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日志


PostScript 7

 
 
G – L – Ü – C – K




EHE IST HEILIG, FICKEN GÖTTLICH, ZUHÄLTEREI KOSMISCH. Die Zuhälterei der Gangster der adeptischen „ko(s)mischen Hierarchie“ gibt sich als gönnerhafte und joviale „Glücksstiftung“ aus: Jedem Männchen sein Weibchen, jedem Weibchen sein Männchen  -  und der adeptische Kuppler kassiert die Gebühren aus der Parkuhr am Ehebett. Das spirituelle Ideal einer „Seelenehe“, also der Verbundenheit zweier individueller Seelen über eine oder mehrere Inkarnationen hinaus, gerinnt in ihren Händen zur Sauermilch erfolterter, erzwungener, konstruierter (oder einfach luderhafter) Partnerschaften, die nichts bindet und zusammenhält als der magische Kitt fremder Initiatoren und „Stifter“  -  von kein bißchen hellsichtigeren Hohlköpfen inszeniert und zusammengeführt als die Verkuppelten selbst, für den Kuppler aber mit dem Bonus eines lebenslänglichen Dankbarkeits-Sympathie-Abhängigkeits-Schmarotzertums ausgestattet (falls diese Verbindungen überhaupt über den ersten Tag und zwei Tage und einen halben hinaus bestehen bleiben). Da werden Männer gebrochen und Frauen unterworfen, und die Frauen so gleichzeitig in Abhängigkeiten fremder Männer gestellt, als ehelebenslängliche Agenten fremder Autorität über ihren eigenen „beglückten“ Würstchen-Gatten „von Adeptenfreunds Gönnung und Gnaden“. Da werden Frauen Männern zugeführt, denen sie sich nie im Leben anvertraut hätten, nur weil ein „höherer Ratschluß“ sie zu seinen Huren und verfügbaren Objekten sachfremder Interessen machen will. Da werden wirklich sinnvolle Partnerschaften verhindert, weil es irgendwie andersgearteten Interessen der „ko(s)mischen Schicksalslenker“ und magischen Berserker nicht in ihren kriminellen Kram, nicht zu ihren verbrecherischen, ausbeuterischen Schmarotzer-Plänchen passt.

Wenn Sie selbst nicht das Unglück haben, zu den so unselig um ihre wahre Partnerschaft betrogenen und „beglückten“ Paaren „von Adeptens Gutdünken“ zu gehören, von denen ich hier spreche, und damit bereits und nur zu gut im Bilde sind, dann will ich Ihnen an meinem eigenen Beispiel sagen, wie so etwas ablaufen kann und von den irren „Schicksalslenkern“ der adeptischen Mafia in der Praxis abgelaufen wird.

Von früher Jugend an mit dem Ideal einer über begrenzte körperliche Lebenszeit hinausreichenden und über mehrere Inkarnationen dauerhaften und sinnvollen Partnerschaft, einer „Seelenehe“* vertraut und auf sie abonniert, wurde mir von meinem spirituellen Führer (einem Meister der wirklich  „höheren Wirklichkeit“ des geistigen Universums, auf einer Existenzstufe, die den hirnrissigen Möchtegern-Adepten der selbstverfertigten Adepten“hierarchie“ nicht einmal für gelegentliche Anfragen erreichbar und zugänglich ist) im Jahr 1985, fotografisch und präzise, das Bild der Frau übermittelt, nach der ich zu suchen hätte. Der Frau, die in meiner letzten Inkarnation (als Rudolf Steiner) meine zweite und in mehreren Leben davor schon meine Partnerin war.

Anfang 1987, nach meinem erneuten Umzug nach Frankfurt, begegnete sie mir hier. Bis 1990 versuchte ich, in denselben Lokalen wie sie verkehrend, immer wieder, sie anzusprechen, mit ihr in Kontakt zu kommen, mit ihr zu reden  -  was von den geisteskranken Adepten und ihrem dauerpöbelnden Fußvolk in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen, da ihren hirnrissigen und kriminellen Plänchen für mich und mein Leben nicht opportun, immer wieder vereitelt, unmöglich gemacht, deformiert und verhindert wurde; und nicht zuletzt auch durch ihre eigene („innengeleitete“) Beteiligung an dem kollektiven Terror und den allgegenwärtigen Inszenierungen von primitiven, destruktiven Pseudo-Ereignissen, mit denen man mich nun seit vielen Jahren schon und unausgesetzt terrorisierte, zu asozialisieren und kriminalisieren versuchte.

Um mich von ihr abzubringen, hängte man beliebig-bedeutungslose Frauen an mich, die  -  allzeit bereit  -  nur zu gern „mal einspringen“ (und viel öfter, zu ihrem Leidwesen, nur zu gern mal eingesprungen wären), vertrödelte die Jahre meines Lebens weiterhin mit sinnleerem und ziellosem Terror „um des Terrors willen“, in der Hoffnung, ich würde aus Verzweiflung „aus dem Elend schon irgendwas (erwünscht Idiotisches) machen“ und so ihrem Terror, ihrer Folter, Lebens- und Arbeitsvernichtung ein Alibi, eine Erklärung nachreichen  -  und ging sogar so weit, diese Frau mit einem anderen Mann zusammen- und beide, an irgendeiner Bartheke kopulierend, mir vorzuführen. Mit dem Ergebnis, dass sie, weil doch nicht so von ihm überzeugt, von ihm vergewaltigt wurde und nun, um eine „schlimme Erfahrung“ reicher und immer noch einsam, wie zuvor durch ihre bedeutungslose Welt läuft, während ihre wie meine Lebensuhr nach wie vor und Jahr für Jahr belanglos und sinnleer, aber laut weitertickt.

Erst als ich 1990, kurz zuvor von ihr ein letztes Mal, absichtsvoll „inszeniert“ und mit giftiger Deutlichkeit und Endgültigkeit, zurückgewiesen, erneut (und zum x-ten Mal) beruflich und existentiell am Ende, physisch und psychisch zum Wrack zugrundegefoltert und –terrorisiert, mein Leben wieder einmal ohne Perspektive oder auch nur die rudimentärste Grundlage war, und ich den „hellsichtigen“ Möchtegern-Schicksalslenkern offenbarte, was diese Frau und mich nun schon seit mehreren Inkarnationen verband und verbindet, „änderten“ sie schlagartig (und vor den Kopf geschlagen) ihre „Absichten“: Terror, Folter, Lebensverhinderung und –vernichtung wurden unvermindert fortgesetzt, sollten mich nun und von da an plötzlich nicht mehr von ihr abbringen, sondern „in ihre Arme treiben“  -  als „gestrandeter Asozialer“ in die Zuflucht, das „Glück“ und die „Sonne“ einer  -  natürlich!  - von ihnen „adeptisch gestifteten“ und erkuppelten Zuhälter-Seelenehe.

Die beliebig-bedeutungslosen Willigweiber, die man (und sich) mir vorher angedient und aufgedrängt hatte(n), um mich von der von mir angestrebten Verbindung ab- und wegzubringen, änderten schlagartig ihre Qualität: Nur noch absurde, für mich inadäquate und indiskutable Frauentypen näherten sich mir nun, als psycho-terroristische „Antithese“ ausgegeben, die mich zu der mir nun aufzuzwingenden Seelenehe treiben sollten. Und der debile und bornierte Trampel von „Seelenehe-Partnerin“ fand sich  -  nach allem, was vorangegangen war und wie verbrecherisch-hirnrissig alles Vorherige sich nun offenkundiger denn je darstellte  -  auch dazu wieder ein und bereit, stellte sich als „Lockvogel“ für meine Unterwerfung unter den adeptischen Zuhälterwahn und meine Bevormundung und Einvernahme zur Verfügung und versuchte, unter Umkehr aller Vorzeichen, mir wie allen blind-verblendeten Zeugen, Mittätern, Medien-Marionetten und -Handlangern gegenüber (denen man, als letzte Rettung vor der drohenden Katastrophe der eigenen Blamage und Demaskierung, seither versucht, das rote Röckchen einer debil-banalen "Glücksstiftung" über die drögen Augen und Hirne zu ziehen  -  und sich selbst und ihre begangenen und fortgesetzten Verbrechen darunter zu verstecken wie der kleine Blechtrommler unter den Röcken der Großmutter) so die Verschleierung der wirklichen Vorgänge und Verhältnisse, eine bloße und diesmal „erfolgreiche Fortsetzung“ und Rechtfertigung der vorangegangenen Verbrechen und Idiotien aufzuzwingen und vorzugaukeln. Mit dem Resultat, dass nach wie vor (und nun schon seit neun Jahren und meinetwegen bis ans Ende aller Tage und einen Tag länger) zwei Menschen allein, einer davon in kaum mehr zu unterbietendem Elend, mit unbeschreiblicher Gewalt und hemmungsloser Skrupellosigkeit, um ihr Leben gebracht, betrogen und „lebendig begraben“ wurden und sind. Und nur, um mich dem kranken Willen einer selbsternannten okkulten „Weltherrschafts-Elite“ zu unterwerfen, die sich seit nunmehr zwei Jahrzehnten meine Biografie als ihr Produkt auf die Visitenkarte foltern wollte und will und dabei nur grenzenlose Lebensvernichtung produziert, ohne je auch nur einen sinnvollen Beitrag geleistet zu haben, zu dem ihr nieder-okkulter Spatzenhirn-Horizont ohnehin untauglich und unbrauchbar wäre  -  sich aber stattdessen noch all dessen brüsten will, was sie trotz Terror, Folter, Raub und Diebstahl nicht unterdrücken und/oder verhindern konnten. Mit diesem Ergebnis.

Die Blinden wollen sich als Seher, die Ahnungslosen als wissend und die Ignoranten als Weise, die Wahnsinnigen als „mit höherer Einsicht ausgestattete Vernunft“ darstellen und sponsorn lassen  -  und zu diesem Zweck ist ihnen jedes Mittel, jede Machenschaft recht, und keine Brutalität und Lüge, kein Verbrechen, keine Gewalt und keine Grausamkeit ist ihnen zu brutal, zu verlogen, zu verbrecherisch, zu gewalttätig und zu grausam. Sie kennen weder Hemmungen noch Erbarmen  -  von Verantwortung, ethischer Orientierung oder gar „höherer“, „spiritueller Einsicht“ gar nicht zu reden.

Im Alltag aber lassen sie  -  die Schmarotzer, die Ausgehaltenen, die Hofierten, die zu unrecht Geachteten und Geehrten, die Bedienten und Befolgten  -  sich als „gütige“, „selbstlose“ „Diener am Nächsten“ polieren,maniküren sich das Blut und den Dreck ihrer adeptischen Mord-, Folter, Totschlags- und Vergewaltigungsverbrechen aus ihren astralen Krallen, fassen sich vor Rührung ans „Herz“, wenn sie auf der Straße ihr um Leben und Glück berserktes Opfer treffen und machen jedem vor, sie seien die Erzeuger und Gönner und Spender und Organisatoren des Glücks, das sie anderen Menschen erst abpressen und abfoltern, um ihnen dann portionsweise das, was sie selbst davon übrig- und zulassen, als „großzügig-selbstlose Wohltat"  -  und selbstverständlich lebenslänglich zinspflichtig  -  „zu überlassen“.

Selbst einem virtuoser Sprache und souveränem Denken mächtigen Menschen wie mir versagen angesichts der Tatsachen dieses okkulten Gangstertums von Geistes- und Psycho-Krüppeln „der parfümierten Sorte“, dieses „Innere Ebenen“-Gangstertums in Armani- und Mey-und-Edlich-Anzügen  die Worte, gehen die Begriffe aus, die faktische Realität hinter den artigen Society-Fressen und –Schalmeien angemessen zu kennzeichnen. Geschminkter Abschaum, subhumane Monster als adeptische Bieder-Dressmen, oder auch Begriffe wie „Irre“, „Gangster“, „Berserker“, usw. sind nur unzureichend geeignet, da sie immer noch mit herkömmlichen Vorstellungs- und verständnisdimensionen besetzt sind, die diese zweibeinigen Produkte einer degenerierten und fehlentwickelten niederokkulten Intelligenz längst und weit hinter sich gelassen, überschritten und gesprengt haben: In die referenzlose Grenzen- und Formlosigkeit ihres astral-okkulten Allmachts- und Selbstherrlichkeitswahns.

Ein Wahnsinn, der im Begriff ist, sich aller Aspekte des menschlichen und gesellschaftlichen Lebens in den westlichen Industrienationen zu bemächtigen, der sich, nur notdürftig und oberflächlich mit ethischen Schutzbegriffen, Alibis und verlogenen Etiketten verbrämt, dazu versteigt, das Leben aller Menschen und ihrer Geschicke zu beherrschen, über Glück und Unglück anderer „schicksalhaft“ und „göttergleich“ zu verfügen, und das jedem Menschen angeborene Leben samt dessen Ausstattung und Perspektiven im Namen missbrauchter und entwerteter Alibi-Ideale von „höherer Entwicklung“ sich zu unterwerfen, verfügbar und „hörig“, benutzbar zu machen und nach ihrem verbrecherisch-vermessen angemaßten Gutdünken und Belieben auszubeuten, auszuschmarotzen und dem Beraubten „zuzuteilen“ oder auch nicht  -  und das alles „zu seinem eigenen Wohle“.

Also: Zu  I h r e m  Wohle! Und: Auf  I h r  Wohl!

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* siehe hierzu das einzige vernünftige Buch zum Thema: Dion Fortune, „Esoterical Philosophie of Love and Marriage“ (Aquarian Press, GB)


 

(© 1996 by the author
Alle Rechte vorbehalten –
All rights reserved)

 


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„Alles ist wieder eingefangen in der Simulation. Die Landschaften in der Fotografie, die Frauen im sexuellen Szenarium, die Gedanken in der Schrift, der Terrorismus in der Mode und den Medien, die Ereignisse im Fernsehen. Die Dinge scheinen nur für diese seltsame Bestimmung zu existieren. Man fragt sich, ob die Welt nicht nur für die Werbung da ist, die eine andere Welt für sie macht.“

(Jean Baudrillard.
Amerika,
München 1987)

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Lesen Sie die vollständige Dokumentation des EICHLER-BLOG seit Beginn am 8.Okt. 2007 unter:

http://docs.google.com/View?docid=dhjz6n4k_0dwqr6scs


KO(S)MISCHE ZEITEN 3





SECOND LIFE
Eine kurze Geschichte der Zeit vor dem Ende



Seit Jahrhunderten träumt das unbedarfte Stammtisch-, Büro- und Amtsstuben-Spießertum davon, endlich "auch mal was zu sagen zu haben", "auch mal wer zu sein", kurz: "auch mal zu herrschen". Nur, aufgrund von persönlichen und karmischen Defiziten war der Weg vom Stammtisch ins richtige Leben meist verbaut, das "alter ego" des verkannten Wichtigmanns und Besserherrschers dazu verurteilt, mit seinen kongenialen "Kollegen" des Stammtischs die Welt nicht retten, nicht verbessern, nicht "richtig", nicht zu "der" machen zu können, "die sie sein sollte", und obendrein die "Unfähigen" und "Unzulänglichen", "die da oben", "die das Sagen haben", ertragen, lediglich beschimpfen und  -  beneiden zu müssen ob der Privilegien und Annehmlichkeiten, die es da ja zu holen und genießen gab, wenn man einer war, der "da oben" und "ganz wichtig" ist. Das zeitlose Leid des ewig zu engen, zu begrenzten, beschränkten Horizonts - der sich, aufgrund seiner leichten Übersichtlichkeit und unüberprüften Richtigkeit gern als "vollständig" und "umfassend", also „sachverständig“ halluziniert.

Bis - ja, bis dem schnöden, banalen Furzerstammtischstuhl- und Muttisofabesetzer, dem verhinderten Groß- und Wichtigmann eigener Maßgabe und Einschätzung die Möglichkeit eines SECOND LIFE sich eröffnete, das alle Begrenzungen, Beschneidungen und Behinderungen des richtigen, seines "First Life" endlich aufzuheben und zu transzendieren versprach und ihm den Weg zu Bedeutung, Einfluß, Glanz und Glorie verhieß - und das nicht nur im kleinsten Kreis, dem der Bekannten und Verwandten und Nachbarn und Kollegen und so weiter, derer, die ihn jahre- und jahrzehntelang so verkannt hatten und haben, sondern vielleicht auch einer, welcher immer, gesellschaftlichen "Öffentlichkeit": als Manager oder Poltiker oder Drahtzieher, oder wenigstens als Bekannter und Mitreder und Dazugehörer solcher "großen Tiere" in Amt und Würden,  zumindest aber als einer ihrer "heimlichen".

Im SECOND LIFE endlich konnten die kleinen Jedermänner und -frauen aller Herkünfte und Lebensbereiche aus dem Traum, verkannte "Große" zu sein, endlich suggestive wie "faktische" Realität werden lassen: anderen so wichtig und überlegen zu erscheinen, daß man sie beachtete, sich nach ihnen richtete, sie nicht mehr argwöhnisch und kritisch beäugte und begutachtete, um sich dann wieder wirklich relevanten und substantiellen Persönlichkeiten, Ansichten und Haltungen (falls man überhaupt welche kannte) zuzuwenden, sondern hinter ihnen eine unbekannte, imaginäre Schattengröße vermuten, sich unhinterfragt und unkritisch-blind ihrer Beratung und Leitung anvertrauen würde. Im SECOND LIFE konnten sie endlich in jede gewünschte Haltung und Rolle schlüpfen, die ihnen von anderen unbesehen und unbezweifelt "gekauft" und geglaubt wurde, ihre banalsten und debilsten Gedanken als "wichtige Einsichten" weitergeben, ohne daß die Halluzination des "neuen, faszinierenden Kontexts und Weltzusammenhangs" einer vermeintlich "anderen Realität" deren Banalität und Dummheit offenbarte (und damit die Dummheit und Banalität ihrer insignifikanten Treppenhaus-Psychologie und des nur zu oft zu Täuschungs- und Mißbrauchszwecken erfundenen und erlogenen Treppenhaus-Klatsch-und-Tratsches ihrer angeblichen "Innere-Ebenen-Informationen"), kurz: sie konnten sich endlich unglaublich groß und wichtig, "geheimnis-" und "bedeutungsvoll", also bedeutend machen und so über die Banalität ihrer belanglosen Persönlichkeitsrealität erfolgreich hinwegtäuschen.

 

Und das war so schön, daß sie buchstäblich über sich hinauszuwachsen, sich tatsächlich für wahre Götter und Größen zu halten begannen, denen der Planet Erde am unteren Ende ihrer kurzen Stummelbeinchen buchstäblich zu Füßen lag, verfüg- und gestaltbar nach ihrer Lust und Laune, und sie sich selbst fortan nur noch als "kosmisch", die wahre Realität der Menschen und des Planeten nur noch als ihr Spielfeld und ihr SECOND LIFE als maßgebliche Wirklichkeit zu betrachten pflegten. Schließlich klappte das ja auch alles ganz einfach: Mutti hat's geglaubt, die Tochter und der Sohn sowieso, und auch die Kollegen im Büro, in der Fabrik, am Arbeitsplatz  -  ebenso wie jeder andere, der noch nicht bewandert war im SECOND LIFE und deshalb noch halluzinativ zu faszinieren war von der fiktiven "höheren Realität" einer unvertrauten „Hinter-den-Fassaden“-Wirklichkeit, von der aus man erfolgreich das fiktive "Alter ego" einer "wahren", „höheren“ Identität in die blinde Umwelt projizieren, die nüchterne Betrachtung der realen eigenen Würstchenpersönlichkeit mühelos übermalen und ausblenden konnte. Und alle anderen ließen sich ja, ohne daß ihnen irgendwas explizit gesagt und wirklich mitgeteilt worden wäre, mühe- und widerstandslos davon faszinieren, glaubten blind, daß da etwas "Höheres" sein mußte hinter den Kulissen der gewöhnlichen Materiewelt, da man ja selbst nur ein niederer, blinder Zeitgenosse war, der davon nur wenig wußte und schon garnicht genug verstand.

 
Bald erschien allen die ganze "First Life"-Realität nur noch wie ein schnöder, banaler Abglanz des SECOND LIFE, nur noch der Spiel-Weltschauplatz, die "Benutzer-Oberfläche" des eigentlichen und wichtigeren Geschehens jenseits der Fassaden, des Ortes, wo die "wirkliche" Musik spielt und die "wirklichen" Ereignisse der Realität ihren Ursprung und geistigen "Überbau" haben, wo man den „wirklichen Durchblick" hat ins "innere Wesen“ der Dinge, die sich in der Realität des "First Life" eben nur als phänomenales Geschehen darstellen – des ungreifbaren und doch so real Parallel-Weltdaseins, wo die SECOND LIFE-Übermännchen und -weibchen als die wahren Drahtzieher und "Götter" dieser, unserer diesseitigen Welt ihr wichtiges und segensreiches Wirken entfalten und nach unbekannten Kriterien und Entscheidungen gestalten. Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Leben des "First Life" waren nur noch die "Bühnen" der wirklichen Vorgänge im SECOND LIFE, hatten dort ihre "Planung", ihren "Ursprung", ihren "Sinn" und ihre wahre "Bedeutung". Und als schlichter, einfacher Bewohner des "First Life", der, persönlichkeitsentwicklungsbedingt, an der Wirklichkeit des SECOND LIFE (noch) nicht selbst teilhaben konnte, durfte man sich glücklich schätzen, den "Göttern" und "Übermenschen" wenigstens bekannt zu sein und von ihnen gelegentlich als willfährig-kritiklose, fasziniert-hirnlose, allzeit-bereite Marionette und Handlanger, als weltlicher "Handschuh" der überweltlichen "Hände" und ihres weltlichen "Wirkens" und "Gestaltens" eingesetzt und benutzt zu werden, also irgendwie doch, wie unverständig und begriffslos auch immer, „adabei“ zu sein, sich anderen gegenüber doch irgendwie auch selbst ein bißchen „überlegen“ fühlen zu können - wie wenig man auch tatsächlich von dem verstand, was Motivation, Hintergrund und die wahren Qualitäten der  Intentionen und Aktionen, an deren Ausführung man als weltliche Personenhülse und Marionette instrumentell beteiligt wurde und war, wirklich charakterisierte, was die nie erfragte Berechtigung und undurchschaute Zielsetzung der Vorgänge und Machenschaften eigentlich definierte, was die artigbarbarische und spießermafiose Kriminalität und Asozialität der „geheimen“ Machenschaften derer, denen man  -  mit Banalitäts-"Begründungen" und Kleingeist-Geschiß der Kinderweltsorte („es geht um Liebe“, „der muß was lernen“, „wir meinen’s ja gut“, etc.) abgespeist und verblendungssediert und über alle tatsächlichen Grausamkeiten, Barbareien, kriminellen Machenschaften und wahren Intentionen und Absichten des "Hinterderwelt"-Geschehens erfolgreich hinweggetäuscht  -   als gefügiger Vollstreckungsgehilfe diente, eigentlich legitimierte.

