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E-NET 3
Rat Race Report
Je weniger unsere desaströs geistlose, materialistisch-konsumptorische Welt funktioniert, je deutlicher sie den vermeintlichen „Haves“, den Bürgern der Wohlstandswelten, das erbärmliche bißchen Wohlstand schmälern oder gar entziehen muß, um mit den „Have-nots“, den armen Bürgern der Entwicklungs- und Schwellenländer dasselbe Ausbeutungsentwicklungs-, also Wohlstandsbeteiligungs-Almosenspiel zu beginnen, das dann im erneuten Elend eines fortgeschrittenen Stadiums für viele seinen zynischen Ernst und seine ethikfremde Brutalität offenbart, umso weniger drängt offenbar der Hauptwiderspruch dieses ideologisierten Wahns von Profit- und Konsumstreben noch auch nur an die Peripherie unseres bewußten Interesses: Daß dieser idiotisch disfunktionale Kapitalismus, also Urzeit-Darwinismus mit monetären und aministrativen Mitteln und Waffen, „widernatürlich“ ist, und zwar in doppelter Hinsicht und Bedeutung. Daß er den Grundbedürfnissen des Menschen nach sinnvoller Lebensgestaltung nur den Zwang zur entfremdeten Selbstdeformation überstülpt; und daß er von der ruinösen Totalvernichtung der zur bloßen „Um-Welt“ degradierten Welt (im Unterschied zur künstlich-vergänglichen Menschennester-„Welt“ in ihr) ausgehen muß und einen kurzen geschichtlichen Augenblick lang zehrt, an dessen Ende der Mensch sich buchstäblich den Boden unter seinen Füßen, die eigentliche Welt, von der, mit der, auf der er in Einklang und Einheit zu leben hätte, entzogen und vernichtet haben wird. Der ökologische Denker, Theologe und Soziologe Wolfgang Sachs, heute 62 Jahre alt, arbeitet seit langem nicht nur gegen die selbstmörderische Vernichtung der „Welt“ durch ihren Bewohner „Mensch“, sondern, und das macht sein Denken relevant, gegen deren geistig-kulturellen Ursachen. Ich sprach vor drei Jahren mit ihm über die Essentials, denen die belanglose, System-„embeddede“ Spießer-Idioten-Alibi-„Ökologie“ gern ausweicht, um ihrer irrelevanten Blümchentapeten-Natur als Vorstellung und Gegenpol zur Gesellschaftlichkeit, zu Zivilisation und „Urbanität“ zu huldigen und sie, ebenso belang- wie wirkungslos, bis in den weiter betriebenen Untergang hinein, „idealisiert oder sentimentalisch anschwärmen“ (Gernot Böhme) zu können. Und während vorgestrig-nationalstaatliche Blindgänger ihr mittelalterliches Eroberer- und Sieger-Interesse kleingeistig in einer vielleicht letzten Schlacht um die allerletzten der täglich weiterhin sinnlos verheizten („kapitalisierten“) Ressourcen am aufgrund eben dieses Irrsinns schmelzenden Polareis austoben, „zum Vorteil, Wohl und Reichtum ihres eigenen Volkes/Landes“, das in ihren trüben Augen wohl beim Untergang des Planeten möglichst erst ein wenig später untergehen soll als die anderen, sind nach wie vor Hunderttausende täglich dem Hungertod näher als gestern, täglich mehr Millionen obdachlos und/oder auf der Flucht vor den täglich-alltäglich banalen Katastrophenwirkungen genau dieser Geisteshaltung und Handlungsprämissen, die den Planeten längst „global“ im Würgegriff der Irrsinns-Logik ihrer Geschäfts-Welt-Vorstellungen und –Realitäten hält und ihnen nicht einmal ein Über-, geschweige denn ein Leben auf der Erde ermöglicht, auf der sie geboren wurden und zuhause waren. Hier unser Gespräch in Auszügen. E: Die „herkömmlich“ beschränkte Ökologie ist doch nur eine Spielwiese für Romantiker, für Gutmensch-Arschlöcher, die im „Kinderland“ der Weltvernichtungs-Ökonomie deren Feigenblatt produzieren - und damit ein wirkliches Umdenken und Umsteuern eher vereiteln und verhindern, indem sie Ursachen und Verursacher konsequent ausblenden. WS: Die Ökologiekrise ist doch gar nicht in erster Linie eine Naturkrise, sondern eine Kulturkrise. Die Natur, genau genommen, leidet nicht so darunter, daß wir auf ihr herumtrampeln. Die wird sich selbst wieder richten. Die Frage ist, inwieweit sie sich so richtet, daß sie uns weiterhin eine Heimat bietet. E: Während die globale Klimakatastrophe bereits in vollem Gange ist, werden weiterhin täglich die letzten klimarelevanten Wälder abgeholzt - weil ja die gerodeten Flächen niemand vor Augen hat, dem „Grün“-Romantiker in seinem Wohlbefinden