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14. Juli 2008ALLONZENFANTS!
Sind auch Sie die Anzüglichkeits-Rülpser, -Hampler und -Dresser der deutschen innenweltverblödeten Telemedienmacher, insbesondere die der ZDF-Banaligkeit leid ? Können auch Sie die flachhirnigen, senderkantinendunstkokonvernebelten Einfalts- und Allerweltsmattscheiben auf den Bildschirmen nur noch in homöopathischen Dosen ertragen ? Dann machen Sie's doch so wie ich - und verabschieden Sie sich mit mir in die Sommerpause ("Urlaub" vom geistlosen Sendeschwafel-Horizont), und kehren Sie erst zurück, wenn nach Abschluß der, angesichts der Realo-Fakten des "Gastgeber"-Landes und seiner willigen Medienberichts-Hofnarren aus aller Herren und Diener Länder, unsäglich-unerträglich verlogenen Olympiade die mediale Schmerzgrenze so langsam wieder auf das ohnehin nicht amüsante Alltagsniveau verflachen wird. Denn nicht nur in diesem "so anderen" Land, daß man glatt und typisch dummdeutsch das bißchen Denken vergißt, wenn man sich ihm nähert, ist es um Pressefreiheit, und damit die Freiheit des Denkens und Atmens seiner Bewohner, mehr als schlecht bestellt. Auch in unserem eigenen - man denke nur an die peinlichen Klimmzüge des ZDF, nach einigen floskelhaften Erwähnungen von "Menschenrechten", zu deren Alibi-Pflichtableistung man extra die harmlose Mariella Schlomka nach China essen geschickt hat, um danach und für den Rest des Jahres an allen katastrophalen Tatsachen und grausamen Lebensbedingungen des dortigen Alltags, und nicht allein für Millionen Tibeter in ihrem okkupierten Land, vorbei unbe- und -gerührt über die Olympiade minus ausgeblendetes Umfeld fröhlich-heiter-eventgeil "berichten" zu können, ohne ein Wässerchen im ohnehin blinden, trüben Auge befürchten zu müssen. Oder können Sie sich noch von der mit ihrem Kuli daueronanierenden Hohlweck die Tagesmeldungen vorprompten lassen ? Oder die vom Viertelnachsieben-Bumskopp Kleper wichtigtuerisch vorgetragenen Einfaltspinseleien unberührt an sich vorbeiziehen lassen ? Über den aseptisch kognitionslosen, stumpfsinnigen Almausdruck im Gesicht der herben Sportadabeisitzerin Jana noch hinwegsehen, während Sie auf das Wetterorakel für den nächsten Tag warten ? Dem "Eine-für-Alle"-Kleiderfundus-Junkie Gärster noch weiter bei seiner 365-Tage-Wechsel-Outfit-Parade beiwohnen ? Oder auch nur einen Tag länger noch der mikroskopischen Winzlingswitzfigur Seifert dabei zuschauen, wie sie sich mit gebläht gebreiteten Schultern und, an die Orang-Posen im zoologischen Garten erinnernd, oval nach beiden Seiten gedehnten Armen zum Medien-Marshmellow-Man aufzuschäumen versucht ? Ich nicht. Und umso weniger, als sie sich offenbar immer weniger daran zu erinnern vermögen (falls sie es je richtig begriffen, also gelernt haben, was zu bezweifeln ist), wozu sie eigentlich da sein sollten, was ihr eigentlicher Tschob und Medienauftrag zu sein hätte. Und nicht nur (wenn auch gerade) in solch kritischen Bedingungen und dramatischen Zeiten wie dieser unsäglichen "Weltereignis"-Olympiade im despotischen Terrorland China. Umso erstaunlicher ist da als Kontrast und positive Gegendemonstration die gerade gezeigte Haltung von Sarkozy (von dem man so etwas eigentlich am wenigsten erwartet hätte) zu melden: Als einziger europäischer Politiker von größerem