 

Und so kam es, daß erst einige Beteiligte, dann immer mehr einzelne ganzer Familien, Gruppen, Organisationen, Institutionen, Administrationen, Länder und Nationen, schließlich eine ganze Menschheit zunehmend ihren Verstand verloren, geopfert auf dem Altar der Illusion, SECOND LIFE sei ein "höheres" Leben und damit auch eine "höhere" Perspektive als die wahrnehmbare und gewohnte, die belebte, bewohnte und bewohnbare, überprüfbar reale Wirklichkeit mit ihrem vertrauten und verläßlichen Kognitionsgefüge, ihrem Realitätskonsens und dessen philosophischen Vernunft-Paradigmen. Die Menschen verloren zunehmend das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung von Wirklichkeit, in die eigene Urteilskraft und das eigene Denkvermögen, mißtrauten zunehmend jedem anderen Menschen, da allen Menschen nur noch als "Fassade", "Maske", "Persona" eines dahinter liegenden "SECOND EGO" und damit distanziert zu begegnet war, mit "verborgenen", "unausgesprochenen", "symbolischen", also unan- und unausgesprochenen Haltungen, Absichten und Ambitionen, und nicht mehr auf der Basis eines geschichtlich gewachsenen, selbstverständlichen zwischenmenschlichen Gesellschafts-, Kultur- und Sozialitäts-Konsenses,  eines mit anderen geteilten Grundverständnisses und –Grundvertrauens, und die Suggestionen und Halluzinationen einer schemenhaft-nebulösen, symbolisch-„repräsentativen“ Wahrnehmung von Wirklichkeit, die ihnen aus dem SECOND LIFE in ihre Gehirne gepflanzt und gesetzt wurden, ersetzten alle überflüssig gewordenen eigenen Denk- und Verstandesleistungen, überzogen alle eigenen Beobachtungen mit Projektionsfantasien, erstickten alle eigenen Analyse- und Urteilsprozesse und -ergebnisse in halluzinativer Alltagstrance, da sie ja "wirklicher als die Wirklichkeit" zu sein behauptet   -   und schlicht geglaubt wurden.

Die im Stammtisch- und Räucherschalen-Gedusel ihrer SECOND LIFE-Logen zu illusionärer Größe, Bedeutung und Einflußmöglichkeit aufgedunsenen kleinen, unbedarften Stammtisch-Spießer und Ambitions-Okkultzwerge nannten sich und ihren losen Zufallsbekanntschaftshaufen von Gruppen, Grüppchen, Stämmen und Horden jedweder Art und Sorte und aller Lebens- und damit Einflußbereiche künftig phantasmagorisch hybrid eine "kosmische Hierarchie", machten sich immer mehr Einrichtungen, Institutionen, Strukturelemente und Realitätsgefüge des "First Life"-Weltalltags  zunutze und zu eigen, lebten immer hemmungsloser ihre abwegigsten, verkrüppeltsten und egomanisch-debilsten Wünsche und Ambitionen von großem, mächtigem und herrlichem Eigennutz der kleingeistigsten Sorte aus, machten sich und anderen weis, ihre SECOND LIFE-Parallelweltspiegelung der eigenen Unbedarftheit und Geistesbeschränkung sei eine "höhere" und damit "höher legitimierte", ja "weise" Unbedarfheit und Idiotie als die ihrer tatsächlichen, nur allzu niederen "First Life"-Identitäten und -Bewußtseinshorizonte  -  und verwandelten so die Realität der materiellen Welt des Planeten, seiner Zivilisationen und Kulturen, die sie nur vorgefunden, aber mangels tatsächlicher Geistesgröße und vor allem -höhe nie auch nur mit hervorgebracht oder wirklich sinnvoll gestaltet und geprägt hatten, in einen großen, planetarischen Gesellschafts-Zirkus und Klapsmühlen-Lebensort, in einen gesetzlosen Freiraum enthemmter Hirne und Nervenssysteme, "überbaut" mit den Suggestionen und Halluzinationen fiktiver eigener "kosmischer" "Bedeutung" und "Über-Sicht", deren Bürospießer- und Kantinenhelden-Realität, ihr im halluzinativen Großmanns-"Nimbus" verschleierter Schrebergärtnergeist und Spatzenhirn
horizont keiner nüchternen Befragung und Überprüfung, keiner gesunden, rationalen Reflexion und einfachsten Analysen jemals hätten standhalten können, wäre da noch einer klar und unentrückt genug gewesen, sie vorzunehmen.

Und so driftete der Planet des "First Life", mitsamt seinem immer mehr abhanden gekommenen und verdrängten, vom alles beherrschenden und global verbreiteten SECOND LIFE-Innenwelt-Okkult-Idiotismus und dessen absurdem Halluzinationswahn-Leerlauf immer gründlicher zerstörten Überbau einer wirklich "höheren" Vernunft und eines wirklich "höheren" geistigen Verständnisses in den Abgrund einer nicht mehr aufzuhaltenden kulturellen und materiellen Selbstzerstörung. Gefangen und verhaftet im autosuggestiven Rausch des Weitermachens im Falschen, an der Kette ihrer „Innenwelt“-Herrchen, deren Dummheit und Ahnungslosigkeit nicht einmal zur Lösung der einfachsten und banalsten Aufgaben und Probleme irgendeines Bereichs der planetarischen Realwirklichkeit im „First Life" ausreichte, sondern gerademal dazu, sich am jeweils historisch vorgefundenen und zufällig existenten Istzustand von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft parasitär zu bereichern und ihren Opfern und Handlangern zu suggerieren, solange man ihnen nur diene und folge und vertraue, werde „schon alles in Ordnung kommen“ und "immer so weitergehen"  -  auch wenn sie offenkundig (aber was ist für Blinde und Verblendete schon wirklich "offenkundig" ?) selbst noch nie etwas anderes getan und zu tun verstanden hatten als verstandlos Probleme zu produzieren und zu vergrößern und in Katastrophen münden zu lassen, und  sich dabei, Jahrzent für Jahrzehnt, auf Kosten anderer, ihrer Mitmenschen und deren Lebensfelder und -welten, zu bereichern: Als vorgebliche „Helfer und Diener“ ihre Lebensenergien vampirisch zu besetzen und auf die eigenen Energiekonten umzuleiten, und dabei die gelegentlich doch immer wieder auffällig und augenfällig werdende Destruktivität ihrer barbarisch-primitiven Aktivitäten und okkultkriminellen Machenschaften auf allen Ebenen und in jeder Hinsicht suggestionsüberblendet, beschönigungsgeleugnet, gutmenschverharmlost und artiggesichtigt einfach somnambul verdrängen zu lassen.


Getrieben und betrieben vom neurotischen "Herrschen"-Wollen, im sinnleeren Bedeutsamkeitsrausch ihrer geist- und ahnungslosen Anzuggrößen-Ambitionen und Jovial-Imagehirnchen, hinter den Kulissen ihrer zu unrecht für harmlos gehaltenen Bravbürger-Existenzen des "First Life", mit psychopathischer Besessenheit und außerkörperlich halt- und orientierungslos gewordener Primitivität und Brutalität jede Chance auf Erkenntnis und Erneuerung einer gesunden Art vereitelnd und verhindernd, in Niedertracht und gemeinsamem Schmarotzerinteresse vereint und konzertiert, inkompetent und parasitär im Falschen verhaftet, richteten sie die Menschen ihrer Welt und Umwelt ab  -  und den Planeten zugrunde. Hampelten, strampelten, hysterten und agierten hinter ihren scheinbar gelassenen, harmlos-biederen Alltagspersönlichkeitsfassaden paranoid ihrem Untergang entgegen, besessen davon, den halluziniert-ideologischen Okkulthorizont ihrer niederen, beschränkten und unverstandenen Parallelebenen-Wahrnehmung von Kosmos und Wirklichkeit, und damit sich selbst in ihrer kosmisch lebensuntauglichen Verkrüppelung von Geist und Seele, um jeden Preis und mit jeder Gewalt zu behaupten, sich und ihren Wahn durch- und fortzusetzen, wie dies bekanntlich bei allen Geisteskranken zur Selbstrechtfertigung, Selbstrettung und Aufrechterhaltung des pathologischen Zustands charakteristisch und existenzbedingend ist.

In manisch-fanatischem Streben nach Eigenerlösung und -errettung vor dem finalen Aus, der zwangsläufigen Konsequenz ihres Wahns, die sie mehr fürchteten als den Teufel selbst, betrieben sie immer zwanghafter nichts anderes als die sichere, endgültige Selbstvernichtung (und die ihrer Mitgehangenen, Mitläufer und Mitmacher) im kosmischen "zweiten" Tod, dem Nieder- und Untergang im Chaos ihrer nach beschränkten Okkult- und Spatzenhirn-Horizonten erstellten Fiktion einer vermeintlich von Körperlich- und damit Vergänglichkeit befreiten "höheren" Existenz und Seeligkeit im niederen, geistleer-idyllischen Parallelebenen-Partykellermallorca eigener Machart und Tapete  -  ihres illusionär „höheren“, "kosmisch-überirdisch" halluzinierten und doch nur allzu weltlich projizierten und definierten, einfältig-biedermännisch beschränkten und insignifikanten SECOND LIFE.

Und so kam alles, wie alles kommen mußte - und verging, wie es zu vergehen hatte.



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"Die allgegenwärtigen technischen Bilder um uns herum sind daran, unsere "Wirklichkeit" magisch umzustrukturieren und in ein globales Bildszenarium umzukehren. Es geht hier im Wesentlichen um ein "Vergessen". Der Mensch vergißt, daß er es war, der die Bilder erzeugte, um sich an ihnen in der Welt zu orientieren. Er kann sie nicht mehr entziffern und lebt von nun an in Funktion seiner eigenen Bilder: Imagination ist in Halluzination umgeschlagen."

(Villem Flusser)

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Die vollständig Text-Dokumentation des EICHLER-BLOG seit Beginn im Okt. 2007 finden Sie unter:
http://docs.google.com/View?docid=dhjz6n4k_0dwqr6scs







E-CLIP 11

 
 

"RICHTUNGSWAHL 2008"

- oder:

Willkommen in den hessischen Everglades! 

 

Kaum hatten die Wahllokale geschlossen, hatten alle gewonnen: Der Koch und die Ypsilanti, die Grünen und die Gelben und - ja, auch die: die ROTEN! Und das schon vorher abzusehende GUM (Größte Unumgängliche Mißgeschick) stellte sich dann auch tatsächlich ein, messerscharf und präzise wie in aller Beteiligten schlimmsten Albträumen: Patt der Lager, mit den Newcomern der gefürchteten Unberührbaren, den GUM-roten Linken, als Zünglein und Gewicht an der Waage. Diese Last hatten/haben nun alle am Hals, die in Hessen Politik spielen. Dabei hätten sie doch von Schröder/Merkel lernen können!

Erinnern wir uns: Vor der letzten Bundestagswahl tönte es aus allen Parteien, Fraktionen, Medienlautsprechern und dahintergeschalteten Mäulern aller Beteiligten: "Dies ist eine Richtungswahl!" Also: Rechts oder Links! Konservativ oder Sozial! Bürgerlich-rechts oder Bürgerlich-links!

Und was machte der neodebileral-korrumpierte Schröder mit dem Ergebnis dieser "Richtungswahl", die der SPD, den Grünen und den Linken eine komfortable 52%-Mehrheit gegenüber einer schwarz-gelben Minderheit von knapp 43% verschafft hatte ? Er blieb seiner Richtung treu, eigentlich zur anderen Seite zu gehören (war er doch schon in seinen ersten Regierungsjahren sogar von der CSU in sozialen Grundfragen links überholt und desavouiert worden), trat lieber ab als den unbrauchbaren, ungewollten Wählerwillen an - und seine Partei opferte ihr "Richtungswahl"-Gesicht von gestern der bequemen Fort-Sitzung ihrer richtungslosen Gesäße auf gutbezahlten Amtssitzen von heute und morgen! 

Von morgen auch? Weil Wähler ja so vergeßlich sind, und schon heute nicht mehr wissen, wie man sie gestern noch belogen, ihre Absichten verhöhnt, sie administrativ entmündigt und um ihren deklarierten Wählerwillen betrogen hat, traten nun bei der Hessenwahl die Parteien erneut, und ebenso vollmundig tönend,  zur  - nein, nicht "Richtungswahl", da waren die Gedächtnisnarben der Wähler vielleicht noch zu frisch und empfindlich -  zur (na bitte, geht doch) "Lagerwahl" an! Also: Links oder Rechts! Sozial oder Konservativ! Bürgerlich-links oder Bürgerlich-rechts! "Lagerwahl" also, diesmal, klingt doch (auch so) toll!

Und nun das: hat der Wähler doch tatsächlich auch in Hessen - schon wieder! - ein klares Lager gewählt, sich klar für eine Richtung entschieden, nämlich mit 60 Sitzen die SPD, den Grünen und den Linken, also "Links" ("Sozial", "Bürgerlich-links") als Richtung und Lager mit der Regierungsbildung beauftragt, und "Rechts" mit 56 Sitzen auf die Plätze verwiesen! Und was macht die Politik ? Schon am Wahlabend lädt Ypsilanti die Gelben ein, darüber nachzudenken, ob man nicht eine Ampel hinbekäme - mit den Roten, dieser "Linken" wäre ein gemeinsames Lager ja ausgeschlossen! Hat sie zwar so an diesem Abend nicht mehr explizit wiederholt (nur Beck aus dem fernen Berlin tönte es herüber), aber es wurde ihr weiterhin unterstellt, obwohl die Wahl und damit der Kampf ja nun schon einige Stunden vorüber und damit das Geschwätz der Kämpfer nur noch Schnee von gestern zu sein hatte. 

Auch ich kann mit "Linken", die einen unerträglichen Gestasi-Spitzel und Denunzianten wie Dieter "Larryn" Dehm, der für mich schon 1966 ein guter Grund war, als Gymnasiast frühreif in Studentenkreisen zu verkehren und um Dehms Schüler-SDS einen weiten Bogen zu machen (ohne freilich von seinem Hintergrund zu wissen - Dehm "stank" nur schon damals so eigenartig für mich), heute doch tatsächlich im Bundestag auftreten und für sich reden lassen, statt ihn für immer ins hinterste Parteiglied zu verbannen, nichts, aber auch garnichts anfangen  -  aber Wahl ist Wahl, und "Lagerwahl" ist "Richtungswahl" und hat von den Politikern, den durch Wahl bestellten Angestellten der Wähler, als deren Wille befolgt und in die Praxis umgesetzt  zu werden. Aber mitnichten - wie schon am "Richtungs"-Wahlabend war auch an diesem "Lager"-Wahlabend der Begriff aus dem Wortschatz und Gedächtnis aller Beteiligten getilgt, der "Lager"-Wahlauftrag für alle Beteiligten "nicht existent"!

Dieser Verhalt der Sachen und der Dinge hätte am Wahlsonntagabend dringend denkfähiger Kommentatoren bedurft, ihn endlich einmal als das zu brandmarken, was er ist: Ein fortgesetzter politischer Skandal auf  Kosten wesentlicher demokratischer Prinzipien und Grundverständnisse, die eine freiheitliche Gesellschaft konstituieren und erhalten sollen, darunter auch die von einer verblödet-willfährigen und unfromm lahmen Öffentlichkeit offenbar nur noch als Grauzone eines banalen Witzthemas betrachtete Verlässlichkeit von Wahlaussagen. Aber wie schon bei Schröders Merkel-Richtungswahl, so auch jetzt bei deren hessischer landespolitischer Blaupause: Auf beiden Augen (ARD wie ZDF) blind und unter'm Pony quotenblöd schien wieder mal kein Journalist und Kommentator etwas für kritik- und empörungswürdig zu halten an diesem Skandal-Lagerwahlausgang der gewohnt-gewöhnlichen Sorte. GEZahlt wird schließlich für Programm, und nicht für Können oder Kompetenz!

Dafür mal wieder einer, der sich nach Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses beim Konzert der medienadrett-durchlaufenden Leerhülsendrescher im Bemühen um Verstand und Verständnis des Wahlverlaufs und -ergebnisses wie gewohnt ganz im Kognitionssumpf verirrte und darin versank, als sei er barfuß in die Everglades geraten: ZDF-Oberleuchte Claus Kleber. Denn woran erinnerte den immer danebenen Nicht-Santa und Fast-SPIEGEL-Chefredakteur diese Hessen-Lager- und Richtungswahl-Doublette der letzten Bundestagswahl? "An das Wahlergebnis in Florida", ganz klar, wo ja "auch nur ein paar Tausend Stimmen Mehrheit den Ausschlag gaben"!  Vielfältige Parteien-Proporzwahl in Hessen und alternative Personenentscheidung zur Präsidentschaft in Florida: Wahltagsparallelen der Extraklasse!

Deshalb, an dieser Stelle und vertretend für das ganze öffentlich-deutsche Bewußtseinselend,  allen Wählern und Nicht-Wählern, Hessen und Nicht-Hessen, Beteiligten und Unbeteiligten, Zu- und Wegschauern: Welkam tu se Meenzer Tiwi-Klabb!

Florida begrüßt euch in "Kleber's poliddical wöeld":

On his dark side of America - the moon!

 

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E-NET 1

 


KONSUMIEREN
BIS ZUM UNTERGANG


Am 2. Januar 2008, zum Jahresanfang, erhielt ich von Jared Diamond eine Email mit seinem Text  "What's your Consumption Factor?".  Obwohl auch er sich immer noch in den allzu engen Laufstall-Gittern des vorgestrigen, seelen- und visionslosen akademischen Positivismus bewegt, der die anachronistischen Stutzerhirne an den Universitäten dieser Welt  geistlos kastriert und in postmoderner, belanglos-autistischer Datensammlung und -sortierung  beschäftigt hält,  und ich auch seinen  "vorsichtigen Optimismus", insbesondere in Anbetracht des militanten politökonomischen Geldmacht-Ideologie-Wahnsinns einer mittlerweile  globalen Alltagswirklichkeit,  in keiner Weise teile, verdient es der Text mit seiner grundsätzlich richtigen Betrachtung, auch und gerade im somnambul-neoliberal-verblödeten Innenwelt- und Konsumdeppen-Deutschland bekannt und verbreitet zu werden. Doch klar sehen und klug reden - dies wird auch angesichts der Inhalte des Textes zwingend deutlich - genügen längst nicht mehr, auch wenn's noch so gutund sinnvoll gemeint ist, lieber Jared!  Es muß etwas  g e s c h e h e n !  "Mal drüber geredet" und "es auch mal gesagt" haben schon viel zuviele Alibischwätzer und Gutmensch-Zeitgenossen, insbesondere der deutschen Bügelhalter- und "kritischen" Ist-Zustands-Medienspatzen ohne Hirn und Horizont, schon viel zu oft  und zu allen Themen, sie tun es weiterhin täglich in allen Programmen und auf allen Kanälen  -  und kommen sich, an den gepuderten  Gesichtern der "souveränen Männer"-Würstchen und "starken Frauen"-Pißnelken mit bildschirmflachen Hilfsschulmedien-Horizonten täglich ablesbar, auch noch intakt und integer, also richtig und selbst  "in Ordnung" dabei vor!  Nur  g e t a n  wird weiterhin nichts  -  und so "konsumt und wachstumt" sich eine innenweltverblödete, somnambule "Ich bin Okay, Du bist Okay"-Bürger- und Publizisten-Spezies "kosmischer Führung und Fügung" in den katastrophalen Untergang der eigenen, selbst erschaffenen und selbst erhaltenen kläglich-erbärmlich-debil-kleinkarierten Wellness- und Lebenswirklichkeit!

Hier meine ungekürzte Übersetzung des Textes:




 

WIE HOCH IST IHR KONSUMFAKTOR ?


Für Mathematiker ist die Zahl 32 eine interessante Zahl: Es ist die 2 in fünfter Potenz, 2 mal 2 mal 2 mal 2 mal 2. Für Ökonomen ist die Zahl 32 noch spezieller, denn sie mißt die Differenz im Lebensstil zwischen der ersten Welt und den Entwicklungsländern. Die durchschnittliche Rate, in der Menschen Ressourcen verbrauchen, wie Öl und Metalle, und Müll produzieren, wie Plastik und Treibhausgase, ist in Nord-Amerika, West-Europa, Japan und Australien etwa 32 mal höher als in der dritten Welt. Dieser Faktor 32 hat große Konsequenzen.

Um sie zu verstehen, denken Sie an unser Verhältnis zur Weltbevölkerung. Es gibt heute mehr als 6,5 Milliarden Menschen, und die Zahl könnte noch innerhalb dieses ersten halben Jahrhunderts auf 9 Milliarden steigen. Vor einigen Jahrzehnten hielten viele Menschen die wachsende Bevölkerung für die größte Herausforderung der Menschheit. Jetzt begreifen wir, daß dies nur insofern stimmt, als die Menschen konsumieren und produzieren.

Wenn die meisten der 6,5 Milliarden Menschen in einem Kühlhaus wären und weder stoffwechseln noch konsumieren würden, würden sie keine Ressorucenprobleme produzieren. Was wirklich zählt, ist der totale Welt-Verbrauch, die Summe allen lokalen Konsums, die das Produkt aus lokaler Bevölkerung mal die lokale Referenz-Konsumrate ist.

Die geschätzten 1 Milliarde Menschen, die in entwickelten Ländern leben, haben eine relative Referenz-Konsumrate von 32. Die meisten der anderen 5,5 Milliarden Menschen stellen die Entwicklungsländer dar, mit relativen Referenz-Konsumraten von unter 32, die meisten gegen 1 tendierend.

Die Bevölkerung wächst besonders in den Entwicklungsländern, und manche Leute bleiben darauf fixiert. Sie stellen fest, daß die Bevölkerung von Ländern wie Kenia rapide wächst, und sie sagen, das sei ein großes Problem. Ja, es ist ein Problem für Kenias 30 Millionen Menschen, aber es ist keine Last für die ganze Welt, denn Kenianer verbrauchen so wenig. (Ihre relative Referenz-Konsumrate ist 1.) Ein wirkliches Problem für die Welt ist, daß jeder von uns 300 Millionen Amerikanern so viel konsumiert wie 32 Kenianer. Mit der zehnfachen Bevölkerung verbraucht Amerika die 320fachen Ressourcen, die Kenia verbraucht.

Die Menschen in der dritten Welt sind sich dieses Unterschieds im Referenzkonsum bewußt, obwohl sie ihn nicht mit einem Faktor von 32 spezifizieren könnten. Wenn sie glauben, ihre Chancen aufzuholen wären hoffnungslos, werden sie manchmal frustriert und wütend, und einige werden zu Terroristen, oder sie tolerieren und unterstützen Terroristen. Seit dem 11. September 2001 ist klar geworden, daß die Ozeane, die einst die USA geschützt haben, dies nicht länger tun. Es wird mehr Terrorangriffe gegen uns und Europa geben, und vielleicht gegen Japan und Australien, solange der faktische Unterschied von 32 in unseren Konsumraten existiert.

