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SILVESTER 200840 JAHRE PRIMA KLIMA: 1968 - 2008 "DIESER PLANET STECKT MITTEN IN EINER WOMÖGLICH TÖDLICHEN KRANKHEIT; ZU DEN NEBENPRODUKTEN DIESER KRANKHEIT GEHÖRT NICHT NUR DIE POLITISCHE BRUTALITÄT... - DAS ENDE DIESER KRANKHEIT WIRD DIE VERNICHTUNG UNSERES EIGENEN PLANETEN SEIN. EINSCHLÄGIGE WERKE ÜBER BIOLOGIE UND ÖKOLOGIE WEISEN NACH, DASS WIR DIE ERDE MIT BLIND ANGEWANDTER TECHNOLOGIE, VERANTWORTUNGSLOS GEPLANTER MILITÄR-KONSUM-INDUSTRIALISIERUNG UND RESSOURCENVERGEUDUNG BUCHSTÄBLICH ZERSTÖREN. BURROUGHS IST DER MEINUNG, ES HANDELT SICH UM ÖKOLOGISCHEN KREBS. DAS IST WIE MIT DEM RAUCHERHUSTEN: MAN ÜBERHÖRT IHN LIEBER, ALS DER TATSACHE INS GESICHT ZU SEHEN, DASS MAN KREBS HAT. INSBESONDERE JENE "HÜTER DER KOSMISCHEN ORDNUNG", DIE DEN MENSCHEN IN SEINEM KÖRPERSTUMPF GEFANGEN ZU HALTEN SUCHEN: DAS WELTLICH-OKKULTE ESTABLISHMENT." (ALLEN GINSBERG, 1968) E-Clip 8
SANTA, NOT CLAUS,
Wird sich also Hamburg im Allgemeinen wie auch die "Spiegel"-Mannschaft im Besonderen dieses Jahr weniger mit "Jingle Bells" auf Weihnachten einstimmen, und schon garnicht mit einem metereologischen "White Christmas" das Jahr ausklingen und auf Schneeschuhen erwartungsfroh ins neue Jahr stapfen können, sondern es mit einem bedrohlich finalen "CLAUS, NOT SANTA, IS COMING INTO TOWN!" einsingen müssen ? Nichts dergleichen - Claus Kleber, meldete sein Junior-Pendant (ZDF-"heute", 12.12.2007), habe abgesagt, die "Spiegel"-Entscheider erneut in die Bredouille der Nachfolgersuche und Benennungsnot gestürzt. Vor diesem Hintergrund, und da man weiß, wie lange Gremien tagen, ehe alle Teilnehmer sich auf die nächsteKonsensnull einer unanfechtbaren Entscheidung als Lösung einigen können, hätte ich da einen viel besseren, ja geradezu richtungsweisenderen Vorschlag für die "Spiegel"-Mitarbeiter-KG wie auch den ZDF-Vorstand, der sie für einige Zeit zumindest eines ihrer Personalkarussell-Probleme entheben dürfte: Man führe die beiden Oberleuchten der deutschen Zeitgeschichts-Publizistik endlich zusammen und schaffe ihnen ein gebührendes Format des gemeinsamen Auftritts, sowohl im ZDF als auch im "Spiegel". Nach dem Vorbild von "Schmidt und Pocher" oder auch "Kienzle und Hauser" dürfen von nun an die Kognitionszwillinge "Aust und Kleber" einmalig wöchentlich im ZDF in ihrer gewohnt lockergewandeten und kalendergedrechselten Art die Zusachauer ins Licht ihrer eineiigen Erkenntnisse und Einsichten zur Welt und deren Ereignishaftigkeit rücken, crossmedial flankiert vom wöchentlichen Abdruck ihrer Zweispur-Monologe im "Spiegel"; exklusiv, versteht sich. Na, ihr konzertierten Entscheidergremien, wie wär's damit? Und in beiden Häusern könnten sich alle doch noch unter den Kantinentannen erleichtert mit einem "SANTA, NOT CLAUS, IS COMING INTO TOWN!" ins neue Jahr singen. PostScript 6
S - A - C - R – A
SACRA, SACRA, SACRA, SOG I, SACKELZEMENT, UND: LLELUIJAH!!! Wer einen Crash-Kurs in adeptischem Denken, in esoterischem Weltbild und okkulter Philosophie sucht, dem sei das Schlüsselwerk der filmischen Selbstdarstellung der „Illuminaten“ der „kosmischen Hierarchie“ empfohlen: „MONTANA SACRA / Der heilige Berg“ von Jodorowski. Anfang der siebziger Jahre ein Kult-Film, in den Achtzigern nur noch gelegentlich in Programm-Kinos gezeigt und heute so gut wie nicht mehr zu sehen, aber die Mühe, sich ihn zu beschaffen, lohnt sich auf jeden Fall und für’s Leben, denn mit einer Besichtigung allein ist der Film ohnehin nicht zu bewältigen, bei zweien gewinnt man einen Überblick, und beim dritten Ansehen fängt man an, in ein substantielles Verständnis einzutreten. Denn der Film, von unbedarften Zuschauern nur als absurd und surrealistisch erlebt (und von Freaks als „Trip“) offenbart