Gewicht hat er den Mut, die Freiheit, das Rückgrat, noch zu seinen eigenen Werten und dem Geist seiner Verfassung zu stehen und den Dalai Lama zu empfangen, als demokratischer Präsident in einem freien Land, ohne sich von der neuchinesischen Großmaul-Diplomatie menschenverachtender Diktatoren (die nicht ohne eigene Gründe die Verurteilung der Vorgänge in Zimbabwe als „innenpolitische Angelegenheit" fehlqualifizieren und mit einem Veto verhindern) und ihren politischen Maximen erpressen, einschüchtern und fernsteuern zu lassen, wie wir das in beschämender Weise schon viel zu lange und immer wieder in unserem steinmeiersch-vermerkelten, analfixierten Deppenland ertragen müssen! Carla beflügelt den aus dem ungarischen Exil heimgekehrten kleinen Gallier offenbar, und es wäre mehr als wünschenswert, wenn sich dieser französische Geist der Freiheit und Aufklärung, "la Lumière", noch einmal und erneut in der ganzen westlich-"freien" Welt verbreiten würde, und nicht mehr nur als Papier in den Bücherregalen der Politiker, unter „V" wie "Verfassung", verstaubt, ohne daß man sich als Politlakaien der Wirtschaft, des Kapitals und seiner Zwänge noch, und wenn, dann nur sehr ungern und floskelhaft, an deren Inhalt und Bedeutung erinnern mag. Denn im sklavisch-unterwürfigen Dienst dieser Kapitalinteressen und -mächte tauchen unsere Politiker immer häufiger und schamloser ab, wenn es darum geht, den Geist ihrer Verfassungen in ihren eigenen Ländern noch zu erinnern, zu praktizieren und zu leben. Das betrifft vor allem das Verhältnis zu China, aber auch zu Rußland - die beiden unbelehrbaren, nicht zu lüftenden Betonkopfstaaten autokratisch-despotischer, Menschenrecht- und Demokratie-verachtender vorgestriger Staatswahn-Gebilde in wechselnd modischen Gewändern. Darüber wollen wir auch in unseren Medien Klartext hören und bewegend-bewegte Bilder sehen. Und nicht über das, was die netten, unterwürfigen, dauerspuckenden Chinesen "außer Tischen" noch alles so gern essen. Wie es der neuen kapitalistischen Mittelschicht, der Minderheit im Osten, doch immer besser geht, sofern sie nur den eigenen Tisch und den Bauchnabelhorizont ihrer despotischen Machthaber als geistigen Horizont respektieren. Woher denn eigentlich diese tollen Glückskekse stammen, und wie toll ("Toll!") man auch als Einäugiger - denn "mit dem Zweiten sieht man" ja, zur Kompensation sonstiger Defizite, angeblich "besser" - die schönen Massenräusche winkender, wedelnder, trötender und trompetender Eventsüchtiger erleben, mitfeiern und darüber berichten kann, die (hoffentlich, sagen sich das ZDF und Mister Hu) wieder aus aller Welt (ersatzweise aus chinesischen Kaderkasernen) zusammenströmen werden, um Party zu machen - während in ihrem Rücken, außerhalb des Vogelnestkokons der Ausblendungsberichterstatter, Millionen obdachlos, hungernd und/oder im Getto ideologischer Entmündigung unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen das zu tun und vorzugaukeln haben, was man leben nennt, und insgeheim das ferne, politische Peking verfluchen. Das brauchen wir in unserem Land nicht als Medien"realitäts"vermittlung - dazu genügt eine Eindeutschung des chinesischen Staatsfernsehens. Wir brauchen kein "Zweides doidsches Felnsehen" ! So bleibt dem bewußten Zeitgenossen, um sich allzu vermeidbare Welt- und