Menschen, die wenig konsumieren, möchten den Hochkonsum-Lifestyle genießen. Regierungen der Entwicklungsländer machen eine Erhöhung des Lebensstandards zu einem primären Ziel ihrer Politik. Und Zig-Millionen Menschen aus den Entwicklungsländern suchen den Erste-Welt-Lebensstil auf eigene Faust, indem sie emigrieren, insbesondere in die USA und West-Europa, nach Japan und Australien. Jeder solche Transfer einer Person in ein Hochkonsumland steigert die Welt-Konsumrate, auch wenn die meisten Immigranten ihren Konsum nicht sofort mit 32 multiplizieren können.

Unter den Entwicklungsländern, die ihre Referenz-Konsumrate zuhause zu erhöhen suchen, hebt sich vor allem China hervor. Es hat die am schnellsten wachsende Wirtschaft, und es gibt 1,3 Milliarden Chinesen, das Vierfache der US-Bevölkerung. Der Welt gehen bereits die Ressourcen aus, und dies wird umso schneller geschehen, wenn China das amerikanische Niveau der Konsumraten erreicht. Schon jetzt konkurriert China mit uns um Öl und Metalle auf den Weltmärkten.

Die Referenz-Konsumraten in China sind immer noch 11 mal niedriger als unsere, aber nehmen wir an, sie steigen auf unser Niveau. Um die Dinge einfach zu halten, stellen wir uns vor, daß nichts sonst sich ereignet, um den Welt-Verbrauch zu steigern  -  also daß kein anderes Land seinen Konsum erhöht, alle nationalen Bevölkerungszahlen gleich bleiben, und Immigration endet. Allein Chinas Gleichziehen würde die Welt-Konsumrate ungefähr verdoppeln. Der Ölverbrauch würde um 106 Prozent steigen, und der Weltverbrauch an Metallen um 94 Prozent.

Wenn neben China auch Indien gleichziehen würde, würde sich die Welt-Konsumrate verdreifachen. Wenn die ganze dritte Welt plötzlich gleichziehen würde,  würde sie sich verelffachen. Es wäre, als hätte sich die Weltbevölkerung auf 72 Milliarden aufgebläht (bei heutigen Konsumraten).

Einige Optimisten behaupten, wir könnten eine Weltbevölkerung von 9 Milliarden unterhalten. Aber ich habe noch keinen getroffen, der verrückt genug wäre, zu behaupten, daß wir 72 Milliarden unterhalten könnten. Und doch versprechen wir den Entwicklungsländern, daß, wenn sie nur eine gute Politik betreiben würden  -  z.B. mit ehrlichen Regierungen und einer freien Marktwirtschaft  -, auch sie einen Erste-Welt-Lebensstandard genießen könnten. Dieses Versprechen ist unmöglich, ein grausamer Witz: Wir haben bereits jetzt Probleme, den Erste-Welt-Lebenssstandard für nur 1 Milliarde Menschen aufrecht zu erhalten.

Wir Amerikaner mögen denken, Chinas wachsender Konsum sei ein Problem. Aber die Chinesen streben nur nach der Konsumrate, die wir bereits haben. Ihnen zu sagen, sie sollten es nicht versuchen, wäre sinnlos.

Den einzigen Ansatz, den China und andere Entwicklungsländer akzeptieren werden, ist das Ziel, die Konsumraten und Lebensstandards weltweit gleicher zu machen. Aber die Welt hat nicht genug Ressourcen, den Anstieg der chinesischen Konsumraten auf unser Niveau zu ermöglichen, ganz zu schweigen vom Rest der Welt. Heißt das, wir stehen vor einer Katastrophe ?

Nein, wir könnten ein stabiles Auskommen haben, indem sich alle Länder auf Konsumraten beträchtlich unter den gegenwärtigen Höchstständen einfinden. Amerikaner werden widersprechen: Keinesfalls würden wir unsere Lebensstandards zum Vorteil von Menschen in der restlichen Welt opfern. Nichtsdestotrotz, ob wir freiwillig dorthin kommen oder nicht, wir werden bald niedrigere Konsumraten haben, weil unsere gegenwärtigen Raten nicht aufrecht zu erhalten sind.

Wirkliche Opfer würden dabei jedenfalls nicht gefordert, weil Lebensstandards nicht eng mit den Konsumraten verknüpft sind. Viel amerikanischer Verbrauch ist verschwenderisch und trägt wenig oder nichts zur Lebensqualität bei. Zum Beispiel ist der Spitzen-Ölverbrauch in West-Europa ungefähr halb so hoch wie unserer, und doch sind west-europäische Lebensstandards in jeder relevanten Hinsicht höher, inklusive Lebenserwartung, Gesundheit, Kindersterblichkeit, Zugang zu medizinischer Versorgung, finanzielle Sicherheit im Ruhestand, Urlaubszeit, Qualität öffentlicher Schulen und Kulturförderung. Fragen Sie sich selbst, ob Amerikas verschwenderischer Benzinverbrauch irgendetwas Positives zu all diesen Qualitäten beiträgt.

Andere Aspekte unseres Verbrauchs sind ebenso verschwenderisch. Die meisten Fischereien der Welt arbeiten nicht nachhaltig, und viele sind bereits zusammengebrochen oder auf niedrige Quoten zurückgefallen  -  obwohl wir wissen, wie sie zu managen wären, in einer Weise, daß die Umwelt und der Fischbestand erhalten blieben. Wenn wir alle Fischereien nachhaltig betreiben würden, könnten wir den Meeren Fische in maximalen historischen Mengen entnehmen, und damit endlos fortfahren.

Dasselbe gilt für die Wälder: Wir wissen bereits, wie man sie nachhaltig bewirtschaftet, und wenn wir das weltweit täten, könnten wir genügend Holz entnehmen, um den Weltbedarf an Holz und Papier zu decken. Doch die meisten Wälder werden nicht nachhaltig bewirtschaftet, mit abnehmenden Quoten.

Genauso sicher wie es ist, daß wir noch innerhalb der Lebenszeit der meisten von uns weniger verbrauchen werden als jetzt, genauso sicher ist, daß die Referenz-Konsumraten in vielen Entwicklungsländern eines Tages näher an unseren sein werden. Das sind wünschenswerte Trends, und keine Horrorszenarien. In der Tat, wir wissen bereits, wie wir diese Trends fördern können; das größte Defizit ist der politische Wille.

Zum Glück gab es im vergangenen Jahr ermutigende Zeichen. Australien hatte eine Wahl, in der die große Mehrheit der Wähler die Vogel-Strauß-Politik revidierte, der ihre Regierung ein ganzes Jahrzehnt lang gefolgt war; die neue Regierung unterzeichnete unverzüglich das Kyoto-Protokoll zur Beschränkung des Treibhausgas-Ausstoßes.

Ebenso hat im vergangenen Jahr die Besorgnis über den Klimawandel in den USA erheblich zugenommen. Sogar in China finden hartnäckige Streitgespräche über Umweltpolitik statt, und öffentlicher Protest hat kürzlich den Bau einer chemischen Fabrik nahe dem Zentrum von Xiamen gestoppt. Daher bin ich vorsichtig optimistisch. Die Welt hat ernste Verbrauchsprobleme, aber wir können sie lösen, wenn wir uns dazu entschließen.

 

Jared Diamond

(Professor für Geographie an der

University of California, L.A., USA)

 

 

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PostScript 9



M – A – C – H – T





MEINE TEKEL. Die Kehrseite aller Macht ist Verantwortung. Wer die Münze nur einseitig nutzt und gebraucht, also buchstäblich verantwortungslos ist, ist früher oder später tatsächlich alle Verantwortung los  -  nämlich alle Macht. Macht, die sich um ihrer selbst willen und ohne Verantwortung erhalten will, mündet zwangsläufig in Gewalt  -  dem Gegenteil jeder Macht. Gewalt ist Schwäche, nicht Stärke  -  das Mittel der Ohnmächtigen, sich gegen wahre Macht durch- und über ihre Gesetze hinwegzusetzen.

Macht, wie sie von den spirituellen Meistern der wirklichen kosmischen Hierarchie definiert und Dion Fortune* diktiert wurde, resultiert aus „Strength, Foresight, and Wisdom“, also Stärke, Voraussicht und Weisheit. Alle drei Faktoren zusammen ergeben die Macht, die auf Gewalt verzichten kann zur Erreichung ihrer Ziele. Und alle drei fehlen bei der Gewalt (es sei denn der einer Notwehr gegen Gewalt). Die Macht des Stärkeren ist nicht die des Gewalttätigen. Die Macht des Stärkeren ist die des Weisen, der weiß, dass die Zeit für ihn arbeitet, dass die Gezeiten alles Unrecht und jede Behinderung des Rechts hinwegfegen werden, und dass keine noch so unberechtigte, gewaltsame Anstrengung sich auf Dauer behaupten kann. Die Macht des Stärkeren ist die seiner Stärke, sein besseres Wissen so lange zu bewahren und zu behaupten. Die Macht des Stärkeren ist seine Voraussicht, die Wirkungen des Richtigen wie des Falschen klar zu sehen, und deshalb keine falschen Ursachen zu legen. Wenn der Weise handelt, handelt er stark, gemäß der Voraussicht, die ihm vorher schon zeigte, was sein Handeln für Folgen haben wird, und mit der Weisheit, klar zu sehen und zu erkennen, was er durch sein Handeln erreichen kann und was nicht. Wahre Macht wird nie ent-täuscht, weil sie nicht getäuscht wurde, schon gar nicht von sich selbst.

Das okkulte Herrschaftsimperium der adeptischen „kosmischen Hierarchie“ basiert auf nackter Gewalt, behauptet sich durch nackte Gewalt, herrscht mit nackter Gewalt. Recht, Vernunft, Einsicht, Weisheit, höhere Interessen und Orientierung, wahre, verantwortliche Macht, die auf der Stärke voraussichtiger Weisheit basiert, sofern sie überhaupt jemals anerkannt waren und berücksichtigt wurden, sind längst keine relevanten Größen, keine bedeutenden Faktoren mehr, die in irgendeiner Hinsicht Einfluß hätten  -  über die bloße Nützlichkeit ihrer Blendungs- und Beruhigungskraft auf nützliche Idioten, also ihre universell wirksame und beliebig einsetzbare Alibifunktion hinaus. Korrupt, verantwortungslos und egomanisch bis in die Knochen, hat sich das zeitgenössische Adeptentum aller ethischen Werte, die die Grundlagen jeder höheren Einweihung und Entwicklung zu sein hätten, entledigt und sie in ihr profanes Gegenteil verkehrt: Gut ist, was nützlich ist, und nützlich ist, was einem selbst nützt. Aus Selbstbewahrung wurde Selbstbedienung  -  und selbst der Dienst am Nächsten, der als entwicklungsfördernd für das eigene spirituelle Wachstum erkannt war, ist zum egomanischen Rabattmarkenkleben des „Verdienste-Erwerbens“ um des eigenen „Wachstums“ willen verkommen. So korrumpieren sich Prinzipien  -  so lassen sich potentiell korrupte, unreife Charaktere durch Deformation ethischer Werte korrumpieren.Und am Ende steht die bloße Erinnerung, der blanke Etikettenschwindel, der eine höhere Ethik nur noch verbalisiert  -  in ihrem Namen aber genau das Gegenteil betreibt. Und wer nicht durchblickt durch Etiketten, Fassaden, Begriffsverfälschungen, der fällt auf sie herein und ihnen zum Opfer: Mordet im Namen des Lebens, foltert im Namen der Entwicklung, zerstört im Namen des Wachstums, bereichert sich im Namen der Selbstlosigkeit  -  und haßt im Namen der Liebe.

Die Korruption des zeitgenössischen Adeptentums hat ihren Ursprung in den hirnrissigen Dogmen, die der Dämon Aiwass, Aleister Crowley’s alter ego, durch ihn als „Gesetze“ und Basis des „Neuen Zeitalters“ verkünden ließ: in seinem Schwachsinnswerk „Liber al vel legis“, das ein vollendet unintelligibles verbales Delirium darstellt, in das sechs oder sieben intelligente und intelligible Sätze eingestreut sind. An diesen immergleichen sechs oder sieben Sätzen wird von seinen Anhängern der Wert des Buches festgemacht, sie werden immer wieder präsentiert und zitiert  -  über den Rest schweigt man sich ausnahmslos gschamig aus, wahrscheinlich weil selbst ein Schwachkopf mit ihm nichts anfangen kann, und es bleibt so, seit es das Buch gibt, jedem überlassen, zu vermuten, ein anderer könne mit dem Rest vielleicht doch etwas anfangen, man selbst sei nur nicht in der Lage dazu.

Von diesen Sätzen am häufigsten zitiert wird das „oberste Gebot“ der okkulten Lehre des neuen Zeitalters, das aller Korruption jeder adeptischen Integrität und sauberen, gesunden spirituellen Orientierung zugrunde liegt: „Love ist he Law, Love under Will.“ Man muß es übersetzen, auch wenn das überflüssig erscheint: „Liebe ist das Gesetz, Liebe unter (der Herrschaft/Kontrolle/was auch immer) dem (des) Willen(s).

Nun muß man wissen, daß Crowley alles andere als ein Dummkopf war. Seine „Autohagiografie“ untertitelte Biografie (eine Kostprobe seines ironischen Humors schon im Titel), die einzig aufschlussreiche und lesenswerte, ist ein Meisterwerk anspruchsvoller Prosa, zumindest in der englischen Originalfassung, und ein Lesegenuß für jeden intelligenten und unvoreingenommenen Leser  -  und belehrt zudem über die tiefe Tragik, die Aleister C. zu dem werden ließ, was aus ihm (von eben diesem Dämon und gegen seinen erbitterten und verzweifelten, aber letztlich erfolglosen Widerstand) gemacht wurde. Crowley ist somit der einzige legitime Crowleyaner, und der einzige, der wirklich Verständnis und Nachsicht verdient  -  ganz im Gegensatz zu seinen Anhängern und Nachfolgern, die alle eine bessere Wahl hatten/haben/hätten.

Crowley war also intelligent genug, zu wissen, dass ein Lehrsatz, der das universelle Gesetz, den universellen ethischen Wert der „Liebe“, der sämtlichen ernstzunehmenden Religionen und Philosophien der Welt zugrunde liegt und als Quintessenz aus ihnen hervorgeht, negiert oder in Abrede stellt, sich von vornherein jeder Glaubwürdigkeit, jeder Wirkungschance, jeder Akzeptanzmöglichkeit beraubt und entledigt sähe, dass außer einer Handvoll Kranker nie jemand einen solchen Lehrsatz auch nur eines zweiten Gedankens oder Interesses würdigen würde. Der (im Osten buddhistischen, im Westen) christlichen Lehre eine erklärtermaßen „satanische“ Lehre gegenüberzustellen, die auch nur den Hauch einer Chance auf Verbreitung haben sollte, musste also diesen zentralen ethischen Wert vordergründig nicht leugnen  -  sondern benutzen, von innen her aushöhlen und in sich selbst ad absurdum führen. Auf dieser Grundlage und mit dieser Intention ist das okkulte Schlüsselgesetz „Love ist the Law, Love under Will“ eine rhetorische Glanzleistung  -  und seine Wirkung entsprechend groß. Eine Wirkung, die bis heute und in zunehmendem Maße verheerende Folgen für die Ethik der westlichen Esoterik hatte und hat, wie an der Korruption nahezu des gesamten westlichen Adeptentums der Gegenwart nur zu deutlich erkennbar und ablesbar ist  -  sei es, weil seine Vertreter nicht genug oder intelligent genug denken können, oder sei es, weil sie der Faszination eines „neuen“ Gesetzes, einer „neuen“ (Pseudo-) Weisheit so viel persönliche Annehmlichkeiten abzugewinnen wissen.

Die geniale Leistung dieses „neuen“ Gesetzes für ein „neues (schwarzmagisches) Zeitalter“ besteht darin, die Liebe als höchsten Wert und oberstes Prinzip abzuschaffen  -  also den zentralen Wert des Erzfeindes Christus  -, indem er scheinbar affirmativ bestätigt und lediglich „erweitert“ wird. Diese „Erweiterung“ aber annihiliert ihn als obersten Wert  -  weil sie ihn konditioniert. Das heißt, einer kausalen Bedingung unterwirft, einer Kontrolle und Einschränkung durch einen anderen Wert  -  und diesen anderen Wert damit de facto zum höchsten erhebt. Und dieser andere Wert heißt Wille  -  und nicht mehr Liebe. Das „Gesetz“ hätte also genauso gut lauten können, und lautet, um seine betrügerische Rhetorik bereinigt: „Nicht Liebe, sondern Wille ist das Gesetz.“, oder kurz: „Wille ist das Gesetz.“  Und nichts anderes. Die Liebe ist nur noch das alibi- und verblendungsspendende Beiwort, das der Irrlehre die Gefolgschaft sichern soll, ohne selbst für das „Gesetz“ die geringste Bedeutung zu haben. Das Gesetz könnte ebenso gut lauten: „Bonbonlutschen ist das Gesetz, Bonbonlutschen…“, oder: „Beischlaf ist das Gesetz, Beischlaf…“, oder auch: „Alkohol ist das Gesetz, Alkohol unter (der Herrschaft) dem(des) Willen(s).“ Das „neue“ Gesetz, der höchste ethische Wert lautet „Wille“  -  und nicht mehr „Liebe“.

Mit diesem neuen Gesetz lässt es sich nun viel leichter leben und umgehen als mit dem „alten“, der unkonditionierten Liebe. Liebe, schön und gut  -  aber nur dann, wenn ich will. Für den Willen braucht es (im Unterschied zur unkonditionierten Liebe, die ihre Motivation in sich selbst trägt und darum als ethischer Wert so hoch bewertet und  angesiedelt ist) schon eine externe Motivation, die im Willen ad hoc nicht angelegt ist. Und schon sind wir bei der stärksten, umfassendsten und zeitlosesten Motivation angelangt, die der Mensch kennt, die seine gesamte Entwicklungsgeschichte im Positiven wie im Negativen begleitet und geprägt hat und die durch das Gesetz der unkonditionierten Liebe gerade transzendiert werden sollte: nämlich dem Egoismus. Wenn Wille das Gesetz ist, ist Egoismus als oberstes Handlungsprinzip und höchster Orientierungswert programmiert, dem Altruismus als Orientierungsbasis gekündigt. Mit allen zu besichtigenden Folgen für die Ethik der westlichen Esoterik.

Wenn Wille das Gesetz ist, ist Macht seine Exekutive, und Gewalt seine Ethik. Macht ohne Ethik, an der sie sich orientiert und vor der sie sich verantworten muß  -  und die stattdessen als Handlungsprinzip, im Gefolge eines ethisch undefinierten, als „Satz“ gesetzten Willens fungiert und funktioniert  -  definiert sich als bloße Willkür und äußert sich nicht anders als Willkür. Und damit ist der, jeder Gesetzlosigkeit, der Anarchie im schlechtesten Sinn, dem Faustrecht, jeder Gewalt freie Bahn gegeben  -  der Wille jedes einzelnen regiert sein Handeln, ein sozialer Konsens ist abgeschafft, der Starke besiegt den Schwächeren und zwingt ihm seinen Willen auf, und die Wahl der Mittel ist frei: diktiert allein vom Willen dessen, der sich durchzusetzen sucht.

Genau das ist die Anarchie, die die heutige Esoterik und ihr Adeptentum im Kielwasser Crowleys beherrscht  -  die als „Macht“ missverstandene hemmungs- und orientierungslose Gewalt, der okkulte Sozialdarwinismus, der die Ethik der Liebe, der unkonditionierten überpersönlichen Teilhabe und –nahme am Nächsten und Anderen annihiliert, der den Menschen seiner ganzheitlichen Spiritualität, die alle funktionalen und konkreten Aspekte seiner Persönlichkeit einem höheren ethischen Ideal unterordnet und an ihm orientiert, entfremdet und ihn zum mechanischen Gewalt- („Willens“-) Spezialisten im technisch-modernen Neandertal macht. Und im Gefolge dieser gesetzlosen „neuen Gesetzlichkeit“ sind deshalb folgerichtig, bei Crowley in seinen weiteren „Gesetzen“ und in der heute überall erlebbaren Praxis, auch „Mord“ sowie alle weiteren Verbrechen nicht nur möglich, sondern ausdrücklich legitimiert. Wo der „Wille“ über die „Liebe“ regiert, ist diese eine bloße Option unter vielen anderen, deren man sich immer seltener erinnert, bis sie schließlich nur noch taktisch (also charakterfremd), als Mittel und Technik eines ganz anderen Interesses, des „Willens“ nämlich, „zum Einsatz“, in ihrer selbstlosen Version als Liebe aber überhaupt nicht mehr vorkommt  -  de facto also eliminiert ist.

Herrschaft ohne Ethik, Macht ohne Verantwortung, also eine Technokratie der Gewalt ist aber zum Scheitern verurteilt, da sie die wesentlichen energetischen Grundsätze aller universellen Existenz missachtet  -  Grundsätze, die auf das Leben des Menschen bezogen nur ethisch formuliert werden können, da sie die (jede) Mechanik der Gewalt, wie die Evolutionslehre sie als Teilansicht der Wirklichkeit ausgewiesen hat, übersteigen und durch höhere Prinzipien steuern. Liebe als Erweiterung des Ich auf den Mit-Menschen, das Mit-Geschöpf, ist die Quintessenz dieser Ethik, die uns über die animalische Gewaltmechanik erhebt und zu kultivierten Geistwesen und geistigen Kulturwesen macht. „Wille“ ist die Ideologisierung der Gewalt der Natur und kehrt die Evolution zu einem Devolutionsprozeß um: Nicht mehr Materie wird dem Bewusstsein untergeordnet, sondern das Bewusstsein zum Instrument der Materie und ihrer Gesetze versklavt. Das Bewusstsein, das allein uns davon emanzipieren und darüber erheben kann und soll. Crowley predigt das Gesetz des Primaten, dessen Bewusstsein sich willentlich dem Tier, der vergänglichen Körperlichkeit und dessen transzendentem Prinzip, dem „Teufel“, zu unterwerfen und zu dienen hat. Er setzt dem göttlichen Willen den eigenen entgegen  -  dem objektiven und unbegrenzten, der in Alliebe sich manifestiert und das Individuum zu einer größeren und allein unsterblichen Identität transzendiert, einen/jeglichen subjektiven, begrenzten, auf die sterbliche Kreatur in ihrem temporären, unzulänglichen und vergänglichen Status bezogenen. Entsprechend barbarisch und willkürlich, egomanisch und verantwortungslos sieht die Praxis und Realität der heutigen adeptischen Szenerie auf der äußeren und mehr noch den inneren Ebenen der Wirklichkeit daher auch aus. Entsprechend irrelevant und unbrauchbar  -  MENE. Und, wie man noch sehen wird, nur allzu kurzlebig  -  TEKEL.