kein Störfaktor sind. Der „Natur“ selbst fehlen diese Bäume ja auch nicht. Zugleich erweist sich aber das Stahl-Glas-Paradies unserer vermeintlich so komfortablen und „sicheren“ Zivilisation als potemkinsche Illusion, die keinem Sturm, keiner Flut, keinem Erdbeben standzuhalten vermag. WS: Deswegen muß man nicht um der Natur, sondern um des Menschen willen Ökologe sein. Die entscheidende Frage ist, was treibt uns dazu, systematisch mehr von der Natur herauszuholen, als sie ertragen kann. Und das ist eine Frage, die mehr mit der Weise zu tun hat, wie wir leben und wie wir produzieren, für welche Dinge wir hoffen und Leidenschaften haben. Das ist nicht allein eine Frage effizienten Ressourcenmanagements, sondern eine politisch-kulturelle Frage. E: Der sich für einen „umweltbewußten Bürger“ haltende Mülltrenner ist doch in Wirklichkeit nichts als ein Selbstentlastungs-süchtiger, hirnloser Konsumidiot, ein angepaßter Zombie, der einer heuchlerischen „Ethik“ als Alibi frönt, indem er seiner stumpfsinnigen Hingabe an den praktizierten Haben-und-Fressen-Kult ein lächerlich-ignorantes „Verantwortungsbewußtsein“ als Alibimäntelchen appliziert. WS: Wie nie zuvor leben wir in einer Welt der Bilder. Das Auge ist das prominenteste Organ. Die verschiedensten Bildschirme und Projektionsleinwände, die uns umgeben, lassen einen unendlichen Strom von Bildern in uns einsickern. Und nicht der einzelne Spot, sondern die Bildersprache der Werbung als ganzes fesselt die Imagination an die unendliche Vielzahl von Waren und ihren Zyklus von Obsolenz, oder besser: Verschleiß und Innovation. Deshalb steht eine Frage ähnlich des Bilderstreits heute wieder an. Distanz zu den herrschenden Bildern könnte uns ein kleines Stück souveräner von der Großmaschinerie der Gesellschaft machen. E: Nimmt der lahmfromme Konsumuntertan die planetarische Existenzgrundlagen-Vernichtung nicht, mit viel Mühe täglich angestrengt daran vorbeischauend, deshalb schizophren hin und in Kauf, weil sie ihm zugleich das zu verheißen scheint, was ihm seine Kapitalfürsten als „Lebensqualität“ darstellen, auf die er „lieber doch nicht“ verzichten möchte ? WS: Das Schlagwort Lebensqualität aus den siebziger Jahren hatte etwas damit zu tun, wie wir als Bürger unseren Alltag, unsere Umwelt, unsere Lebensumstände einrichten wollen. In den achtziger Jahren gibt es einen Wahrnehmensbruch. So hat etwa die Losung „Überleben des Planeten“ einen steilen Anstieg hinter sich. Lebensqualität und Überleben sind aber zwei ganz verschiedene Dinge… E: …wie uns gerade bei der Weihnachtsflut von Südasien deutlich vor Augen geschwemmt wurde. Trotzdem scheint die überbauberaubte Konsumzombiekultur nur schnell wieder die „heile“ Illusionswelt herstellen zu wollen - anstatt den Ereignisschock als Anlass zur Besinnung auf unsere Existenzgrundlagen auf dieser Erde zu nutzen. Solche Naturkatastrophen sind zwar nicht menschengemacht, könnten uns aber sehr wohl zur Besinnung bringen auf das, was wir selbst mit diesem Planeten unter unseren Füßen machen, bzw. nach wie vor begünstigen und zulassen, daß es gemacht wird. Und viele der zunehmend häufigen „Alltagskatastrophen“ der Natur sind schließlich doch längst menschengemacht. Katastrophen wie Tsunamis, Erdbeben und ihre Folgen müßten doch in einer noch nicht völlig somnambulisierten Menschheit den Wunsch erwecken nach einem sinnvolleren, weniger gefährdeten Leben im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten und Bedingungen des Planeten. Denn die Zusammenhänge zwischen der urasenden Kapitalidiotie, also von keinerlei Vernunft und Sinn gesteuerte und modulierte Expansion einer anarchischen Konsumindustrie, und der deutlichen Naturgrundlagen-Vernichtung sind bis zum Erbrechen banal, erklärt, bekannt. So bleibt nur die Frage: Wo bleibt der Widerstand auf breiter Basis ? Warum erhebt sich niemand ? Nicht „der Mensch“ ist schuld an seinem eigenen Untergang, sondern zwei-, dreihundert namentlich bekannte Menschen in den Schaltzentralen dieses maroden Welt-als-Wirtschaftsbetriebs, von denen man sich ohne Bedenken schleunigst verabschieden, ihnen die Macht entziehen und das hirnlose Handwerk legen könnte, um zu dem zu kommen, endlich wieder zu dem