Kulturkopfschmerzen zu ersparen, nur, in den Wochen vor bis zu den Wochen nach der Olympiade selbst zum Flüchtling zu werden - zum Medienflüchtling, der insbesondere einen weiten Daumenbogen um den Fernbedienungsknopf macht, der mit "ZDF" belegt ist. Denn auf dem Lärchesberg ist der ignorante Nestkokonbetriebskantinendunst der nicht mehr freien Hirne und Sichtweisen auf die Welt, außerhalb der Senderfamilien-Innentapete eigener Heilewelt-Verblendung, -Projektion und -Machart, besonders trübe und undurchdringlich. Und sollte das eine oder andere Programmloch entstehen, das die ZDF-Lücke hinterläßt, so kann man sich mit Jacques Dutroncs Lied "Entrez, m'sieur, dans l'humanité" (auf seiner CD "Brèves rencontres") nicht nur trösten, sondern (s)einen gesunden Geist und die frische Denkluft erhalten und stärken, die auch hierzulande nie besonders frei strömten und insbesondere in den letzten zehn, fünfzehn Jahren immer dünner wurden, bis sie irgendwann ganz entwichen sind. Ein Geist und eine Luft, die in Frankreich so kulturgenetisch verankert und festgeschrieben sind, daß sie (hoffentlich) nie zu besiegen sein werden, selbst wenn die Macht des zynisch-nihilistischen Kapitals inzwischen (und nicht zuletzt durch Sarkozy selbst) auch in unserem gesegneten Nachbarland wütet und Schneisen schlägt wie überall in dieser prekären Zeit. Aber, wie auch er gerade bewies, nie ganz zu besiegen oder gar auszulöschen sein wird. Darum, und wenn auch Sie hin und wieder mal Lust auf eine "Party" haben, die es wert ist, gefeiert zu werden, singen Sie doch heute, am 219. Jahrestag der französischen Revolution, mit mir und allen Franzosen ein fröhlich-freies "Allonzenfants" auf die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit des Menschen, und sein Geburtsrecht darauf. Sie müssen dazu ja nicht, wie ich es 1989 zur 200-Jahr-Feier tat, nach Paris fahren (wo ich meine Karte für die Ehrentribüne, schräg gegenüber der des Präsidenten, ausgiebig genießen durfte und auch genoß). Ein Geburtsrecht auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ohne Abstriche und Relativismen - und nicht nur in Frankreich, sondern überall auf dieser Erde, auf die ein Mensch durch Geburt seine Füße setzt, und nicht nur an solchen Tagen wie heute. Und nehmen Sie, als Erinnerung an den geistlosen Schatten dieser Freiheit, der die Köpfe von innen trübt und entmündigt, ein paar Bilder mit in Ihre Medienabstinenz, um sie sich mehr als nur zu erleichtern: Meine Fotoserie "DAS ZDF HEUTE" am Fuß des Blogs (und unter "Fotoalben"). Deshalb umso mehr: Bonne Fête, Sarko! Für hier und heute - und ganz sicher, irgendwann, überall auf diesem Planeten, und für alle Zukunft. Auf einer neuen Erde allerdings. Mit einer anderen Menschheit - und unter einem neuen Himmel. Bis dann also, irgendwann nach der Nest-Olympia der problemflüchtigen Ausblendungs-Euphoriker! Auch ich bin (mit herzlichen Gruß an HaPe) jetzt erstmal weg!
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7.7.2008BIRTHDAY-SPECIAL
Zu meinem heutigen 58. Geburtstag (an dem auch dieser EICHLER-BLOG genau 9 Monate alt ist) widme ich allen Lesern und Freunden meines Blogs eine Ausgabe meiner Kunstmappen-Editionen "LES BUCHES D'OR" und zwar die Ausgabe V. mit dem Titel "TREESCAPES CALENDAR - ONE YEAR CYCLE" (siehe Bilderalben / Fuß des Blogs).
