgänge in China uns doch auch hier immer näher auf die Haut  -  und wir den Chinesen immer näher.

Als deutschen Beitrag im Rahmen des deutsch-chinesischen Kulturaustauschs schlage ich deshalb vor, dass wir für die Zeit der Olympiade (und vielleicht auch danach) Johannes B. Kerner zum “Gesandten der deutschen Medienkultur” ernennen  -  schließlich ist er, auf seine Weise, ein wahrer Pionier der neosinosophischen Erneuerung der deutschen Alltagskultur.  Denn steckt, bei nüchterner Betrachtung, nicht auch in jedem Deutschen ein Chinese?  Und würden wir es nicht auch, wie Johannes B. Kerner, als Erleichterung empfinden, uns auch hierzulande endlich mit dem sinnlich-delikaten “Haben Sie gut gegessen?” statt mit einem sinnleer-kognitiven, desinteressiert-lapidaren “Wie geht’s ?” begrüßen zu dürfen ?

Daß auch unser Gesandter des deutsch-chinesischen Kulturaustauschs wohl nicht umhin kommen wird, mit Mundschutzbinde im Stadion und vor den Kameras zu erscheinen, dürfte seiner Popularität keinen Abbruch tun: Denn erstens teilt er nur das Schicksal der vielen Tausend Zuschauer aus aller Welt (ersatzweise der chinesischen Jubelkompanien, die an ihrer Stelle das Stadion zu füllen und beleben haben).  Und zweitens (er-)kennt ihn zumindest in Deutschland ohnehin jeder, auch wenn ihm durch den Virenfilter die glamouröse Chance genommen werden dürfte, im Schein der olympischen Flamme vor der Kamera einheimische Leckerbissen zu stäbchen und zu kommentieren.

Die Entlastung des eigenen Gewissens durch Delegation jeder Verantwortung, die über den eigenen Suppenteller- und Gartenrasenrand hinausgeht, an einen “Herrscher“, “Führer”,  “Chef” oder neuerdings  “Manager”, und deren halluzinative Unantastbarkeit trotz haarsträubendster Persönlichkeits- und Handlungs-/Haltungsdefizite auf Kosten aller anderen, also der Gesellschaft und, soweit vorhanden, ihrer definierten und verfaßten Ordnungprinzipien und -werte, kennzeichnet den deutschen wie chinesischen Untertanen gleichermaßen, historisch wie zeitgenössisch  -  bei den einen immer wieder, bei den anderen immer noch.  Auch den Deutschen fällt es heute wieder einmal nicht auf, dass sie in erster Linie gerne untertan sind, sich recht- und widerstandslos diesmal autokratischen Wirtschaftsunternehmen und ihrem Ausbeutungs- und Herrschaftsanspruch ergeben  -  bei rapide absteigendem Wohlstands- und Befindlichkeitsgefälle  -  und schon wieder nicht wissen, so wie sie es noch nie gewußt haben, wie eine wirklich “heile”, also intakte und integere Welt ohne Führer, Bosse, Vormundschaft und Wirklichkeitsverdrängung aussehen könnte.

Auf dem Auge war der notorische, geistlos deutsche Spießer halt schon immer blind, und immer wieder chinesischer als ein Chinese.
  Aber mit dem zweiten sieht man ja, neoliberal-neudeutsch-meenzerisch zur hirnhalben, einäugigen Medienphilosophie erhoben, tröstlicherweise   -  wenn auch nur konfus, chaotisch, beschränkt und äußerst unvollständig  -  angeblich irgendwie “besser“.


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E-CLIP 19

 
 
 
Triumph der Dalai Lama-Bande
 

Endlich einmal, selten genug, ein wirklicher Grund zur Freude:  Die chinesische Betonkopf-Hydra ist in die Knie gegangen, wirft  -  sicher nach wie vor unbelehrt und auch weiterhin unbelehrbar  -   pro forma das Handtuch, um ihre in Verruf und Krise geratene Propaganda-Bombast-Parade-Show "China-Olympiade 2008" auf dem Rücken von mehreren Tausend Höchstleistungssportlern und unter Mißbrauch der mediellen Eventrausch-Erwartungen von Millionen ihrer Zuschauer doch noch als "Heile Welt"-Glückskeks-Spektakel über die Start- und Ziellinie zu bringen.  Man wolle, so ließen sie am 25.4.2008 weltweit verbreiten, nun doch "mit einem Abgesandten des Dalai Lama" "Gespräche" führen.
 
Na, wer sagt's denn  -  und wer hätte das, im "Essen-für's-Ich"-Zeitalter konsumidiotisierter Nachsechziger-Generationen ohne Welthorizont und Gesellschaftsverstand, noch für möglich, für "machbar" gehalten: Daß sich weltweit noch Zehntausende, unverblödet und unbeirrbar, für etwas Wichtiges und Richtiges einsetzen, es erkämpfen und bewegen, Bewegung und Wirkung erzeugen können! Sie nicht, andere nicht  -  und auch ich kaum noch!
 
Doch damit das allzu leicht durchschaubare Kalkül der Peking-Bande nicht doch noch aufgeht, geht es jetzt mehr denn je darum, konkrete  E r g e b n i s s e, und nicht nur belanglose "Gespräche" zu fordern  -  das heißt, den Druck auf China weiter zu steigern und zu erhöhen: Nicht nur die Drohung, sondern auch den nachfolgenden, praktizierten Boykott zu realisieren, sollte sich der Status von Tibet nicht bis zum 8.8.08 entscheidend verändert haben - was heißt: Zugesagte, weitestgehende Autonomie, wenn nicht sogar Wiederherstellung der eigentlichen Eigenstaatlichkeit und Unabhängigkeit, und nicht nur "kulturell-religiöser Freiraum" unter dem erdrückenden politisch-wirtschaftlichen Herrschaftsschatten Chinas.  Denn daß im geistigen Schatten der chinesischen Mauer nicht einmal ein Blümchen, geschweige denn ein noch so bescheidner Garten freier Daseins- und Lebensgestaltung denkbar und möglich sind, sondern lediglich entrechtete, unkritische Schaffe-und-Häuslebaue-Existenzen ganz unschwäbisch-chinesischer Verständnis- und Machart, ist nicht nur bei einem kurzen Blick in die ausdruckslos-finsteren Despotengesichter der pseudokommunistischen Terrorkonfuzianer sonnenklar.  Sondern auch angesichts der gerade gefällten Urteile von bis zu lebenslänglicher Haft für eine Reihe von Demonstranten, darunter auch  -  die absurde Widersinnigkeit der Gewalt-Anklagen für die von chinesischen Geheimdienst-Provokaturen begangenen Alibi-Attacken auf chinesische Geschäfte ist allein schon deshalb selbst für schlichte Gemüter allzu offenkundig  -  buddhistische Mönche!
 
Daß Nordkorea, der letzte Vasallenstaat im Schatten des "großen Bruders", ihm nur jubelnd zur Seite steht, bedarf keiner Erläuterung  -  aber daß für "Ruhm und Ehre des chinesischen Volkes" (eine Sprecherin, 27.4.08) der Fackellauf der Schande und Ernüchterung  nun über den 8848 Meter hohen Gipfel des Mount Everest geführt werden soll, monumentiert nicht nur das hybride Delirium der gegenwärtigen chinesischen Despoten von Allmacht und Größenwahn, das sie ganz ordinär einreiht in die Folge aller irre- bis unzurechnungsfähig gewordenen Despoten der Weltgeschichte, also der Hitlers, Stalins und Konsorten. Sondern ist ganz profan eine erneute Demütigung des tibetischen Volkes und seiner spirituellen Kultur und Tradition, in der das "Dach der Welt" zugleich die weltentrückte Klause der Spiritualität, Erleuchtung, die Zurücklassung der profanen, materialistischen Weltbetrachtungen und -einbindungen symbolisiert, und nichts als die bedrohlich elysische Großmachts- (wenn nicht gar Weltherrschafts-)Wahnphantasie einer chinesischen Despotenclique.  Diese Orte und Gefilde unter die als Laufsportschuhe geschminkten Stiefel geistloser Militaristen und skrupellosen Polizeimobs zu treten ist das Affenbrustgetrommel eigenberauschter Selbstverherrlichungs-Autokraten, ein propagandistischer Akt der demonstrativen Mißachtung aller kulturellen Vorstellungen und geistigen Werte  -  nicht nur die Tibets und des tibetischen Volkes, sondern der ganzen Menschheit, und deren versuchte Unterwerfung unter die weltliche Despotie einer Ideologie von materialistischer Dominanz.
  