zurückzufinden, was „der Mensch“ wirklich braucht, sich insgeheim wirklich wünscht und ersehnt, was sein Leben eigentlich aus- und sinnvoll machen könnte. WS: Da gibt es viele Möglichkeiten, sich klarzumachen, wie stark das, was wir wünschen, von anderen Herren beeinflußt wird… E: …die aber nicht genutzt bzw. repressiv-manipulativ unterdrückt werden. Der Rat Race-abhängige und –eingebettete Konsumzombie unserer Tage hat ja im Leistungs- und Beschleunigungs-Laufrad kaum noch die Muße, geschweige denn einen Rest von entwickeltem, kritischem Verstand, sich ein klares Bild von sich selbst zu machen, von den intentionell verschleierten Strukturen seiner „Einbettung“. Sie haben das ja selbst einmal „Diktatur“ genannt… WS: Mit Diktatur der Beschleunigung meine ich, daß wir seit hundert, hundertfünfzig Jahren zunehmend und immer dichter mit immer zeitsparenderen Maschinen umgeben werden, die jeweils als einzelne großartige Zeitersparnisse ermöglichen, die aber letztlich immer den Einzelnen dazu zwingen, sich diesem Rhythmus anzupassen. Da die Zukunft alle Versprechungen birgt… E: …die nie eingelöst werden, wie im vergangenen Kaderkommunismus, so auch im Rat Race-Kapitalismus, nur daß der die Illusionen reklamig bebildert, in der berechnet hämischen Intention, daß der Konsument „an der Lektüre der Menükarte sein Genügen finde“, wie Adorno sagte - also die Illusion nie eingelöster und einzulösender Verheißungen auch nie durchschaut. WS: Da die Zukunft alle Verheißungen birgt, wird es zum Sakrileg, Zeit zu verlieren. Wir beschleunigen uns immer mehr, um immer schneller dorthin zu gelangen, wo wir uns immer kürzer aufhalten. Wir ziehen uns immer schneller Dinge herein, auf die wir immer weniger Aufmerksamkeit verwenden können. Irgendwann beißt sich die Katze in den Schwanz. E: Wollen Sie etwa „den Lauf der Welt anhalten“ ? „Das Rad zurückdrehen“ ? Den Rat Race zum „Spaziergang von Ökomäusen“ verlangsamen ? WS: Es geht um die Absenkung der gesellschaftlich verordneten Geschwindigkeit. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeit, Genauigkeit, Intensität, Erleben und Genuß auf der einen Seite und Verzögerung, Abbremsen, Langsamkeit auf der anderen. Denn im Kern besteht die Ökologiekrise doch darin, daß die historischen Tätigkeiten des Menschen, daß das Tempo der Industriegesellschaften sehr viel schneller ist als das Tempo der Regenerationsfähigkeit der Natur. Erdgeschichtlich wie individualgeschichtlich laufen diese beiden Rhythmen von Eigenrhythmus und Fremdrhythmus auseinander… E: …bis in naher Zukunft der Planet sein absehbar disfunktionales Ableben, oder auch nur, wie schon alltägliche Realität, seine katastrophalen Fehlfunktionen als Alarmsymptome an eine ignorante Fremdbewohnerschaft sendet, die diese - im Namen von Profit und Konsum - geflissentlich ignoriert. Die bunte Jingle-„Welt“ der Konsumverblödung ist fatalerweise attraktiver und mächtiger als die Alarmsirenen der natürlichen „Um-Welt“. WS: Eine Überzahl an Dingen verstopft den Alltag, zerfasert die Aufmerksamkeit und schwächt die Kraft, eine klare Linie zu finden… E: …gefördert durch die Desinformations- und Desorientierungs“künste“ eines öde-einfältigen Istzustands-schmarotzenden Innere-Ebene-Okkultismus kleiner Schreberkosmos-Spatzenhirne auf Möchtegern-Großmanns-Herrscher-Illusionsfüßen so garnicht neuer, sondern mittelalterlicher Qualität und Prägung, nur inzwischen Businessman-gedresst und in pandemischem Ausmaß verbreitet. WS: Da gibt es nur eine alte künstlerische Antwort: Nämlich die Kraft, die Ironie und den Spott wachzuhalten. E: Und das Bewußtsein der nur allzu schnellen Vergänglichkeit alles Unbrauchbaren und Falschen. Aber was heißt schon „schnell“ im Bewußtsein eines Menschen, der seine siebzig Lebensjahre für „lang“, wenn nicht seine einzigen hält.
Besuchen Sie auch EICHLER’S WEBLOG unter: http://eichlerblog.wordpress.com Die vollständige Textdokumentation dieses EICHLER-BLOG finden Sie über: Und kommen Sie ruhig mit auf meinen erhellenden Spacetrip über diesen, unseren zeitgenössischen Planeten unter: http://eichlerblog.wordpress.com/neues-vom-raumschiff-erde Und verpassen Sie nicht die Lektüre meiner TREESCAPES ZEITUNG am Fuß dieses Blogs!