In einer Zeit, in der Menschen nur noch an den Medien-Halluzinationen orientiert sind und in ihnen als die "Welt" und "Wirklichkeit" leben, die sie (die Medien) sich (ihnen) selbst erst erschaffen haben - in der also das "Second Life" längst als "First" und "Real Life" in den Köpfen und in der Welt als "Wirklichkeit" stattfindet und als Kollektivwahn/-rausch gelebt wird, ist es umso nötiger, hin und wieder dem Halluzinationsstrom der Bilder und Fiktionen ein wenig ruhige, besinnliche Erinnerung an die "eigentliche" Welt und Wirklichkeit entgegenzusetzen, zur Ernüchterung und zum Erwachen in der tausendfach wichtigeren, befriedigenderen, aber viel weniger "berauschenden", dafür substantiellen Realität, die unser Leben eigentlich zu orientieren und bestimmen hätte, und in der es als einziges sinnvoll und erfüllend zu gestalten und zu leben wäre. Betrachten Sie meinen "TREESCAPES CALENDAR" als kleinen Beitrag dazu.
Aber die Erinnerung daran bleibt wohl einer anderen Zeit, und einer Menschheit nach dieser vorbehalten - und damit auch ein sinnvolles, erfülltes Leben, in einer neuen Welt, unter einem neuen Himmel.
Mir und allen Freunden einen wunderschönen Tag wünscht
eingeweidlichst (herzlichst)
N.A. EICHLER
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"Die allgegenwärtigen technischen Bilder um uns herum sind daran, unsere "Wirklichkeit" magisch umzustrukturieren und in ein globales Bildszenarium umzukehren. Es geht hier im Wesentlichen um ein "Vergessen". Der Mensch vergißt, daß er es war, der die Bilder erzeugte, um sich an ihnen in der Welt zu orientieren. Er kann sie nicht mehr entziffern und lebt von nun an in Funktion seiner eigenen Bilder: Imagination ist in Halluzination umgeschlagen."
(Villem Flusser)
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KO(S)MISCHE ZEITEN 9BANKERS MONROE
Daß die gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturen, insbesondere die wirtschaftlichen und in ihrem Gefolge die sozialen, hinnehmbar, geschweige denn vertretbar und intakt seien, würden nur die gehässigsten Betonköpfe des neoliberalen Selbstbereicherungs-Neandertals behaupten, in das wir weltweit zurückgefallen sind und immer weiter abrutschen. Aber daß sich die öffentliche Empörung und Kritik, sofern sie überhaupt mal zu vernehmen ist, an völlig abwegigen, irrelevanten Beispielen festmacht, sich nicht um die wirklichen gesellschaftlichen Ursachen und Grundlagen und deren ideologisch-geistigen Überbau herum entfaltet, sondern immer sofort und intentionell zur „Neiddebatte" deformiert und verfälscht, soziales Bewußtsein und Gerechtigkeitsempfinden als psychologisches Defizit der Beschwerdeführer verleumdet, diffamiert und damit irrelevant gemacht werden soll (von wem eigentlich – hat man das schon näher betrachtet?), das ist nicht nur haarsträubend dämlich, sondern weckt im analysierenden Betrachter schnell den Verdacht, daß diese Diskussionen gerade von denen an solchen Beispielen entzündet werden, die allen öffentlichen Widerstand, jede wirkliche Auseinandersetzung und Bewußtseinsbildung über die Mißverhältnisse und gesellschaftlichen Auflösungsprozesse verhindern wollen, weil sie selbst zu deren zynischsten Urhebern und Nutznießern gehören - um so alle Diskussionen, einmal mehr, an wirklichen Sachanalysen und daraus resultierendem, sinnvollem Veränderungsbewußtsein und -willen vorbei ins Leere laufen zu lassen, so oft und lange, bis auch die letzten Kritiker resigniert und hoffnungslos verstummt sind, die Bahn allen Sozialverbrechern und Machern des Falschen