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* in ihrem Meisterwerk von 1924: "The Cosmic Doctrine" (Aquarian Press, GB)


(© 1996  by the author
Alle Rechte vorbehalten –
All rights reserved

* * * * *

„Das ganze Leben der Gesellschaften, in welchen die modernen Produktionsbedingungen herrschen, erscheint als eine ungeheure Sammlung von Spektakeln. Alles was unmittelbar erlebt wurde, ist in eine Vorstellung entwichen.
Die älteste gesellschaftliche Spezialisierung ist es, die Spezialisierung der Gewalt, die an der Wurzel des Spektakels liegt. Das Spektakel ist somit eine spezialisierte Tätigkeit, die für die Gesamtheit der anderen Tätigkeiten spricht. Es ist die diplomatische Repräsentation der hierarchischen Gesellschaft vor sich selbst, wo jedes Wort verbannt ist. Hier ist das Modernste auch das Archaischste.“


(Guy Debord
Die Gesellschaft des Spektakels (1967)
Hamburg 1978)

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E-CLIP 10

 

R E T T ET

P E T E R    K L O E P P E L !

 

 

Wer kennt ihn nicht, den artig-naiven Änkerboy und Klingelton-Moderator* von RTL mit dem etwas zu lang geratenen, immer etwas geistlos wirkenden Pferdegesicht, das uns im Lauf der Jahre so vertraut und sympathisch geworden ist ? Niemand! Und doch droht ihm jetzt vielleicht eine rabiate Kündigung durch seinen Sender, weil er im Verdacht steht, seit vielen Jahren heimlich bezahlte Schleichwerbung auf dem Bildschirm zu machen, wovon sein Arbeitgeber nichts weiß - ganz so wie seine Kollegin Andrea Kiewel, die erst kürzlich beim ZDF gefeuert wurde, weil sie ständig auf dem Bildschirm für Weightwatchers geworben, dem Sender aber verschwiegen hatte, daß sie dafür bezahlt wurde. Und nun Peter Kloeppel ?

Seit Jahren ist uns Peter Kloeppel für seinen ungelenk-unbequemen "Kloeppel-Stelz" bekannt - das in Ganzkörperaufnahmen sichtbare ausgestreckte Bein mit der aufgesetzten Hacke, den Fuß steil nach oben gerichtet (völlig unanatomisch und gesundheitsschädlich - die dabei entstehende Kniebänderdehnung dürfte nicht nur unangenehm für Peter sein, sondern ihn darüber hinaus irgendwann am Stock gehen lassen)! Und nun stellt sich heraus, daß dieser "Kloeppel-Stelz" das Erkennungssymbol, das "Körperlogo", die CG ("Corporate Gesture") der Dresdner Bank ist, und zwar der Unternehmenssparte des "Dresdner Private Bankings". In langjährigen Anzeigenkampagnen, ganzseitig-vierfarbig, steht die Werbefigur der Bank im "Kloeppel-Stelz" in den Anzeigen herum und zeigt einer anderen, wechselnden Person, wo's im Banking langgeht (z.B. in "art" Nr. 10/1999, S.11)! Und Peter Kloeppels Aufgabe war es wohl, auf dem RTL-Bildschirm, immer wenn er Gelegenheit dazu hatte, also bei Wetterberichten und anderen Sondereinsätzen, mit dem "Kloeppel-Stelz" an das Dresdner Private Banking und seine Werbung zu erinnern!

Die RTL-Geschäftsleitung, die ausgerechnet durch eine Mail von mir vor einigen Wochen von der Sache einen Windhauch bekommen zu haben scheint, will nun mit Sturm und Kündigung antworten - da half auch die beschämte Bildschirmabsenz von Peter während der ganzen letzten Woche nichts! Dabei hat's unser blauäugiges Peterchen doch bestimmt nicht böse gemeint!

Ich rufe deshalb alle RTL-Zuschauer und EICHLER-BLOG-Leser zu einer Rettungsaktion für Peter Kloeppel auf! Mailen Sie Ihren Protest gegen die Kündigung an die von solidarischen Kollegen extra eingerichtete "Hilfe-für-Peter"-Email-Adresse:

rtlhelp@rtl.de

und sagen Sie dem Sender, daß wir alle Peterchen alles verzeihen - wenn er's nur nicht wieder tut!

Es sei denn... -

Es sei denn, es stellt sich heraus, daß unser Peter gar nicht so naiv und kindisch ist, wie er sich gibt und wirkt! Denn nach seiner Rückkehr auf den Bildschirm am Montag, 14.1.2008, machte er plötzlich, ebenso demonstrativ und ebenso abwegig, eine andere verräterische Geste: Er formte mit seinen beiden Händen aus Daumen und Zeigefingern ein abwärts gerichtetes Dreieck und streckte es der Kamera entgegen, ohne daß es dafür einen Zusammenhang mit seinen Meldungen oder einen anderen erkennbaren Grund gegeben hätte. Und dieses Symbol zumindest, das abwärts gerichtete Dreieck, ist uns nun viel besser bekannt: handelt es sich doch um das schwarze, untere Dreieck des Hexagramms ("Judenstern"), das im Okkultismus für alles Böse, Negative, Satanische, alles Abwärtsstrebende steht, im Unterschied zum aufwärts gerichteten weißen Dreieck des Symbols, das für alles Reine, Gute, Geistige und Aufwärtsstrebende steht. Ist also Peter Kloeppel dem Okkultismus verfallen, strebt vielleicht eine Karriere als "nächster Uri Geller" an, gar zu einer Marionette seiner undurchschaubaren und undurchschauten "Innenwelt"-Puppenspieler geworden, die ihm wer weiß was Harmloses vorgaukeln und weismachen, um ihn zu seiner satanischen Körpersymbolik vor der Kamera zu bewegen ?!?

Dafür spräche, daß er den "Kloeppel-Stelz" eigentlich nicht selbst erfunden hat, sondern vor vielen Jahren vom Wetterkrampus des RTL, seinem urösterreichischen Kollegen Haekel abgeschaut und übernommen hat, der ihn als erster in die Bildschirmsichtbarkeit ein- und dort vorführte. Und der Krampus ist ja in Österreich bekanntlich - na, wer ? Richtig: der Gegenspieler des Christkinds - der Teufel! Ist Peter Kloeppel also, bedingt durch seinen schlechten Umgang bei RTL, auf die schiefe Höllenbahn in die schwarzmagische Tiefe geraten, nur noch die artige, aus naheliegenden Gründen immer demonstrativ gepflegte Kein-Wässerchen-trüben-können-Fassade aller Teufel als Alibi und Tarnung imagepflegend und schaustellernd ?

Oder hat dieses debil scheinende Gebärde und Gehampel vor doch gelegentlich Tausenden Zuschauern etwa nur eine ganz harmlose Erklärung - nämlich daß er seiner amerikanischen Änkerehewoman überdrüssig geworden ist und bereits heimlich, via Bildschirm, mit einer anderen turtelt und flirtet, nämlich seiner Kollegin Anne Will ? Allzu auffällig ist doch die Tatsache, daß Anne Will ebenfalls schon in den ARD-"Tagesthemen" (7.12.2006) mit beiden Händen demonstrativ vor der Kamera das Satansdreieck formte und damit vor einem Millionenpublikum herumfuchtelte, ohne daß es auch dafür einen Anlaß oder Bezug gegeben hätte! Sind die beiden also heimlich ein Paar, zögern aber noch, mit Rücksicht auf die horrenden Scheidungs- und Unterhaltskosten für Peter, die man von amerikanischen Gerichten ja kennt, mit dem finalen Coming-Out ?

Von ihrem Aussehen her jedenfalls (siehe oben: Peters Pferdegesicht, mit dem sich ihr ausgeprägt-gepflegtes Stutenantlitz hervorragend ergänzen würde, als kämen beide aus demselben Stall) wären sie das reinste Koppel- (oder Kloeppel-) Paar! Und RTL könnte endlich wieder eine andere seiner erfolgreichen TV-Show-Serien neu auflegen und mit zwei fernsehbekannten Gesichtern Auftakt und Eröffnung feiern: Die "TRAUMHOCHZEIT"! 

* * * * * 

* Schicken Sie einfach eine SMS mit NEWS3 an die 66555, und schon haben Sie Peter Kloeppel als Klingelton-Ansager auf dem Handy! Natürlich geht das, je nach Wunschtext, auch mit NEWS1 bis NEWS5! (Kosten erfragen Sie bitte bei Ihrem Provider!)

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Lesen Sie den vollständigen EICHLER-BLOG seit den ersten Einträgen Oktober 2007 unter:   http://docs.google.com/Doc?docid=dhjz6n4k_0dwqr6scs


E-CLIP 9

 
 
 
DES TEUFELS HARLEKIN
 
 
Uns bleibt nichts erspart - der Geller Uri ist wieder auf deutschen Bildschirmen! Pro7 mit seiner unsäglich hirnrissigen "Wissenwelt"-Show belebt den unterbelichteten Enkel des Teufels wieder, um mit einer eigenen DSDNSUG ("Deutschland Sucht Den Nächsten Super Uri Geller") - Serie den einst nicht ganz gelungenen Anschlag auf Denken und Orientierung der Deutschen zu wiederholen: "Sie werden Dinge sehen, die Sie nicht verstehen", ist das vollmundige Versprechen zur Recycling-Klamotte "THE NEXT URI GELLER - Unglaubliche Phänomene Live".
 
Der bedauernswerte Uri, der wohl in seiner letzten Inkarnation seine Seele dämonischen Kräften verkauft hat, um in diesem Leben ein besseres zu haben, wurde prompt, wie bestellt, in der Pubertät mit der erwünschten Fähigkeit ausgestattet, sinnlose magische Kunststückchen vorzuführen, und damit "all the famous and rich people" kennen zu lernen, von ihnen eingeladen, mit ihnen fotografiert und damit auch selbst ein bißchen wie einer von ihnen zu werden, so wie er es sich gewünscht und teuer erkauft hat. In seinem beschränkt-naiv-intensiven Unschuldsknabenstil betont er immer wieder, wie viele "rich and famous people" er getroffen habe, und alle hätten ihn gekannt, und alles wäre so wundervoll gewesen.
Alle und alles ? Bis auf die "Carson's Show" in Amerika. Carsons befreundete Eingeweihte hatten das Studio mit einem magischen Schutzkreis gegen negative Kräfte und dämonische Entitäten versehen, sodaß uns armes, kleines Uri ganz ohnmächtig im Studio saß und vergeblich sein Löffelchen onanierte  -   seine dämonischen Begleit-Erscheinungen und Helfer mußten buchstäblich "draußen bleiben", konnten nichts tun, und die Kirmes-Wunder-Nummer ging in die Hose. Uri fühlte sich ganz mies dabei!
 
Die halluzinative Sinnleere seiner lächerlichen "Kunst"stücke, die nichts zeigen, als daß die Gesetze der Physik mit Hilfe metaphysischer Kräfte problemlos aufgehoben und überschritten werden können, und das in nutzlosen, beschränkt eingleisigen Effekten an belanglosen Objekten, und seinen Harlekin-Status des bedeutungslosen Enkels der Unterwelt kaschiert er mit geheuchelter kindlicher Unschuld und Naivität, um ja nicht Aggressionsobjekt denkender (und vielleicht wissender) Zeitgenossen zu werden, die ihm die unsichtbaren kleinen Hörnchen entkaschieren könnten.
 
In allen Kulturen der Erde gilt schon das Zurschaustellen magischer Fähigkeiten als schwarzmagisch, und wird zum Beispiel im Hinduismus als "Fakirismus" verpönt. Selbst der zweithöchste der tibetischen Lamas, der bekannte (und inzwischen wiedergeborene) Lama Karmapa, galt in tibetischen Kreisen als schwarzmagisch, weil er mit seiner "Crown Ceremony" (er nahm seine Samtkrone vom Kopf, stellte sie in die Luft vor sich, ließ sie an allen Zuhörern vorüber durch den Raum schweben, dann zu sich zurückkehren, um sie wieder aufzusetzen) bis in die siebziger Jahre die westliche Welt bereiste, um mit dieser Vorführung die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer zu gewinnen.
 
Und nun taucht der Kindergarten-Enkel der absurden Kirmesknaben-Magie Uri wieder aus der Vergessenheit auf und will Zuschauer noch einmal mit in die Illusionswelt der Tarotkarte  "7 Kelche" mitnehmen. In neun Folgen, jeweils Dienstag, dürfen sich dann, so ist zu befürchten, harmlose Bewerber an der dämonisch geliehenen Fremdpotenz des altgewordenen kleinen Uri messen lassen - und einer von ihnen vielleicht sogar zu seinem "Nachfolger" küren lassen, mit welcher "beeindruckenden", "verblüffenden" Varieté-Leistung auch immer. Und wozu das alles, neben der billigen Strategie, teure Zuschauerquoten zum Sender zu halluzinieren ? Einen weiteren kleinen Beitrag zur Kulturzerstörung des Abendlandes zu leisten, zur Entchristlichung des Denkens, zur weiteren Zersetzung der kulturellen Wurzeln und Zerstörung des spirituellen Überbaus, zur Desorientierung und Verwirrung, von der allein das Dunkle, Schwarze leben und zehren kann.
 
Um selbst "harmlos" und akzeptabel in einer nicht mehr akzeptablen gesellschaftlichen Realität zu sein, muß Uri uns nur immer wieder mit naivem Gesichtsausdruck, unschuldig und berechnend wie Florian Silbereisen, versichern, es ginge ihm doch nur um "Show Biz", um "becoming rich" und "bing famous", damit, (Bo-eyh!) "all these rich and famous people know me, and invite me, and let themselves photograph with me", and "to become rich and famous myself"!
 
Wer könnte dem kleinen Enkel des Leibhaftigen da böse sein - und begreifen, was da mit ihm als Zuschauer gemacht, wofür er da so "nett und unschuldig" in Anspruch genommen wird!
 
Sie nicht, andere nicht, niemand ?
 
Ich schon!
 
 
 
 

SILVESTER 2008: AFTERMATH

 

BHAGDAD IN MAINHATTAN

 

War das eine Silvesternacht: Ganz Frankfurt hatte sich bis zum Hals mit Böllern, Rakaten, Sternschnuppen und Streulichtern eingedeckt, besetzte Brücken, Plätze, Parkzonen und Vorstadtbalkone, erwartete den Abend, die Nacht  -  und dann kam der Nebel. Dicht, immer dichter, bis auf 1 Meter Bodennähe, graue Schattierungen und marmorisierte Wände, Wolken eines alles verschluckenden diesigen Nichts in grau!

Dämlich der ausweglosen Zwangslage ergeben, versuchten die Frankfurter, blind dagegen anzuböllern, anzuraketen, sternzuschnuppen und zu streulichtern  -  vergeblich! Alles Geballere endete dumpf im Nebel, verschwand im wabernden Dunst, versickerte nach oben, als sei der Himmel eine trübe Brühe, in der man einen Stein versenkt. Farbige Blitze und Sternstreulichter verschluckte die schwadengesättigte Atmosphäre ebenso rasch, spur- und rückstandslos wie ein Stapel Löschpapier einen Wasserguß. Frankfurt hatte sein Omen für das kommende Jahr: Der innere, geistige Nebel seiner Bewohner, die sich nur projektionsblind durch Stadt und Leben bewegen, findet seinen äußeren Ausdruck, seine Entsprechung, seinen Spiegel im äußeren Kontext des objektiven Seinszustands. Man taumelt Irrlicht-trunken durch die Innenwelt eigener Projektionen und Halluzinationen, als Wahrnehmung im Außen gespiegelt, schießt vermeintlich gezielt Geböller und Raketen in die Seinsumgebung  -  die sich doch nur, blind verstreut, ins Nichts eines undurchschaubaren Nebels auflösen.

Das milchige Olivgrün der Nebelschwaden, das zuckende Verlöschen kaum aufgeblitzter Raketen als farbige Spritzer im dunklen, von unten kaum erleuchteten Grau eines konturlosen Himmels versetzte ganz Frankfurt für eine halbe Stunde in die Ästhetik des bombardierten Bhagdad zu Zeiten amerikanischer Luftangriffe - aber was der Mensch nicht wahrhaben will, kann er gut verdrängen, abspalten, sich und andere darüber hinwegtäuschen. Und so prosteten sich die Frankfurter zu, als sei draußen nichts gewesen, und beglückwünschten sich vorauseilend zu einem neuen Jahr, das doch noch keiner kannte, aber mit Sicherheit zumindest schon eingetreten und ein paar Minuten alt war. Alles andere wird man, nicht nur in Frankfurt, sehen - spätestens wenn aller Nebel sich wieder entdichtet hat, vom Dunstabzug nach oben, in die Atmosphäre zurückgeholt und vielleicht zum nächsten Regen versammelt.

 

Der Nebel in den Köpfen aber bleibt. Und findet nur im Leben, täglich, seine Verdichtung, seinen Niederschlag.

 

 

SILVESTER 2008


40 JAHRE PRIMA KLIMA:
1968 - 2008


"DIESER PLANET STECKT MITTEN IN EINER WOMÖGLICH TÖDLICHEN KRANKHEIT; ZU DEN NEBENPRODUKTEN DIESER KRANKHEIT GEHÖRT NICHT NUR DIE POLITISCHE BRUTALITÄT... -  DAS ENDE DIESER KRANKHEIT WIRD DIE VERNICHTUNG UNSERES EIGENEN PLANETEN SEIN.
EINSCHLÄGIGE WERKE ÜBER BIOLOGIE UND ÖKOLOGIE WEISEN NACH, DASS WIR DIE ERDE MIT BLIND ANGEWANDTER TECHNOLOGIE, VERANTWORTUNGSLOS GEPLANTER MILITÄR-KONSUM-INDUSTRIALISIERUNG UND RESSOURCENVERGEUDUNG BUCHSTÄBLICH ZERSTÖREN. BURROUGHS IST DER MEINUNG, ES HANDELT SICH UM ÖKOLOGISCHEN KREBS. DAS IST WIE MIT DEM RAUCHERHUSTEN: MAN ÜBERHÖRT IHN LIEBER, ALS DER TATSACHE INS GESICHT ZU SEHEN, DASS MAN KREBS HAT. INSBESONDERE JENE "HÜTER DER KOSMISCHEN ORDNUNG", DIE DEN MENSCHEN IN SEINEM KÖRPERSTUMPF GEFANGEN ZU HALTEN SUCHEN: DAS WELTLICH-OKKULTE ESTABLISHMENT."


(ALLEN GINSBERG, 1968)


E-Clip 8




SANTA, NOT CLAUS,
IS COMING INTO TOWN!



Was der Mensch macht (und oft genug anderen antut), wird seit langem nicht mehr ihm selbst angelastet, sondern einem fiktiven Naturvorgang, allgemein mit "Klima" subsummiert. Das trifft nicht nur auf das Ökosystem und das "Katastrophenklima" zu. Ob es das "Konjunkturhoch" der Warenschieber und Produktpusher ist, das "Börsentief" des regelmäßigen Finanzmarktinkassos angelaufener Kursgewinne, oder die "Konsumflaute" bereits über ihre persönlichen Verhältnisse "abgesch(r)öpfter" Verbraucherherden  -  immer ist die Metaphorik höheren Schicksalereignissen und Naturgegebenheiten zugeordnet, sprachlich wie kognitiv, und damit der sachlichen Erkenntnis und Betrachtung, jedem wirklichen Verständnis entzogen. Und das ist auch die Absicht  -  denn einer nüchternen Betrachtung und Analyse könnten die Machenschaften des Menschen kaum standhalten, ihre Macher sich kaum der Ahndung ihres asozialen und nicht selten kriminellen "Machens", und damit einer Änderung der Möglichkeiten, der "Freiräume" zu diesem Machen, mehr entziehen.

Warum "Der Spiegel" Stefan Aust den Stuhl vom Redaktionsflur (im Chefredakteursbüro war er ja nie richtig angekommen) doch wieder vor die Tür schob (und nicht endgültig ins Büro), bleibt für alle Zeitgenossen, die meine beiden Bücher "AUSTMITTEILUNG!" und "DER NEUE SPIEGEL - Der Spiegel-Reader von N.A. Eichler" nicht zur Kenntnis nehmen konnten, weil die von der Markt- und Medienmafia bisher rigoros boykottiert, unterdrückt und verhindert wurden und werden, ihr Erscheinen im kleinen Hermes Verlag bis heute rigoros unterschlagen und verschwiegen wird, eine nach wie vor unbeantwortete Frage.

Doch in dieses, für die breitere Öffentlichkeit ohnehin nicht gerade weltbewegende und aufwühlende Rätsel, platzte nach einer sprach- und meldungslosen Woche die Meldung des ZDF ("heute", 7.12.07), daß ihr Claus Kleber der Aust-Nachfolger werden soll, von der Mitarbeiter-KG und dem Anteilseigner Gruner & Jahr designiert und mit einem Angebot bedacht. Und prompt wurde dies auch hier wieder eher als Naturereignis, diesmal der dramatischen Art, wahrgenommen, denn als Senderkantinengegrummel: "Heute Morgen war man vom Donner gerührt" (Jens Peter Paul, 3Sat-Kulturzeit, 7.12.2007)  -  nicht aber wegen der doch verblüffenden Blind- und Dummheit der Entscheidergremien,  ausgerechnet diesen Claus auszulosen, sondern eher aufgrund der Tatsache, daß man endlich etwas erfuhr; nur was das war, lag eben nicht ganz im Erwartungsspektrum.

Wäre diese Drohung aber tatsächlich bestätigt, Claus Kleber tatsächlich zum Nachfolger von Stefan Aust nominiert worden, und hätte er obendrein, im gewohnten Defizit jeder realistischen Selbsteinschätzung, das ihn so charakteristisch kennzeichnet, dieses Angebot angenommen, dann hätte ein naturereignisdelierender Kommentator trefflich darüber salbadern können, daß "Der Spiegel" jetzt "vom Regen in die Traufe" gekommen sei  -  aber es wäre noch weit schlimmer gewesen!

Denn weder Stefan Aust noch Claus Kleber können ernsthaft mit größeren, bedeutenden Wassermengen in Verbindung gebracht werden (es sei denn im Bereich der Freizeit und sportlicher Betätigungen), da beide, was ihren geistigen Tiefgang und publizistischen Horizont angeht, eher als flach-begrenzte Pfützen zu betrachten und zu besichtigen sind: Die eine (Aust) eher still und trüb, die andere (Kleber) gern mit ein wenig Schaum obendrauf  - aber beide extrem affin.