KO(S)MISCHE ZEITEN 8
Bamboozled For China
Während die chinesischen Bürger eifersüchtig darüber wachen , wer von ihnen wieviel gespendet hat, und alle ihre Spenden peinlich genau veröffentlichen, um zu zeigen, daß auch ein Chinese sich und seinen Eigeninteressenshorizont übersteigen und an andere denken kann, streiten sich unsere Abgeordneten gelbgierig darüber, daß ihre sichere Diätenerhöhung nun doch nur in Teilen, und nicht um die vollen 15%, vollstreckt werden soll. Schließlich sei es „zur Zeit“ nicht vermittelbar, warum sich ihre Politiker aus den Taschen der sie finanzierenden Bürger ihr Einkommen um den vollen Inflationsausgleich plus drei bis fünf Prozent aufstocken lassen wollen, während ihnen selbst, wo nicht gar Einkommenskürzungen, so doch nur der „gefühlte“ Inflationsausgleich von drei, vier, fünf Prozent zugemutet werden kann, und das auch nur bei kleineren Bevölkerungsanteilen - denjenigen nämlich, bei denen gewerkschaftlich organisiert Löhne und Gehälter verhandelt werden können. Und wenn sich schon die deutschen Provinzverwalter Steinmeier und Konsorten ihren fernöstlichen Politik- und Wirtschaftsbossen („Who is Hu?“) beugen und aus Angst, sich die nächste Belobigung und Gehaltserhöhung aus China zu verderben, lieber nicht in freier Eigenstaatlichkeit einen freien Dalai Lama in einer freien Republik empfangen, dann könnte die fortgeschrittene politisch-penunziäre Verflechtungsabhängigkeit von Deutschland und China gleich ganz offiziell auf die nächsthöhere Ausprägungsstufe gehoben, in einen deutsch-chinesischen Kapitalkulturaustausch der fortgeschrittenen Art überführt werden: Allen chinesischen Arbeitern und Angestellten wird eine Lohnerhöhung in Höhe der bisherigen Diätenerhöhung deutscher Abgeordneter, also um ca. 9% gewährt, und zwar rückwirkend zum Maimonatsanfang, die sie dann, das eigene Ansehen fördernd, ihren obdach- und einkommenslos gewordenen Mitbürgern in den betroffenen Provinzen ab sofort und laufend monatlich zur Verfügung stellen, um deren Überleben zu sichern. Im Gegenzug dazu wird den deutschen Abgeordneten die volle Diätenerhöhung von 15% nur mit der Auflage gewährt, daß sie die Differenz von 6% an ihnen persönlich bekannte Empfänger von Hartz-IV/ALG-II weiterreichen (Projektbezeichnung: „Bedarfspatenschaft“), denen seit Jahren nur die chronische Erhöhung aller Lebensmittelpreise, nicht aber auch nur die marginalste Anpassung ihrer Sozialhilfe an die Einkaufsrealitäten vermeldet wird - ersatzweise an Rentner, denen mit ein bis einkommafünf Prozent Erhöhung auch nur die Preissteigerungsrate von 1976 ausgeglichen wurde, während es auf Tiernahrungskonserven, der bevorzugten Sonntagsdelikatesse von Verarmrenteten, nach wie vor keine 20%-Rabattaktionen in Baumärkten gibt. Dem zur Zeit noch verbliebenen, immer kleiner werdenden besserverdienenden Mittelstand hierzulande könnte mit einer „Ein-Kasten-Bier-für-einen-Quadratmeter-Wohnfläche“-Werbeaktion von größeren Brauereien eine kleiner Spendenzuschuß für die Mietkosten von ALG-II-Beziehern schmackhaft gemacht werden, sodaß pro Empfänger ein paar Euro für Anschaffungen wie Schuhe, Kleider, Zahnbürsten und Rasierklingen liquide gemacht werden könnten, die bisher mietgebunden waren - oder als Ansparrate für die nächste Praxisgebühr im Fall einer Erkrankung. Parallel dazu leiten die chinesischen Politiker die Sponsorengelder von deutschen Automobilfirmen, die der chinesischen Bauwirtschaft für die Monumentalarchitektur der Olympiastadien und –einrichtungen zugeflossen sind, für den Bau neuer Behausungen und Unterkünfte der Millionen Obdachlosen in den Katastrophengebieten weiter, mit der Auflage eines unmittelbaren Baubeginns, was regional wieder Tausende von befristeten Arbeitsplätzen und Einkommen hervorbringen könnte. Doch die Zeit bis zur Eröffnung der Spiele beträgt nur noch wenige Wochen, und vom Verkauf der Eintrittskarten für das poetische Stadionnest an katatrophenverdrängungsroutinierte, unerschütterliche Jetzt-erst-Recht-auf-heile-Welt-machen-Olympiarauschtouristen nicht nur der deutschen, sondern der ganzen internationalen Reihenhaushintergartenrasengeisteshorizontklasse ist sicher kein Nutzen für die betroffenen Teile der chinesischen Menschheit jenseits des Stadions zu erhoffen. Um also auch der perspektivenlosen