endgültig ungehindert und störungsungefährdet frei gemacht haben werden. Dieser Verdacht drängte sich in den letzten Wochen beim Lärm der „Nebengeräusch-Kulisse" auf, die eines Bankers Weltecke Bestreben verursachte, seinen ihm zustehenden und von einem lokalen Verwaltungsgericht verweigerten Rentenanspruch durchzusetzen. Zur Klärung vorweg: Das Oberlandesgericht hat zuletzt und zweifelsfrei richtig entschieden, Herrn Weltecke die ihm nach gegebener Gesetzes- und Sozialordnung einwandfrei zustehenden Teilrentenzahlungen zuzubilligen, die Teilrente für seine Tätigkeit als Bundesbankpräsident, und die ihm aus seiner vorherigen Tätigkeit zustehende. Die eine kann die andere nicht „ablösen" oder „ersetzen", denn eine Lebensleistung summiert sich - ein etwa abwegiger „Doppelrenten-Anspruch" war daher auch von ihm nie erhoben worden. Punkt. Wer hirnlos genug war/ist, sich darüber zu echauffieren, sollte die Politik kritisieren und verändern, die die zugrunde liegenden Gesetzlichkeiten und gesellschaftlichen Strukturen zur legitimen Realität und Normalität macht. Was die Sache aber über den Fall hinaus interessant und entlarvend macht, ist nicht nur der anfangs dargestellten „Bedingungsrahmen" dieser Diskussion. Sondern vielmehr die Selbstdarstellung des Betroffenen selbst. Denn der arme Tropf Weltecke führte sozusagen exemplarisch vor, mit welchen „Eliten" sich die Welt inzwischen „angefreundet" und damit abgefunden hat, sie als solche, als Orientierung und „Repräsentanten" dieser falschen Welt, zu betrachten - sie mit einem Nimbus „höherer Weihen" zu umschleiern, der einzig und allein aus ihrer Einkommenshöhe berechnet wird. Und da wird es mehr als hanebüchen lächerlich, geradezu grotesk. Vor allem aber wird Weltecke selbst damit unfreiwillig symptomatisch, ja ikonografisch repräsentativ! Denn was schaumhülste er so selbstentblößend debil zur öffentlichen Kritik an seinen nach gegebenen Bedingungen schlicht berechtigten Rentenansprüchen ? „Ich lasse mich nicht zum Passepartout der öffentlichen Neiddebatte machen." Diese Aussage muß man einfach mal ganz langsam wiederholen, über Sinn und Semantik, und damit die unterliegende Denkausstattung und Kognitionskompetenz des Aussagenden nachdenken, um sich über das Hilfsschüler-Geistesniveau eines Menschen klar zu werden, der sich mit solch sinnleerem Verbalzabbaione „überlegen" und „souverän" exponieren möchte. Weltecke mag ja vielleicht gut rechnen können - aber darüber hinaus, in Bezug auf sonstige Aussagen und Ansichten zu welchem Thema in welchen Zusammenhängen von Welt und Leben auch immer, bleibt so ein kleines Häufchen zerebralen Zellularschaums mit dem Adjektiv „schlicht" noch weit überschätzt und überbewertet, und offenkundig schon auf dem Weg von „eins" zu „noch eins" hoffnungslos auf der Strecke. Nun muß man wissen, daß Banker schlechthin zu den geistig minderbemitteltsten Zeitgenossen gehören, deren zwei, drei Zellen verfügbares Spatzenhirn völlig vom Buchhalter-Weltbetrachtungshorizont, ihrem einzigen verfügbaren und gegebenen, aufgebraucht und mitunter überbeschäftigt sind - die einen (siehe Weltecke), da sie nie über mehr Ausstattung verfügten, die anderen, weil sie gezwungen waren, sich auf dem Weg nach oben zerebral zu kastrieren, jedes gesunde, panoramische Denken und komplexere Weltverständnis chirurgisch aus sich zu entfernen. Ihr Referenzpotential über Themen und Sachverhalte, die über die Aussagekompetenz einer chinesischen Rechenmaschine hinausgehen, ist gleich Null, und damit auch jede Referenz- und Aussagefähigkeit