Nur mit asynchronem Blick und gruselndem Unbehagen erinnert man sich an die unsägliche Dämlichkeit von Claus Kleber, vor nicht allzu langer Zeit in einem größeren "Bericht" stolz die "Erkenntnis" vorgetragen und illustriert zu haben, Amerika sei ja "wie das alte Rom"! Abgesehen von der Tatsache, daß diese Parallele noch nie wirklich einer faktischen Analyse des Realgeschehens und seiner Qualitäten hätte standhalten können, wäre sie jemals ernsthaft betrieben worden, ist es geradezu charakteristisch für Klebers naiven Horizont, diese Aussage mit der ihm eigenen selbstverkennenden Hybris für eine große, wichtige Erkenntnis zu halten  -  nur weil auch ihm wieder mal irgendeine flachhirnige Banalität,  die nun auch er irgendwo aufgeschnappt hat, als so "grundlegend wichtig und bedeutend" erscheint und "eingeleuchtet" hat, daß er sich nun berufen fühlt, sie einer breiteren Öffentlichkeit als (s)eine wahre Erleuchtung zu verkünden! So auch mit der packenden Erkenntnis, Amerika sei ja "wie das alte Rom"! Bo-eyh, der Kleber hat's! Seit den Sechzigern von allen Schablonenpublizisten immer mal wieder abgelassen  -  doch nun, am Anfang des dritten Jahrtausends, von Cee-Kay mit dem ganzen Pathos des erkenntnisgefluteten Spatzenhirns als wichtige Offenbarung der einäugigen ZDF-Zuschauerschar zur geflissentlich nachhaltigen Befruchtung übermittelt!

Dabei weiß sein sonniges Gemüt durchaus auch andere Seiten von Amerika zu erkennen  -  etwa wenn er ("heute"-Journal, 9.8.2005), unhinterfragt und überzeugt wie immer, meldet, daß "heute das Space-Shuttle auf der Sonnenseite von Amerika, drüben in Kalifornien gelandet" sei. Da müssen wohl nicht nur Florida und Texas, sondern auch die paar aktiven Gehirnzellen von Claus Kleber eher im Dunkeln, auf der Schattenseite von Amerika angesiedelt sein!

Wird er (sich) das alles tatsächlich demnächst auch beim "Spiegel" leisten und verkünden dürfen?

Sich selbst, laut Eigenwerbungs-Spot im ZDF, beschreibt er ja gern, besonders in der Vorweihnachtszeit, so: "Ich bin kein Nikoclaus, sondern nur ein einfacher Claus.", und übersieht dabei die wesentliche Tatsache, daß er sich durchaus rühmen darf, mit seinem Vorgänger Aust um den Titel der taubsten Nuß in Santas Sack konkurrieren und wetteifern zu können  -  und das ganzjährig, nicht nur zu Adventszeit!

Wird sich also Hamburg im Allgemeinen wie auch die "Spiegel"-Mannschaft im Besonderen dieses Jahr weniger mit "Jingle Bells" auf Weihnachten einstimmen, und schon garnicht mit einem metereologischen "White Christmas" das Jahr ausklingen und auf Schneeschuhen erwartungsfroh ins neue Jahr stapfen können, sondern es mit einem bedrohlich finalen "CLAUS, NOT SANTA, IS COMING INTO TOWN!" einsingen müssen ?

Nichts dergleichen - Claus Kleber, meldete sein Junior-Pendant (ZDF-"heute", 12.12.2007), habe abgesagt, die "Spiegel"-Entscheider erneut in die Bredouille der Nachfolgersuche und Benennungsnot gestürzt.

Vor diesem Hintergrund, und da man weiß, wie lange Gremien tagen, ehe alle Teilnehmer sich auf die nächsteKonsensnull einer unanfechtbaren Entscheidung als Lösung einigen können, hätte ich da einen viel besseren, ja geradezu richtungsweisenderen Vorschlag für die "Spiegel"-Mitarbeiter-KG wie auch den ZDF-Vorstand, der sie für einige Zeit zumindest eines ihrer Personalkarussell-Probleme entheben dürfte: Man führe die beiden Oberleuchten der deutschen Zeitgeschichts-Publizistik endlich zusammen und schaffe ihnen ein gebührendes Format des gemeinsamen Auftritts, sowohl im ZDF als auch im "Spiegel". Nach dem Vorbild von "Schmidt und Pocher" oder auch "Kienzle und Hauser" dürfen von nun an die Kognitionszwillinge "Aust und Kleber" einmalig wöchentlich im ZDF in ihrer gewohnt lockergewandeten und kalendergedrechselten Art die Zusachauer ins Licht ihrer eineiigen Erkenntnisse und Einsichten zur Welt und deren Ereignishaftigkeit rücken, crossmedial flankiert vom wöchentlichen Abdruck ihrer Zweispur-Monologe im "Spiegel"; exklusiv, versteht sich. Na, ihr konzertierten Entscheidergremien, wie wär's damit?

Alle Hamburger und auch Mainzer, alle "Spiegel"-Redakteure und ihre Redaktions-Kollegen vom ZDF könnten sich dann erwartungsfroh auf ein nicht ganz so bedrohlich neues, altes Jahr freuen, der irgendwie vertrauten Bildschirmrealität loyal ergeben, die auch in diesem Fall wieder kein Naturereignis wäre, kein Vorgang "höheren Schicksals", sondern menschengemacht: Von Menschen - für Menschen!

Und in beiden Häusern könnten sich alle doch noch unter den Kantinentannen erleichtert mit einem "SANTA, NOT CLAUS, IS COMING INTO TOWN!" ins neue Jahr singen.

Deshalb, schon jetzt: Kräftig mitsingen, liebe Redakteure und Medienschaffende!Und: Prosit Neujahr!


Wen das neue Jahr dann tatsächlich als neuen Chefredakteur ins Haus schneien wird, weiß bis hier und heute zwar niemand. Doch wer auch immer es sein wird: Bei der bewiesenen Personal- und Sachkompetenz, die da bei der"Spiegel"-Mitarbeiter-KG Frau Holle spielen darf, dürfte auch im neuen Jahr gelten, was euch wie uns schon im alten wenig trösten konnte:


IHR HABT NICHTS BESSERES VERDIENT!






PostScript 6

 


S - A - C - R – A





SACRA, SACRA, SACRA, SOG I, SACKELZEMENT, UND: LLELUIJAH!!! Wer einen Crash-Kurs in adeptischem Denken, in esoterischem Weltbild und okkulter Philosophie sucht, dem sei das Schlüsselwerk der filmischen Selbstdarstellung der „Illuminaten“ der „kosmischen Hierarchie“ empfohlen: „MONTANA SACRA / Der heilige Berg“ von Jodorowski. Anfang der siebziger Jahre ein Kult-Film, in den Achtzigern nur noch gelegentlich in Programm-Kinos gezeigt und heute so gut wie nicht mehr zu sehen, aber die Mühe, sich ihn zu beschaffen, lohnt sich auf jeden Fall und für’s Leben, denn mit einer Besichtigung allein ist der Film ohnehin nicht zu bewältigen, bei zweien gewinnt man einen Überblick, und beim dritten Ansehen fängt man an, in ein substantielles Verständnis einzutreten. Denn der Film, von unbedarften Zuschauern nur als absurd und surrealistisch erlebt (und von Freaks als „Trip“) offenbart nicht nur das okkulte Weltbild der adeptischen Eingeweihten, deren Gangstertum heute Gesellschaft und Wirtschaft der westlichen Industrienationen beherrscht (und, bedingt und mehr oder weniger im Untergrund, auch die der anderen), sondern stellt es auch in esoterisch-qabbalistischer Symbolik dar. Der Film erläutert nichts, sondern nimmt den Betrachter mit auf die initiatorische Reise vom Neophyten zum Adepten, wie sie heute überall im Westen mit Angehörigen aller Gesellschaftsschichten, sofern sie „geeignet“, also für die „sanfte Verschwörung“ nützlich und (miß-)brauchbar erscheinen, veranstaltet und durchgeführt wird: „Mitten im Leben selbst“ und „unter aller Augen“. Im Film werden die ahnungslosen Neophyten durch eine Gruppe von unterschiedlichen Geschäftsleuten und durch Jesus (!) repräsentiert, die vom „Ipsissimus“, dem Kopf und obersten Adepten der okkulten „Hierarchie“, in das wahre Verständnis des weltlichen und vermeintlich spirituellen Universums eingeführt und zu persönlicher „Befreiung“ geführt werden.


So weit, so vermessen und dumm wie (be-)trügerisch. Denn der ganze Film, sein Wert und seine Bedeutung steht und fällt mit dieser Prämisse: Daß Jesus nur ein verblendeter Knallkopf und ahnungsloser Idealist war, den nur ein wirklich Wissender, ein zeitgenössischer Adept mal richtig einweihen und initiieren hätte müssen. In dieser Prämisse - und vor allem nur in dieser, die allerdings den Handlungsverlauf des ganzen Films begleitet (in dem sich Jesus, im Unterschied zu den anderen, den Geschäftsleuten der Neophytengruppe, bei der Initiation als besonders dumm und schwer von Begriff darstellt) - verrät sich die ganze ideologische Krankheit, der herätisch-antichristliche Charakter, die irrwitzige These des Films (und damit des Adeptentums selbst), der im übrigen in jeder Szene, in jeder Einstellung, in jeder symbolischen und inszenierten Aussage und Darstellung richtig ist, einer verlässlichen spiritualpsychologischen Weltsicht entspricht und ein klares Bild der weltlichen wie esoterischen Dimensionen eines niederen metapsychologischen Wirklichkeitsverständnisses vermittelt. Der Film dokumentiert in einzigartiger Klarheit also zwei völlig verschiedene Dinge, die in ihm aber intentionell ineinander verwoben werden, um das eine durch das andere zu insinuieren und zu legitimieren, und offenbart dadurch die unerleuchtete, vermessene, orientierungslos gewordene okkulte Adeptenphilosophie, die heute alles Geschehen bestimmt und beherrscht: 1. Er präzisiert das klassisch-esoterische Welt- und Wirklichkeitsbild, wie es rudimentär schon seit Jahrtausenden in allen Mysterienschulen der Welt hinter verschlossenen Türen und außerhalb des Körpers von Mund zu Ohr weitergegeben wurde und wird („Qabbalah“, hebr., von „qebal“ = „flüstern“), auf moderne, zeitgenössische Weise und in der Praxis, wie ein okkultes Weltbild und eine Initiation in der heutigen industriellen Zivilisation weitergegeben und vermittelt wird. 2. Und er behauptet im selben Atemzug die souveräne und erleuchtete Überlegenheit der Adepten gegenüber einer kleinkariert-egozentrisch verblendeten Haltung eines Jesus, der nur einer persönlichen Illusion von Messiastum aufgesessen sei und von „erleuchteten Adepten“ und „Halbgöttern in Menschengestalt“, wie sie heute in jeder Firma, in jedem Amt und in jedem Pissoir zu finden seien, nur mal richtig eingeweiht und initiiert hätte werden müssen. Und die Plausibilität und Wahrheit des einen Aspekts des Films, des Wahrheitsgehalts seiner esoterisch-psychologischen Weltsicht, nötigt illegitimerweise zu dem Trugschluß, die Diffamierung von Jesus habe dieselbe solide Erkenntnisgrundlage und Berechtigung - was aber weder im Film belegt noch tatsächlich der Fall ist.


Im Gegenteil - da wird, im ersten, dem „weltlichen“ Teil des Films, unlogisch wie von allen und den dümmsten Anti-Christen schon seit je, die pervertierte kirchliche Praxis eines falschen Personenkults als bildlicher „Nachweis“ für die Irrelevanz seiner Lehre in Anspruch genommen und missbraucht (und der nun „klarer“ sehende Jesus zerstört daraufhin alle seine körperlichen Repliken). Und damit hat sich auch schon die Argumentation und Beweislast für die erwünschte Selbstglorifizierung und Überlegenheitsphilosophie der Adepten. Der Rest ist dümmliche Clownifizierung der Person Jesu. Und das ist ebenso geistlos wie schade.


Denn um diese ideologische Ketzerei bereinigt, böte der Film alles, was als Muster einer esoterischen Einweihung nach westlicher Tradition anzusehen und zu verstehen wäre: Von einer klaren Sicht auf die verschiedenen Aspekte des „Jahrmarkts weltlich-vergänglichen Lebens“ über die (nun außerhalb des Körpers, am „anderen Ufer des Wassers“) Pseudo-Geistigkeit falscher Poesie und niederer magischer Praktiken (Okkultisten mit Rucksack, also dem Ballast ihrer weltlichen Identität und persönlichen Historie, die „durch Wände gehen“ und zaubern, aber nicht höher steigen können) bis hin zu psychischen Reinigungsprozessen und der Überwindung und Beherrschung der Triebstruktur („Walking the Tiger“) als Weg zum „Gipfel“ des „heiligen Bergs“, wo - man hat es fast erwartet - kein weißbärtiger Überichgott mit Sonnenscheibe als Hut seine Menschenkinder empfängt, sondern die Mitgötter der Mitadepten, die einen dorthin geführt haben, und der Film (im Film) ist zu Ende, alle Mysterien sind gelüftet, alle Rätsel gelöst, die Grundlagen aller Religionen geklärt.


Wirklich ?


Abgesehen von der Tatsache, dass diese Darstellung lediglich die Idealisierung einer viel weniger idealen Realität und Praxis repräsentiert, dass die Adepten heute und im richtigen Leben keineswegs die sauberen, sicheren, selbstlosen und unfehlbaren Initiationsführer sind, als die sie sich da ein Denkmal haben setzen lassen, sondern längst zu verblendeten Epigonen und Egomanen degenerierte Halbwissende, die ihre okkulten und weltlichen Mittel und Möglichkeiten vor allem zur Vermehrung ihrer okkulten und weltlichen Mittel und Möglichkeiten, als Selbstzweck und zur Selbstverherrlichung und zur Vergrößerung ihres Aktienportfolios einsetzen, und kaum mehr für den Dienst eines wie auch immer gearteten Fortschritts von Menschen oder gar einer „Menschheit“ (es sei denn, auch diese Fortschritte anderer dienen, nach dem Kettenbriefschneeballprinzip von Betrugsunternehmen, dem eigenen Nutzen), abgesehen davon, dass die proklamierte ideal-idealistische Haltung längst nur noch eine aufrecht erhaltene Alibi-Sage von unzulänglichen Menschheitsschmarotzern ist, die ihre okkulte und weltliche Macht rücksichts-, skrupel-, verantwortungs- und erbarmungslos für ihre egomanischen Zwecke einsetzen, und abgesehen von dieser selbstverblendeten, den eigenen Glanz und die eigene Glorie erhöhen sollende Diffamierung des Propheten Jesus, die nur zeigt, dass sie außer psychotechnischen Läuterungsprinzipien überhaupt nichts begriffen haben von den Mysterien ihrer eigenen reklamierten Esoterik und Initiation, da sie zu einer Mentaltechnik von kosmisch-spiritueller Welt- und Einsicht noch gar nicht vorgedrungen, sondern lediglich auf ihrem astral-psychologischen Maulwurfshügel sitzengeblieben sind, wo man sich so schön und leicht als „Gott auf heiligem Berg“ feiern und feiern lassen kann. Abgesehen von diesen prinzipiellen und hanebüchenen Fehleinschätzungen und Defiziten sowohl des Films als auch der aktuellen Personen, die in der heutigen Welt und Wirklichkeit unseres Planeten diesen Film „leben“ und praktizieren, ihrer unzulänglichen spirituellen Einsicht und verkommenen charakterlichen Integrität, wäre noch die Tatsache zu erwähnen, dass es diesen Schmarotzern in Adeptengestalt am Wesentlichen fehlt, was einen Menschheitslehrer und Propheten auszeichnet und über andere „weise“ und weise Menschen erhebt: nämlich eine Botschaft, eine Vision - und ein Verständnis sowohl der philosophischen Grundlagen wie auch der kosmisch-evolutionären Dynamik der Welt, ihrer Zukunft und Zielrichtung, über ihre bloß okkult-esoterisch-hellsichtige Psycho“himmels“beschreibung und –bestandsaufnahme hinaus. Die „erleuchteten“ Hohlschwätzer der „kosmischen Adeptenhierarchie“ haben weder eine Ontologie zu bieten noch eine Kosmogonie, weder eine Seins- noch eine Sinnerklärung des Menschen und des Universums, weder eine Herkunfts- noch eine Zielvorstellung - geschweige denn eine Einsicht in die spirituell-evolutionären Prozesse, die die menschliche Aufbringung zu unsterblichen Geistwesen auf diesem Planeten tatsächlich leiten und fördern. Alles, was sie haben, sind psychisch-ätherische Wanderkarten durch das kollektive wie individuelle Unbewußte - und mit diesen pfuschen sie in der kollektiven wie individuellen Seele, im ätherischen und niederastralen „Himmel“ ebenso wie in der materiellenWelt nach ihrem beschränkten Gut- und häufig genug Schlechtdünken herum, lassen sich für ihr unerbetenes, ganovengleiches und ohnehin meist nur destruktives Einmischen in anderer Leute Leben und Angelegenheiten auch noch teuer bezahlen und gar als „Demiurgen“ und „Halbgötter“ feiern und aushalten, und vertrauen im Übrigen darauf, dass ein sinnvolles, göttliches Universum ihrem Wahn schon den Sinn, ihrem Tun schon eine Legitimation nachliefern, in ihrem Chaos schon wieder eine Ordnung schaffen und erkennbar werden lasse, die sie sich dann als Ergebnis und „Frucht“ ihrer „erleuchteten adeptischen Bemühungen und Dienste“ auf die selbstglorifizierende Sagenfahne schreiben können.


Der inspirierte „Spitzhut“ des Ipsissimus im Film ist in Wirklichkeit die schlaffe Zipfelmütze eines geistigen Vorgartenzwergs, der sie nur als Zuckertüte zum Einsammeln von Sponsorengaben nutzt, der (Tsade-) „Fischhaken“ im Film, der zur Vervollkommnung der höheren Persönlichkeit des Menschen führen soll, ist zum Köder eines Schutzgeld-Erpressertums deformiert, mit dem man Menschen ihr eigenes, angeborenes Eigentum auf Himmel, Fortschritt und Erleuchtung buchstäblich verkauft (und wer nicht zahlen, den Herrn Adepten nicht am fremden Besitzstand beteiligen will, dem wird er geraubt und abgefoltert und abgepreßt, bis er dankbar ist, von Adeptens Gnaden wieder leben und atmen zu dürfen und seinen Namen erfahren zu haben und den ihm von anderer, göttlicher Seite mit in die Wiege gelegten Himmel wieder sehen zu dürfen), und die Jesus-Schaufensterpuppen im Film sind in der heutigen Praxis längst adeptischen Abziehbildern von weisen, hellen, jovialen, guten Übervaterfiguren gewichen, die man jedem ins Hirn pflanzt, der sich fragt, wer ihn da ungefragt und gewaltsam und unlegitimiert für unklare Ziele und Zwecke in Anspruch nimmt und beherrscht und zwingt und vergewaltigt und über ihn und sein Leben zu verfügen und hauszuhalten und teilzuhaben sich anmaßt - Abziehbilder der übelsten, verlogensten phantasmagorischen Sorte, hinter denen sich kleinkarierte Bankprokuristen, primitive Industriemanager, schäbige Amtsschimmel und charakterlose Börsenmakler auf Jahrmarktspsychologen-Niveau verbergen, die sich alle im astralen Illusionstheater auf XXL-Größe trimmen, um teilweise potentiell sogar überlegenen, nur noch nicht zu außerkörperlicher Funktion gelangten „Materiemenschen“ die „Halbgötter“ und „Führer“ vorzugaukeln, die sie nicht sind, nie waren und oft genug von ihrer persönlichen Unterentwicklung her auch in diesem wie vielen künftigen Leben gar nicht sein können und werden. Ihre weis/ße Haartracht ist von der Beschaffenheit des Schneider’schen Toupets, ihre heiligen Schwüre haben den Wert und die Qualität von Barschel’schen Ehrenwörtern, und ihre kosmisch-klangvollen, tiefen „Götterstimmen“ den verräterischen Klang von qabbalistisch-magischen Megaphonen, die ihre wirklichen, quäkenden Preß-Stimmchen aufmotzen wie Fuchsschwanz, Spoiler und Rallyestreifen einen Manta.


In diesem Illusionstheater ist jeder ein „Gott“, der sich nur irgendwie aus seiner sterblichen Jauchehülle geschält und gewunden hat, ist jeder ein „vollkommener Herrscher im Mikro- und Makrokosmos“, der es verlernt hat, sich mit seinem Spiegelbild zu identifizieren, und jeder ein „perfekter Mensch und Demiurg“, der im Kindergarten der Welt das Spielzeug als Spielzeug identifiziert und als solches zu gebrauchen gelernt hat - und kann die Welt als Spielzeugland für sich beanspruchen und in Besitz nehmen, ob „im Guten“ oder mit okkulter Gewalt. Welcher „Adept“ hätte schließlich nicht schon als Kind davon geträumt, einmal eine Nacht im Kaufhaus eingeschlossen zu sein und nach Belieben die Bedürfnissau rauslassen zu können ? So, jetzt, als „Adept“ geht das endlich - und entschädigt für die vielen Frustrationen und Unzulänglichkeiten des Lebens, die man als kleiner Häusermakler und Buchhalter und Werbekaufmann täglich hinzunehmen hat. Schließlich kann man Banker und Großindustrielle und Politiker nach der eigenen Zwergenpfeife tanzen, sich von ihnen ein üppig-luxuriös-unbeschränkt mächtiges Zweitleben als „Menschheitsdiener“ (und den getönten Tagescreme-Appeal) finanzieren und auf Society-Parties in Kampen und St. Moritz mit allweiser, selbstloser Bescheidenheitsglorie beehrfürchten und der Würstchenrealität der eigenen Person eine imaginäre „Schattengröße“ andichten lassen.


Oder war da noch etwas, irgendwas, was einen Menschen unsterblich und einen Gott zum Gott macht ? Rosa Aura ? Kein Problem - einmal tief Luft holen und ins innere Universum singen. Artiger, gütiger, klarer Blick ? Kein Problem - solange man so gehätschelt wird. Ruhe und Besonnenheit ? Worüber sollte man sich aufregen. Weisheit ? Solange niemand etwas wirklich Wichtiges und Schwieriges fragt, solange alle nur wissen wollen, was ein halbes Pfund Butter kostet und ob außerhalb des Körpers Liebespaare auch Händchen halten - kein Problem. Unsterblichkeit ? Mein Gott, da gibt’s so gewisse Tricks - also zum Highlander reicht’s allemal.