nicht nur das okkulte Weltbild der adeptischen Eingeweihten, deren Gangstertum heute Gesellschaft und Wirtschaft der westlichen Industrienationen beherrscht (und, bedingt und mehr oder weniger im Untergrund, auch die der anderen), sondern stellt es auch in esoterisch-qabbalistischer Symbolik dar. Der Film erläutert nichts, sondern nimmt den Betrachter mit auf die initiatorische Reise vom Neophyten zum Adepten, wie sie heute überall im Westen mit Angehörigen aller Gesellschaftsschichten, sofern sie „geeignet“, also für die „sanfte Verschwörung“ nützlich und (miß-)brauchbar erscheinen, veranstaltet und durchgeführt wird: „Mitten im Leben selbst“ und „unter aller Augen“. Im Film werden die ahnungslosen Neophyten durch eine Gruppe von unterschiedlichen Geschäftsleuten und durch Jesus (!) repräsentiert, die vom „Ipsissimus“, dem Kopf und obersten Adepten der okkulten „Hierarchie“, in das wahre Verständnis des weltlichen und vermeintlich spirituellen Universums eingeführt und zu persönlicher „Befreiung“ geführt werden.
So weit, so vermessen und dumm wie (be-)trügerisch. Denn der ganze Film, sein Wert und seine Bedeutung steht und fällt mit dieser Prämisse: Daß Jesus nur ein verblendeter Knallkopf und ahnungsloser Idealist war, den nur ein wirklich Wissender, ein zeitgenössischer Adept mal richtig einweihen und initiieren hätte müssen. In dieser Prämisse - und vor allem nur in dieser, die allerdings den Handlungsverlauf des ganzen Films begleitet (in dem sich Jesus, im Unterschied zu den anderen, den Geschäftsleuten der Neophytengruppe, bei der Initiation als besonders dumm und schwer von Begriff darstellt) - verrät sich die ganze ideologische Krankheit, der herätisch-antichristliche Charakter, die irrwitzige These des Films (und damit des Adeptentums selbst), der im übrigen in jeder Szene, in jeder Einstellung, in jeder symbolischen und inszenierten Aussage und Darstellung richtig ist, einer verlässlichen spiritualpsychologischen Weltsicht entspricht und ein klares Bild der weltlichen wie esoterischen Dimensionen eines niederen metapsychologischen Wirklichkeitsverständnisses vermittelt. Der Film dokumentiert in einzigartiger Klarheit also zwei völlig verschiedene Dinge, die in ihm aber intentionell ineinander verwoben werden, um das eine durch das andere zu insinuieren und zu legitimieren, und offenbart dadurch die unerleuchtete, vermessene, orientierungslos gewordene okkulte Adeptenphilosophie, die heute alles Geschehen bestimmt und beherrscht: 1. Er präzisiert das klassisch-esoterische Welt- und Wirklichkeitsbild, wie es rudimentär schon seit Jahrtausenden in allen Mysterienschulen der Welt hinter verschlossenen Türen und außerhalb des Körpers von Mund zu Ohr weitergegeben wurde und wird („Qabbalah“, hebr., von „qebal“ = „flüstern“), auf moderne, zeitgenössische Weise und in der Praxis, wie ein okkultes Weltbild und eine Initiation in der heutigen industriellen Zivilisation weitergegeben und vermittelt wird. 2. Und er behauptet im selben Atemzug die souveräne und erleuchtete Überlegenheit der Adepten gegenüber einer kleinkariert-egozentrisch verblendeten Haltung eines Jesus, der nur einer persönlichen Illusion von Messiastum aufgesessen sei und von „erleuchteten Adepten“ und „Halbgöttern in Menschengestalt“, wie sie heute in jeder Firma, in jedem Amt und in jedem Pissoir zu finden seien, nur mal richtig eingeweiht und initiiert hätte werden müssen. Und die Plausibilität und Wahrheit des einen Aspekts des Films, des Wahrheitsgehalts seiner esoterisch-psychologischen Weltsicht, nötigt illegitimerweise zu dem Trugschluß, die Diffamierung von Jesus habe dieselbe solide Erkenntnisgrundlage und Berechtigung - was aber weder im Film belegt noch tatsächlich der Fall ist.