Bevölkerung in den betroffenen Provinzen, die nicht einmal ein Kofferradio besitzt, die Wettkämpfe und ihren zu erwartenden Zuschauerjubel wenigstens akustisch verfolgen zu können, geschweige denn einen Bambushocker, auf dem sie dabei sitzen könnte, die Möglichkeit zu sichern, wenigstens als Radiohörer an den glanzvollen und für China ruhmreichen Sportwettkämpfen teilzuhaben, die das Land und die ganze Welt dann so erschüttern und mit olympischem Glanz überstrahlen werden, rufe ich deshalb die Spendenaktion „Ein-Transistor-für-einen-Chinesen“ aus und ins Leben (Email: MadeForChina@online.cn), die ab sofort Sach- und Geldspenden jedweder Art entgegennimmt, um vom Erlös möglichst viele kleine Transistorradios zu kaufen und an die notleidende chinesische Bevölkerung zu verteilen. (Daß selbst der Ankauf der Geräte, die dann nach China geschickt werden, der chinesischen Volkswirtschaft zugute kommen wird, versteht sich bei den nur allzu bekannten globalisierten Produktionsverhältnissen problemlos von selbst.) Ich selbst, in Ermangelung eigener finanzieller Portfolien jedweder Art, spende den Erlös aus der hiermit eröffneten Benefiz-Versteigerung 1.) meines Original-TREESCAPE-Gemäldes von 1993 mit dem Titel „Chinese Treescapes“, sowie 2.) eines Original Vogelnestes (Amsel) mit Eischalenresten der geschlüpften Jungvögel, und 3.) einer Skulptur mit dem Titel „Cuckoo’s Nest“, die Sie am Fuß dieses Blogs besichtigen können. Gebote werden ab sofort von mir entgegengenommen (Email an: BamboozledByLove@online.cn). Deadline für die Gebotsabgaben ist der 8. August 2008, also der Tag der glamourösen Eröffnung der Spiele im (bis dahin hoffentlich noch stehenden) Stadion von Peking. Das Bild mißt 80,0 mal 108,0 Zentimeter, ist Dispersion auf Leinwand (Keilrahmen), leistengerahmt und paßt bestimmt vorzüglich zu stilsicher-fernöstlichen Sitzgarnituren in vielen deutschen Reihenhaus- und Vorstadtvillenwintergärten. Die Skulptur besteht ausschließlich aus natürlichen Materialien, inklusive eines echten Amselnests mit Eischalenresten, ist optisch aufgewertet mit einem vermutlich grippevirusfreien Hühnerei europäischer Freilandproduktion und montiert auf massivem Holzsockel. Höhe: Ca. 80,0 Zentimeter, mit bester Aus-(und Ein-)sicht ins Innere des „Vogelnestes“ und traumhaften Wertsteigerungsperspektiven auf dem internationalen Kunstmarkt. Wetten, daß ?
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Auf Ihr Wohl!
Das demente Halluzinosum der zeitgenössischen Ideologie, der Planet sei als ein betriebswirtschaftliches Unternehmen ohne Über- und Unterbau zu verstehen, das auf jede Ethik, jede ontologische Vernunft, jeden außerbetriebswirtschaftlichen und vor allem humanphilosophischen Kontext verzichten kann, und der daher ohne Rücksicht auf Ressourcen und Regeneration, also Erhaltungsverständnis und -pflege, hemmungslos zugunsten von synthetischen Werten wie „Profit“ und „Geldvermehrung“, sprich: „Macht“ und „Wohlstand“ ausgeplündert und mißhandelt werden kann, rächt sich am Leben und an den Lebensperspektiven aller Menschen, und das nicht erst seit gestern. Doch eine uneinsichtig-verblödete Menschheit spaltet in kollektiv-ideologisierter Psychopathie alle Widersprüche immer intensiver und verantwortungsloser ab, läßt sich (zum Wohl!) mit Bierkonsumräuschen als abwegig-belangloser Regenwald-Alibi-Gewissenssedierung zujauchen - und weigert sich hartnäckig, endlich eine praktizierte Umkehr zu vernünftigen Prämissen und Paradigmen des Lebensverständnisses und der Weltgestaltung durchzusetzen, ja nur zu fordern, ja überhaupt in ihrer Dringlichkeit und Notwendigkeit zu begreifen. Wenn diese Krankheit des menschlichen Hirns nicht längst schon, interkulturell-global und über alle historischen, nationalen, kulturellen und ethnischen Besonderheiten hinweg, das ganze verquere Selbstverständnis der Menschen, ihr Leben und Weltgeschehen definieren und beherrschen würde, müßte man die (Un-)Verantwortlichen des Kontext-entfesselten und planetarisch losgelösten Kapitalismus schleunigst, zum Schutz und Wohl der gesamten bedrohten Menschheit, in geschlossene psychiatrische Anstalten einbringen. Längst aber ist der Planet selbst zur großen, kugelförmigen, multinationalen Klapse geworden, und den wenigen noch Vernunftbegabten und Verstandesbesitzern