Der Weg der Proteste, Boykotte, des friedlichen Widerstands und unausgesetzter Öffentlichkeitsarbeit ist der richtige  -  jetzt fehlen die faktischen Ergebnisse und Siege: Echte, faktische Veränderungen in Tibet und seines Status'.  Auf dieses Ziel hin muß weiter und noch intensiver, noch massenhafter, noch lauter protestiert, vereitelt, gestört  -  und eben boykottiert werden, was immer die persönliche Verantwortung und der persönliche Mut jedes Einzelnen, jedes Beteiligten ermöglicht und hergibt. Und Beteiligte sind eben nicht nur die Sportler in der Arena des idyllischen Stadion-Nestes, sondern alle: Alle Zuschauer, die trotz allem und stumpfsinnigerweise vielleicht noch meinen, unbeirrt nach China fahren und als Kulissenpersonal eines despotischen Propaganda-Events fungieren zu müssen, und alle anderen, die sich, durch die Scheibe des Fernsehgeräts vom Geschehen "getrennt", nur allzu gern von jeder Verantwortung und Verpflichtung freisprechen und ihrer ledig zu sein meinen. Der architektonisch-poetische Stadionbau muß zum Kuckucksnest des Protests, Boykotts und Widerstands gegen die chinesische Menschenrechtsverachtung und ihr vorgestriges Despotiesystems werden, das weder politisch noch ethisch einen anerkannten Status in einer globalisierten Welt der Völker und Staaten beanspruchen kann.
 
Und auch nach den olympischen Spielen, welchen Verlauf sie und die zu erwartenden Proteste und Aktionen auch immer zeigen werden, muß das Engagement und die Anstregung, die weltweite Aufmerksamkeit für das Problem der chinesischen Politik und ihrer Bedeutung und Auswirkung auf andere Länder und Nationen unvermindert anhalten und fortgesetzt werden.  Bis endlich Ergebnisse, also substantielle Veränderungen in China und um China herum sichtbar und sicher sind. Und wer könnte da in Bezug auf Haltung und Handlungsprämissen  ein besserer Ratgeber sein als ein weiser (wenn auch in religiösen Dingen nicht ganz erleuchteter) und ranghoher tibetischer Lama, einer der weltweit am meisten  beachteten und bekannten, nämlich die "Perle der Weisheit" Chögyam Trungpa:
 
"In einer gewissen Hinsicht haben wir durchaus eine Bürde zu tragen: Wir müssen es auf uns nehmen, dieser Welt zu helfen. Unsere Verantwortung gegenüber anderen  dürfen wir nicht vergessen. Aber wenn wir diese Bürde freudig auf uns nehmen, können wir die Welt wirklich befreien. Den Anfang müssen wir bei uns selbst machen. In der Offenheit und Ehrlichkeit uns selbst gegenüber können wir lernen, auch für andere offen zu sein. Auf der Grundlage des Gutseins, das wir in uns selbst entdecken, können wir dann mit dem Rest der Welt arbeiten. Deshalb ist Meditation ein ausgezeichnter Weg zur Überwindung des Krieges  -  unseres persönlichen Krieges und des großen Krieges der Völker." (aus: "Shambala")*

Ein kleiner Teil dieses "großen Krieges" zumindest könnte vielleicht schon bald beendet sein  -  die Gelegenheit zu einer Lösung des Chinaproblems in Tibet, zumindest zu seiner einzig richtigen Weichenstellung, ist günstiger denn je, die Weltöffentlichkeit nie größer und aufmerksamer als zur Zeit eines Körperkultur-Zirkus unter Weltbeteiligung wie dem einer Olympiade.
 
Die könnte so, erstmals und endlich mal, ihrem erweiterten Anspruch Genüge getan haben, ein völkerverbindendes Kulturereignis auch geistig-moralischen Anspruchs zu sein  -  und nicht bloß ein Turnfest für Leute, die geschickter werfen, schneller laufen und weiter springen wollen als andere.
 
So gern sie das auch tun, und so wichtig es ihnen persönlich in erster Linie auch sein mag.
 
 
 
* * *
 
 
* Ein Zitat, das ich (als damaliger Protokollführer) schon dem Protokoll der Neugründungsversammlung der T.I.D. (Tibet Initiative Deutschland) Frankfurt vom 6.1.1990 vorangestellt habe. Das Protokoll erhalten Sie auf Wunsch  als PDF-Anhang einer Email zugeschickt: Schreiben Sie nur "TID-Protokoll Frankfurt" an: 070707@eichler-urope.eu. Und vergessen Sie nicht, Ihre örtliche T.I.D.-Gruppe auch durch Spenden zu unterstützen!
 
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KO(S)MISCHE ZEITEN 7

 
 

 

FICTION ?  SCIENCE ! 

 

Das Szenario könnte von Stephen King sein, ist es aber nicht: Die Erde am Anfang dieses, unseres gerade begonnenen und vielleicht nie beendeten 21. Jahrhunderts.

Chinas Gaukler-Regime tanzt in billigen Veitstanz-Klamotten für Touristenkameras "tibetische Folklore-Tänze"  -  während die echten Tibeter hinter Kloster- und anderen Mauern eingesperrt und mundtot bleiben, während chinesische Sicherheitskräfte, Spezialtruppen, die in China wegen ihrer Brutalität besonders gefürchtet sind, in blauweißen Trainingsanzügen die olympische Fackel von Land zu Land über den Planeten tragen  -  und auch das nur auf "geheimen Strecken", als Medienfassaden-Staatspropaganda-Veranstaltung zur Ablenkung von allen politischen und menschlichen Realitäten des eigenen, unverbesserlichen "Reiches".  Und was sagt die notorisch-friedlich-freiheitlich-geistreiche Industrielakaien-Publizistik des ZDF dazu ? "Noch vier Monate Zeit für China, seine Politik zu ändern und am Bild eines guten Gastgebers zu feilen." (ZDF-heute, 10.4.2008, 19.05 Uhr).

"Wir produzieren das erste Massensterben auf Erden, das keine natürliche Ursache hat" (Arte, 5.3.2008, 20.15 Uhr / "Das Genie der Natur").  Die diesen Irrsinn täglich und täglich neu produzierende Industrie verbrennt buchstäblich den globalen Boden unter unseren Füßen, verbraucht sämtliche Ressourcen zur Tamagochi- und sonstigen Wichtiggüter-Produktion unter hemmungslosem Verzehr aller, auch der allerletzten Energie- und Lebensquellen, produziert sinnlos ressourcenfressende Zivilisations- und Ökonomie-Strukturen, deren Halbwert-Lebenserwartung nicht einmal mehr eine ganze Generation betragen dürfte, vernichtet zugleich damit nicht nur immer mehr Arten aller Kategorien von Lebewesen (Pflanzen, Tiere  -  und nicht erst seit gestern auch immer mehr Menschen), sondern die gesamte, lebenstaugliche Biosphäre dieses einzigen, wunderschönen, in üppiger Vielfalt und vor vitaler Harmonie strotzenden, lebendigen und Leben-ermöglichenden Planeten des bekannten Universums schlechthin.

Und was nimmt eine verblödete, Konsumkick-demente Zombie-apathische Menschheit als Betreiber, Manager, Erfinder und Verursacher dieser Selbstvernichtungsidiotie davon wahr und zu Bewußtsein, also zur Haltungs- und Handlungsgrundlage ?  Den nichtssagenden "Abstraktionswert", der  jedes Gehirn und Bewußtsein, aus der Sicht der Verursacher des Wahnsinns wunschgemäß, endgültig erstickt und verlöschen läßt, und deshalb von ihnen immer sofort angeführt wird, wenn sich konkrete Realitäten und ihr Verständnis bedrohlich denkenden Köpfen nähern: die monetäre Schiene der "Vermessung" von Realitäten zu ihrer Verschleierung.  "Bis zu 800 Milliarden Euro könnte der Klimawandel die deutsche Wirtschaft kosten", meldet Anfang April 2008, idiotisch und Narrenkappen-beschränkt, das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung).  Ob wir uns die endgültige Welt- und Lebensraumvernichtung, und damit die der Menschheit selbst, also nicht vielleicht doch irgendwie leisten könnten  -  wenn wir alle nur den Gürtel ein wenig enger schnallen ?

Und wer sagt denn, daß wirklich alles schon innerhalb der Zeitspanne einer Generation zu einem geplünderten, toten Sonnentrabanten führen wird, der wie die anderen leblos, sonnenverbrannt und verloren durch den dunklen Weltraum torkelt ? Daß die Rohstoffquellen wirklich erschöpft sind ? Gerade jetzt werden doch schließlich immer noch einige letzte, allerletzte Vorräte, noch einige planetarische Reserven, die letzten Notvorräte der Erde enthüllt und entdeckt, die wir noch schnell verbrauchen können, bevor die nächste Generation davon überleben könnte  -  und zwar dank der Klimakatastrophe, die uns diese Schätze erst offenbart und freilegt! 