Im Gegenteil - da wird, im ersten, dem „weltlichen“ Teil des Films, unlogisch wie von allen und den dümmsten Anti-Christen schon seit je, die pervertierte kirchliche Praxis eines falschen Personenkults als bildlicher „Nachweis“ für die Irrelevanz seiner Lehre in Anspruch genommen und missbraucht (und der nun „klarer“ sehende Jesus zerstört daraufhin alle seine körperlichen Repliken). Und damit hat sich auch schon die Argumentation und Beweislast für die erwünschte Selbstglorifizierung und Überlegenheitsphilosophie der Adepten. Der Rest ist dümmliche Clownifizierung der Person Jesu. Und das ist ebenso geistlos wie schade.
Denn um diese ideologische Ketzerei bereinigt, böte der Film alles, was als Muster einer esoterischen Einweihung nach westlicher Tradition anzusehen und zu verstehen wäre: Von einer klaren Sicht auf die verschiedenen Aspekte des „Jahrmarkts weltlich-vergänglichen Lebens“ über die (nun außerhalb des Körpers, am „anderen Ufer des Wassers“) Pseudo-Geistigkeit falscher Poesie und niederer magischer Praktiken (Okkultisten mit Rucksack, also dem Ballast ihrer weltlichen Identität und persönlichen Historie, die „durch Wände gehen“ und zaubern, aber nicht höher steigen können) bis hin zu psychischen Reinigungsprozessen und der Überwindung und Beherrschung der Triebstruktur („Walking the Tiger“) als Weg zum „Gipfel“ des „heiligen Bergs“, wo - man hat es fast erwartet - kein weißbärtiger Überichgott mit Sonnenscheibe als Hut seine Menschenkinder empfängt, sondern die Mitgötter der Mitadepten, die einen dorthin geführt haben, und der Film (im Film) ist zu Ende, alle Mysterien sind gelüftet, alle Rätsel gelöst, die Grundlagen aller Religionen geklärt.
Wirklich ?
Abgesehen von der Tatsache, dass diese Darstellung lediglich die Idealisierung einer viel weniger idealen Realität und Praxis repräsentiert, dass die Adepten heute und im richtigen Leben keineswegs die sauberen, sicheren, selbstlosen und unfehlbaren Initiationsführer sind, als die sie sich da ein Denkmal haben setzen lassen, sondern längst zu verblendeten Epigonen und Egomanen degenerierte Halbwissende, die ihre okkulten und weltlichen Mittel und Möglichkeiten vor allem zur Vermehrung ihrer okkulten und weltlichen Mittel und Möglichkeiten, als Selbstzweck und zur Selbstverherrlichung und zur Vergrößerung ihres Aktienportfolios einsetzen, und kaum mehr für den Dienst eines wie auch immer gearteten Fortschritts von Menschen oder gar einer „Menschheit“ (es sei denn, auch diese Fortschritte anderer dienen, nach dem Kettenbriefschneeballprinzip von Betrugsunternehmen, dem eigenen Nutzen), abgesehen davon, dass die proklamierte ideal-idealistische Haltung längst nur noch eine aufrecht erhaltene Alibi-Sage von unzulänglichen Menschheitsschmarotzern ist, die ihre okkulte und weltliche Macht rücksichts-, skrupel-, verantwortungs- und erbarmungslos für ihre egomanischen Zwecke einsetzen, und abgesehen von dieser selbstverblendeten, den eigenen Glanz und die eigene Glorie erhöhen sollende Diffamierung des Propheten Jesus, die nur zeigt, dass sie außer psychotechnischen Läuterungsprinzipien überhaupt nichts begriffen haben von den Mysterien ihrer eigenen reklamierten Esoterik und Initiation, da sie zu einer Mentaltechnik von kosmisch-spiritueller Welt- und Einsicht noch gar nicht vorgedrungen, sondern lediglich auf ihrem astral-psychologischen Maulwurfshügel sitzengeblieben sind, wo man sich so schön und leicht als „Gott auf heiligem Berg“ feiern und feiern lassen kann. Abgesehen von diesen prinzipiellen und hanebüchenen Fehleinschätzungen und Defiziten sowohl des Films als auch der aktuellen Personen, die in der heutigen Welt und Wirklichkeit unseres Planeten diesen Film „leben“ und praktizieren, ihrer unzulänglichen spirituellen Einsicht und verkommenen charakterlichen Integrität, wäre noch die Tatsache zu erwähnen, dass es diesen Schmarotzern in Adeptengestalt am Wesentlichen fehlt, was einen Menschheitslehrer und Propheten auszeichnet und über andere „weise“ und weise Menschen erhebt: nämlich eine Botschaft, eine Vision - und ein Verständnis sowohl der philosophischen Grundlagen wie auch der kosmisch-evolutionären Dynamik der Welt, ihrer Zukunft und Zielrichtung, über ihre bloß okkult-esoterisch-hellsichtige Psycho“himmels“beschreibung und –bestandsaufnahme hinaus. Die „erleuchteten“ Hohlschwätzer der „kosmischen Adeptenhierarchie“ haben weder eine Ontologie zu bieten noch eine Kosmogonie, weder eine Seins- noch eine Sinnerklärung des Menschen und des Universums, weder eine Herkunfts- noch eine Zielvorstellung - geschweige denn eine Einsicht in die spirituell-evolutionären Prozesse, die die menschliche Aufbringung zu unsterblichen Geistwesen auf diesem Planeten tatsächlich leiten und fördern. Alles, was sie haben, sind psychisch-ätherische Wanderkarten durch das kollektive wie individuelle Unbewußte - und mit diesen pfuschen sie in der kollektiven wie individuellen Seele, im ätherischen und niederastralen „Himmel“ ebenso wie in der materiellenWelt nach ihrem beschränkten Gut- und häufig genug Schlechtdünken herum, lassen sich für ihr unerbetenes, ganovengleiches und ohnehin meist nur destruktives Einmischen in anderer Leute Leben und Angelegenheiten auch noch teuer bezahlen und gar als „Demiurgen“ und „Halbgötter“ feiern und aushalten, und vertrauen im Übrigen darauf, dass ein sinnvolles, göttliches Universum ihrem Wahn schon den Sinn, ihrem Tun schon eine Legitimation nachliefern, in ihrem Chaos schon wieder eine Ordnung schaffen und erkennbar werden lasse, die sie sich dann als Ergebnis und „Frucht“ ihrer „erleuchteten adeptischen Bemühungen und Dienste“ auf die selbstglorifizierende Sagenfahne schreiben können.
Der inspirierte „Spitzhut“ des Ipsissimus im Film ist in Wirklichkeit die schlaffe Zipfelmütze eines geistigen Vorgartenzwergs, der sie nur als Zuckertüte zum Einsammeln von Sponsorengaben nutzt, der (Tsade-) „Fischhaken“ im Film, der zur Vervollkommnung der höheren Persönlichkeit des Menschen führen soll, ist zum Köder eines Schutzgeld-Erpressertums deformiert, mit dem man Menschen ihr eigenes, angeborenes Eigentum auf Himmel, Fortschritt und Erleuchtung buchstäblich verkauft (und wer nicht zahlen, den Herrn Adepten nicht am fremden Besitzstand beteiligen will, dem wird er geraubt und abgefoltert und abgepreßt, bis er dankbar ist, von Adeptens Gnaden wieder leben und atmen zu dürfen und seinen Namen erfahren zu haben und den ihm von anderer, göttlicher Seite mit in die Wiege gelegten Himmel wieder sehen zu dürfen), und die Jesus-Schaufensterpuppen im Film sind in der heutigen Praxis längst adeptischen Abziehbildern von weisen, hellen, jovialen, guten Übervaterfiguren gewichen, die man jedem ins Hirn pflanzt, der sich fragt, wer ihn da ungefragt und gewaltsam und unlegitimiert für unklare Ziele und Zwecke in Anspruch nimmt und beherrscht und zwingt und vergewaltigt und über ihn und sein Leben zu verfügen und hauszuhalten und teilzuhaben sich anmaßt - Abziehbilder der übelsten, verlogensten phantasmagorischen Sorte, hinter denen sich kleinkarierte Bankprokuristen, primitive Industriemanager, schäbige Amtsschimmel und charakterlose Börsenmakler auf Jahrmarktspsychologen-Niveau verbergen, die sich alle im astralen Illusionstheater auf XXL-Größe trimmen, um teilweise potentiell sogar überlegenen, nur noch nicht zu außerkörperlicher Funktion gelangten „Materiemenschen“ die „Halbgötter“ und „Führer“ vorzugaukeln, die sie nicht sind, nie waren und oft genug von ihrer persönlichen Unterentwicklung her auch in diesem wie vielen künftigen Leben gar nicht sein können und werden. Ihre weis/ße Haartracht ist von der Beschaffenheit des Schneider’schen Toupets, ihre heiligen Schwüre haben den Wert und die Qualität von Barschel’schen Ehrenwörtern, und ihre kosmisch-klangvollen, tiefen „Götterstimmen“ den verräterischen Klang von qabbalistisch-magischen Megaphonen, die ihre wirklichen, quäkenden Preß-Stimmchen aufmotzen wie Fuchsschwanz, Spoiler und Rallyestreifen einen Manta.