Und dabei war, hier und heute, nur von den „Guten“, den „weißen Adepten“ die Rede, und nicht von den „Bösen“, den „schwarzen“, von „Panther, Kater und Co.“. Aber so groß sind die Unterschiede ohnehin längst nicht mehr: „Ich schwöre, die Wahrheit zu sagen, der zu sein, für den Sie mich halten, ein treuer und selbstloser Menschheitsdiener und Adept, von der „kosmischen Hierarchie“ des „geistigen Universums“, also von uns selbst, mit Legitimation und „höheren“ Weihen und Auftrag ausgestattet, so wahr ich mir helfe und der 31. Februar immer ein Sonntag ist.“


Amen!




(© 1996 by the author

Alle Rechte vorbehalten –

All rights reserved)




* * * * *


 

Damit etwas Bedeutung bekommt, braucht man eine Szene, aber eine Szene gibt es nur, wenn es eine Illusion gibt, ein Minimum an Illusion, an imaginärer Bewegung und Herausforderung des Realen, das einen mitreißt, verführt und in Aufruhr versetzt. Ohne diese im eigentlichen Sinne ästhetische, mythische und spielerische Dimension gibt es nicht einmal mehr eine politische Szene, in der irgendetwas zum Ereignis werden könnte.“


(Jean Baudrillard

Die fatalen Strategien

München 1985)

KO(S)MISCHE ZEITEN 2

 

 

SECOND LIFE

 

IM "SECOND LIFE" DER HALLUZINIERTEN SPATZENHIRN-EGOS IST ALLES ANDERS. DER ZEITLOSE SPIEßER, BLIND UND SPIRITUELL UNTERENTWICKELT WIE EINE RAUPE VOR IHRER METAMORPHOSE, KANN SEINE DIESSEITS-"WEISHEIT" DER BELANGLOSEN WELTSICHTEN UND BANALEN ERKENNTNIßE HINÜBERRETTEN INS "SECOND LIFE" DES PARALLELEN JENSEITS  -  UM SIE DANN ALS "HÖHERE ERKENNTNIS" UND "HÖHERE WELTSICHT" DER "JENSEITS"-RAUPE ZURÜCKZUSPIEGELN, ZUR "HÖHEREN" LEGITIMATION SEINER MINDERBEMITTELTEN, NIE GESCHLÜPFTEN EXISTENZ UND DASEINSFORM. DAS GEÖFFNETE, MILCHIG-TRÜBE ZYKLOPENAUGE DES PARALLELEBENEN-NEANDERTALERS GLAUBT SICH IM "HÖHEREN" ANGEKOMMEN UND IST DOCH BLOß AUSGEBÜXT: INS "ALTER EGO" DER STAMMTISCH-TRÄUME VON EIGENER GRÖßE, MACHT, HERRSCHAFT UND HERRLICHKEIT. VON HÖHERER EINSICHT, VERSTÄNDIGKEIT, GAR WEISHEIT UND GEIST ABER KEINE SPUR. NUR DIE GÄHNENDE LEERE EINES FUNKTIONSREDUZIERTEN GEHIRNS, DAS SICH DIE WELT ALS HOLZSCHNITT-SCHABLONE, IDIOMETAPHER, SCHATTEN- UND HÖHLENWAND-REPRÄSENTATION DER UNVERSTANDENEN PARALLEL-REALITÄT DES "WIRKLICHEN" AUSMALT  -  UND DAS, AUSWEGLOS, FÜR EIN PAAR JAHRHUNDERTE ODER SO, ALSO EINIGE KOSMISCHE SEKUNDEN LANG.

IM "SECOND LIFE" SIND ALLE RICHTIG, WEIL ALLES FALSCH IST  -  UND ALLE EINÄUGIGEN SICH DEN "BLINDEN" DES "FIRST LIFE", ALSO DER PHYSISCHEN REALITÄT UND EXISTENZ, ALS "SEHER" VERKAUFEN KÖNNEN, OHNE ES ZU SEIN. SIE MANIPULIEREN, TÄUSCHEN, VERBLENDEN IHRE "INNENGELEITETEN" HANDLANGER DES "FIRST LIFE" NACH STRICH UND FADEN, MACHEN SIE SICH NACH LUST UND LAUNE NÜTZLICH UND GEFÜGIG, BEUTEN SIE UND IHRE BESITZSTÄNDE AUS, IHRE ENERGIEN, LEBENSZEITEN, ENTWICKLUNGSPOTENTIALE UND GEFÜHLE. UND SOLANGE DER "INNENGELEITETE" ZWEIBEINIGE HUND IHNEN VERTRAUT, GEHORCHT UND FOLGT, SOLANGE SIND AUCH DIE MINDERBEMITTELTSTEN "SECOND LIFE"-ADEPTENKAFFER IM ARTIGEN SPIEßERGEWAND SEINE "HERREN" UND "MEISTER", OHNE DAß ER REALISIERT, WAS ES IHN AN EIGENSTÄNDIGKEIT, EIGENER ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVE, EIGENEM LEBENS-"KAPITAL" WIRKLICH KOSTET, SEINEN GEISTIGEN HORIZONT UND DESSEN AUSRICHTUNG UNÜBERPRÜFBAREN HALLUZINATIONS-SUGGESTIONEN ANZUVERTRAUEN  -  VON DER FEHLENTWICKELTEN WELT, DIE VON DEN BLINDEN "SEHERN" MIT "HÖHERER" LEGITIMATION OHNMÄCHTIG UND UNBEDARFT IN DEN ABGRUND GESTEUERT WIRD, NICHT ZU SCHWEIGEN!

 

* * * * *

"Sie treten in jeder Generation auf:

Die Einäugigen, Großmeister im Verdrängen, die Weißwäscher,

denen das Weglassen zur zweiten Natur geworden ist."

(Axel Hecht,

sich und Seinesgleichen charakterisierend;

Editorial, art 2/1991)

 

AUS FÜR AUST!

 
 
 
PhiLoSopHIe
 
 
 
"Mach Dir nichts draus, Aust!
Die Wahrheit ist immer ganz einfach,
nur Lügen und Irrtümer sind kompliziert.
Die Erde ist rund,
der "Spiegel" ist eckig,
und ein Aust dauert 90 Minuten!"
 
 
* * *
 
 
(aus:
R.Crumb/N.A.Eichler - AUSTMITTEILUNG!
(c) 2005 Hermes Verlag;
siehe Album "DOCS" am Fuß des Blogs;
s. auch:
"DER NEUE SPIEGEL -
Der Spiegel-Reader von N.A. Eichler",
ebda.)
 
 
 

E-Clip 7


WEISSES RAUSCHEN,
BLOND UND SCHWARZ



Die Dummheit hat viele Gesichter, und manchmal trägt sie blonde Haare. Ist es schon unerträglich, daß der neoliberale Triumphzug der Diktatur des Kapitals alle sozialen Fundamente der modernen Demokratien zertrümmern, und sie über kurz bis kürzer zum Zusammenbruch bringen kann, ohne daß eine mit offenen Mäulern erstarrte und Fassadenglanz-halluzinierte Publizisten-"Klasse" noch die Systemfrage zu stellen und zu diskutieren wagt, so ist es vollends zum Davonlaufen, wenn die doxosophisch-massenmediale Gehirnwäsche der abhängigen Untertanen durch pointierte Attentate auf ihre kognitiven Grundstrukturen noch übertroffen wird  -  die Demenz-Offensive des Kapitals auf die letzten Bastionen des Verstandes, der Vernunft und aufgeklärten Grundorientierung des westlichen Menschen und Bürgers also in ihre zweite Phase getreten ist: die der logisch-analytischen Entmündigung.

Der Kapitalismus, dies zur Erinnerung, ist ein wirtschaftliches System der "negativen Entropie" (Jean E. Charon). Nicht der Ausgleich von Interessen, der Austausch von Kapital und Werten (wie etwa Arbeit) ist sein Inhalt und Interesse, sondern die Absorption der Werte und des Kapitals von immer mehr Menschen zum immer größeren Reichtum von immer wenigeren. Daß dies die räuberische Enteignung aller "anderen" Menschen um ihre natürlichen, persönlichen Besitzstände, ihres "Lebenskapitals" bedeutet, die durch strukturelle, administrative Gewalt und Erpressung durchgesetzt wird, ist nicht eine "unangenehme Folge" oder "unvermeidliche Begleiterscheinung" des Kapitalismus, sondern konstituierende Grundlage und funktionsmechanische Substanz des Systems, ja das "System" selbst, das Asozialität und Sozialdarwinismus zur finanztechnischen Daseins- und Selbstverständnis-Maquette kutiviert hat. Kapitalismus hat keine "Moral", die (s)ein System begleitend charakterisieren oder "mildern" würde  - Kapitalismus ist eine Moral: die des primitiven, subjektdefinierten Freßtriebs als Selbst- und Wertbestimmung der reflexionsfreien Ich-/Nicht-Ich-Dialektik. Also das, was der zeitlos unverständige, zeitlos untertane, zeitlos ergebene zeitlose Spießer und Soseinsbejaher ebenso abwegig wie verschleiernd als "unmoralisch" bezeichnen würde, könnte er es in seiner zeitlos-seeligen Adabei-Benommenheit und Verblödung sehen und erkennen.

Im Kapitalismus, gar gegenüber den Kapitaleignern, "Moral" anmahnen zu wollen, ist also ebenso sachverständig und analytisch luzide, wie gegenüber Kannibalen Tischmanieren, respektive die Verwendung von Messer und Gabel einfordern zu wollen: Nicht der unverständig grinsende Kannibale, sondern sein moralischer "Erneuerer" bedürfte einer kognitiven Inspektion. Und doch ist unsere publizistische Gegenstandsbewältigung auf diesem entmündigt-idiotischen Stand der Verhandlung angekommen:

"Moral statt Kapital" fragte die blonde Sabine Christiansen in einer ihrer letzten Sendungen (12.12.2004) adäquat  -  und fügte erläuternd die Leerlaufhülsen-Rhethorik "Brauchen wir eine gerechtere Weltordnung?" hinzu. Nun, wir haben, zumindest auf dem immer weniger beachteten Papier unserer Verfassungen, (noch) eine gerechtere Weltordnung, unsere Sozialgesetzgebungen und die Menschenrechte  -  die das Kapital, bislang noch unzufrieden in ihren Bahnen verkehrend, längst und systematisch dabei ist, abzuschaffen: Aus den betrieblichen und unternehmerischen Diktaturen gesellschaftspolitische zu machen, also tatsächlich von einer Wirtschafts- zur "Weltordnung" zu werden. Und nicht dieser Versuch des Kapitals ist die menschenfeindlich-gesellschaftsvernichtende Katastrophe  -  sondern die hirnlose Willfährigkeit, mit der die gesellschaftliche Weltordnung dies zuläßt oder gar legislativ-administrativ unterstützt: also die eigene Abschaffung, Zurücknahme, politische Selbstauslöschung betreibt. (Hat nicht unser "Auch-ein-toller-Manager"-Putzfrauensohn und Lakai aller Bosse Gerhard Schröder schon wenige Wochen nach seiner Erstwahl das Grundgesetz verhöhnen und seinen Text mit Füßen treten können, indem er gegen den präzisen Wortlaut von "der Staatspflicht der wirtschaftlichen Lenkung und Planung" spöttisch verkündete, der Staat habe "nicht zu lenken, sondern zu rudern", ohne daß ihn ein Verfassungsrichter des Amtes enthoben oder auch nur in den Arsch getreten hätte, um ihn an seine beeidete Amtspflicht zu erinnern ?)

Frau Christiansen, sonst und zu anderen Themen durchaus standfest-kritischer Haltung fähig, war, wie andere ihrer Zunft schon längst vor ihr, der zweiten Stufe der Werte-vernichtenden kapitalistischen Demenz-Offensive erlegen: "Warum ist da nicht mehr für Hilfe da?", fragte sie, jedes zerebralen Augenpaar-Hintergrunds ledig, den Kapital-Protagonisten der Hypo-Vereinsbank Kurt Viermetz, und meinte damit Geld. Die Entmündigten und Entrechteten bescheiden sich im Erbetteln von Almosen zur Elends-Erleichterung  -  und der damit bezweckten kognitionsfreien "Charity"-Image-Politur ihrer Ausbeuter und Enteigner. "Vielleicht kann man noch die Kontonummer einblenden..." fügte der Spender Peter Krämer hinzu. Das Kapital, als Moral, hat gründlich gesiegt.

Und die vermeintlich designierte "Nachfolgerin" von S. Christiansen, Anne Will, kein bißchen blond und doch noch viel weniger als das, war zwar mit PR-Trailer-Schaum vor'm großen Sendermund als solche angekündigt, von ihr auf dem Bildschirm aber bisher nichts zu sehen. So sehr man auch Ausschau hält: Einige unbeholfene, absurde Stelzgänge durch einen großen, hohlen Raum, der an das nackte Winterquartier von Sarasanni erinnert, einige sinnleer-fadenlose Begriffs-Droppings, an denen (woran auch sonst?) erkennbar werden soll, daß sie sich schon mal an einer Uni irgendwas "abgearbeitet" hat, einige wäschegummigedehnte Strecksätze in der knarzenden Stimmlage einer alten, verrosteten Scheunentürscharniere  -  ansonsten bleiben Raum wie Bildschirm hirnlos, leer und stumm. Und ein überdimensionierter Schriftzug am Ende macht das große Sendungsloch zuvor und den grassierenden Kompetenzpersonalnotstand bei ARD und ZDF erst voll und ganz bewußt.

Das Weiße Rauschen einer bunt-bewegt, niveaulos-kognitionsfreien Medienwelt, auch und gerade in den "seriösen" Informations-Diskurs-Sparten, in der immer etwas geschieht und doch nie etwas stattfindet, nie etwas bewirkt werden soll, schon gar keine Erkenntnisprozesse bei den zu unterhaltenden Zuschauern, hat einmal mehr zugenommen und strebt dynamisch seiner Finalität zu: der allumfassenden, nichtssagenden Dauer-Bildschirmanimation auf Bewußtseinshöhe Null.

 

((C) 2007 by the author)




PostScript 5

 

P – Ä – N - G - !

 

 

URPS! ZOOIIINNNNG! KRATZ! KRACH! KICHER! BOOIIING! ZISSCCCHHHH! Das wesentliche Merkmal, das den Menschen vom Tier unterscheidet, ist die Fähigkeit der Anteilnahme am Außer-Ich, dem anderen, die Möglichkeit einer, wenn auch noch so rudimentären, Identifikation mit seinen Artgenossen, die in Mitfreude und Mitleid, Gemeinsinn und sozialem Interesse sich manifestiert. Dieses „menschliche" Potential steht und fällt mit der Kommunikation zwischen den Menschen - es entfaltet sich, wo Kommunikation und Information möglich, es entfällt, wo sie unmöglich, verhindert und ausgeschlossen, „der/die andere/n" außer Sicht-, Hör-, Reich- und Fühlweite sind, zumindest weit genug auf Distanz zur inneren und äußeren Begrenzung des eigenen „Welt"-Kreises. Wer Menschen beherrschen will, und verhindern, dass sie sich über ihren Status austauschen, sich erklären, aufklären, verabreden und zur Erkenntnis ihrer Unterdrückung kommen können, der muß nur ihre Möglichkeiten dazu beschneiden oder zumindest kontrollieren, und das System „funktioniert".

Kommunikation ist Sprache, welche Form - verbal, visuell, akustisch, gestisch - sie auch annimmt, auf welcher Ebene sie auch stattfindet. Wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert den Menschen, sein Bewußtsein, sein Weltbild, sein Leben schlechthin. Und wer Menschen verblöden will, der muß a) jeder ernsthaften und inhaltlichen Auseinander- (oder Zusammen-) setzung aus dem Weg gehen, und b) billige, nicht angreifbare Repräsentationen für sein erwünscht falsches Weltbild anbieten, die das Bewusstsein scheinbar mit Inhalten und Aussagen bedienen und zufrieden stellen, in Wahrheit aber im Autodelirium von nicht erkannten Verblendungen halten. Beides gelingt mit jeder Art von Symbolsprache, da unpräzise und übersetzungsbedürftig und als Vehikel für jede Projektion, jeden schwachen Sinn, jede manipulative Kommunikation, die sich konkreter Überprüfung entziehen will, hervorragend geeignet. Und beides ist das, was die adeptischen Gemeinplätzchenbäcker der selbsternannten „kosmischen Hierarchie" praktizieren, worauf sich das lächerliche Machtgefüge ihres okkulten Biederkeitsimperiums stützt.

Wer also vom Gangstertum der Eingeweihten redet, das als Schattenmacht heute weitgehend alle öffentlichen und privaten Lebensbereiche beherrscht und kontrolliert, der „kosmischen Hierarchie" der „Illuminaten" und „(Frei-)Maurer" jedweder Benennung und Provenienz, ihrer „sanften Verschwörung" (und wie sich diese - „Mister Bombastic, Mister Phantastic" - okkult-weltliche Bewegung wild und größenwahnsinnig gewordener Klein- und Großbürger, potemkinsch aufgeblasen, beschönigend und gigantoman wie in allen ihren Dingen, sonst noch so nennt) und ihrer Macht über Menschen, muß auch von ihrer Sprache reden, dem wichtigen Herrschaftsinstrument, das, neben den okkulten Praktiken der Verblendung, Verblödung und Vergewaltigung von den „inneren Ebenen" der Wirklichkeit her, auch auf der äußeren, weltlichen Ebene funktionabel und effizient ist. Ihrer Kommunikation, die die Herrschaft weniger über viele im gesellschaftlichen Alltag erstellbar und offene Verbrechen praktikabel macht, ohne daß eine unerwünschte Nachweisbarkeit durch Öffentlichkeit möglich ist. Einer „Geheimsprache" also, die Informierten etwas sagt und Nicht-Informierte zugleich ausschließt. Denn Geheimhaltung - wie auch die Aufrechterhaltung eines imaginären Feindbildes der „anderen", „primitiven", „materieblinden" Menschen (obwohl kaum primitivere Zeitgenossen denkbar sind als viele derer, die sie sich selbst verpflichtet haben) sowie die Möglichkeit zu offenen Verbrechen in einer noch nicht rechtlosen Gesellschaft - basiert auf dem Ausschluß einer nicht-eingeweihten Öffentlichkeit durch Gebrauch von eigenen Codes, Signalen, Zeichen: einer Geheimsprache, die nur der unglücklichen Bezeichnung wegen mysteriös erscheint, in Wirklichkeit aber recht banal ist.

Das einzig „geheime" nämlich an dieser wie allen Geheimsprachen ist nur ihr Prinzip und Code, und die Information über diese macht ihre Existenz und Verbreitung sofort augenfällig und plausibel. Mit Geheimsprachen verhält es sich wie mit Punk-Haarschnitten: Sie sind überall gegenwärtig und sichtbar, jeder kennt sie, misst ihnen aber keine Bedeutung bei. Erst wenn man weiß, daß der aufrechte Irokesenstreifen oder die nach allen Seiten abstehenden Igelsträhnen Glaubensbekenntnisse bedeuten, ihre täglich wechselnden Farben Gemütszustände ausdrücken und Farb-/Formkombinationen vielleicht soziale Anlässe, erst wenn man den „Code" kennt, „sieht" man statt nichtssagender Frisuren plötzlich eine „Sprache", „liest" ihre Kommunikation so wie Punks untereinander auch, kann sich darauf einstellen - und das einzig „geheime" an der Geheimsprache war nur der eigene Mangel an Information, die Sprache selbst aber immer schon sichtbar und offenkundig. Und wer da enttäuscht nur ein primitives Signalsystem erkennt und das, was er als gebildeter und zivilisierter Zeit- und keineswegs mehr archaischer Stammesgenosse unter „Sprache" versteht und als solche kennt, in allen wesentlichen Merkmalen und Eigenschaften vermisst, - nämlich die Möglichkeit zu differenziertem Ausdruck, zu Analyse, präzisen Definitionen und wirklicher Kommunikation im Sinne von Informationsaustausch zum Zwecke gegenseitiger Bewusstseinserweiterung und Instruktion -, der sieht sich zu recht ent-täuscht und erkennt zugleich, was das „geheimste" und „mysteriöseste" an solchen „Geheimsprachen" ist: nämlich ihr Anspruch, eine „Sprache" zu sein. Und der nur beispielhaft erfundene Punk-Code ist dabei in keiner Weise dümmer oder archaischer als die „Geheimsprache" der „Adepten", von der hier die Rede ist.

Denn ganz genau so, genau so „geheim" und genau so substantiell verhält es sich mit der Sprache und Kommunikation des adeptischen Gangstertums und des gesellschaftlichen Apparats ihrer allgegenwärtigen (un-)„sanften Verschwörung". Geleistet wird das nur scheinbar schwierige Unterfangen einer öffentlichen Kommunikation „unter Ausschluß der Öffentlichkeit" durch diverse Formen von symbolischer Kommunikation, die von alltäglich-trivial bis okkult-esoterisch reichen können, in jedem Fall aber das Niveau primitivster Zeichen und Gebärden, mit allen erwähnten Defiziten und kommunikatorisch-rudimentären Unzulänglichkeiten, nie übersteigen. In plump-symbolischer Weise wird alles, was ein Mensch an einfachen Alltäglichkeiten sonst auch tut, sagt, ausdrückt, mit einem zweiten, einem Doppelsinn ausgestattet, der von dem, der die Mechanik kennt und in ihren Gebrauch eingeführt ist, schlicht in seinem zweiten Sinn gelesen wird, während er für alle anderen unverständlich oder banal bleibt, vordergründig trivial oder „normal". Die „Geheimsprache" der Adepten und ihres Fußvolks, die ein wesentliches Instrument und eine wichtige Basis ihres öffentlichen und allgegenwärtigen und doch nicht nachweisbaren, dingfest zu machenden Terrors, von Verfolgung und Erpressung und Tyrannisierung anderer und des Funktionierens ihres ganzen verbrecherischen Systems darstellt, ist zwar an Aussagelosigkeit, Primitivität und Verblödungswirkung auf die, die sich ihrer bedienen, kaum zu überbieten. Ihr Erfolg aber bei buchstäblich „Jedermann" ist genau in diesen Tatsachen begründet: Nie war es für schlichte Gemüter einfacher, sich „zugehörig" und „überlegen" zu fühlen, nie war es für jemanden, dessen Intelligenzquotient seiner Körpertemperatur entspricht, leichter, sich als „informiertes Mitglied einer Elite", das sich einer Insider-Sprache bedienen und über andere erheben kann, zu fühlen und darzustellen - wie wenig man auch in Wahrheit von den tatsächlichen Vorgängen begreift und versteht, wie sehr man auch selbst am (des-) informativen Tropf (s)eines Adepten-„Gurus" hängen mag. So einfach werden Idioten nützlich - und über diesen ihren Status erfolgreich hinweggetäuscht.