bleibt nur der insulare Rückzug vor einer Welt, die, da ohne Einsicht in die Krankheit und ihr Verständnis, ohne Aussicht auf Therapie und Heilung ihren täglich praktizierten Untergang zum Untersprint beschleunigt. Als ich 1995 meine „TREESCAPES“-Mappe „PANDORAS LETZTE GABE“ herstellte, wurde mir, wie schon ganz am Anfang meiner künstlerischen Arbeit, wieder einmal bewußt, wie sehr es Perspektiven und Geisteshorizonte gibt, die verbal allein nicht zu übermitteln sind, also wirklich „kommunikativ“ und übertragend wirksam sein können - daß es tatsächlich, wie Kant formulierte, „eine anschauliche Erkenntnis“ gibt, „die nicht auf den Begriff zu bringen ist“. Und die sich nur durch Anschauung, aber eben nicht als bloße Reproduktion des Wahrnehmbaren, wie es die hirnlosen Massenmedien überbaufrei-beliebig praktizieren, sondern sinngesteuerte und sinngebend gestaltete, erkenntnis- und zielgerichtete Anschauung, also „Kunst“ im weitesten Sinn, vermittelt. Falls, wenn überhaupt. An „Anschauung“ allein mangelt es der debil-untätig-komösen, omphaloskopisch besessen das vermeinlich eigene materielle „Wohl“ verfolgenden und dabei destruierenden zeitgenössischen Menschheit seit langem wahrhaftig nicht. Das zeigen auch und vor allem wieder die gerade aktuellen Katastrophen in China und Myanmar „mit ihren beinahe apokalyptischen Bildern“ (Radio FFH, 14.5.2008), die sich ja nur einreihen in die längst schon pausenlose und immer drastischere Ereignisfolge des Widerstands unseres einzigen, natürlichen Planeten gegen seine betriebswirtschaftlich praktizierte Vernichtung als Konsequenz der entfremdet-rudimentären, primitiv-barbarischen Profitideologie perspektivisch verengter Idiotenhirne, die man gemeinhin und euphemisierend „Kapitalismus“ nennt und den Planeten buchstäblich „global“ im kausalen Griff ihrer immanenten Zwangslogik erwürgt - und damit zugleich schon im Ansatz jedes Denken, jede Vernunft, jede Chance auf perspektivische Umorientierung und Umsteuerung. Der enthemmt und sinnleer als materielle Produktions- und Konsumanstalt gedachte Planet, die inzwischen jeder Humanethik und kategorischen Vernunft entzogene ökonomische „Weltbetrachtungs“-Demenz als pandemisch verbreitete Wirtschaftsideologie, bewirkt und bedeutet nichts als die konsequent betriebene Selbstvernichtung des Menschen - eines Menschen, der inzwischen, als Opfer und permissiver Mittäter zugleich, geflissentlich und nur zu gern denen „da oben“ (und ihren steuernden Komplementen „da innen“) die Verantwortung überläßt, um sie, bei zunehmender Offenkundigkeit der selbstverursachten Katastrophen, selbst, wie immer, möglichst los zu sein. Und auch das natürlich, wie alles und immer wieder, nur „zu seinem eigenen Wohl“. Daran können, möglicherweise, auch meine „TREESCAPES“ nicht viel ändern. Oder doch ? Fest steht, daß auch diese künstlerische Arbeit, wie alle meiner Arbeiten seit Jahrzehnten, vom Innenwelt-verblödeten, somnambul-opportunistischen, okkultfaschisierten Kulturspießerbetrieb, insbesondere den Medien, mit sehr viel Mühe und Aufwand vieler Beteiligter, konsequent verhindert, unterdrückt, unterschlagen und totgeschwiegen wird. Und das kann nur, das muß, soviel ist sicher und mehr als nachdenkenswert, (s)einen (un)guten Grund haben. Niemand wird unter solch immensem Aufwand, mit so vielen Anstrengungen so vieler Beteiligter über so viele Jahrzehnte mundtot gemacht und gehalten, der nichts zu sagen hat - es sei denn etwas insbesondere für das Verbrechensestablishment (die Verhinderer) Gefährliches! Zunächst aber hier und zum Thema, für Interessierte, deren Wohlbefinden im Kopf und Bewußtsein beginnt und sich nur in die Materie fortsetzt, aber nicht von ihr ausgeht und bestimmt wird, der Einführungstext meiner „PANDORA“-Kunstmappe (32 handgefertigten Originalbildern, handkolorierte Drucke und Öl-Monotypien auf Papier in einer kleinen Auflage). Die Mappe selbst finden Sie am Fuß des Blogs und unter „Fotoalben“, als kleinen Beitrag zu Ihrer kognitiven Genesung und perspektivischen Erneuerung - und zur Immunisierung gegen die einäugigen Verzerrungen der medialen Weltvermittlung in dieser Zeit. Denn, wie gesagt, es gibt eine Anschauung, die nicht auf den Begriff zu bringen ist. Aber sie kann uns begreifbar machen, wie Dinge zu sehen sind. Wohl bekomm’s!