Von welchen Schätzen da die Rede ist ?  Na, "alles, was Frauen und Autofahrern Spaß macht: Diamanten und Gold, Erdöl und Erdgas." (Bernhard Klinzing/Frankfurter Börsenbrief in der Sendung: "Arktis - Kalter Krieg am Pol", auf die Frage, was denn da in der Tiefe des Nordpols lagere und nun gefördert werden könne; 3Sat-"Börse", 1.2.2008, 21.30 Uhr).  So einfach ist das doch alles!  Wer sollte sich da einen Kopf um die Menschheit und ihre Welt machen, wenn alles, "wie bei Hempels unterm Sofa" (Maybritt Illner, ZDF, 10.4.2008, "Das Geschäft der Gierigen"), in solchen leeren Köpfen doch durchaus noch da ist  -  man muß nur nochmal gründlich nachschauen!

"Das Pendel des Geistes schwingt zwischen Sinn und Unsinn, nicht zwischen richtig und falsch.", erkannte schon Carl Gustav Jung  -  doch der heutige, zeitgenössische Irrsinn einer Weltgestaltung und -betreibung hätte womöglich selbst ihn noch seiner Sprache und Kommentare beraubt.   "Wenn Mord Vernunftgründe hat, dann leben wir und unsere Zeit in ihrer Konsequenz.  Hat er keine, so leben wir im Irrsinn.", stellte Albert Camus (in: "Der Mensch in der Revolte") lakonisch fest  -  doch auch er ahnte wohl noch kaum etwas von der Dimension einer Menschheits(selbst)vernichtung, die der gegenwärtige Irrsinn repräsentiert, und die Klinikreife seiner Politiker, Wirtschaftsmacher und -planer, und der ihnen ausgelieferten Bevölkerungen.

Und so wird kaum noch ein akademischer Diskurs, kaum noch eine "salonfähige" Hülsenrhethorik den Sachverhalten und Realitäten, die wir täglich produzieren, bewohnen, registrieren und pathologisch abspalten, da wir zu somnambul-beschränkt sind, um wirklich welt- und wirklichkeitsverändernd (und damit -rettend) zu handeln, gerecht.

Helfen da vielleicht die reichen, virtuosen Mittel und der breite Fächer des poetischen Instrumentariums, einen Eindruck von sich selbst in der nicht mehr eigenen Welt zu gewinnen, noch ehe sie durch Vernichtung und Kollaps, in Untergang und Katastrophe ein letztes Mal sich realistisch ins Bewußtsein meldet und zurückzwingt ?

Seit ich meine selbst gesprochene, vertonte und verlegte "Textoper" mit dem Titel "NEUES VOM RAUMSCHIFF ERDE" zum ersten Mal veröffentlichte (ein von mir erfundenes Genre, 1975), wurde und wird sie von Medien unterschlagen, vom Publikum geflissentlich ignoriert  -  und von Verlagen bis heute boykottiert.  Auch die, ebenfalls von mir selbst verlegte, "25th Anniversary Edition", kurz nach und zu den Anschlägen auf das World Trade Center 2001, wurde und wird bis heute boykottiert und dem Publikum vorenthalten.  Aber ganze Passagen des Werks sowie der von mir entwickelte Vortragsstil des Opus (auf Cassette vorgetragen und klangillustriert)  -  eine neue Art, Lyrik zu "performen"  -  wurden nach der Neuauflage von einer Schmarotzer-Kultur"förderungs"-Mafia als "Poetry-Slam" eingeführt und seither vermarktet, aus offenkundiger Substanzlosigkeit der Betreiber wie ihrer Kinderröhren-Marionetten allerdings nur mit marginaler Bedeutung und Resonanz  -  ebenso wie die billigen Imitationen und Plagiate anderer Teile meines übrigen lyrischen (und sonstigen) Werks, die aus meiner Schublade "auf wundersame Weise" zu solch hoffnungslos überschätzten, lebenslänglich einfallslosen Kleingeistschreibern und Grüne-Zahnarztwitwenlyrikkränzchen-Bezauberern wie Enzensberger (dessen Eltern die einzige beachtliche lyrische Leistung in seiner Sphäre hervorgebracht haben, als sie das Hänschen mit zweitem Vornamen "Magnus" tauften und ihm so einen klangvollen "Nimbus" mit auf den Lebensweg gaben, von der das trübe Hänschen bis heute zehren kann) getragen und von ihnen nach ihren beschränkten Flachhirn-Horizonten, inhaltsleer und banalfürzchend, "imitiert" werden (in der absurd-ignoranten, sachunverständigen Spatzenhirn-Hoffnung wie bei allen anderen Verbrechen an mir, es möge mein unveröffentlichtes Werk nach all den Jahrzehnten der Unterdrückung und Verleugnung auch für jede künftige Publikation schon im voraus zugrunde gerichtet, banalisiert haben). 

Und so freue ich mich, Ihnen hier und heute wenigstens den Text des Genre-Originals und -Erstlings zur Lektüre präsentieren zu können. In vollem multimedialen Umfang wird es ohnehin auf Dauer nicht zu unterdrücken und verhindern sein und irgendwann wieder das Licht einer, diesmal breiteren Öffentlichkeit erblicken: In gebührend großen Ausstellungen, als Buch-Edition mit CD  -   vielleicht sogar wieder in Performance-Lesungen, falls ich dazu Lust habe!

Also nehmen Sie sich etwas Zeit, stellen Kaffee heiß und das Handy ab  -  und kommen Sie mit auf meine Reise über eine Erde, die erst am Anfang des 21. Jahrhunderts so richtig so geworden zu sein scheint, wie ich sie schon Anfang der 70er Jahre (über-) schaute und sah.  Steigen Sie ein: http://eichlerblog.wordpress.com/neues-vom-raumschiff-erde.

In "NEUES VOM RAUMSCHIFF ERDE" werden Sie nicht nur die Welt von heute, im globalisierten Hier und Jetzt, erkennen und verstehen lernen. Sondern vielleicht auch sich selbst.

Und: Wohin es Sie (und sie) am Ende führen wird!

Wird?

Wird!

 

 

 

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E-CLIP 18

 
 

 Ist Geld eßbar ?

   

Geld als letzter und einziger Maßstab und Wert aller Dinge definiert heute totalitär das Leben und die Welt, und wo es seine Vermehrung als einzige verbliebene Maxime und Orientierung hat, da bleiben alle anderen schnell auf der Strecke:  Der Zustand des Planeten Erde ebenso wie der seiner Bewohner, das Leben der Menschen ebenso wie das seiner Tiere und Pflanzen. Und Geld als letzter und einziger Maßstab und Wert regiert und zerstört heute neben allem anderen auch den Umgang mit Nahrungsmitteln und ihrer Herkunft: Den Raubbau an Böden und Wäldern, der ihre Unbrauchbarmachung und Vernichtung zur Folge hat, den "Wahnsinn der konventionellen Lebensmittelproduktion" (Nikolaus Geyrhalter, Autor von "Unser täglich Brot"), und die Prekarisierung und Versklavung der Landwirte und ihrer Betriebe zugunsten einer "industrialisierten" Zwangswirtschaft mit ungenießbarer, ungesunder Menschenfutter-Produktion und immer geringer werdendem Einkommen der Produzenten. Aber sicheren Gewinnen für den Handel und steigenden Preisen für die Konsumenten.

Das globale Gangstertum der Monsanto-Gruppe, aus deren Labors  rund 90 Prozent aller Gen-Pflanzen stammen, die rund um den Globus angebaut werden, ist dabei nur ein Beispiel für den von Politikern protegierten und Investoren forcierten Krieg der Profiteure gegen die Bewahrer und Kultivierer des Lebensraums Erde für ein menschenwürdiges Leben.  In Paraguay kämpfen Kleinbauern vergeblich gegen die Verdrängung durch die von Monasanto forcierten Monokulturen.  In Mexiko wehren sich die Einwohner gegen die endgültige Vernichtung vieler Sorten des Urmaises, die von ihnen seit Jahrhunderten angebaut werden und  durch genveränderte Sorten verunreinigt und für immer zerstört, unbrauchbar gemacht werden.  Monsantos Wachstumshormon für Rinder verdirbt die Qualität von Fleisch und Milch weltweit.  Doch der Handel und die Preise wachsen mit.