Die benutzte „Symbol-Sprache selbst besteht im wesentlichen aus drei Kategorien von Zeichen, die aufeinanderfolgende Entwicklungsstufen desselben Prinzips darstellen:

1. Die ganz normale, jedem Menschen zu eigene Kinesik, also Körpersprache, die nun halt nicht mehr unbewußt, sondern bewusst und gezielt, als Kommunikationssymbolik zum Einsatz kommt (Haltungen, Gesten, Mimik, Berührung von Körperteilen, etc.).

2. Die erweiterte Kinesik, also eine Art Gebärdensprache, die sich der Elemente der klassischen Kinesik noch bedient, aber bereits durchsetzt ist mit „schöpferisch" gestalteten Zeichen, Gesten, Gebärden, Verhaltensformen, usw. (Hand vor die Stirn halten: „Brett vor’m Kopf"; Zeigefinger an Mund: „Fressen wollen" bzw. „Friß es!"; Finger an Nase: „Riecher haben; etc.). Meist, weil dem schlichten Gemüt der symbolischen Kommunikatoren entsprechend und geläufig, also bloß gestische „Übersetzungen" idiomatischer Redewendungen auf Bauernkalender-Niveau. Gelegentliche „virtuose" Varianten (Finger an Nase kann auch „die Nase raufschieben" statt „Riecher" bedeuten, etc.) sorgen dabei für die Spannung und Abwechslung, die auch ein Bewusstsein und Nervensystem vom Raffinement eines Engerlings braucht, um als geistvoll brillieren zu können.

3. Der „schöpferische" und „freie" Gebrauch aller Elemente von Wirklichkeit zur Repräsentation eines anderen Sinns, einer anderen Bedeutung als der, der ihnen natürlich oder gewöhnlich anhaftet. Diese „Symbolsprache" ist kein fester Code, sondern reicht von einfachsten Handhabungen von Gegenständen auf banaler Alltagsebene - wie dem Zerreißen eines beliebigen Stücks Papier, um zum Ausdruck zu bringen, dass man von einer gemachten Äußerung nichts hält (eine der Lieblingsbeschäftigungen unseres Kanzlers Kohl bei Reden politischer Gegner) - bis hin zu hochgradig esoterischen Symbolstufen, die nur noch fortgeschrittenen Adepten und Eingeweihten vertraut und verfügbar sind - wie etwa der gezielte Gebrauch eines bestimmten Fingers an einer bestimmten Hand, der einen bestimmten Planeten und dessen Symbolik repräsentiert, oder das Berühren eines Körperteils bzw. Organs, das eine präzise (qabbalistische) Energie im Persönlichkeitshaushalt bedeutet, oder der Hinweis auf eines der Chakren im Körper (Joseph Beuys: „Ich denke sowieso mit dem Knie), usw.. Kurz: das Spektrum findet seine Grenze nur im Informations- und Bildungsstand dessen, der sich dieser Symbole bedient und auf ihrer Ebene „kommuniziert".

Allen Varianten gemeinsam ist aber dieses eklatante Defizit jeglichen intellektuellen Anspruchsniveaus an „Kommunikation" - und damit dessen Aussagefähigkeit. Ein als „einfach" missverstandenes, in Wirklichkeit aber bloß rudimentäres Funktions-Niveau von Bewusstsein bildet alle mühsam erworbenen sprachlichen Fähig- und Fertigkeiten, sich Wirklichkeit auf höheren Bewußtseinsebenen zu repräsentieren, in sprachlichen Abstraktionen zu denken und sich mitzuteilen, von Intellekt zu Intellekt (und nicht von Psycho-Krüppel zu Psycho-Krüppel auf Malbuchniveau), zurück auf Höhlenmaler-Status. Statt Volksbildung für Zurückgebliebene die Ent-Bildung für Fortgeschrittene, zurück auf die Bäume und ins Neandertal und zu analphabetischen Gebärdensprachen, wo man mit Grunzen, Jucken, Schädelkratzen und Hinterteil-Hinhalten als „Kommunikationsspektrum" seinen Artgenossen alls Bewusstseins- und Lebens-Notwendige mitteilen konnte und darüber hinaus nichts mitzuteilen hatte - von wirklich erkenntnisspendenden Abstraktionen der konkreten, sambolisch-vagen Umrißwirklichkeit ganz abgesehen. Das „Zack", „Grunz", „Fauch" der Comics als gestische Form des Denkens und der Wirklichkeits-Lektüre für degenerierte Angehörige einer esoterischen „Elite"!

Dieser wie allen Symbol- und Doppelsprachen und ihren Inszenierungen durch Pseudo-Ereignisse im Alltag ist eines gemeinsam: Sie kündigen den sozialen Konsens unseres von Kindheit an trainierten und geschulten Kommunikationsbewußtseins und Wirklichkeitsverständnisses und etablieren eine Art Meta-Ebene, die noch dazu den Anspruch erhebt und den Schein erzeugt, aufschlussreicher und bedeutender zu sein als die ursprüngliche. Eben darin liegt ihr fataler Charakter, ihre Gefahr, ihre destruktive Wirkung - und ihre beliebige Benutzbarkeit und Einsatzfähigkeit für alle kriminellen und nicht kontrollierten Zwecke und Ambitionen.

Sprachevolutionär gesehen ist die Etablierung solcher Symbolsprachen die Reduktion und Regression des Menschen auf urzeitlich-primitive Stufen signalhafter Kommunikation, die ihn aller Kultur und Finesse, aller Komplexität der sprachlichen und damit intellektuellen Kultur berauben, die er sich in nun vieltausendjähriger Evolution nur allzu mühsam erarbeitet hat. Der Ersatz der gesprochenen und gedachten Sprache durch archaische Psycho-Piktogramme transformiert sein Wachbewußtsein in das trancehafte, von Psychobildern geleitete Traumbewußtsein des somnambulen Schlafwandlers - und das bei Tage, im „richtigen" Leben. Das ihm als „bildliche Abstraktion" und „astral-symbolisches Training angediente und verkaufte debile Gestikuliere, Gebärde und Gehampel anästhesiert seine kritische Intelligenz und reduziert sie auf eine bloß äffische Schematisierung von Wirklichkeit, die ihr wirklich abstraktes und damit weit überlegenes, differenzierteres sprachliches Denk- und Kommunikationsvermögen weit hinter und über sich zurückgelassen hat - und entzieht sich zugleich jeder kritischen Überprüfung, Verifizierung und Kontrolle, da die so Manipulierten niemals wirklich miteinander kommunizieren, niemals wirklich in Austausch treten, zueinander finden und ihre Bewusstseinsinhalte und –haltungen überprüfen können. Sie eröffnet das endlose Feld der Projektionen: Was nicht ausgesprochen wird, kann auch nicht widerlegt, als falsch oder diskutiert werden. Die ideale Kommunikationsform für Despoten, die Menschen in nichts-sagender Pseudo-Kommunikation aufeinander loslassen und die darum doch nicht zueinander oder zu einem besseren Verständnis finden können: Denn eine „Kommunikation" (communicare = gemeinsam machen) findet gar nicht statt - nur zwischen dem befehlserteilenden Despoten und seinen rezipierenden Untergebenen. Der Herr führt jeden Hund an seiner Leine - nur die Hunde untereinander verbindet nichts.

Und wenn sie nicht gestorben, sich angesichts der wirtschaftlichen, ökologischen und menschlichen Realitäten auf der Erde und um sie herum nicht (nach dem Insassen-Prinzip „Don’t worry, be happy") um den letzten Rest von Verstand gegrinst oder von einer immer deutlicher sie widerlegenden Wirklichkeit eingeholt und geweckt worden sind, dann - „SPUCK", „VERRENK", „HETZ", „KRATZ", „KEUCH" - hampeln sie noch heute, hacken die Fersen und spitzen die Zehen, dass es die Kniebänder nur so ausleiert, kostümieren sich im Ganzjahresfasching, dass die Wirklichkeit nur so graut - und folgen ihren an ihrer Stelle denkenden und noch viel dürcher als sie blickenden Adepten bis ans Ende der Welt und weit, weit darüber hinaus - dorthin, wo jeder Sinn und Verstand und alles Denken ein Ende hat und die große kosmische Nacht kein Oben und Unten mehr kennt und wir alle eins und zusammen und unterschiedslos eine Soße in der dunklen Ursuppe des Lebens sind und keiner mehr weiß was eigentlich los ist - aber wozu das dann auch noch. Oder so.

 

 

(© 1996 by the author

Alle Rechte vorbehalten –

All rights reserved)

 

* * * * *

 

„Dem gegenwärtigen System der Dissuasion und der Simulation gelingt es, alle Finalitäten. Alle Referentiale und jeglichen Sinn zu neutralisieren; es scheitert allerdings an der Neutralisierung des Scheines. Das ist unsere letzte Chance."

(Jean Baudrillard

Laßt euch nicht verführen!

Berlin 1983)

 

 

 

PostScript 2

 

H Y M N E

UNSER FREUND, DER GROSSE ADEPT

(zu singen nach der Hymne von Nic Niobe/Arr. Herbert Ziegler – Deffu-Ton-Verlag)

 

Wir sind die kosmische Hierarchie,

und ficken alle nur in das Knie!

Wir sind auserwählt, wir sind abgezählt,

denn wir haben die Zeichen der Zeit erkannt.

Schon geht der himmlische Segen los,

„Ich-auch-Übermensch" freue mich groß.

Es dient unsrem Wohl! Ach, fühlt man sich toll!

Wenn man so hohl adabei sein kann!

Unser Adept, weise und gut,

weiß genau was er tut!

Wir glauben, folgen, dienen ihm,

treugläubig für sein Ziel!

Es ist so gummizellenschön,

die Welt als Faschingsjux zu seh’n.

Wir laufen für ihn, hampeln, pöbeln ’rum,

für uns sind nur die andren dumm.

So merken wir nicht, was da keimt,

wie man uns zu Idioten schleimt.

Wir sind so informiert, und nützlich, in!

Wir blicken durch, ganz voll durch!

Denn unser Hausfreund, der Adept und seine Frau,

die blicken noch viel dürcher!

Und so stehlen sie uns mit Erfolg

die Lebenszeit!

 

 

(© 1996 by the author

Alle Rechte vorbehalten –

All rights reserved)

 

* * * * * 

 

„Pseudoereignisse (pseudo-events) erzeugen in geometrischer Progression weitere Pseudoereignisse. Das ist zum Teil deshalb so, weil jedes Pseudoereignis (also etwas Geplantes) leicht zum Ritual gerät, mit eigenem Protokoll und einer ihm eigenen Rigidität. Wenn nun jedes Pseudoereignis in diese Rigidität verfällt, entsteht der Zwang, andere, abgeleitete Formen von Pseudoereignissen zu erzeugen, die fließender, unwiderstehlicher und auf interessante Weise doppelsinnig sind.

Sobald wir einmal Geschmack an Pseudoereignissen gefunden haben, neigen wir leicht zu der Annahme, es handle sich um die einzigen interessanten Ereignisse überhaupt. Unser Fortschritt vergiftet die Quellen unserer Erfahrung. Und das Gift schmeckt derart süß, dass unser Hunger auf harte Tatsachen zunichte gemacht wird."

(Daniel J. Boorstin:The Image.

A Guide to Pseudo-Events in America (1961),

New York 1977)

 

 

E-CLIP 6

 

„IHR WERDET ES LIEBEN,

IHR WERDET ES HASSEN"

 

Kaum hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter dem Titel „Schluß mit geizig" (21.10.07) gemeldet, daß Saturn den „Geiz ist geil"-Slogan einstampft, meldet sich Elke Heidenreich in der FAZ (23.10.) zu Wort, um ihre Meriten, „Wie ich jahrelang gegen die erfolgreichste Werbekampagne aller Zeiten gekämpft habe", zur gfllg. Kenntnisnahme einer breiteren Öffentlichkeit zu bringen - und vorzuführen, wie man in Deutschland ohne jeden Sachverstand, aber mit der ganzen Kraft des gesunden Volkes Empfindens und Stimme Beachtung und immerhin zwei Literaturpreise bekommen kann.

"Als ich 1996 von der Gesellschaft für deutsche Sprache den Medienpreis für Sprachkultur bekam", hatte sie zwar genauso wenig Ahnung von Sprache und Kommunikation wie heute, aber, mit der erwähnten Kraft der belesenen Meinungsverkündigung einer Else Stratmann, die „moralisch, ästhetisch, semantisch" bedingten Beschwerden des Normalbürgers, sodaß ihr nun, aus der Sicht der werbungtreibenden Firma, wunschgemäß „schlecht wurde" bei dem Versuch, „sich das auf der Zunge zergehen zu lassen" - dieses „Geiz ist geil"!

Um den kognitiven Leerräumen von Elke Stratmann ein wenig orientierende Fülle zukommen zu lassen (den physischen wie psychischen Beschwerden ein wenig abzuhelfen ist die keineswegs geeignet, nur sie versteht dann endlich ein wenig besser, worüber sie sich wirklich zu echauffieren hätte), soll ihr hier ein wenig Sachkunde in Linguistik, Sprachgebrauch und Lektüre von Kommunikationsmitteilungen vermittelt werden, damit sie nicht künftig noch naiv wie Gärtnerin Pötschke durch den Dschungel der heutigen Medien(markt)landschaft streift und rein überhaupt nichts begreift - schon gar nicht, daß keineswegs irgendein Beteiligter oder gar „Ihr Werbeberater Sparsamkeit mit Geiz verwechselt" hätte, wie sie treuherzig an die Saturn-Geschäftsleitung und auch in ihrer „von Millionen gelesenen „Brigitte"-Kolumne" geschrieben hat  -  „und das hat mir wieder einen Preis eingebracht: den Journalistenpreis des deutschen Mittelstands".

Sprache und ihr Verständnis, liebe Elke Stratmann, insbesondere die im intentionellen kommunikativen Einsatz, sind längst nicht auf ihre Grimmsche Wörterbuch-Semantik, auf die Sie so stolz hinweisen, zu reduzieren, und waren es noch nie. „Syntax" und „Pragmatik" definieren sie erst in ihrer kommunikativen (semiotischen) Bedeutung. Und dann gibt es da noch den Sub- und den Metatext; lauter komplizierte Sachen, mit denen die Stratfrau und ihr –mann von der Straße nichts anfangen könnten, hätten sie je davon gehör, die nichtsdestotrotz erst Sinn, Bedeutung, Aussage und „Impact", also nachhaltige Kommunikationsleistungen bzw. Bewusstseinsveränderungen herbeiführen und bewirken - so wie der unselige „Geiz ist geil"-Slogan es bei Ihnen stellvertretend für die vielen anderen auch offenkundig geleistet hat. Wunschgemäß, wie gesagt! Denn genau das, die Empörung über die „Verletzung des gesunden Volksempfindens" war die kommunikative Absicht - und nicht etwa eine Serie von Lehrspots zur Tugend der „Sparsamkeit".

Worüber reden wir ? Über Werbung, den medialen Schaufenstergestalter der Industrie. Und die hat nur ein sehr wenig altruistisches Interesse: Im Konkurrenzkampf um das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit der Menschen mit ihren Warenangeboten gegen Kriege, Waldbrände, Überschwemmungen, Arbeitslosenquoten, Vorstandsgehälter, Meteroitenbedrohungen, Bahnstreiks, Milchpreissteigerungen, Drogentote, Terroristenanschläge, Atomrüstungen, Ehebrüche, Kindesentführungen, Ehrenmorde und Gaspreiserhöhungen nicht unbemerkt, uninteressiert im Papierkorb des Interesses „abgelegt", also schlicht „übergangen" zu werden. Und außerdem - im Unterschied zur „Konkurrenz" aus dem realen Lebens- und Weltgeschehen - ist sie keinem moralisch-ethisch-philosophisch-weltanschaulichen Überbau verpflichtet, nicht einmal dazu, einen solchen vorzutäuschen. Ihre einzige Maxime, ihr einziges Credo, ihre einzige Destination ist: Profit. Verkauf. Maximierung von Profit. Steigerung des Verkaufs. Damit der Produktion. Zur Verringerung der Kosten. Und damit Erhöhung des Profits. Und auf Kosten ihrer wahren und wirklichen Konkurrenten, nämlich der anderen „Wettbewerbern im Markt", die mit denselben, ausschließlich denselben - und identisch begrenzten - Interessen und Intentionen im Produktions-, Kommunikations- und Handelsmarkt unterwegs sind. Auf Kosten aller anderen realen und fiktiven Bedingungen und Werte der Menschen und ihres Lebens und -Raumes, der Welt.

In zynischen Werbeagenturen (und je weniger Sachverstand und Kommunikations-Knowhow jeweils vorhanden ist, umso zynischer die Haltung - und in deutschen Werbeagenturen arbeiten, von den Grafikern abgesehen, die wenigstens ihr Handwerk gelernt haben, nahezu ausschließlich angelernte Laien ohne Kommunikationsbildung und -sachverstand) gibt es ein paar „Faustregeln", die als Ersatz für wirklichen Kommunikationsverstand als Lapidar-„Knowhow" im Umlauf sind - und von allen für professionelle Ahnung gehalten werden. Eine der Faustregeln lautet: Wenn du die Leute nicht betören kannst (mit Charme, Witz, Phantasie, etc.), dann musst du sie empören (schockieren, verletzen, auf die Barrikaden treiben). So einfach ist das, Frau Stratmann - und genau das, nicht weniger und nicht mehr hat die Agentur von Saturn gemacht! Aufmerksamkeit, genährt durch Empörung, also Emotionalität, die alle wichtigeren und tatsächlich wertvolleren „Inhalte" (also Weltereignisse und Themen, die so genannt werden dürfen) aus dem Bewusstsein verdrängt und alle zwingt, über Saturn zu reden  -  mit dem bekannten und bei Ihnen wie allen Männern und Frauen von der Straße zu besichtigenden und zu beobachtenden Erfolg.

Und glauben Sie bloß nicht, was Sie da behaupten, sonst nimmt’s Ihnen vielleicht noch jemand ab: daß Sie sich „vor einzelne Filialen gestellt und Kauflustige so lange in Diskussionen verwickelt" hätten, bis „sie eben nicht mehr kauflustig" gewesen seien! Das Gegenteil ist der Fall: Im Marketing ist das ein alter Hut, daß im Fall eines Kaufinteresses jede Aversion, jede Empörung, jede Verletzung des „gesunden Volksempfindens" problemlos abgespalten wird - und man trotzdem hingeht und kauft. Schließlich geht’s doch ums Sparen, wie Sie sagen. Und bei Geld hört die Moral und das Gewissen auf - wie der Erfolg dieser Werbekampagne, keineswegs überraschend und zum x-ten Mal, bewiesen und vorgeführt hat. (Jede ?!? Fast jede: Die Cosmos-Versicherungswerbung, in der das Töchterchen es gar nicht erwarten kann, dass „Papi tot ist", damit sie sich von der Lebensversicherung „einen Ponyhof kaufen kann", wird der Firma wohl noch eine kurze Weile nachhängen - aber dann? Schwamm drüber, wie üblich!) Und Ihre vermeintlich „abspenstig gemachten" Käufer von Saturn, Sie wissen es wirklich besser als Ihre großen blauen Augen dem Leser da selbstschmeichlerisch weismachen wollen, sind sofort nach Ihrem Abzug wieder zu Saturn gegangen - um endlich ungestört und unangenörgelt kaufen zu können!

Im Übrigen ist es auch nicht unbedingt logisch, die Tugend des „caffè sospeso", des "gespendeten Kaffees" für Arme,   g e g e n  die „Geiz ist geil"-Propaganda zitieren zu wollen: das nicht verschwendete Geld, das der „Geiz" beim Kauf gespart hat, kann man ja sehr wohl dann dem von Ihnen genannten Bettler, an dem Sie selbst wohl nie vorübergehen, zuwerfen! Oder ? Welches sonst ?

Sie sehen, Ihr ganzer Diskurs ging und geht an dem einfachsten Grundverständnis der Sache und ihres Verhalts vorbei. Vielleicht hätten  S i e  „mal einen zweiten Gedanken auf diesen Satz verwenden sollen": Der Metatext wie die Pragmatik von Werbeaussagen wie "Geiz ist geil" haben mit Ihrer Reader’s Digest-Semantik und –Moral nicht das geringste zu tun. Einzige "Aussage" und "Absicht" solcher Kommunikationsleistungen sind frei von allen konkreten Inhalten, haben als einzige "Mitteilung" das möglichst wirkungsvolle: "Nehmt MICH wahr - und merkt MICH euch! Ich will Aufmerksamkeit, Aufregung, Verdrängung anderer Interessensinhalte"!  W o m i t  dies erreicht werden soll und wird, die jeweilige „Aussage", „Begrifflichkeit", „Thematik", ist dabei nicht existent, völlig irrelevant. Nur der Journalistin und den Medien gegenüber heuchelt man eine solche, „semantische", "inhaltliche" Rationalität und Intention vor, um für die Dauer des Interviews im Kinderlaufstall ahnungsloser „Realwelt"-Gutmenschen passabel zu bestehen und auszusehen.

Und so warne ich Sie nachdrücklich, um Ihrer selbst und Ihres Rufs als Literaturkritikerin (Literatur hat schließlich auch etwas mit Sprache und Kommunikation zu tun, von denen Sie so wenig zu verstehen scheinen) willen davor, sich von der neuen Saturn-Kampagne „IHR WERDET ES LIEBEN, IHR WERDET ES HASSEN" erneut in die semantische Verständniswüste schicken zu lassen und kein Wort, keine Silbe zu verstehen:

Es geht nicht um LIEBE, es geht nicht um HASS! Es geht um AUFREGUNG! EMOTIONALISIERUNG! EMPÖRUNG! Und damit: Einige graue Zellen in den Hirnen des Publikums zu besetzen, andere Inhalte daraus zu verdrängen, sich darin einzunisten und - im Fall einer konkreten Kaufabsicht - sich zu melden und an Saturn zu erinnern!

Mit LIEBE, mit HASS - wie mit anderen solchen Aussagen aus dem „richtigen" Leben der „richtigen" Menschen im „richtigen" (semantischem) Verständnis der Begriffe - hat kein Kommunikator der Kommerzbranche irgendwas am Hut!

„LIEBE ? HASS ? Was ist   d a s  denn ?!?"

FLACHBILDFERNSEHER, Frau Stratmann  -  d a r u m  geht es! Und um nichts sonst!

Halten Sie deshalb, bitte, diesmal bloß Ihre Mütze fest! Und machen Sie, solange   S i e  nichts kaufen wollen, einen großen Bogen um Saturn! 