PANDORAS LETZTE GABE
Wenn Pandora das Synonym, die Metapher für die „Veräußerlichung“ des Menschen, die entseelte Natur, das Fazinosum der Physis, des Vergänglichen, das Blendwerk des Scheins sein soll, und ihre „Büchse“ (oder „Faß“) die „Strafe“, die üblen und notwendigen Begleiterscheinungen der Verblendung, des falschen Verständnisses und Verhaltens des Menschen gegenüber der Welt der Phänomene, dann ist in diesem Mythos nichts anderes ausgedrückt als in der buddhistischen und, in letzter Konsequenz, in jeder spirituellen Lehre aller Kulturen des Planeten: Daß der Materie, der Physis zu leben und sie als die einzige oder zumindest wichtigste Realität anzusehen im Gefolge alle Übel wie Leiden, Krankheit, Tod, Unwissenheit mit sich bringt. Daß der vergebliche Versuch, die äußere Natur mit ihren eigenen Mitteln, nämlich denen der Physis und der Materie, zu beherrschen und von ihren Gesetzen (des Werdens und Vergehens) unabhängig zu werden, lediglich das Bemühen eines Sisyphos darstellt. Daß die wirkliche Befreiung, Schönheit, Unsterblichkeit, oberhalb der Natur, im Geiste liegt, von wo aus allein sich die „niedere“, die äußere (physische) Natur verstehen und steuern läßt, ohne daß der Geist des Menschen (und damit er selbst) zum Objekt ihrer Gesetze und Eigenschaften, ihrem blinden Diktat und damit ihren Konditionen unterworfen wird, mit allen bekannten und gefürchteten Konsequenzen. Daß es also den Geist der Natur zu verstehen gilt - und nicht ihre willkürlich scheinende Phänomenologie zu steuern oder gar „beherrschen“ zu wollen. Denn dies führt zu nichts anderem als der zweiten Öffnung von Pandoras Büchse und dem Empfang ihrer letzten Gabe: Der (Selbst-) Vernichtung von dem, was wir unter Natur verstehen, schlechthin. (1995)
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"Unser Gefühl für Natur gleicht der Empfindung des Kranken für die Gesundheit." (Friedrich Schiller)
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Gezielte PR des Kosmos, ein Boykott-Aufruf der transzendenten Art - in diesem Fall an das internationale Publikum, dem propagandistischen Spektakel fernzubleiben, sich nicht als Jubelgardenkulisse in seinen Dienst zu stellen ? Oder können Sie sich ein ganzes Stadion voll mit euphorisiert Mundschutzbinden-verhüllten “internationalen” Zuschauergesichtern, es sei denn mandeläugige Reihen staatlich abkommandierter einheimischer Jubelkompanien, als begeistert-begeisterndes Sportpublikum vorstellen ? Ist Gott parteiisch - oder lediglich ein strategisch cleverer, konsequenter Didakt und Moralist ? Dabei hat das IOC doch gerade erst bekannt gegeben, wie es sich den Ablauf der Spiele, zumindest aus Veranstaltersicht, vorzustellen vermag: Keine Demonstrationen und Meinungsäußerungen wie Armbändchen-Tragen im Stadion, dafür außerhalb, in Interviews und auch sonst, wo in China möglich, Meinungs- und Haltungsfreiheit. Ob auch nichtchinesische Sportler, wie einige tibetische Mönche und Bürger, mit Gefängnisstrafen von 3 ½ und mehr Jahren wegen “Aufrufs zur Untergrabung der Staatgewalt” zu rechnen haben, wenn sie von dieser Meinungsfreiheit vor den Kameras und Mikrophonen der Welt Gebrauch machen, steht noch dahin. Der IOC hat jedenfalls diese Redefreiheit ausdrücklich erteilt. Die modern-prosaische Version der westlichen Asien-Idylle, “Madame Butterfly” Frau Shenzhen jedenfalls hat erste Gespräche mit “Gesandten des Dalai Lama” verkündet, als Signal des Friedens und der Verständigung der Völker nach zeitgenössisch-chinesischem Muster, was heißt: Es bleibt alles so, wie es ist, bis der Gegner die Lust und Kraft zum Widerstand verloren hat. Das kann Jahrzehnte dauern, Jahrhunderte, Jahrtausende… - falls weiterhin soviel Zeit bleibt, wie es in der bisherigen Geschichte Chinas hinter seiner großen Mauer ja durchaus der Fall war. Seit der letzten Bücherverbrennung in China im dritten vorchristlichen Jahrhundert, der nahezu die gesamte bis dahin existierende chinesische Literatur (mit Ausnahme des I Ging) zum Opfer fiel, hat die perennal-konfuzianische chinesische Staatsphilosophie der wechselnden Gewänder über dem immergleichen Körper eines zumindest dazugelernt: Daß es viel “ziviler” und “friedlicher”, für Beobachter also eleganter und “vertretbarer” erscheint, Bücher und Schriften, die Denken, Geist und den daraus resultierenden Willen zur Freiheit des Lebens und Handelns reflektieren und bewirken, gar nicht erst entstehen zu lassen, statt sie, unschön und barbarisch, wie dies unverständigen Langnasen erscheinen mag, immer