Die globale Klimakatastrophe, verursacht durch die irrwitzige Industrialisierung im Dienste des Profits und der Geldvermehrung als Selbstzweck, die alle Ressourcen des Planeten hemmungslos plündert, läßt in den kommenden Jahren häufiger und in größeren Gebieten als jemals zuvor Dürreperioden und Ernteausfälle erwarten, mit weiter progressiver Tendenz. In den reichen Ländern werden die Ernten kurzfristig vielleicht noch zu erhalten bleiben  -  in den armen Ländern, etwa den afrikanischen, werden dagegen die Zahl und der Umfang der Hungersnöte steigen.  Hinzu kommen alte und neue Schadstoffe und biologische Bedrohungen.  Die Getreidefelder in Europa sind bedroht, die Blattdürre und die Fleckenkrankheit sind, nachdem sie für weitgehend besiegt gehalten waren, erobern wieder die Felder.  Fünzig Jahre lang war der Schwarzrost kein Problem, jetzt ist sein Erreger Puccinia graminis mit Macht zurückgekehrt. Eine neue aggressive Variante bedroht von Afrika aus den Weizenanbau in Pakistan und Indien.  Die ausreichende Versorgung von Millionen Menschen mit Lebensmitteln im Nahen Osten und in Asien sind gefährdet.  In Europa versagen immer mehr die chemischen Mittel gegen die Schädlingspilze Septoria tritici und Drechsleria tritici-repentis, weil die Pilze Resistenten entwickelt haben.  Der Resistenzgrad liegt bereits bei 70 Prozent, die Ernteverluste in Europa könnten nach vorsichtigen Schätzungen bis zu 30 Prozent betragen. Und werden die Preise, aber auch die Kapitalgewinne, weiter in die Höhe treiben lassen.

Der Pilz Puccinia graminis, "Schwarzrost" genannt, mit der Bezeichnung Ug99, vernichtete bereits 1954  im Getreidegürtel der USA 40 Prozent der Weizenernte  -  in den Jahrhunderten zuvor waren Ernteausfälle um die 90 Prozent keine Seltenheit.  Von den bisher (vom Internationalen Forschungszentrum für Mais und Weizen in Mexiko) getesteten Weizensorten sind 90 Prozent anfällig für diesen Pilz, darunter insbesondere die im Nahen Osten und Westasien angebauten Sorten, ebenso wie 80 Prozent der in den USA angebauten.  Und Ug99 hat bereits das Rote Meer überquert und ist im Jemen aufgetaucht, wird sich von dort vermutlich quer über die arabische Halbinsel  in Richtung Osten, nach Indien ausbreiten - könnte aber auch schneller, "durch die Luft", direkt nach Asien gelangen.  Und das  Beispiel Europa hat zeigt, daß auch chemische Mittel gegen ihn versagen. Trotzdem versteigt sich eine kollektiv irre gewordene Industrierauschkultur zum "Heizen mit Weizen"-Wahn, macht eine somnambul-halluzinierte Idiotenzivilisation zunehmend auch Getreide zum "Brennstoff" seiner dementen, nicht zu zivilisierenden Energiefraß-Sucht. Was die Preise, und damit die Gewinne und angehäuften Geldmengen in den Tresoren der Profiteure, weiter drastisch steigern wird.

In Ägypten gab es in diesem Monat bereits Proteste und Gewaltdemonstrationen gegen die gestiegenen Lebensmittelpreise, die sich in wenigen Monaten vervierfacht haben, und in Kambodscha hat sich der Preis für Reis verdoppelt.  Eine Schale Reis gilt bereits als Luxus, und die Schulspeisungen der Kinder wurden eingestellt.  In Haiti türmen sich, ähnlich wie in Italien, die Industriemüllberge in den Straßen  -  aber die Bevölkerung hungert, Reis ist unerschwinglich teuer geworden.  China hat sogar den Export von Reis bis auf weiteres beendet.  Eine ganze Reihe von Ländern seien bereits "an der Schwelle zu Hunger-Aufständen", melden die Nachrichtenmedien, und arte Info befürchtet schon jetzt "gewaltsame Unruhen mit weltweiten Folgen" (14.4.2008).  "Wie kann sich die Welt ihr Essen noch leisten ?", fragt dämlich wie so oft das ZDF (heute, 14.4.2008), und entblößt zugleich den Erfüllungszustand des Grads klinischer Verblödung durch den angehängten Ignoranzbeleg: "Diese Fragestellung überfällt die Welt unerwartet und plötzlich."

Unerwartet und plötzlich ? Nun, diese Fragestellung überfällt vielleicht einen vollständig ignoranten ZDF-Redakteur "unerwartet und plötzlich", aber nicht "die Welt"  -  die kannte das Problem seit Jahrzehnten, weiß um seine Ursachen und (Hinter-)Gründe und  hat oft genug davor gewarnt und gemahnt, es nicht in die Krise treiben zu lassen.  Und es muß wohl am bekannten "geistigen Isolationstank" der ZDF-Sendeanstaltswelt liegen, der seit mehr als dreißig Jahren keine kognitionsfordernden Informationen aus der Außenwelt nach innen und so in die Bewußtseine der Mitarbeiter dringen läßt, und durch dessen aseptische Sterilitätsschleuse nur gereinigte Ladungen von Nahrungsmitteln und garantiert geistfrei aufbereitete Tickermeldungen der "Fakten-ohne-Bedeutung"-Klasse durch- und bis in die Senderkantine und -studios kommen, um den laufenden Betrieb zu speisen. Und, natürlich, die Werbehonorare seiner Mitarbeiter durch gefällige, konsumwelttaugliche Sympathiewerte weiter aufwärts, in die Himmel der Supermarktnahrungs-Sphären kurven zu lassen.

Die Problematiken der weltweiten Lebensmittelproduktion aber, ihrer Grundlagen und Mißverhältnisse im Arme-Reiche-Länder-Warenverkehr sowie ihre biologischen, ökologischen und klimatologi-schen Grundlagen und Implikationen sind seit Jahrzehnten bekannt und sicher älter als der "unerwartet und plötzlich" um sein eigenes täglich Kantinenmenü bangende Tagesnachrichten-formular-Ausfüllredakteur der Deppenklasse, nur sein Sender hat es wohl geflissentlich und hartnäckig versäumt, darüber zu arbeiten und zu senden  -  und ihn wie auch die Welt darüber zu unterrichten.  Aber auch das war schon immer fördernd für die ungestörte Höherentwicklung der Preise. 

Im Konzert mit ihm tönt und kakophoniert es da plötzlich aus allen Kanälen und Redaktionsgesäßen: Die "industrielle Landwirtschaft" sei "an ihre Grenzen gestoßen".  Eine "radikale globale Agrarreform" wird gefordert.  Die landwirtschaftliche Nutzung soll plötzlich "Priorität vor Biosprit" bekommen, auch im Bereich der Wirtschaftshilfe für Drittweltländer, doch die EG will schizophrenerweise trotzdem den Anteil des Biosprits am Benzinverbrauch weiter auf 10% steigern (auch wenn dieser Zusatzanbau die Böden auslaugt und den Grundwasserspiegel für künftigen Lebensmittel-Anbau in unerreichbare Tiefen treibt).  Der Präsident des deutschen Bauernverbands, Sonnleitner, fordert sogar eine "bessere, professionellere Landwirtschaft", und meint damit die weitere Steigerung des konventionellen, Böden-erodierenden Turbo-Anbaus, und nicht etwa die Rückkehr zu gesunden, biologischen, ebenso ertragreichen, aber erd- und bodenerhaltenden und -fördernden Anbaumethoden, wie sie z.B. gerade in einem groß angelegten Projekt der Stadt Wien anschaulich gemacht und nachgewiesen wurden.  Und nur der ARD-Tagesthemen-Kommentator Stefan Nieman (NDR, 15.4.2008)) findet wenigstens ein paar klare, sachadäquate Begriffe zur "neu entdeckten" Problematik: Nennt es ein "Armutszeugnis" der Industrieländer, mit 1 Milliarde $  für die einheimische Agrarproduktion das Verhungern von 2 Milliarden Menschen in den Drittwelt-Ländern zu "subventionieren"!  Denn mit den Märkten für unsere Dumping-Preise wachsen schließlich auch die Gewinne unserer einheimischen Profiteure! 