 

 

 

E-CLIP 5

 

DEPPENPREIS FÜR BEHINDERTENQUOTE

 

Hanns Joachim Friedrichs mag ja ein routinierter Nachrichtenvorträger gewesen sein - eine Leuchte oder gar beachtlich-befähigter Vor-/Nachdenker war er jedenfalls nicht. Auch nicht, was sein Metier, den Journalismus, die Publizistik, die Medien angeht. Umso kurioser erscheint seit Jahren der Schwachsinn des „Hanns Joachim Friedrichs-Preises", der sich obendrein auf seine hanebüchen unreflektierte Fehlleistung beruft, der Journalist habe „sich nicht gemein zu machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten". Selten hat einer einen ahnungsloseren Stuß zu seinem eigenen Beruf abgesondert als diese Verkennung aller medienrelevanten Dimensionen und Implikationen: Die laienhafte Ansicht, man könne „neutral" oder „positivistisch" von/über eine/r Sache und die Welt reden, würde jeder Kommunikationsfachmann als lächerlich und naiv beiseite wischen – wäre, ja wäre derjenige, der so etwas absondert, nicht jahrzehntelang eben in einem dieser Medien mit genau jener Sichttrübung, in schläfriger Routine die Verantwortung der eigenen Tätigkeit scheuend und deshalb die dazu notwendigen Klappen fest an beiden Seiten des Sichtfeldes tragend, am Werk und bei der Arbeit gewesen. Aber den Diskurs, warum allein Themenwahl, Materialselektion, Quantifizierung und Anordnung von Aussagen und Bildern zu einem Thema schon einen „Kommentar", eine „Ansichtsweise" und „Bewertung" eines Themas, einer „Sache" implizieren, und damit ein „gemein machen" mit der dargestellten Bewertung und Einordnung der Sache, ob „für" oder „gegen" sie - warum es also keinen „neutralen", positivistischen Journalismus gibt, auch wenn zumindest die Nachrichtenredakteure und –sprecher täglich den vergeblichen Versuch machen müssen, diese Selektions- und Präsentations-Stellungnahmen auf ein Minimum zu beschränken -, überlassen wir lieber den Kommunikationsfachleuten an den Akademien, die jeden Lernwilligen gern darüber aufklären werden, ausgenommen des offenbar völlig ignoranten, voraufgeklärten „Fach"personals der Henri-Nannen-Schule, wo dieses Zitat und sein Stuß offenbar nach wie vor als „Lehrsatz" gilt und nicht endlich als benommenes Pseudosinngefasel entsorgt wird.

Wo wäre die Nachkriegsrepublik Deutschland heute, wären es nicht die größten publizistischen Leistungen gewesen, die diesen wichtigen Beruf noch anders und richtig verstanden und praktiziert haben – dass der Journalist (vom erwähnten Nachrichtensprecher mal abgesehen) sich  s e h r   w o h l  und  i m m e r  „gemein" zu machen habe mit Sachen, die er für eine „gute", und gegen eine, die er für eine schlechte hält (es bleibt ihm ja unbenommen, w a s er jeweils für das eine oder andere hält); nicht zuletzt die Zeitschriften, auf die sich das geistige Deutschland zu recht und stolz immer wieder beruft, aus genau diesem gepflegten Grund: Hat nicht ausgerechnet der Schule-Namensgeber Henri Nannen mit seinem „stern" HaJos belanglose Blauäugigkeit der eigenen Berufsbetrachtung immer wieder widerlegt - mit genau den gesellschaftlich und politisch bewegenden publizistischen Leistungen des „Sich-gemein-Machens" mit den richtigen „Sachen", auf die die Republik und die Zunft bis heute und immer wieder stolz ist, als wären es ihre eigenen, in die tägliche Praxis hinein ? „Wir haben abgetrieben!" schrie der „stern" 1971, sich mit den Frauen und ihren Rechten „gemein" machend, den Politikern vom Titelblatt entgegen, die den von den Nazis verschärften §218 immer noch nicht kassieren wollten. Und legte 1980 mit „§218-Protokolle" noch mal nach! Dazwischen empörte er sich über den Umgang mit der Seveso-Katastrophe: „Jetzt frisst das Gift die Kinder" (1976), protestierte 1981 gegen den „Wahnsinn Rüstung", giftete den Atomstaat Frankreich 1979 als „Babylon heute" an, demaskierte schon 1981 den Datenschutz als irregeleitetes Interesse am „Gläsernen Untertan", hakte sich schon 1987 bei den Öko-Aktivisten in der Demonstrationskette unter: „Wie wir die Umwelt retten können", und rempelte alle gegebenen und Möchtegern-Kriegsmachthaber des Planeten 1988 mit „Wann hört der Wahnsinn endlich auf ?" gebührend an! Und der „stern" ist nur ein Beispiel, auch das „Blatt des militanten Nonkornformismus" (Le Monde), „Der Spiegel", hat, als es vor Aust noch eines war, von der Forderung „Freiheit für Rudolf Augstein" (1962) bis zu den „Amerikanischen Kriegsverbrechen in Vietnam" (1969) seinen gewichtigen Beitrag zur Erstellung und Entwicklung einer freiheitlichen Selbstverständlichkeit eines mündigen Menschenlebens in einer offenen Gesellschaft geleistet - bis der angepasste „Positivismus"-Journalismus nachgekommener Ignoranten offenbar die Vierte Macht nur noch für einen Sowohl-als-auch-Chatroom und eine Spielwiese eigener Horizonte hält – statt sich um erweiterte und größere als die eigenen zu bemühen; und „gemein" macht man sich nur noch mit den unreinen Geistern der eigenen Innenwelt-Verblender.

Und so wundert man sich auch dieses Jahr nicht, dass der nach H.J.Friedrichs genannte Deppenpreis wieder unhinterfragt und unbezweifelt an jemanden „verliehen" werden konnte - diesmal an die promovierte Behindertenquote der ARD, Ännchen Will, die die Jury offenbar schon länger mit ihrem schizoidem Dauergrinsen (egal worüber sie redet – ob es sich um Kriegstote, Tsunamis, Senderkantinen, Kindesmißhandlungen oder Strompreiserhöhungen handelt), bezaubert hat, während sie bemüht ist, mit ihrer ausgeprägten Gebärdensprache dem Zuschauer Unverständliches zu vermitteln (z.B. Tagesthemen, 7.12.06, bei der Ansage von J. Schönbohm, ein „Finger-Dreieck", auf das sie bei der darauf folgenden Ansage nochmal demonstrativ hinweist), während eine Synchronsprecherin aus dem Off ihre Lippenbewegungen vertont.

Der ebenso dämliche wie dämlicherweise vergebene wie lukrative Preis soll Frau Will jetzt angeblich auch in die Lage versetzt haben, einen Braille-Kurs zu belegen, da sie selbst nicht einmal Gesten- und Zeichensprache versteht, die sie garnicht wahrnehmen kann, und die Entwicklung eines Braille-Sprachcomputers, mit dem sie bei der Sendung dann ihre Texte zur sofortigen Stimmvertonung selbst eintippen kann, würde die Synchronsprecherin überflüssig machen sowie kleine Irritationen und Verwechslungen ausschließen, die selbst bei der besten Lippenlektüre-Fachkraft immer wieder vorkommen und nie auszuschließen sind.

Wir wünschen ihr dabei viel Erfolg - und weiterhin viel Pampering mit adäquaten Preisen für Regal und Wände im Stutenstall!

 

 

„Irgendwann ist eben Ende."

(H.J. Friedrichs, DER SPIEGEL, 1995)

 

PostScript 3

 
 
 

L – O – V – E

 

MORD IST LEBEN,  FOLTER IST SEGEN,  GEWALT  IST GLÜCK. Sie morden, stehlen, rauben, plündern, erpressen, vergewaltigen – vor allem aber verblöden, täuschen, lügen, verblenden sie. „Es gibt keine Wahrheit(en) – nur Geschichten" - nach diesem zynischen Prinzip machen sie jedem alles vor, was in seinen mentalen Kram passt, seinem Gemüt entspricht, seiner Vorstellung von Moral, Ethik, Sinn, Vernunft ein passendes Gerüst und Alibi liefert, um sich „guten Gewissens" als Handlanger, Bote, Helfer und Helfershelfer, Mit-Mobber, Mit-Pöbler, Mit-Erpresser, Mit-Vergewaltiger zu betätigen: dienst es doch (s)einem „guten Zweck", hat es doch (s)eine/n „gute/n Sinn/Bedeutung/Ziel/Absicht" (Nichtzutreffendes bitte streichen). Sie terrorisieren, foltern, richten zugrunde und hin – und verkleistern die Augen ihrer nützlichen Idioten und Handlanger mit hübschen Prospekten, Plakaten, Filmchen und Abziehbildern, die von „kosmischer Liebe", „Toleranz", „Weisheit", „Güte", „Erleuchtung", „spiritueller Einsicht" und „höherer Erkenntnis" handeln: Repräsentationen, denen jedes schlichte Gemüt zu folgen, in ihrem Namen jeden Schwachsinn, jede Greueltat, jedes Verbrechen zu legitimieren vermag, jede Vernunft, Einsicht, Ethik, wirklich höhere Erkenntnis und charakterliche Integrität über Bord zu werfen bereit ist – falls sie in ihm überhaupt mehr als rudimentär vorhanden und angelegt sind (der amerikanische Psychologe Stanley Milgram hat bereits Ende der 60er Jahre diese Abgründe und Tiefen des menschlichen Gemüts und dessen, wozu es fähig ist, ausgelotet und dokumentiert). Und alles mit dem Ziel der Unterwerfung jeden Denkens, jeder Intelligenz, jeder Vernunft, die dem Schwachsinn ihrer „kosmischen Weltherrschaft" eine bessere Einsicht, ein integreres Weltbild, eine wirklich kritische Prüfung, der sie niemals standhalten würde, entgegensetzen könnte. Barbaren herrschen über Zivilisierte, Primitivität über Intelligenz, Wahnsinn über Vernunft – und da ihre Gewalt und Brutalität jedes gekannte und dem durchschnittlich verantwortungsvoll denkenden Menschen vorstellbare Maß übersteigt und sprengt, da sie alle weltlichen und okkulten Mittel und Möglichkeiten sich verfügbar gemacht und zur Verfügung haben – nicht zuletzt durch ihre verblendeten und verblödeten, debil „wohlmeinenden" Handlanger und nützlichen Idioten in allen Lebens- und Gesellschaftsbereichen – scheint ihrer als „Macht" missverstandenen Gewalt kein Widerstand gewachsen, keine Gegenwehr möglich zu sein.

Es ist hier weder die Rede von den alten/neuen Nazis noch der Mafia – beide sind Knabengesangsvereine verglichen mit ihnen. Es ist auch nicht die Rede von Terroristengruppen, wie man sie aus den Nachrichten kennt, von chilenischen Despoten oder russischen Gulag-Betreibern – sie alle sind Laubenpieper verglichen mit ihnen. Es ist auch nicht die Rede von irgendwelchen Schulkindern, die mit Oui-Ja-Board und Mutters Küchenmesser spiritistische Experimente und schwarze Messen im Wäldchen hinter’m Schullandheim abhalten, so wie wir früher heimlich eine Zigarette geraucht haben (obwohl ein gelegentlicher Mitschülermord zeigt, dass auch diese „Einstiegsdrogen" sehr schnell sehr weit führen können). Und es ist auch nicht die Rede von der Scientology- oder einer der anderen Sekten, die irgendwo öffentlich in Erscheinung treten, obwohl die genannte bereits eine Spitze des hier skizzierten Eisbergs bildet und in ihrem „okkulten" Teil peripher mit betroffen ist.

Es ist die Rede von I h n e n. Von I h r e m Freund, Vorgesetzten, Nachbarn, Bekannten, von I h r e m „weisen, gütigen" Adepten, der immer so freundlich lächelt und so glatt rasiert ist, der nach Douglas duftet und Sie „vor den Schwarzen" (Okkultisten)" warnt – die ihm nur Druckmittel für Ihre Unterwerfung sind; denn er ist selbst einer/dieser „Schwarze", er tritt nur als „Weißer" auf. Seine „Ethik, Moral, Weisheit" (die ihm selbst nicht das geringste bedeuten) sind die wohlfeilen Gemeinplätze und Lügen, die es ihm leicht machen, Sie zu beherrschen, die es Ihnen leicht machen, sich ihm zu unterwerfen, es sind die Wursthäppchen, für die der Hund („DOG", also Sie) Männchen macht und mit dem Schwanz wedelt, während sein Herrschen („GOD", also er) ihm sagt, wo’s lang geht – umwölkt von seiner ach so positiven rosa Aura und einem Kein-Wässerchen-trüben-können-Blick, die er täglich mit qabbalistischen Atem- und Singübungen erneuert (und die nichts anderes dokumentieren als die Tatsache, dass er weiß, wie’s geht). Gewalttätig unterworfen und erpresst, auf den inneren Ebenen umgebracht und gefoltert wird nur, wer sich dieser „sanften" Versklavung nicht gutgläubig unterwirft, diesem Psycho-Illusionismus nicht anheimfällt, weil er zu gebildet, intelligent, kritisch, selbständig und selbstbewusst und aufgeklärt ist, um sich und seine selbstbestimmte und urteilsfähige Persönlichkeit noch von einem schicken Business-Manager als adeptisch „initiiertem und auf den inneren Ebenen aktiven" Ersatz-Überich wieder zum/zur unkritischen „Sohn/Tochter" und Laufburschen versklaven zu lassen, nachdem er seinen Vater und die weißbärtige Vaterfigur im Himmel dank persönlicher Reife und höherer intellektueller und charakterlicher Entwicklung hinter sich gelassen hat.

Und was Folter, Gewalt, Terror, Angst, Bedrohung („durch die Schwarzen") und Illusionsverblödung („für das Weiße/die Guten") nicht schaffen, das erledigt das menschlich-allzumenschlich-naive Bestreben, immer „in" und „adabei" sein zu wollen – die lockere Nestwärme des Kollektivs, der selbstschmeichlerische Schaum, zu den „Besseren", „Informierten", „Wichtigen", zu den „Durchblickern" zu gehören, und in allen anderen den „Dummen", „Unreifen", „Nicht-Informierten", den „Materieblinden" – also den „Untermenschen" zu sehen. Wie bei allen despotischen Systemen ist auch bei der „kosmischen Hierarchie" der okkulten „sanften Verschwörung", von der hier die Rede ist, bei dieser bürgerlichen Weltmachtphantasie und Klein- und Großkriminellen in „ehrbar-ehrenwerten" Gesellschaftsrollen und –positionen, überhaupt nichts „sanft" - und das (noch so dumm und irrational gestrickte) „Feindbild der anderen" eines der wirksamsten Mittel, sich Menschen hörig und gefügig zu machen, von kritischem Bewusstsein sich selbst gegenüber abzuhalten: Die Geheimhaltung, die Symbolsprache, die Anonymität sind „nur nötig", um „uns" vor den „ahnungslosen, primitiven, weniger entwickelten Materiemenschen" zu schützen, uns, die adeptischen „Demiurgen und Halbgötter in Menschengestalt" und „Übermenschen". Darauf fällt jeder materieblinde Materiemensch rein – und sein Haus-Adept „sieht" ja für ihn, „blickt" ja für ihn „voll durch". In der Tat: Er weiß, was er tut und wie er Idioten als Idioten nutzt: indem er sie zu „überlegenen" und „besserwissenden" Mittätern macht.

Das Gangstertum der Eingeweihten, das bereits alle Bereiche des Lebens in den westlichen Industriegesellschaften beherrscht und seinen Zweck in sich selbst hat, nämlich den größenwahnsinnigen Ambitionen und den lockeren, spätpubertär inflationierten Omnipotenzphantasien von okkulten Geisteskäfern die Welt als Abenteuerspielplatz verfügbar zu machen und zu halten, trägt nur noch als Alibifähnchen die „esoterische Tradition" eines „Dienstes am Menschen" und der „Förderung der geistig-seelischen Evolution" vor sich her, und keine „höhere Existenz- (Meister-) Ebene des geistigen Universums" hat sie legitimiert. Hinter diesen potemkinschen Fassaden verbergen sich längst nur noch mittelmäßige, intellektuell unbedarft ausgestattete, charakter- und verantwortungslose Schwachhirne, die ihre deformierten und keiner ethischen Rationalisierung und Vernunft mehr standhaltenden Größe-, Macht- und Herrlichkeits-Phantasien ausleben. Das „weiße Eingeweihtentum" ist längst zur schwarzmagischen Variante, zum alibispendenden Zwillingsgefährten des „schwarzen" geworden. Die „Weißen" sind die Schwarzen, die „Guten" sind die Bösen (und die „Schwarzen" und „Bösen" waren und sind es ohnehin schon immer)! Und es sind die Kränksten der Kranken, die als Ärzte auftreten, um sich mehr oder weniger Gesunde unter ihr Joch „zu kurieren" (wovon und wozu auch immer). Der Bock spielt den Gärtner - und lastet gelegentlich auffallendes Chaos im Garten immer irgendwelchen anonymen „anderen" (Böcken) an.

Und ich - ich befinde mich in der undankbarsten und unangenehmsten Rolle der Welt, dessen, der Narren die Wahrheit zu sagen versucht. Der I h n e n mitteilt, dass S i e die Opfer sind, die ausgebeuteten Deppen und nützlichen Idioten von skrupellosen okkulten Gangstern und ihrem schwarz-weißen Verblödungstheater - und Mit-Täter an anderen zugleich. Daß Sie das göttliche Kapital I h r e s Lebens, Ihre Zeit und Ihr Vermögen, Ihre Sympathie und Ihr Vertrauen an die schäbigsten, charakter- und skrupellosesten Gangster verschwenden, die die menschliche Evolution je hervorgebracht hat - an primitive, ego- und megalomanische, stromlinienförmig gestylte Neandertaler, die, adrett mit weißen Hemden, Schlips und Anzug drapiert und unter dem Mäntelchen des selbstlosen Dienstes „an der Menschheit" (unter der sie vor allem sich selbst, als „Elite", verstehen) nur ein Ziel verfolgen: sich hofieren, (be-) dienen und zu noch mehr „Glanz und Größe", sprich: Geld und Einfluß, stilisieren zu lassen. Vor wie hinter den Kulissen der Materie, in und außerhalb des Körpers - und gleich mit welchen Mitteln.

Mittel und Praktiken der Gewalt, Folter, Qual, Verleumdung, Erpressung, der „Innere-Ebenen-Morde" und weltlicher Existenz-, Ruf- und Lebensdeformation und –vernichtung, deren diese okkulten Berserker auf Chefsesseln und Amtspöstchen in hemmungslos brutaler Intensität und Weise fähig und mächtig sind, und zu deren Opfern auch ich nun schon über Jahrzehnte hinweg (wenn auch, wie diese Schrift belegt, mit äußerst bescheidenem „Erfolg") gehöre. Und nicht zuletzt ermöglicht dank I h r e r „freundlichen" Mitwirkung und Unterstützung, dank I h r e s Gehampels, Gestikulierens, Pöbelns, Mobbens, Alltagsverunstaltens mit Pseudoereignissen und tausend geplanten kleinen Hirnrissigkeiten und bedeutungslosen Doppeldeutigkeiten, die in ihrer Massierung zum Terror werden - und die nur für S i e einen (irgendeinen, plausibel scheinenden Alibi-) „Sinn" haben, in Wirklichkeit nur Ihrer eigenen Verblendung, des Betrugs an I h n e n s e l b s t , ein „nützlicher Helfer" zu sein, und der gleich wie legitimierten gewaltsamen Unterwerfung anderer dienen. Wer sagt da noch, Lenin habe ganz umsonst gelebt und gedacht ?

„An ihren Taten sollt ihr sie erkennen." Denn zaubern, schöne Augen machen und freundlich reden kann der Teufel auch.

Doch manchmal, wie hier, jetzt und heute, stinkt er auch zum Himmel, und seine Jauche, den Schwefel- und den Blutgeruch an seinen Händen übertüncht kein Tanklastzug voll Duftwässerchen mehr.

 

(© 199by the author
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Jean Baudrillard hat Simulation in vierfacher Gestalt kenntlich gemacht: Erstens sei sie eine täuschend echte Nachahmung des Echten. Zweitens sei sie die „echtere" Ersetzung des Echten. Drittens sei sie die Behauptung, dass es nie etwas Echtes gegeben hat. Viertens sei sie ein in sich selbst ruhendes, wohliges Innesein, das sich gegen alle Beeinträchtigungen von außen deshalb so erfolgreich zur Wehr setzt, weil es auf dem Gipfel seiner Ausdehnung keine Alternative kennt. Damit sei dann die Simulation in ihrer indifferenten, referenzlosen Form erreicht, ein Omnipotenzwahn, der alle Kraft in die Anstrengung investiert, reibungs- und störungslos zu funktionieren.
Bei der vierfachen Kennzeichnung handelt es sich um eine Eskalation: Vortäuschung, Ersetzung, Auflösung, Löschung von Realität. Bisher hat sie nur in der ersten Gestalt die Gemüter bewegt. Doch absichtliche Täuschungen aufzudecken, war und ist eine Kleinigkeit für intelligente Zeitgenossen. Nicht dass ein Politiker lügt, ist das Problem im Zeitalter der Simulation, sondern dass er glaubt, was er sagt, wenn er lügt, und dass das Gesagte das einzige ist, was für ihn - gegen alle Vernunft - zählt, und dass er weiß, dass es schließlich außerhalb der machtgestützten Sage überhaupt nichts anderes gibt."
 
 

(Dietmar Kamper

Mimesis und Simulation)
 
 

KO(S)MISCHE ZEITEN

 
DER KLEINE, GROSSE BLAUE PLANET
DRIFTET SEINER GROSSEN KATASTROPHE ZU.
 
 
 
UND EINE "INNERE-EBENEN"-MAFIA VON DEMENTEN SPIESSER-"KO(S)MIKERN" ("ADEPTEN" DIVERSER PROVENIENZEN/LOGEN/KLUBS/VEREINE), DER ILLUSION DER METAPHYSISCHEN VERHEISSUNG IHRES SCHREBERGARTEN-OKKULTISMUS ZUM OPFER GEFALLEN UND IM EIGENGRÖSSE-HALLUZINOSUM VERSUNKEN, IN JEDER HINSICHT KLEINGEISTIG, DUMM UND INKOMPETENT/RATLOS, ABER IN SCHAUMSCHLÄGERISCHER HYBRIS IN WIRTSCHAFT UND POLITIK MITMISCHEND UND DEN PLANETEN SO, GEISTLOS UND IMPOTENT BIS IN DIE KNOCHEN, IN DEN UNTERGANG STEUERND, SCHRÖPFT IHRE IRREGEFÜHRTEN, VERBLENDETEN UND HILFLOS-VERTRAUENSSELIGEN MITMENSCHEN ALLER SOZIALEN SCHICHTEN UND GESELLSCHAFTLICHEN BEREICHE VON DER "INNEREN (PARALLEL-)EBENE" HER WIE DIE AMEISEN IHRE BLATTLÄUSE!
 
UND KEINER WEHRT SICH,  KEINEM FÄLLT WAS AUF... !