wieder verbrennen zu müssen. Der Chinese an sich ist ein einfacher, guter Mensch, friedliebend und traditionell, wenn nicht von Natur aus, untertan. Freundlich, fleißig und bescheiden. “Haben Sie gut gegessen ?” ist die täglich millionenfach geäußerte und gehörte Floskel im chinesischen Alltag. Was woanders auf der Welt irgendwie soviel heißt wie “How are you?”, also “Wie geht’s?” Und damit das Wohlbefinden des Chinesen als Conditio des Ernährungs- und nicht des Bewußtseinsstandes definiert. Für Denken und Bewußtsein im politisch-philosophischen Sinn waren und sind in China schon immer “die da oben”, also die im fernen Peking zuständig und verantwortlich gewesen, und sollen es wohl bleiben - aller westlichen Aufklärung zum Trotz, die China ja, von einem leidig mißverstandenen Marxismus mal abgesehen, auch bis heute nicht erreicht hat. Alles, was bisher aus dem Westen in China angekommen ist, sind Transrapids, Pilatus-Flugzeuge für die Armee und Aufträge für billige, hier teure und obendrein chemiefarbverseuchte Baumwollhemden. Und damit rücken die Vorgänge in China uns doch auch hier immer näher auf die Haut - und wir den Chinesen immer näher. Als deutschen Beitrag im Rahmen des deutsch-chinesischen Kulturaustauschs schlage ich deshalb vor, dass wir für die Zeit der Olympiade (und vielleicht auch danach) Johannes B. Kerner zum “Gesandten der deutschen Medienkultur” ernennen - schließlich ist er, auf seine Weise, ein wahrer Pionier der neosinosophischen Erneuerung der deutschen Alltagskultur. Denn steckt, bei nüchterner Betrachtung, nicht auch in jedem Deutschen ein Chinese? Und würden wir es nicht auch, wie Johannes B. Kerner, als Erleichterung empfinden, uns auch hierzulande endlich mit dem sinnlich-delikaten “Haben Sie gut gegessen?” statt mit einem sinnleer-kognitiven, desinteressiert-lapidaren “Wie geht’s ?” begrüßen zu dürfen ? Daß auch unser Gesandter des deutsch-chinesischen Kulturaustauschs wohl nicht umhin kommen wird, mit Mundschutzbinde im Stadion und vor den Kameras zu erscheinen, dürfte seiner Popularität keinen Abbruch tun: Denn erstens teilt er nur das Schicksal der vielen Tausend Zuschauer aus aller Welt (ersatzweise der chinesischen Jubelkompanien, die an ihrer Stelle das Stadion zu füllen und beleben haben). Und zweitens (er-)kennt ihn zumindest in Deutschland ohnehin jeder, auch wenn ihm durch den Virenfilter die glamouröse Chance genommen werden dürfte, im Schein der olympischen Flamme vor der Kamera einheimische Leckerbissen zu stäbchen und zu kommentieren. Die Entlastung des eigenen Gewissens durch Delegation jeder Verantwortung, die über den eigenen Suppenteller- und Gartenrasenrand hinausgeht, an einen “Herrscher“, “Führer”, “Chef” oder neuerdings “Manager”, und deren halluzinative Unantastbarkeit trotz haarsträubendster Persönlichkeits- und Handlungs-/Haltungsdefizite auf Kosten aller anderen, also der Gesellschaft und, soweit vorhanden, ihrer definierten und verfaßten Ordnungprinzipien und -werte, kennzeichnet den deutschen wie chinesischen Untertanen gleichermaßen, historisch wie zeitgenössisch - bei den einen immer wieder, bei den anderen immer noch. Auch den Deutschen fällt es heute wieder einmal nicht auf, dass sie in erster Linie gerne untertan sind, sich recht- und widerstandslos diesmal autokratischen Wirtschaftsunternehmen und ihrem Ausbeutungs- und Herrschaftsanspruch ergeben - bei rapide absteigendem Wohlstands- und Befindlichkeitsgefälle - und schon wieder nicht wissen, so wie sie es noch nie gewußt haben, wie eine wirklich “heile”, also intakte und integere Welt ohne Führer, Bosse, Vormundschaft und Wirklichkeitsverdrängung aussehen könnte. Auf dem Auge war der notorische, geistlos deutsche Spießer halt schon immer blind, und immer wieder chinesischer als ein Chinese. Aber mit dem zweiten sieht man ja, neoliberal-neudeutsch-meenzerisch zur hirnhalben, einäugigen Medienphilosophie erhoben, tröstlicherweise - wenn auch nur konfus, chaotisch, beschränkt und äußerst unvollständig - angeblich irgendwie “besser“. ______________________________________________________________________________________________________________________ Besuchen Sie auch EICHLER'S WEBLOG unter: http://eichlerblog.wordpress.com Die vollständige Textdokumentation dieses EICHLER-BLOGs finden Sie über: http://tinyurl.com/2lpf6a Und versäumen Sie nicht den Freiflug über unsre schöne, globalisierte Erde unter: http://eichlerblog.wordpress.com/neues-vom-raumschiff-erde |
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