Nur der unermüdliche, aber nie mehr als nur überhörte Rufer in den heutigen Äckern und künftigen Wüsten, Jean Ziegler, fordert in einem Drei-Punkte-Plan wieder einmal, was er und andere jahraus, jahrein und in vielerlei Hinsicht der Welt, ihren Politikern, ihren Nachrichtenformular-Ausfüllredakteuren und deren Publikum vergeblich ins Bewußtsein zu bringen versuchten:  1. Ein "Verbot der Agrarbrennstoffe" muß her.   2. Die Börsenspekulationen mit und zur Lebensmittelproduktion der Welt (Futures, etc.) sollten zumindest erschwert, wenn nicht unterbunden werden, um die Ernten nicht schon im Vorfeld von monetär-parasitären Zweibeinern schädigen und preislich verderben zu lassen.  Und 3. endlich die Subventionen der Erste-Welt-Länder für ihre Nahrungsmittelexporte zu beenden, um die Vernichtung der Landwirtschafts- und damit der Lebensgrundlagen in den ärmeren Ländern nicht noch katastrophaler, noch totaler werden zu lassen, zum Schaden letztlich  a l l e r  Erdenbewohner, sprich: zur inflationären Überhöhung aller Preise der immer knapper werdenden Lebensmittel für eine nicht absehbar lange Zukunft.  

Nur die, die direkt oder über ihre Aktien und Investitionsfonds an der menschlichen Nahrungsabhängigkeit verdienen und durch die Verknappung bei weiter wachsendem Weltbedarf immer reicher werden, müssen sich um ihre artgerechte und standesgemäße Verpflegung keinerlei Sorgen ergeben: Während bereits heute die meisten der Fangfischarten überfischt werden und in ihrem Bestand bedroht sind, entwickeln Firmen wie Aqua Orbis bereits patentierte Fischzuchtanlagen für den besonders bedrohten Stör, und bauen Aquakulturanlagen, sogenannte "Stör-Becken",  in Sachsen-Anhalt, den USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten, damit wenigstens weiterhin ausreichende Mengen an Kaviar zum Konsum verfügbar bleiben  -  2007 waren es bereits 60 Tonnen Störfleisch und vier Tonnen Kaviar.  Die gesellschaftliche "Elite", die der ganzen Problematik der sinnlosen Geldvermehrung auf Kosten aller realen Güter und Werte des Planeten enthemmt und zynisch zugrunde liegt, sie fördert und betreibt, muß ja zu allererst und weiterhin standesgemäß "in Brot und Futter" bleiben.  Es wäre schließlich nicht auszudenken, wenn die alte, bekannte Indianerprophezeiung tatsächlich wahr werden, eintreffen würde: "Wenn der letzte Baum gerodet, das letzte Wild erlegt, der letzte Fisch gefangen ist, dann wird der weiße Mann feststellen, daß man Geld nicht essen kann."  Auch das viele, viele Geld nicht, das die letzten Tonnen Stör und Kaviar noch eingebracht haben ? 

Denn nur um Geld geht es, das abstrakt-konkrete Halluzinosum einer enthirnten und entwerteten Weltgestaltungs- und -verwaltungsmaschinerie degenerierter Evolutionsaffen in Manageranzügen: Der IWF hat gerade den Schaden der Banken, der durch die Immobilienspekulationen in den USA, den Subprime-Markt und die Conduits der Risikostreuungs-Strategie weltweit entstanden ist, auf 945 Milliarden Dollar geschätzt.  Doch wie berichtet die deutschen Medien darüber ?  Versucht man, uns diesen gemeinhin für unvorstellbar gehaltenen Geldbetrag etwa zu veranschaulichen, indem man uns zum Beispiel vorrechnet, daß man mit diesem Geld, das jetzt den deutschen Steuerzahlern von ihren Politikern aus den Taschen und Geldbörsen gestohlen wird, um die Zocker-Schulden der Banker zu bezahlen, allen Rentnern, Arbeitslosen und ALG-II-Empfängern des Landes ein höheres Einkommen hätte bezahlen können, als es das derzeitige Durchschnittseinkommen eines Angestellten in Deutschland ist, und zwar für die nächsten zweihundert Jahre ? Zeigt man auf, wie viele Länder der dritten Welt man mit diesem Geld in florierende, selbsttragende Wohlstandsländern hätte verwandeln können, aus dem die Einwohner garantiert nicht mehr in die erste Welt flüchten würden, um der fremdverursachten heimischen Not zu entkommen ?  Oder einfach nur, wieviele fehlende Schalen Reis (siehe oben: Kambodscha) man mit diesem Geld hätte kaufen, wieviele Jahrtausende man die jetzt hungernden Schulkinder davon noch hätte ernähren können ? 

Aber nein, soviel Geist und Komplexität sind buchstäblich "undenkbar" für eine hohle deutsche Bildschirmleuchte!  945 Milliarden Dollar, das würde, wie die unterbelichtete Seite des ZDF daher aufgeregt-staunend zu melden weiß (heute-journal, 9.4.2008), "einen riesig hohen Dollarstapel ergeben, der bis ganz weit hoch ins Universum reicht", bis zum Mars etwa, oder so!  Bo-eyhh!  Bleibt nur noch die Frage nach der entscheidenden Information, die der Autor uns schuldig blieb, um die Sinnleere der Aussage und des auskunftgebenden Kopfs wenigstens mit der belanglosen Faktizität zu füllen, die ihr nach wie vor fehlt:  Ein Stapel aus  w e l c h e n  Dollar-Scheinen reicht so hoch ? Ein Stapel aus Tausend-Dollar-Scheinen ? Hunderten ? Oder wäre doch ein Stapel aus Zwanzigern nötig, um  -  "Bo-eyhh!"  -  so weit ins Universum hoch zu reichen ?

Wäre schon schön, wenn wir das noch wüßten. Um uns endlich ein Bild davon machen zu können, was soviel Geld "bedeutet". Wofür es steht. Was es wert ist.

Worum es, ganz einfach, hier wie überall auf diesem immer unrunder und katastrophaler durch den Kosmos eiernden Sonnentrabanten eigentlich (nur noch) geht!

 

 

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Lesen Sie zu diesem Thema auch mein Gedicht "KOCH-STUDIO"

(aus dem Band "GEGENGEDICHTE") über:

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E-CLIP 17

 
 
EIN ZIPPO FÜR PEKING
 
 

Der Boykott der Olympischen Spiele in China wäre für ihn wie "ein Schlag ins Gesicht", beklagt sich der deutsche Hammerwerfer Markus Esser, laut SPIEGEL  -   und denkt offenbar keine Sekunde darüber nach, daß seine Teilnahme nicht nur eines, sondern gleich beide seiner Beine in den chinesischen Polizei- und Militärstiefeln bedeuten würde, die täglich in viele tibetischen Gesichter und andere Körperteile treten. Oder hat ihn der SPIEGEL nicht vollständig zitiert ?

Wenn ihm angesichts des massiven Polizeischutzes, unter dem allein die Übergabe und der Lauf der olympischen Fackel schon in westlichen Ländern stattfinden mußte und weiterhin muß, und angesichts der Bilder eingekerkerter Mönche, blutiger Gesichter und lebloser Körper von friedlichen, nur ihr freies Daseinsrecht fordernden Menschen in den Straßen Tibets nicht die Lust vergeht, unter weitaus massiverem Militär- und Polizeischutz und -druck in Peking seinen Hammer zu werfen, um Mutti, Papi, Nachbarn, Freunden und Bekannten und der ganzen Welt endlich zu zeigen, was er so lange geübt und gelernt, wofür er so viele Übungsstunden auf Kino, Kneipe und Konzertpop verzichtet hat und was ihn endlich bekannt und reich und beliebt und zum Helden von Peking und das alles machen könnte, dann leidet er unter demselben defizitären Bewußtseinsstrukturmangel mit Fehlgewichtung aller Faktoren, der auch die Funktionäre der 205 nationalen olympischen Kommittees kennzeichnet, die diesen Boykott gerade einstimmig abgelehnt haben.

Ein Bewußtseinsstrukturmangel mit Fehlgewichtung aller relevanten Faktoren eines für ein würdiges Menschenleben auf einem menschenwürdigen Planeten notwendigen Welt- und Menschenverständnisses, der unsere Zeit mit ihrem Werteverlust und Halluzinationsglamour des Oberflächlichen und Egomaterialismus so kennzeichnet, zugrunderichtet und in die Katastrophen führt, die täglich massiver an den idyllischen Innenwelt-Blümchentapeten des Ausblendungsbewußtseins rütteln, zerren, und sie zweifellos irgendwann in Brand setzen werden  -  dann, wenn es für jede Umkehr, Umorientierung und Kursänderung längst zu spät sein wird.