über geistige und gesellschaftliche oder gar philosophische Aspekte und Dimensionen des Daseins, zu Welt, Mensch und Gesellschaft schlechthin. Umso mehr - und gerade deswegen - wird jede freie Minute, jede übrige Energie (und ab einer gewissen Erfolgsstufe in der Banker-Hierarchie jede Minute und jede Energie) in die Selbstumschäumung ihrer Nichtexistenz mit allem investiert, was als „Kultur", „Leben", „Gesellschaft" von allgemeiner Anerkennung und Bedeutung ist. „Wenn Banker zusammenkommen, reden sie über Kunst, wenn Künstler zusammenkommen, über Geld.", spottete einst Oscar Wilde über die entlarvende Symptomatik seiner Zeitgenossen, sich immer mit dem zu befassen, wovon sie am wenigsten verstehen bzw. was ihnen am meisten fehlt, und an der sich bis heute prinzipiell nichts geändert hat. Das zerebral schlichte Buchhaltergemüt des Bankers versucht, als vollwertiger Mensch und Mit-Weltbewohner und -betrachter zu erscheinen, der auch mitten im Leben aller stehe, obwohl - und gerade weil - er dazu jeden Ansatz in sich zu eliminieren und hinter sich zu lassen hatte, um den geraden Weg seiner wahren kognitiven Definition und Identität, der chinesischen Rechenmaschine, nach oben, auf die höheren Etagen des Rechnerzentrums zu ermöglichen. Die stringente Selbstkasteiung und –deformation zum Banker, also Gangsterzombie, hat das schlichte Hirn und Gemüt der chinesischen Rechenmaschine durch die möglichst perfektionierte, öffentlichkeitspräsentable Formulardarstellung eines kultivierten Edelmann, dessen „identisch" erscheinende virtuelle Hülsen-Selbstdarstellung zu verschleiern - nur dann ist Karriere möglich (auch wenn in letzter Zeit der etwas locker-verwegener erscheinende Stil des Las Vegas-Zockers die Image-Panzerung des Bankers etwas verwässert und „bunter" gemacht hat - zugleich aber auch durchschaubarer werden ließ). Schon vor nicht allzu langer Zeit hat ein rheinischer Kollege Welteckes die Entscheidung seiner Bank, sämtliche Rentenansprüche der Angestellten ersatzlos zu streichen, zugleich aber die eigenen Vorstandsrenten- und Abfindungsansprüche zu verdreifachen, auf Journalistenbefragung hin lapidar und intentionell bewußtseinsverhindernd mit der Schaumflocke „State oft he art" abgetan - und damit jede relevante und klare Betrachtung dieser gesellschaftlich legitimierten Gangsterpraxis, ihre öffentlichen Diskussion und Angreifbarkeit, schlicht verweigert, ins Nirvana illusionärer Begriffsgespinste entzogen. Die Praxis ist weder zufällig noch ungewollt, sondern hat Methode und gehört zur rhethorischen Nebelhülsenschulung dieser Tätigung, um in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit als seriöser Geschäftsmann und Kulturträger verkannt zu bleiben, „im allgemeinen Interesse" akzeptiert und geduldet, ja sogar noch „geachtet" und „wertgeschätzt" zu werden. Und so nimmt der grotesk dämliche Fehlgebrauch des Begriffs „Passepartout" durch Weltecke auch niemanden wunder, der diese Grundlagen und Basisdefinitionen von „Banker" auch nur ansatzweise begriffen hat. „Passepartout", ebenso wie „State of the art", sind Begriffe aus der Galerie- und Kunstwelt, die mit ihrem Kulturnimbus und -glamour als das wahre Interessensgebiet und Metier und damit als das wirkliche Niveau des Bankers erscheinen, sein Wesen illusionär definieren und sein Gangster-Tagesgeschäft in den Rang des gewünschten öffentlich verdaulichen Scheins von Kulturschaffung, von „Kunst" eben, erheben soll - auch wenn (und gerade weil) sein wirkliches Sein und Wesen und Lebens-/Selbstverständnis allein