In diesem Illusionstheater ist jeder ein „Gott“, der sich nur irgendwie aus seiner sterblichen Jauchehülle geschält und gewunden hat, ist jeder ein „vollkommener Herrscher im Mikro- und Makrokosmos“, der es verlernt hat, sich mit seinem Spiegelbild zu identifizieren, und jeder ein „perfekter Mensch und Demiurg“, der im Kindergarten der Welt das Spielzeug als Spielzeug identifiziert und als solches zu gebrauchen gelernt hat - und kann die Welt als Spielzeugland für sich beanspruchen und in Besitz nehmen, ob „im Guten“ oder mit okkulter Gewalt. Welcher „Adept“ hätte schließlich nicht schon als Kind davon geträumt, einmal eine Nacht im Kaufhaus eingeschlossen zu sein und nach Belieben die Bedürfnissau rauslassen zu können ? So, jetzt, als „Adept“ geht das endlich - und entschädigt für die vielen Frustrationen und Unzulänglichkeiten des Lebens, die man als kleiner Häusermakler und Buchhalter und Werbekaufmann täglich hinzunehmen hat. Schließlich kann man Banker und Großindustrielle und Politiker nach der eigenen Zwergenpfeife tanzen, sich von ihnen ein üppig-luxuriös-unbeschränkt mächtiges Zweitleben als „Menschheitsdiener“ (und den getönten Tagescreme-Appeal) finanzieren und auf Society-Parties in Kampen und St. Moritz mit allweiser, selbstloser Bescheidenheitsglorie beehrfürchten und der Würstchenrealität der eigenen Person eine imaginäre „Schattengröße“ andichten lassen.
Oder war da noch etwas, irgendwas, was einen Menschen unsterblich und einen Gott zum Gott macht ? Rosa Aura ? Kein Problem - einmal tief Luft holen und ins innere Universum singen. Artiger, gütiger, klarer Blick ? Kein Problem - solange man so gehätschelt wird. Ruhe und Besonnenheit ? Worüber sollte man sich aufregen. Weisheit ? Solange niemand etwas wirklich Wichtiges und Schwieriges fragt, solange alle nur wissen wollen, was ein halbes Pfund Butter kostet und ob außerhalb des Körpers Liebespaare auch Händchen halten - kein Problem. Unsterblichkeit ? Mein Gott, da gibt’s so gewisse Tricks - also zum Highlander reicht’s allemal.
Und dabei war, hier und heute, nur von den „Guten“, den „weißen Adepten“ die Rede, und nicht von den „Bösen“, den „schwarzen“, von „Panther, Kater und Co.“. Aber so groß sind die Unterschiede ohnehin längst nicht mehr: „Ich schwöre, die Wahrheit zu sagen, der zu sein, für den Sie mich halten, ein treuer und selbstloser Menschheitsdiener und Adept, von der „kosmischen Hierarchie“ des „geistigen Universums“, also von uns selbst, mit Legitimation und „höheren“ Weihen und Auftrag ausgestattet, so wahr ich mir helfe und der 31. Februar immer ein Sonntag ist.“
Amen!
(© 1996 by the author Alle Rechte vorbehalten – All rights reserved)
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„Damit etwas Bedeutung bekommt, braucht man eine Szene, aber eine Szene gibt es nur, wenn es eine Illusion gibt, ein Minimum an Illusion, an imaginärer Bewegung und Herausforderung des Realen, das einen mitreißt, verführt und in Aufruhr versetzt. Ohne diese im eigentlichen Sinne ästhetische, mythische und spielerische Dimension gibt es nicht einmal mehr eine politische Szene, in der irgendetwas zum Ereignis werden könnte.“
(Jean Baudrillard Die fatalen Strategien München 1985) |
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