Und wenn "die größte Sorge" des Vizepräsidenten des deutschen IOC, Thomas Bach, angesichts der wunderbaren und sich weiter vermehrenden weltweiten Proteste und Demonstrationen gegen die brutale Unterdrückung und Kulturvernichtung des tibetischen Volkes ist, "daß Gewalt sich fortsetzt", dann meint dieser geistlose Festbankett-, Siegerehrungs- und Sponsorparty-Teilnehmer ebenso verblümt wie schamlos die Proteste am Rand des Fackellaufs  -  und nicht etwa die Ereignisse in Tibet und China;  meint die wachen und vernunftbegabten Zeitgenossen, die noch zu eigenem Denken und verantwortlichem Handeln in der Lage sind   -  und nicht etwa die skrupel- und gewissenlosen Militär- und Polizeiterroristen, denen er und seine Kollegen mit ihrer Olympiateilnahme die Aureole  des Ehrbaren zu verleihen  gedenken, um  in deren Schein das Blut der Opfer und das Leid der Entrechteten buchstäblich auszublenden.  

Am 7.4.2008 gegen 17.00 Uhr wurde in Paris der Fackelllauf mit der olympischen Flamme endlich abgebrochen, nachdem die Flamme schon dreimal, "aus technischen Gründen", gelöscht werden mußte, um sie dann endgültig nur noch per Bus an ihr Ziel zu bringen, zum Weitertransport in die USA.  Ist diese Flamme nicht längst verlöscht, im buchstäblichen wie im übertragenen Sinn ?  An ihrer Stelle brennt längst die Flamme der Vernunft und Verantwortung im Geist, die auf das wirklich wichtige Welt-Geschehen in einem Land hinweist, das seine Häßlichkeit mit dem naiven Lametta-Dekor von "friedlichen Sportwettkämpfen" zur internationalen Schönheit aufzubrezeln gedenkt.  Schon am Tag zuvor, am 6.4., war das olympische Feuer in London, wie bereits am 31.3. bei seiner Initialzündung in Griechenland, Gegenstand demonstrativen Protests und berechtigten Aufbegehrens von Menschen, die sich nicht abfinden wollen mit dem heuchlerischen Idyll "friedlicher Spiele" in einem der hemmunglos-grausamsten und barbarisch-rechtsfeindlichsten, im Inneren unfriedlichsten und gewaltstaatlichsten Länder dieser wirtschaftlich und informatisch globalisierten Erde, so wie die internationale Liga der charakterlosen Politiker und Wirtschaftsprofiteure es, zugunsten ihres menschenverachtend wertefreien Abzocker- und Bereicherunginteresses als "Wirtschaftsideologie",  seit Jahrzehnten mehr oder minder bedenkenlos und täglich erneuert tun und treiben.

"Globalisierung", die sich nur als planetarische Ausdehnung des Profitkapitalinteresses versteht und nur so betrieben wird, hat nun einmal, im Gefolge der informationstechnologischen Entwicklung, als "unangenehme Nebenerscheinung" die Globalisierung des Geisteshorizonts aller Menschen und Völker, gleich welchen Entwicklungs- und Bildungsstandes, die Globalisierung der Information und der Medienverfügbarkeit mit sich gebracht, und die wirkt durchaus, und ebenfalls im globalen Maßstab, bewußtseinsbildend, also Despotie-, Unterdrückungs- und Kapitalausbeutungs-kritisch bis -feindlich. Regime und politische Systeme, die meinen, ihr heimisches Herrschafts-Süppchen auf der großen Flamme weltweiter Profite und Handelsgrundlagen kochen zu können, ohne selbst ins Visier kritischer Analysen und Hinterfragungen, und damit Ansprüchen und Forderungen eines besseren Weltverständnisses zu kommen, werden so, ganz schnell und immer häufiger, massiver eines Besseren belehrt werden. Und das  (im Unterschied zu Klaus Wowereits und anderer Bekenner Schwulsein, das für jeden außer für sie selbst ziemlich belanglos, wenn nicht scheißegal ist)  "ist auch gut so"!

Der hanebüchene ideologisch-historische Irrwitz, ein brutales und rücksichtsloses Diktaturregime ohne soziale Strukturen und Komponenten, aber sich mittlerweile weidlich an kapitalistischen und marktmechanistischen Ausbeutungspraktiken nährend und stärkend, als "kommunistisch" zu bezeichnen und weiter betreiben zu wollen, ist geradezu grotesk, und fände dieser Irrwitz nicht in China statt, wäre er längst von inneren wie äußeren Entwicklungen gestürzt und hinweggefegt worden. Nur in einer seit Jahrtausenden unreformierten, traditionell konfuzianisch-diktatorischen, also obrigkeitsstaatlichen Kultur- und Selbstverständnismentalität des Volkes, das sich "natürlicherweise" als "Untertanen" in der Hand und im Geschick von "Herrschern" wechselnder Macht und Prägung begreift, ist solch ein absurdes Konstrukt eines Staatswesen überhaupt möglich und denkbar  -  auch wenn diese jahrtausendealte konfuzianische Weltperspektive manchen Weisheitsaspekten des Denkens ihres legendären Urhebers Kungfutse längst nicht mehr gerecht wird. Die Alternative eines liberalen, an höheren Geist- und Weisheitsprinzipien orientierten philosophischen Weltverständnisses und Geisteslichts wie des Tao und seiner verschiedenen Ismen jedenfalls hatte in der chinesischen Geschichte nie mehr als nur einen kurzen Herzschlag lang die Chance, sich gegen den Despotismus durchzusetzen und zu behaupten, und wurde immer, wie auch heute im Fall der völlig unbedarften und harmlosen, privat-spirituellen Falun Gong-Sekte wieder, massiv und brutal bekämpft, unterdrückt, verhindert  -  und ausgelöscht. 

Dabei hat schon der Urahn aller chinesischen Despoten, der weise Konfuzius selbst, in einem seiner Kommentare zum taoistischen I Ging, das Schicksal solcher Führer, wie sie heute wieder die Staatsspitze seines Landes verunstalten, unzweideutig prognostiziert:  "Schwacher Charakter bei geehrter Stellung,  geringes Wissen und große Pläne, kleine Kraft und schwere Verantwortung werden selten dem Unheil entgehen." 

In meinem "I Ging / Das Buch der Wirklichkeit"*  steht als "Urteil" (zur Neun auf sechstem Platz des Hexagramms II/17 - "Das Gericht") über solche Verhältnisse und ihre Urheber und Machthaber:  "Wer das Unrecht verewigen will,/ dem droht ewiges Leid./ Wer nicht zur Einsicht kommen kann,/ den besiegt die kosmische Vernunft,/ um Platz zu schaffen/ für ein unverbrauchtes Gemüt."  Und das "Orakel" zu diesem Hexagramm lautet:  "Lüge und Irrtum setze in Brand:/ Im Licht ihrer Flammen/ offenbart sich den Menschen die Wahrheit./ Und dulde keinen Widerspruch./ Alle denkenden Wesen des Universums,/ auf allen Ebenen der Wirklichkeit,/ kämpfen an Deiner Seite./ Für Licht/ und Wahrheit/ und Gerechtigkeit,/ die Grundlagen kosmischen Lebens."

Die olympische Flamme, die des Geistes freier und friedlicher Spiele,  ist längst, und nicht erst seit dem grotesken Schmierentheater in den Straßen von Paris, für diese Spiele ausgetreten und verlöscht  -  ganz gleich, welche Fackel am Ende des Laufs, irgendwann am 8. August 2008, in Peking ankommen und in die Schale geworfen wird!  Was aber bleiben und weiter hell lodern soll und wird, ist das Feuer des Protests und des Widerstands!  Es muß  nach China  getragen, und mit ihm müssen, unübersehbar und unausblendbar für die ganze öffentliche Medienwelt, die Masken und Schleier des Staatszirkus von freien und friedlichen Spielen entzündet werden und in Flammen aufgehen, in ihrem Lodern die Einführung und Achtung der Menschenrechte und die Beendigung der widerrechtlichen und barbarischen Besetzung und Unterdrückung Tibets gefordert und durchgesetzt werden!  

Die olympische Flamme in der Schale von Peking kann mit jedem Zippo angezündet werden, made in China oder elsewhere.

Die Flamme des Geistes der Freiheit, des Friedens und der Menschenrechte aber soll nicht nur entlang des Weges der Freiheitsfackel brennen, lodern, ihr Licht verbreiten!  In ihrem Schein sollen die chinesischen Führer und Machthaber eine ganze Olympiade lang vor allen Kameras der Welt zorn- und schamrot verglühen  -  und am Ende machtlos,  zu Asche werden!

 

So sei es  -  und so soll es sein!

 

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* N.A. Eichler "Das Buch der Wirklichkeit", Das I Ging des kosmischen Zeitalters  (Papyrus-Verlag 1983 / Rowohlt Verlag 1985)

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E-CLIP 16

 
 

G A S K A M M E R N

F Ü R   T I B E T !