und ausschließlich und ganz profan und primitiv darin besteht und definiert ist, das Geld anderer Leute in möglichst kurzer Zeit auf möglichst vielfältige und vollständige Weise so umfassend und erschöpfend wie möglich und in größtmöglichem Umfang aus ihrem Portemonnaie in die eigene Kasse zu überführen und umzuleiten, ihr Eigentum zu seinem zu machen, ohne dafür strafrechtlich belangt werden zu können, unter Einbeziehung der möglichst vollständigen Nutzung aller strafrechtlich relevanten, aber der Nachweisbarkeit entzogenen Optionen. Jedes andere Erscheinen und Verhalten eines zeitgenössischen Bankers ist Mimesis, Täuschung, Verschleierung der Intentionen und Fakten - Illusion. Wessen Hirn so monofunktional reduziert und monointentionell gepolt ist, der hat keine einzige Hirnzelle mehr (und schon garnicht frei), die noch zu einer objektiv relevanten Kongnitionsleistung jedweder anderen Art fähig oder gar gebildet wäre. Und sondert, vor allem in der Öffentlichkeit, zur Tarnung und Verschleierung dieses Sachverhalts, den ganzen Tag nichts als debiles Gestammel und dementen, für eloquent gehaltenen Verbalkunst-Hirnmüll à la „Ich eigne mich nicht als Passepartout für die öffentliche Neiddiskussion" ab. Ein Passepartout, dies zur linguistischen Klärung, ist das Allgemeine, der neutrale, undefinierte Rahmen des Besonderen – also etwa einer einzelnen, individuellen Grafik, des jeweiligen Bild-Objekts eben. Dieses einfache Grundverständnis - und damit auch den sinnrichtigen Gebrauch des von ihm gewählten Kulturschaum-Hülsenbegriffs - nicht auf der Reihe zu haben und einsetzen zu können, ist referentiell für den Hilfschülerstatus des Gehirns, das sich so „outet", also über die mindesten Grundqualitäten eines auf einfachster Ebene kognitiv funktionssicheren Gehirns, die sich immer und am direktesten sprachlich artikulieren und "kommunizieren", nicht verfügt. Wenn überhaupt, wäre Weltecke „das individuelle Fallportrait im Passepartout der Neiddiskussion", und nicht umgekehrt. Das repräsentative „Besondere" im Kontext des „Allgemeinen" eben - pars pro toto. Aber genau dafür, nicht einmal dafür reicht es kognitiv und linguistisch bei ihm als Beispiel der neuen „Elite" der „Leistungsträger" des neoliberalen Deutschlands, das wir bewohnen und unter dessen Bedingungen wir immer noch versuchen, einen Rest von einer für alle Menschen würdigen Gesellschaft zu bewahren, die ihren Namen noch verdient. Er ist gerade damit ein gelungenes Bespiel für diese neue und in den Medien blind und hirnlos glamourisierte, völlig abwegig und immer unreflektierter noch so mißverstandene und fehletikettierte „Elite" in Wirtschaft und Politik, unter deren Entscheidungen und Beschlüssen ihre Opfer, also der Rest der Gesellschaft (oder auch: die Gesellschaft selbst; denn sie selbst betrachten sich garnicht mehr wirklich als „zugehörig", sondern mehr und mehr als deren außenstehende , übergeordnete Nutznießer, lat. „para sitos"), möglichst kritik- und widerstandslos unterwürfig zu leben haben - ein pars pro toto-Protagonist, repräsentativ für unsere gesamte heutige „Führungs-Elite" aller gesellschaftlichen Bereiche und Felder. Die individuelle Ikone im Passepartout des spätkapitalistischen „Elite"-Personalspektrums sozusagen: dem Kaleidoskop der uns regierenden und unser Leben formenden Daseins- und Schicksalslenker. So etwas wie Warhols Marilyn im Passepartout der Pop-Art. Oder wie Frank Zappa auf dem Cover seiner LP „We’re Only In It For The Money". Oder so.
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