 

Das IOC erwartet ca. 200 Millionen US-Dollar Umsatz von den diesjährigen Olympischen Spielen in China. Das sind 200 Millionen gute Gründe, die Spiele nicht abzusagen, und weiterhin davon abzusehen, die Welt wieder auf ihre Füße der Vernunft und des richtigen Weltverständnisses und richtiger Bewußtseinshaltungen und -orientierungen zurückzuführen, der geistigen und körperlichen Gesundheit der Weltbevölkerung zuliebe: Daran zu erinnern, daß freie Spiele von freien Menschen und ihrer Sportler nur in einer freien Welt, auf dem Boden freier Staaten und Gesellschaften, daß gesunde Spiele nur in einer gesunden Geisteshaltung und -verfassung, auf dem Boden gesunder gesellschaftlicher Verfassungen und Seinsbedingungen des Menschen möglich sind. Nach Adornos Erkenntnis, daß es "nichts Richtiges im Falschen" geben könne, so können auch keine freien Spiele von freien Menschen unter unfreien Bedingungen in einem unfreien Land, keine menschenwürdigen Veranstaltungen in einem unmenschlichen Staat, keine Menschenrechts-Olympiaden in einem Unrechts-Regimeland stattfinden. So einfach ist das.

Was versteht denn, angesichts des nun schon über 50 Jahre andauernden "kulturellen Völkermords" (Dalai Lama) an Tibetern, um den sich die Welt nach wie vor weniger kümmert als um die Eisbären in der Arktis, der IOC-Präsident Rogge unter seinem heuchlerischen Geschwafel, daß "...die Spiele in einer friedlichen Atmosphäre stattfinden" sollen, oder Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), darunter, daß "...die Olympische Bewegung sich zur Wahrung der Menschenrechte  bekennt", wenn Olympiaden in Ländern und Staaten veranstaltet werden, die genau diese Menschenrechte mit Füßen treten ? "Hätte man die Spiele nach dieser Logik auch Chile unter Pinochet geben können ?", fragt die Frankfurter Rundschau noch viel zu moderat und verständnisvoll, und: "Wie kommt es zu der absurden Behauptung, man bewege sich bei Olympischen Spielen nicht in der Sphäre des Politischen ?"

Das Geschäft, das Geld ist stärker, und längst der einzige verbliebene Maßstab, der einzige Orientierungshorizont, das einzige Pardigma und der einzige "Wert" einer in totalem kapitalistischen Geschäfts- und Gewinnrausch degenerierten, "globalisierten" Weltbetrachtung und -kultur so gut wie aller Völker und Nationen. Alles andere  -  Gesellschaftsethik, Menschenrechte, Friedenskultur  -  sind nichts als Heuchelei, "Integritäts"-Fassadenpflege und sinnleere Hülsenbekenntnisse ebenso korrumpierter wie kleingeistiger und kleinmütig-schizoider Funktionäre und Politiker, die eine längst ausgehöhlte und substanzlos gewordene ethische Welt- und Menschenbetrachtung auf allen Ebenen und Feldern nur noch zynisch verbalisieren und "rationalisieren", also dem doofen "Volk" als legitim und/oder notwendig "verkaufen" -  de facto aber über jede Praxis ihrer Mißachtung nicht nur hinwegsehen, sondern ihr zunehmend den legislativen Boden und Entfaltungsraum verschaffen, den eine/jede unmenschliche, asoziale, despotische und rechtlose Gesellschaftspraxis nun einmal braucht.

Wenn ein Thomas Bach vom Deutschen Sportbund hirnlos faselt, "...im übrigen waren Boykotte immer von besonderer Erfolglosigkeit gekrönt", und DOS-Vesper ergänzt, daß "unseres Erachtens ein Boykott keinen Sinn hat, weil er den Menschen nicht hilft", dann sollten beide nochmal in einer Grundschule kausaler Logik ein paar Nachhilfestunden absolvieren: Das Adeln menschenrechtsfeindlicher Systeme und politischer Regime durch die Strahlkraft der Olympischen Würdigung ist selbst ein Vergehen, eine inakzeptable Propaganda-Hilfe für das Regime und Parteinahme gegen die von ihm unterdrückten Menschen, also eine Mittäterschaft im permissiven Sinn  -  ist eine viel zu bedeutende, der passiven Mittäterschaft schuldige Affirmation solcher Regime und ihrer Verbrechen!

Es geht  nicht darum, den unterdrückten, mißhandelten, entrechteten Menschen unmittelbar "zu helfen": das liegt außerhalb des Wirkungsbereichs von kulturellen Veranstaltungen und Landesgästen.  Es geht darum, ihre Unterdrücker, Mißhandler, Entrechter nicht zu adeln, zu hofieren, zu "sanktionieren" und aufzuwerten.  Es geht darum, den Menschen mittelbar zu helfen, indem man eben dem Land fernbleibt, es in seiner Verfassung und seinem Verhalten zurückweist und ablehnt  -  und das tut ein Boykott, eine Olympiade-Verweigerung auf eine schmerzhafte und empfindliche Art und Weise sehr wirkungsvoll: Er straft ein System, ein Regime, eine Diktatur durch den Entzug und dieVerweigerung seiner Würdigung als akzeptabel, als menschenwürdig, als legitim und tolerierbar!  Er verweigert ihm die Anerkennung, legitim und tolerierbar, hofierbar und unterstützenswert zu sein!  Und für ein dermaßen unverblümt-verlogenes Unterdrückungsregime wie das gegenwärtige chinesische ist die "härteste aller Maßnahmen" (Jörg Schönenborn, ARD-Presseclub), der Totalboykott, wenn nicht sogar die Absage der Spiele, nur das denkbar harmloseste Minimum  -  die bescheidenste aller Maßnahmen, wenn schon keine UNO-Sanktionen und Völkerrechts-Tribunale und -Gerichte denkbar und möglich erscheinen, obwohl sie längst notwendig und überfällig wären!

Und so bleibt mir nichts, als die chinesische Regierung aufzufordern, endlich konsequenter zu sein in ihrem aufrechten Kampf für ein befriedetes Tibet: Bauen Sie endlich Gaskammern und Konzentrationslager in Tibet, in denen widerspenstige Tibeter und ihre Unterstützer zur vernünftigen Umerziehung einquartiert und angemessen behandelt werden können! Montieren Sie über den Eingang dieser Lager die hoffnungsvoll-frohe Botschaft: "Gehorsam macht frei!", und nennen Sie die Lager: "Oasen des himmlischen Friedens"!  Das gäbe endlich auch dem IOC und den teilnehmenden Sportnationen die Möglichkeit, ihrerseits konsequenter zu sein und die Spiele in China für so lange Zeit abzusagen, wie Tibet noch unter chinesischer Fremdherrschaft und Unterdrückung gehalten wird!  Tragen Sie endlich etwas zur Klärung der Situation und Sachverhalte bei  -  die weltlichen Funktionäre und Politiker sind zu einer klaren Wahrnehmung und politischen Haltung, wie immer in der langen dunklen Geschichte der Politik dieses Planeten, nicht ansatzweise in der Lage!

Denn wenn die Politiker der Welt, und spezifisch auch die Funktionäre des IOC, eines aus der Geschichte des Dritten Reichs ja angeblich gelernt haben, dann das: Daß die Olympischen Spiele niemals in Deutschland stattgefunden hätten, wenn die Realität der KZs und der Judenvernichtung schon bekannt gewesen wäre!

Deshalb geben Sie, ehrenwerte und hofierungswürdige Führer des chinesischen Staats, ihnen bitte die Möglichkeit und Gelegenheit, dies in Ihrem Fall, anhand Ihrer konkreten Sachlage einer gegebenen weltpolitischen Realität, hier und heute und endlich einmal in der langen, von düsteren politischen Realitäten und Verfehlungen durchzogenen Weltgeschichte, ein einziges Mal nur, unter Beweis zu stellen!

 

 

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KO(S)MISCHE ZEITEN 6

 

I M A G I N Ä R E

B A U S T E L L E

 

 

DIE GROSSEN SCHICKSALSLENKER, HARTZ-REFORMER UND

KRIEGSVERHINDERER  DER WELTGESCHICHTE,

DRAHTZIEHER, AKTIENPAKETSCHNÜRER UND

DURCHBLICKER DURCH BLUSEN, HOSEN UND WÄNDE

VON EIGENEN GNADEN,  ALLVERMÖGENDE

GARTENPARTY-PAPIS UND -MUTTIS EIGENER BILDUNG,

AUS-  UND EINBILDUNG, DIE LOCKEN DREHEN,

LÖFFEL VERBIEGEN UND  EIN HALB VOLLES

VON EINEM HALB LEEREN GLAS CHARDONNAY

UNTERSCHEIDEN KÖNNEN UND DIE

UNTER- UND ERGEBENEN BLATTLÄUSE  IHRES DRÖGE-BANALEN

HALLUZINATIONSSPIESSER-BEKANNTENKREIS-"KOSMOS"

AUF DEN GRÜNEN WEIDEN DES BÜRO- UND KAFFEEKRÄNZCHEN-ALLTAGS

UND -LEBENS NACH STRICH UND FADEN (VOR-)FÜHREN

UND MELKEN,  DER PUDEL-CLUB

ARTIG- UND ADRETTFRESSIGER STUMPFSINNS-GANOVEN

ALS "VERTRAUENSWÜRDIGE" SCHUTZGELD-MAFIA,

ALS ARG- UND HARMLOSE "FREUNDE" UND "VERTRAUTE",

ALS "HELLSEHER", "HEILSBRINGER" UND

"ERBAUER" ILLUSIONÄRER LÜGEN-"WELT(EN)",

ALSO DIE "KO(S)MISCHEN" STAMMTISCH-"HELDEN"

DES "HOCHGEKREMPELTEN HOSENBEINS" UND ANDERER

"ERLEUCHTENDER" INITIATIONS-RITUALE DER MAURER-, ILLUMINATEN-

UND SONSTWIE-ADEPTENTROTTEL-LOGEN MIT IHRER

KEGELCLUB- UND SKATVEREINS-GEISTIGKEIT "HÖHERER ORDNUNG",

AM DÜSTEREN PARALLELEBENEN-MALLORCA IHRES HALLUZINIERT

"HÖHEREN" B-EBENEN-"HIMMELS" NIEDRIGSTER

UND VERGÄNGLICHSTER SORTE GESTRANDET

UND SICH DORT, VON EIGENER MÖCHTEGERN-WICHTIGKEIT BESOFFEN

UND UNBELEHRBAR, UNVERSTÄNDIG UND BESCHRÄNKT

WIE IN ALLEN IHREN KLEINGEISTIGEN DINGEN,

FÜR "BEFREIT" UND "WISSEND" HALTEND, OHNE

DEN LEISESTEN SCHIMMER,  DEN BLASSESTEN DUNST,

JEDE WIRKLICHE UND SUBSTANTIELLE AHNUNG

VOM KOSMOS, MENSCHEN, LEBEN UND/ODER SCHICKSAL

DES PLANETEN UND HÖHERER WIRKLICHKEITEN,

IN DEBIL-HYBRIDER SELBSTZUFRIEDENHEIT

ALS PRIVAT- UND PERSÖNLICHKEITSSPHÄREN-SCHMAROTZER 

IM LEBEN ANDERER HERUMPFUSCHEND UND -WURSCHTELND,

OHNE MIT DEM EIGENEN ETWAS SINNVOLLES UND SINNVOLLERES

ANFANGEN ZU KÖNNEN, ALS SICH AN ANDEREN ZU BEREICHERN,

ANDERE ZU BERAUBEN, ZU MORDEN, STEHLEN, FOLTERN,

SIE AUSZUPLÜNDERN,  IM HARMLOSESTEN FALL

IN DIE IRRE ZU FÜHREN UND UM IHRE LEBENSENERGIEN,

IHRE SELBSTBESTIMMUNG, IHR WIRKLICHES HÖHERES

ENTWICKLUNGSPOTENTIAL  ZU BRINGEN  - 

IN NIEDERTRACHT VEREINT UND

IHR GANZES UMFELD IN SINNLOSEN LEERLÄUFEN

UND SINNLEEREN SELBSTZWECK-AKTIVITÄTEN BESCHÄFTIGEND

AUF IHREM KRIMINELLEN, UNGERADEN, ERRATISCHEN UND

NUTZLOSEN WEG  NACH NIRGENDWO,

KURZ:

DIE HALLUZINATIV-IMAGINÄRE "KO(S)MISCHE BAUSTELLE WELT"

SCHÄBIG-CHARAKTERLOSER SPATZENHIRN-WÜRSTCHEN UND 

SOMNAMBULER MUTTISOFA-OKKULTISTEN-TROTTEL AUF

GROßMANNS-HALLUZINATIONSTRIP,

OHNE WIRKLICHE "STELLE", OHNE JEDE LEISTUNG,

OHNE JEGLICHEN ÜBERBAU,  BAUPLAN, 

UND OHNE JEDEN TATSÄCHLICHEN "BAU",

DER SO GENANNT WERDEN KÖNNTE, ZUR BLENDUNG

UND TÄUSCHUNG IN GLAMOUR-MANAGER-MASKEN

UND -ANZÜGEN POSIEREND, DEN KOPF LEICHT

ERHOBEN ODER HEUCHLERISCH "DEMÜTIG",

"BESCHEIDEN" GESENKT, UM DIE NICHTIGKEIT

UND LEERE ZU KASCHIEREN, DAS NICHTS, DAS SIE,

IHR DASEIN UND SOSEIN AUSMACHT UND "REPRÄSENTIERT",

VOR ALLEM ABER

OHNE JEDE BEDEUTUNG, JEDES ZIEL, JEDEN SINN,

OHNE IRGENDEINEN NUTZEN FÜR IRGEND JEMANDEN

AUßER FÜR SIE SELBST  - 

DAS ALLES KENNZEICHNET DEN "GEIST" UND "KOSMOS",

DIE HIRNE, DAS WESEN UND DIE "PERSÖNLICHKEITEN", 

DAS VERGÄNGLICHE, WELTLICHE, KLEINKARIERT DÄMLICHE

SPIESSER- UND BÜRGER-EGO

DER MÖCHTEGERN-"KOSMIKER" EIGENER VERHERRLICHUNG

UND AUFSCHÄUMUNG, 

DAS AUTOHALLUZINIERTE, LUKRATIVE ILLUSIONS-"IMAGE"

DER SEGENSREICHEN "KOSMISCHEN (INNEN-)WELT-HERRSCHER"  - 

UND DIES, ALS KRÖNUNG UND SAHNEHÄUBCHEN

IHRER SCHAUMSCHLÄGER-ONANISTEN-TORTEAUCH NOCH

"DER JAHRHUNDERTE"

(WAS SCHLIEßLICH IN JEDEM GESCHICHTSBUCH NACH-,

AM ZUSTAND UNSERER ERDE, UNSERER GESELLSCHAFTEN,

IN POLITIK, WIRTSCHAFT, ÖKOLOGIE UND SCHICKSALSWERDUNG

UNMIßVERSTÄNDLICH UND ERKENNTNISREICH ABZULESEN IST)!

 

ABER LESEN SIE SELBST: 

 

 

Frage:  Sie sagen, während man sich der Wahrheit allein durch individuelle Bemühung zu nähern vermag, daß die Arbeit andererseits kollektiv und von einer Autorität organisiert sein muß.  Die geheime Bruderschaft der Adepten ist eine Gruppe von Menschen, die sich, wie Sie selbst, von allen Begrenzungen befreit haben und zur Wahrheit gelangt sind; aber, wie Sie selbst, haben sie ein gewisses selbsterwähltes Werk übernommen in Bezug auf die Förderung des allgemeinen Wohles der Welt.  Sie inspirieren große Reformen in jeder Abteilung des Lebens und arbeiten mit Methoden, über die nur sehr wenig bekannt ist, die aber unermeßlich wirkungsvoll sind.  Ihre Zusammenarbeit ist vollkommen, ihre Organisation perfekt, sie erkennen einen absoluten Herrscher an  -  aber im Leben sind sie absolut frei.  Solch eine Art zu leben scheint die logische Folge Ihrer Lehre.  Verneinen Sie, daß das so ist ?  Oder gilt Ihre Herausforderung vielmehr der populären Verwechslung der Wahrheit mit organisiertem Wirken im Dienste der Menschheit ?

Krishnamurti:  Als erstes müssen Sie verstehen, was ich mit kollektiver und organisierter Arbeit meine. Sie behaupten, daß es eine geheime Bruderschaft gibt, die die Arbeit für die Menschheit organisiert zur Förderung des Wohles der Welt.  Anzunehmen, daß es solche gibt, die Wissen besitzen, die Wahrheit erkannt haben und aufgrund dieser Erkenntnis Methoden gebrauchen, über die, wie es heißt, nur sehr wenig bekannt ist, wobei sie spezielle Vermittler und Botschafter erwählen, die ihre Arbeit verrichten und Organisationen inspirieren, die dessen würdig sind  -  in meinen Augen gründet eine solche Annahme auf einer Illusion, die dazu führt, daß der Mensch zu seinem eigenen "Wohle" ausgebeutet wird...!

 

 ("Star Bulletin",

September 1931)

 

 

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